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6 Min Lesezeit 5 Kommentare

Virtual Reality: Das war 2017 und so wird 2018

2017 haben wir bei AndroidPIT das Thema Virtual Reality konzentriert in den Blick genommen. Hier will ich das Jahr einmal Revue passieren lassen und wage einen Ausblick, was uns im VR-Team von AndroidPIT im nächsten Jahr beschäftigen wird.

Im Jahr 2018 wird Virtual Reality endlich das Wohnzimmer erobern. Ganz sicher. 2018 wird also das Jahr der Virtual Reali... Moment, was hatte ich da nicht letztens in meiner Timeline?

Ok, ok. Ich zügele mich und wage einmal einen realistischen Ausblick auf die Trends, die da kommen werden. Tatsächlich darf es als unwahrscheinlich gelten, dass wir den großen Durchbruch von VR erleben werden – weder mobil noch auf dem PC. Das hat jeweils unterschiedliche Gründe.

AndroidPIT und die virtuelle Realität

Aber einmal von Beginn an. Seit März 2017 begleiten wir bei AndroidPIT das Thema Virtual Reality intensiv. Vorher hatten wir uns hier und da mit dem Thema beschäftigt, sei es mit Hitman Go in der VR-Edition, der ersten Daydream View oder auch mit VR-Spielen im Allgemeinen. Jetzt sind auch Rift und Vive in unseren Fokus geraten, nächstes Jahr sicher auch Playstation VR.

Es waren spannende Monate für mich persönlich, denn ich musste mir viel Wissen aneignen – genauso wie Nicholas, Benoit und Basti, die ebenfalls über VR schreiben. Die Ergebnisse können sich meines Erachtens sehen lassen: Wir haben einige spannende Testberichte veröffentlicht (Doom 3 in VR), gute Einschätzungen (Ich brauche (noch) kein 8K-VR) und Themenartikel (VR und Fitness) geschrieben und so die Grundlage gelegt, dass wir das Thema Virtual Reality im nächsten Jahr noch intensiver und verlässlicher begleiten können.

Jetzt aber: Was wird im Bereich der Virtual Reality im nächsten Jahr relevant?

Von dem großen Durchbruch ist VR natürlich noch immer weit entfernt, wenn der denn überhaupt je erfolgt: Die Preise sind hoch, das Angebot an Inhalten noch immer dürftig – da helfen auch ein paar gute Spiele und 360-Grad-Dokus nicht weiter.

Große Hoffnungen der VR-Industrie liegen auf den Schultern von Steven Spielberg: Mit Ready Player One erscheint im März ein Blockbuster-Film, der das Thema Virtual Reality in das Zentrum der öffentlichen Aufmerksamkeit ziehen wird. Vive hat sich bereits die Rechte gesichert und tritt als offizieller VR-Partner auf. Mit der Google-Milliarde dürfte hier einiges an Inhalten zu erwarten sein – und das nicht nur im März. Vielmehr werden wir über das ganze Jahr hindurch Neues aus dem Universum von Ready Player One sehen.

Auch Oculus hat ein heißes Eisen im Feuer: Die eigenständige VR-Brille Oculus Go. Sie wird alle Inhalte unterstützen, die für Gear VR existieren. Technisch wird die Go in etwa vergleichbar sein wie ein Galaxy S7 in einer Gear-VR-Brille mit Controller. Vor allem der Preis lässt aufhorchen: 199 US-Dollar verlangt Oculus für die VR-Brille, in Deutschland werden es eher 249 Euro (eine reine Schätzung).

Im PC-Bereich wird es vor allem um Inhalte gehen: Weder Vive noch Rift werden im Jahr 2018 einen direkten Nachfolger erhalten. Das liegt daran, dass die Technik noch nicht reif ist für eine zweite Generation: Klar, hochauflösende Displays könnten Vive und Oculus schon verwenden, aber welche Grafikkarte könnte UHD für jedes Auge mit 90 Bildern pro Sekunde berechnen? Eine Nvidia Geforce 1080 Ti kommt mit Rift und Vive schon heute an ihre Grenzen. Ob die nächste Nvidia-Generation genügend Leistungsplus aufweisen wird für ultrahochauflösendes VR? Ich bezweifle das. Beide Firmen hoffen eher darauf, dass bald auch Mittelklassegrafikkarten in der Lage sein werden, VR zu befeuern.

Bleiben also die Inhalte: Vive wird Ready Player One ausschlachten, bei Oculus wird man versuchen, auf Erfolgen wie Lone Echo aufzubauen. Neue ambitionierte VR-Titel stehen ebenfalls an – und Urlaub ist bald auch in VR möglich.

Ich sehe in einem Feld der VR besondere Chancen: Soziale Interaktion. Facebook hat mit Spaces einen VR-Ableger erstellt, der jetzt auf Vive und Oculus erhältlich ist. Microsoft hat sich im Sommer das VR-Netzwerk Altspace gekauft und zu neuem Leben erweckt. Aus Spaß? Sicher nicht.

