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Warum Android Apple braucht - auch im Jahr 2015

Das iPhone 6S ist aus dem Sack. Die Android-Welt schüttelt abschätzig die Köpfe und zeigt stolz die eigenen, schon seit Jahren überlegenen Smartphones vor. Doch ganz so einfach ist es nicht, werte Android-Nutzer.

Android-Flaggschiffe sind iPhones technisch voraus, teils deutlich. Das stimmt, zumindest auf dem Papier. Das sehen wir auch im Jahr 2015 wieder, als Apple seine neuesten iPhone-Kameras zu Auflösungen befähigt, die Android-Nutzern schon im Jahr 2013 geläufig waren. Die Akkukapazität des iPhone 6S ist nach wie vor ein Witz verglichen selbst mit Mittelklasse-Android-Smartphones. Der einst revolutionäre Fingerabdrucksensor wurde unlängst von der Android-Konkurrenz ein- bzw. überholt. Über das Thema Arbeitsspeicher müssen wir gar nicht sprechen, denn hier liegt Apple schon lange weit hinterher.

Unterm Strich ist auch im Jahr 2015 klar: Wer gerne an der Front des technisch Machbaren arbeitet und seine Technologie den eigenen Wünschen und Vorlieben anpasst, wird wenige Gründe finden, sich ein iPhone anzuschaffen. Genau genommen interessiert sich kaum jemand wirklich für die technischen Daten des iPhone 6S. Für die Nutzererfahrung sind sie nicht allein ausschlaggebend und Technikbegeisterte wissen, dass die Hardwarekomponenten des jüngsten Apple-Phones weit davon entfernt sind, Maßstäbe zu setzen.

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Android ohne das iPhone wäre einiges - aber nicht Android. / © Google, Apple, ANDROIDPIT

Aber das müssen sie auch nicht. Dass Apple auf Keynotes nicht mit Specs um sich wirft, mögen manche als Eingeständnis der Tatsache deuten, dass diese nicht sonderlich beeindruckend und der Konkurrenz unterlegen sind, die Wahrheit scheint mir jedoch eine andere: Apples Stärke ist auf keinem Blatt Papier zu finden. Was Apple für uns alle wichtig macht, ist seine ungeschlagene Fähigkeit der Perfektionierung des Nutzererlebnisses, der so oft beschworenen “User Experience”. Apple glänzt, wenn aus Hardware Leben wird, eine nach wie vor offene Achillesferse von Android.

Apples Produkte werden der Android-Konkurrenz technisch immer hinterherrennen, doch sie werden Maßstäbe in der praktischen Nutzbarkeit und gesellschaftlichen Durchsetzungsfähigkeit setzen. Es wäre viel zu einfach, zu behaupten, dass iPhone-Käufer dumme, technisch desinteressierte und uninformierte Schafe sind (auch wenn es die ganz ohne Zweifel gibt - und das nicht nur bei Apple). Der Durchschnittsnutzer will schlichtweg nicht wissen, wie viele Rechenkerne ein Telefon hat, sondern was er damit machen kann, wie die Technologie sein Leben verbessern kann. Und ihm gibt Apple das, was er haben will, ihn hat Apple im Visier - und jeder Android-Hersteller auch.

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Dass nun auch Android-Smartphones Fingerbadrucksensoren haben, verdanken wir einzig und allein Apple - und dass der Sensor des Galaxy S6 endlich etwas taugt, auch.. / © Samsung, Apple, ANDROIDPIT

Warum also brauchen wir Apple?

Wir brauchen Apple als den Umsetzer der Datenblätter, den Perfektionierer der praktischen Nutzbarkeit, den Akteur, der nackte Technologie zu Lifestyle macht, denn das sollte sie in letzter Instanz sein. Und was ist für jeden einzelnen Android-User der konkrete Nutzen von Apple? Android wird besser und nutzbarer. Apple liefert den User-Experience-Horizont, an dem sich letztlich auch Android orientiert.

Ja, als iPhones endlich NFC-fähig wurden, war das Android-Nutzer kalter Kaffee. Doch wie viele von uns haben in den letzten zwei Jahren per NFC bezahlt? Richtig, fast niemand, denn diese Technologie wird jetzt erst gesamtgesellschaftlich relevant werden, da Apple sie übernommen hat. Sie war zuvor schlichtweg irrelevant. 2G-Netze wurden erst durch das erste iPhone ausgebaut, die Telekom hat hier ganz direkt auf die Einführung des iPhones reagiert.

