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USB Typ-C: Tipps zum neuen Anschluss

Im Jahr 2016 haben viele Top-Smartphones einen neuen USB-Anschluss bekommen: Huawei P9, Sony Xperia XZ oder Nexus 5X und 6P setzen jetzt auf den Typ-C-Standard. Was der neue Anschluss kann und welches Zubehör wir dafür empfehlen, erfahrt Ihr in diesem Artikel.

USB (Universal Serial Bus) ist ein Standard, der Kabel, Steckerverbindungen und den digitalen Datenaustausch festlegt. Die erste Version stammt aus dem Jahr 1998 und ersetzte zwei bis dahin übliche PC-Schnittstellen. Seit 2014 ist der USB-Typ-C-Stecker definiert. Dieser hat mehr Verbindungen als der Vorgänger, die punktsymmetrisch angeordnet sind. Somit ist es gleichgültig, in welcher Drehrichtung Ihr das Kabel einsteckt.

Es gibt eine Menge Unterschiede zwischen den verschiedenen Steckern und den USB-Versionen. Sie haben unterschiedliche elektrische Spezifikationen und Datenraten. Die Stecker von USB A und B haben nur 4 Verbindungen, wogegen USB 3.1 Typ-C 24 Verbindungen aufweist - das ist notwendig, um höhere Stromstärken und schnellere Datenströme zu unterstützen. Mit USB 3.1 steigen überdies die Geschwindigkeiten auf bis zu 10 GBit/s und es gibt neue Möglichkeiten, Geräte mit Strom zu versorgen.

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Nexus 6P mit einem Typ-C-Anschluss. / © ANDROIDPIT

Aktuell haben die meisten Android-Smartphones einen Micro-USB-Anschluss, der mit dem USB-2.0-Protokoll arbeitet. Über diesen erhalten die Smartphone-Akkus den dringend benötigten Strom, der mit 5 Volt bei einer Stromstärke von 2 Ampere fließt, was zehn Watt ergibt. Mehr Ladetempo gibt es nur außerhalb der USB-Spezifikation: Qualcomm Quick Charge, Oppo Vooc oder Samsung Adaptive Fast Charge sind Herstellerstandards, die nur auf Geräten einer Marke funktionieren.

Die Spezifikation sieht übrigens vor, dass Ihr den Stecker 10.000 mal einstecken könnt, ohne dass er Schaden nimmt. Benutzt Ihr ihn täglich zweimal, kommt man auf eine Dauer von über dreizehn Jahren. Um diese Spezifikation und den erhöhten Stromfluss bewältigen zu können, sind USB-C-Kabel meist dicker als die klassischen Kabel. Ein dünneres Kabel hat uns Choetech zum Test zugesandt, das wir mehrere Wochen erfolgreich im Einsatz hatten. Es eignet sich insbesondere für die Verwendung mit aktuellen Smartphones:

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Typ-C-Kabel sind oft fett und robust. / © ANDROIDPIT

Typ-C lädt einheitlich schneller, aber...

Über die neue Steckerverbindung können bis zu 100 Watt übertragen werden. Dabei entsteht natürlich viel Wärme und zum Teil wird das gefährlich. Nicht alle Ladegeräte und Kabel sind gleich gut. Achtet also auf das USB-Charger Logo, das im August 2016 vereinbart wurde.

AndroidPIT testet deswegen regelmäßig Ladegeräte und Powerbanks, die den neuen Standard zu Eurem Vorteil nutzen. Nicht nur lädt Euer Smartphone schneller, sondern auch schonender. Achtet zusätzlich auf die Qualität des Kabels. Google-Mitarbeiter Benson Leung hat bereits über 100 Kabel getestet, von denen manche für Schäden am Gerät sorgen können.

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Anker hat ein exzellentes Ladegerät mit Power Delivery, kann also auch das MacBook aufladen. Jetzt kaufen. / © ANDROIDPIT

Des Weiteren ist es mit Typ-C-Geräten oft möglich, den Stromfluss umzukehren. Ihr könnt mit solchen Smartphones andere Geräte aufladen.

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Typ-C-Handys laden sich gegenseitig. / © ANDROIDPIT

HDMI-Signale und Audio können übertragen werden

Der Typ-C-Stecker könnte viele anderen Kabel ersetzen. Die Zertifizierung für etliche Signale und Protokolle ist bereits abgeschlossen. Darunter fallen  VGA, DVI, oder HDMI, indem der Typ-C-Anschluss sich wie ein Display Port inklusive seiner Protokoll-Konvertierung imitiert. Freilich setzt dies voraus, dass sich hinter dem Anschluss entsprechend ausgerüstete Hard- und Software befinden. Die Erklärung liegt auch in offiziellen Dokumenten vor.

Audio wird auch ein großes Thema, jetzt, da der alte Klinkenstecker peu à peu verschwindet; siehe Moto Z. Hier kam das USB-Implementers-Forum Ende September 2016 auf einen Standard. Die USB Audio Device Class 3.0 Specification sieht digitale Audio-Übertragung vor. Somit müssten entsprechende Typ-C-Klinke-Adapter einen Digital-Audio-Konverter besitzen. Dieser wäre dann immerhin mit all Euren Typ-C-Geräten kompatibel.

Nicht immer High Speed

Zwar verbauen immer mehr Hersteller einen USB-Typ-C-Anschluss. Aber leider implementieren sie meistens noch elektrisch nur den USB-2.0-Standard, nicht den aktuellen USB-3.1-Standard. Darüberhinaus ist die Technik nach wie vor recht teuer, sowohl für den Hersteller als auch für den Käufer. Ein Ladekabel ist im Handel noch immer teurer als ein herkömmliches Micro-USB Kabel.