VR wird es weiterhin schwer haben

Aber das Jahr 2018 wird auch einige Herausforderungen für das ganze Feld bringen. Denn eine Gelddruckmaschine ist Virtual Reality bislang nicht.

Selbst aufwändige VR-Titel wie Fallout 4 VR oder L.A. Noire hatten jüngst keinen nennenswerten Erfolg: Unterhalb einer Nvidia Geforce 1070 geht nichts – damit richten sich diese Spiele an höchstens 3 Prozent aller Steam-User und davon auch nur an diejenigen, die ein VR-Headset haben. Kurz: Die Zahl der aktiven VR-Spieler ist noch immer enorm gering und so wundert es nicht, dass derzeit kaum ein Spiel auf nennenswerte aktive Spieler blicken kann, wie githyp herausgefunden hat.

Ist also VR schon wieder am Ende? Manche glauben das. 2018 werde völlige Ernüchterung in den VR-Markt bringen. Ich bin nicht so pessimistisch. Klar, das Kostenproblem kann PC-basierte VR vorerst nicht lösen. Selbst eine neue Grafikkarten-Generation wird nicht auf einmal 500 Euro teure VR-PCs ermöglichen. Die ganz großen Spiele wie wir sie von PC und Konsolen kennen, werden in VR weiterhin Seltenheitswert haben, weil aufwändige Projekte mit hunderten von Mitarbeitern sich im aktuellen Markt nicht refinanzieren lassen.

Für mobiles VR dagegen dürfte ein Offenbarungseid anstehen: Google hat seine Daydream-Plattform noch nicht zum Erfolg führen können. Mehr Potenzial liegt vielleicht ohnehin in Augmented Reality à la ARCore. Nachdem Vive seine Standalone-Brille für Daydream angekündigt hat, bleibt nur Lenovo mit einer VR-Brille in der Pipeline. Daydream steht vor einem schweren Jahr.

VR: Nur scheinbar im Dornröschenschlaf

Alles sieht danach aus, dass es ein weiteres Dornröschenjahr für VR wird – zumindest an der Oberfläche. Zu früh aber freuen sich diejenigen, die VR als Technologie den Bach runter gehen sehen: Es ist sicher unwahrscheinlich, dass VR jedes Wohnzimmer erobert. Dafür ist die Technologie zu speziell. Von einigen Treffen der Berliner VR-Szene kann ich allerdings mitnehmen, dass gerade im Geschäftsumfeld das Interesse riesig ist und dass hier eine Entwicklung in Gang ist, die vielleicht nicht alle Grundsätze unseres Daseins umwerfen wird (wie das Smartphone). Aber sie ist da und wird das Thema VR mittelfristig auch breiten Kundenkreisen zugänglich machen. Für VR wird 2018 also der Spruch weitergelten: Mühsam nährt sich das Eichhörnchen.

Wir von AndroidPIT werden Virtual Reality weiter begleiten und haben für das nächste Jahr schon jetzt einige Pläne und wir können es kaum erwarten, diese im Laufe des Jahres umzusetzen. Ich hoffe, Euch hat unsere Berichterstattung gefallen. Habt Ihr Anregungen oder Wünsche an das VR-Team von AndroidPIT? Immer her damit! Und nein: Wir werden nicht aufhören!

5 Kommentare

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  • Teuer und keine Software ist als Argument echt nicht mehr haltbar! Ich für meinen Teil kann mir nicht mehr vorstellen an nem Monitor zu zocken, die zweite Generation an Hardware wird uns sehr wohl 2018 erreichen, lighthouse 2.0, wive tracker, nuckels controller, pimax 8k...
    Und die 2 gen der aktuellen Referenz ist ja mittlerweile offiziell angekündigt.... Die Zukunft ist vr! Punkt


    • Th K vor 10 Monaten Link zum Kommentar

      Na, mal abwarten. 3D hat man (also Hersteller und Produzenten) ja auch so eine große Zukunft vorausgesagt und nun? Nix mehr ist da.

      Am Ende entscheidet immer noch der Kunde.


  • Karl E vor 10 Monaten Link zum Kommentar

    Ich sehe bei VR keinerlei Chance, dass sich das durchsetzt .... zumindest mit diesen doofen übergroßen hässlichen und schweren "Brillen" die verhindern, dass man sich frei fühlt und die es auch erschweren, wenn man mal einen Blick in die "echte WElt" zwischendurch werfen will. Erst wenn dieses Thema besser gelöst werden kann, dann sehe ich eine Chance für den Massenmarkt.


  • Moritz Deussl
    • Mod
    • Blogger
    vor 10 Monaten Link zum Kommentar

    Ich bin auch echt auf 2018 gespannt. Interessant wird es außerdem auch, wenn Samsung wieder die neue VR-Brille präsentieren wird.

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