Natürlich weiß mittlerweile auch jeder, dass Apple das Smartphone oder das Tablet oder den Touchscreen oder den MP3-Player oder den hübschen Laptop oder den Fingerabdruck-Scanner oder den 64-Bit-Prozessor nicht erfunden hat. Doch erst durch seine Produkte wurden diese und andere Technologien relevant und wirklich gut, auch unter Android. Nachdem das iPhone 5S 64-bit-fähig wurde, folgte der Android-Markt. Heute ist das unser aller Standard. Als Apple den Fingerabdrucksensor populär machte, folgten alle Android-Hersteller. Heute kann man ihn als Standard bezeichnen.

Druckempfindliche Displays werden ebenfalls zum Standard werden, nachdem Apple sie in seiner 6S-Generation verbaut hat. Huaweis Mate S (zum Test) kam ihm zwar mit der Smartphone-Weltpremiere zuvor, doch Force Touch war schon zuvor in der Apple Watch und den neuen MacBooks implementiert, und wir wussten, dass das iPhone 6S folgen würde. Nun werden auch Samsung und Co. folgen.

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Während die Android-Wear-Uhren oft noch an klassische Uhren erinnern, ist die Apple Watch (links) ein wahres Raumschiff. / © ANDROIDPIT

Apple und die Smartwatch

Mit seiner ersten Smartwatch hatte sich Apple viel Zeit gelassen, und man kann von ihr halten was man will, doch erst jetzt ist der Smartwatch-Markt komplett und kann wirklich konstruktiv loslegen. Der relative Massenerfolg der Apple Watch (mehr verkaufte Exemplare im ersten Jahr als der gesamte Android-Wearables-Markt zusammen) hat Android-Herstellern eine Perspektive gegeben und deren Aufmerksamkeit fokussiert.

Das Ergebnis sahen wir im Guten und Schlechten auf der IFA 2015 und früher. Zahlreiche neue Smartwatches erblickten das Licht der Welt, und alleine dank der Apple Watch kommen diesen nun häufig in zwei Größen (schön!) und zu plötzlich absurd hohen Preisen (unschön!). Vor der Apple Watch galt eine Uhr für 300 Euro wie die G Watch R als teuer. Die Moto 360, die als Musterbeispiel einer hochwertigen, edlen Uhr angesehen wurde, kostete 250 Euro.

Nach der Apple Watch kosten Uhren plötzlich mehr: Die Moto 360 2 (zum Test) wird bis zu 400 Euro kosten, die Gear S2 (zum Test) 379 bis 449 Euro, die Huawei Watch (zum Test) 399 bis 799 Euro. Die Materialien sind die gleichen, die Technik unverändert. Doch Apple hat gezeigt, dass man theoretisch auch für eine Smartwatch Unsummen verlangen kann.

Der Kreislauf geht weiter

Den leidenschaftlicheren Android-Nutzern gefällt der Gedanke nicht, doch Apple wird noch lange Vorreiter oder wenigstens Trendsetter und Meinungsführer der Consumer Technology bleiben, selbst wenn es den Datenblättern in den meisten Punkten hinterherrennt. Uns Nutzern kann das aber völlig egal sein. Welchen Unterschied macht es, wer die Technologie, die uns begeistert erfunden oder popularisiert hat? So lange Apple Androids genutzte und ungenutzte Soft- und Hardware-Features aufgreift und teils sogar besser macht, haben wir alle etwas davon. Der Kreislauf geht weiter, und zumindest wir hier sind Apple als überzeugte Android-Nutzer auch im Jahr 2015 dafür dankbar.

Das ist nicht die ganze Wahrheit...

Natürlich ist all dies nur die halbe Wahrheit. Der Kehrseite der Medaille findet Ihr hier: "Warum Apple Android braucht".


Dieser Artikel wurde seit seiner Erstveröffentlichung komplett neu geschrieben. Ursprüngliche Kommentare wurden nicht gelöscht.

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387 Kommentare

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  • Es ist schon wirklich beschämend, das hier Daumen hoch vergeben werden , wenn man gegen Apple "basht"...
    Und dieses ewige bla bla Android ist sooo viel besser und Apple user sind Lemminge......
    nervt nur noch. Beide OS haben Ihre Vor und Nachteile... Und wenn gewisse Anrdoidfans hier immer wieder " Apple kopiert nur" schreien, dann haben Sie den guten Artikel von STEPHAN SEROWY nicht verstanden. Ich empfehle hier mal sich über die Geschichte des Touchscreens und Android / Tablet etc., durchzulesen....
    Ich habe selbst ein Android, aber habe nichts gegen Apple ... ich bashe nicht und hate nicht.
    Jedem das für seine eigene Bedürfnisse Smartphone ,....ist mein Credo.