Dass die Kabel elektrisch identisch sind, hat aber auch seine Vorteile. Für die Übergangszeit konnten wir erfolgreich mit einem Adapter Typ-C-auf-Micro-USB arbeiten und uns die Anschaffung mehrerer Typ-C-Kabel sparen. Gute Erfahrungen haben wir mit dem 2er-Paket von Choetech gesammelt.

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Tipps zu USB Typ-C

  • Vorsicht vor zu günstigen Typ-C-Kabeln, sie können Schaden anrichten
  • Nicht jedes Gerät mit USB-Typ-C Anschluss unterstützt den USB-3.1-Standard
  • Nutzt am besten das mitgelieferte Kabel
  • Ersetzt Kabel nur durch unabhängig getestete

Nutzt Ihr ein Gerät mit USB Typ-C? Welche Erfahrungen habt Ihr bisher mit dem neuen Standard gemacht?


Dieser Artikel wurde im Oktober 2016 vollständig ersetzt. Ältere Kommentare können sich daher auf nicht mehr vorhandene Textpassagen beziehen.

129 Kommentare

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  • Ich finds an sich schon gut, dass es einen einheitlichen Anschluss geben soll bzw. gibt, jedoch ist er meiner Meinung nach einfach noch zu wenig verbreitet. Aber immerhin: Rom wurde auch nicht an einem Tag erbaut! :)

  • Ich würde mich freuen, wenn der Anschluss auch bald mal in der Mittelklasse ankommt.

  • Schön wäre noch eine Liste empfohlener USB C Kabel und Ladegeräte

  • Eric Herrmann
    • Staff
    vor 1 Monat Link zum Kommentar

    Der Artikel wurde umgestaltet und um neue Tipps erweitert. Kommentare unter diesem beziehen sich auf eine vorherige Version.

  • Dominik vor 2 Monaten Link zum Kommentar

    Aber wie ist es dann mit einer Powerbank? Würde die dann auch nicht fatale Schäden hervorrufen? So wie es im Artikel stand, müssen es 5A und 20V sein, wenn die Powerbank diese Leistung nicht bringt, geht dann das Handy kaputt? Die gleiche Frage gilt ja auch für den mitgelieferten Adapter, wenn man den auf ein Standart Micro USB ladekabel steckt und sein handy laden möchte, weil man sein Ladekabel vergessen hat, is doch auch schlecht fürs Handy, oder?

  • Kein micro-USB Anschluss entspricht im geringsten den DIN-Vorausetzungen bezüglich der Stromstärke und Abständen zwischen den Pins. Deshalb gehen sie so oft kaputt. Aus diesem Grunde hat sich ganze "Pseudo-Industrie" entwickelt, die diese Anschlüsse (vor allem die Buchsen in Mobilgeräten) gerne und mit hohen Profiten austauscht. Es ist zu erwarten, dass USB-C dieser Zweig der "Industrie" auf Userkosten gewaltig füttern wird.

  • ich habe auch schon Unterschiede festgestellt: Ich habe das Neue Note 7 und habe noch USB-C Kabel von meinem Nokia 950. Wenn ich dieses am Notebook und Note 7 einstecke wird das Note 7 nicht geladen und auch keine Datenverbindung kommt zustande. Die Anzeige im Note 7 sagt mir sogar es will mein Notebook laden :-)

    • es besteht die Möglichkeit, dass das Original Kabel einen Widerstand eingebaut hat, wodurch das Gerät erkennt, dass es original ist, und lässt es nur dann zu. So war es damals bei den Kopfhörern von Dr. Dre. HTC hat beim Einstecken lediglich des Equalizer optimiert, die Kopfhörer waren ansonsten ganz handelsüblich.

  • P9? Habe ich auch!
    USB 3.1? Habe ich nicht!
    Schau mal im Manual nach, dein P9 hat einen HighSpeed-USB-Anschluß.

  • Habe seit kurzer Zeit ein Huawei P9 mit USB Typ C und bin sehr zufrieden damit. Lädt sehr schnell auf.

  • Ich habe bei meinem Xiaomi Mi5 Quick Charge 3.0 und dafür extra ein hochwertiges Ladekabel und eine Anker Ladestation mit IQ und Quick Charge 3.0 gekauft und bin voll begeistert davon. Der Akku ist in 13 Minuten zu 40% geladen. Für 100% braucht es nur gerade mal 35 Minuten. Dazu kaufte ich mir noch eine Xiaomi Powerbank mit QC 3.0 diese braucht 2 - 3 Minuten länger als die Steckdose, aber das ist vertretbar. Das Lade/Datenkabel vom Typ-C ist 3 mal dicker als das Micro-USB Kabel. Die Anker QC 3.0 Ladestationen und das Lade/Datenkabel mit QC 3.0 haben 32 Euro verschlungen. Das war's mir allemal wert.

  • Udo K. vor 2 Monaten Link zum Kommentar

    Also sehr gutes Artikel, alles gut und verständlich erklärt. Aber ich verstehe nicht wie diese dünnen Drähte 20 Amper ertragen 😆

  • Tiago vor 2 Monaten Link zum Kommentar

    Mit dem HTC 10 keinerlei Probleme. Nutze Original Kabel plus eins von Aukey und funzt super.
    Original Kabel immer mit dem HTC Ladegerät und Aukey Kabel mit einem QC 2.0 Ladegerät, keinerlei Probleme.

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