  • Meine Frau ist technisch eher unbegabt - sie tut sich mit ihrem iPhone 4 genau so schwer wie mit meinem Galaxy S3. Einen wirklichen Vorteil für unbedarfte Nutzer bei iOS sehe ich nicht.

  • Dann muss man wirklich mal auslegen was an der so genannten Nutzer experience wirklich besser sein soll? Ich sehe nichts wo ein Iphone wirklich besser sein soll im Gegenteil schon immer fehlte es an einigen Software futures die Android schon lange bietet. Das geht schon beim wichtigen Punkt Internet Browsen los wo Android mehr zu bieten hat. Gleiches gilt bei der Wandlungsfähigkeit/ Anpassungsfähigkeit die Apple vollkommen fehlt.

    •   21

      @Olaf Gutrun
      Ist die Wandlungs und Anpassungsfähigkeit ein Aushängeschild für ein gutes Betriebssystem? Ich denke nicht, eher noch, dass es viele User gar nicht interessiert und eher überfordert was man mit Android alles machen kann und wollen es daher auch nicht. Daher ist die Anpassungsfähigkeit kein Argument Pro Android bzw. Contra Apple.

      • Für mich ist es ganz klar ein Pro argument, wen würden denn gewisse Widget, launcher oder sperrbildfunktionen stören oder überfordern?

        Also mein 85 Jahre alten Opa überfordert da nichts ^^

        Ich finde so ein Iphone einfach ultra langweilig und bin froh das ich dinge die mir nicht passen am Androiden verändern kann. Das ist für mich das wichtigste überhaupt. Ich würde eher sagen den meisten Amdroid usern würde Ios unterfordern und langweilen.

      •   8
        Tom 13.09.2015 Link zum Kommentar

        stimmt ,du musst Einstellungen vornehmen das es passt u da liegt der große große Unterschied, denn bei iOS u dem iPhone passt schon alles beim auspacken.

      • @Tom ja nee ist klar... Kein einziges os würde mir im Original zustand komplett passen. Kein os kann so eingestellt sein das es zu den bedürfnissen von jedem Passen würde.

        Ich bin froh wenn ich dinge genau auf meine Bedürfnisse anpassen kann so wie ich das will. Was das betrifft ist Apple einfach mega beschnitten.

        Sind schon so kleinigkeiten wie die Auswahl des Standart Browsers und die Möglichkeiten die man damit hat z.b selbst zu entscheiden was als User Agent webseiten mit geteilt wird.

        Für mich ist ein Iphone mehr ein App Spielzeug aber kein Arbeitsgerät. Etwas anderes als Apps nutzen kann man beim Iohone auch nicht.

        Einen Androiden kann man wenn man es möchte wunderbar Automatisieren und auch Tief im System dinge ändern.
        Ich z.b entferne Funktionen im System dienich nicht nutze, z.b Notfallmodus oder ultra Energiesparmodus, ich nutze es nicht, also weg damit.
        Oder einfach nur so kleinigkeiten wie das ändern von Scrool geschwindigkeiten, Animationszeiten und art der Animationen, Wifi verhalten, 3g verhalten, wann nfc an oder aus sein soll, welche farbe bei wieviel prozent die akku anzeige haben soll, natürlich kann man aus tausenden von batterie Animationen aus suchen, Ich will eine genauere empfangsanzeige also bastel ich mir selber eine rein die anstatt 5 Balkeb 8 hat. Mir reichen 10 Schnell einstellungen nicht aus, also wird das ganze auf 20 geändert.
        Selbst die Helligkeit der Automatischen Helligkeitssteuerung kann man sich den eigenen vorlieben anpassen. Wenn man es will fügt man der uhr in der statusleiste auch die Sekunden hinzu.

        Das sind nur beispiele von tausenden.

        Und du willst mir erzählen bei Apple ust alles perfekt für jeden? Träum weiter dann würden auch alle das selbe Auto fahren.

        Beim ersten iphone konnte man den Wallpaper nicht wechseln, das geht ja schon ins Lächerliche, willste da auch sagen, das Wallpaper ust so perfekt und gefällt jedem?

        Ganz zu schweigen von Themes die man z.b mitlerweile bei Samsung und Htc hat. Würde mich voll ankotzen ein Phone zu haben wo ich gerade mal den Wallpaper ändern kann.
        Bei Android sind es, icons, live wallpaper, ganze launcher und themes und auch änderungen an der Statusleiste, den bootanimationen u.s.w

        Auch kann man io sheduler und kernels ändern, z.b mehr auf Akkulaufzeit als auf Leistung. Je nachdem was einem lieber ist.


        Viele leute spielen gerne am os rum genau davon lebt open source, viele begeistern sich daführ und da kann man Apple total vergessen.

      •   8
        Tom 13.09.2015 Link zum Kommentar

        Lange Rede kurzer Sinn,das iPhone passt Millionen Nutzer und zum Großteil Ärzte bzw Geschäftsleute die es geschäftlich nutzen. Aber Du hast recht

      • Kenne auch genug Hartz4 empfänger mit einem Iphone. Was einen Blödsinn du redest. Also ob Ärtzte mehr iphone benztzen ^^

        Im ganzen wird viel mehr Android genutzt.
        Samsung alleine verkauft schon mehr.

      •   8
        Tom 13.09.2015 Link zum Kommentar

        Stimmt davon laufen aber mehr mit nem Samsung rum und das ist nicht gelogen 😂

        Also ich kann zu jedem Arzt gehen u von 10 Ärzte haben 8 ein iphone

      • Ah kluge studierte benutzen also Iphone ^^
        Alles wird gut

      •   8
        Tom 13.09.2015 Link zum Kommentar

        Das hab ich nicht gesagt..aber wie du schon meintest mit hartz4.. Ein Samsung war schon immer mehr untere Klasse..

      • Nicht so unterklasse wie die Hardware von einem Iphone. Wieso ich meinte doch das ich viele mit Hartz kenne die ein Iphone haben b.z.w viele Leute die das Geld garnicht daführ haben.

      •   8
        Tom 13.09.2015 Link zum Kommentar

        Tja,der eine hat es u der andere eben nicht.wegen hartz4 ,naja das liegt halt daran das Samsung Handy nach nem Monat nur noch die Hälfte Kosten u ein iPhone nicht

  • (cut)
    Falsch eingefügt...

  • Toller Artikel.... gefällt...

  • Wenn ich die Beschimpfungen und Schmähungen, welche die Androiden ablassen, lese, dann kommt mit sofort der Spruch "Getretene Hunde beissen" in den Sinn.

    Anstelle Apple und entsprechende Meldungen sachlich zu kommentieren oder ggf. schlicht zu ignorieren ist hier von Apples "faschistischer Marketingstrategie" die Rede. Unnötig zu erwähnen, dass "Dumm" dann noch die freundlichste Bezeichnung für Apple-Nutzer ist.

    Aber das muss wohl der pure Neid sein. Apple ist, als Einzelkonzern, mit "veralteter Hardware" und "kopierten Ideen" erfolgreicher als die Androiden. Das scheint schwer am Selbstverständnis und Selbstwertgefühl der Androiden zu nagen. Neid oder Zweifel, sich wirklich für das richtige OS entschieden zu haben.

    Nervt es die Androiden so sehr, dass die "Dummen" mit Apple zufrieden sind, dass es Menschen (ist die Verwendung dieses Begriffes für Apple-Nutzer aus Androidensicht zulässig?) gibt, die Android nicht wollen, nicht brauchen?

    7 Milliarden Menschen. potentiell 7 Milliarden Ansichten zum "richtigen" OS. Aber bei den Androiden herrscht mentale Gleichschaltung. Jedem seine individuiellen Launcher, aber jedem nur Android.

    • Also bei mir ist es weder Nerv und schon gar nicht Neid. Nur wenn man ständig diese Leier von Applefans hört, dass iOS das einzige System ist das einfach, stabil und performant läuft, dann frag ich mich tatsächlich was da los ist und in welchem Käfig manche sitzen. Man sollte sich halt aus diesem Käfig nicht zu weit aus den Gittern hängen, sonst könnte es weh tun.

      • Es gibt auch die Möglichkeit ein "gutes" Jailbreak auf einem I-Phone oder einem I-Pad zu installieren, ohne dass sogar die Garantie auf diese Geräte erlischt.

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