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5 Min Lesezeit 5 Kommentare

Drei Tipps für tolle Portraits mit dem Bokeh-Modus Deines Smartphones

Scharfes Motiv und weicher Hintergrund: Auch wenn man über die Qualität der Umsetzung sicherlich noch streiten kann, ahmen Smartphones die Bildwirkung von digitalen Spiegelreflexkameras durch technische Tricks immer besser nach. Wir geben Euch drei Tipps mit, wie Ihr die Bokeh- beziehungsweise Portrait-Modi Eurer Smartphones voll ausnutzt.

Im Übrigen haben wir uns bereits an anderer Stelle ganz ausführlich damit beschäftigt, was Bokeh eigentlich ist – und wie Bokeh-Effekte bei Smartphones funktionieren. An dieser Stelle nur kurz zur Wiederholung: Alle digitalen Bokeh-Effekte basieren immer darauf, dass Euer Smartphone Vorder- und Hintergrund voneinander unterscheiden kann. So lässt sich dann eben gezielt der Hintergrund weichzeichnen, während das Motiv im Vordergrund gestochen scharf bleibt. Ét voilà, sieht das Foto aus wie aus einer Spiegelreflexkamera. Vielleicht.

Tipp 1: Der richtige Abstand zu Motiv und Hintergrund

Als allererstes müsst Ihr natürlich den Hintergrundunschärfe- beziehungsweise Bokeh-Modus aktivieren. Dieser findet sich entweder direkt auf dem Sucherbildschirm Eurer Kamera-App oder im Menü mit den diversen Aufnahmeprogrammen. Findet Ihr keine Bokeh-Funktion, versteckt sich diese womöglich im Portrait-Modus.

Damit nun die Unterscheidung zwischen Hintergrund und Motiv klappt, könnt Ihr Eurem Smartphone auf ganz einfache Art und Weise unter die Arme greifen. Macht ihm die Arbeit leichter, indem Ihr den Abstand zwischen Motiv und Hintergrund vergrößert. Ideal ist alles oberhalb von zwei Metern. 

Für Portraits ist außerdem ein Abstand zwischen Fotograf und Motiv zwischen etwa 50 Zentimetern und zwei Metern ideal. Bei Smartphones wie dem Galaxy Note 8 oder iPhone 8 Plus mit zusätzlicher Telekamera für den Portrait-Modus darfs ruhig etwas mehr sein.

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CAPTION – REPLACE ME! / © AndroidPIT

2. Stolperfallen: Brillengläser, Fensterscheiben & Co.

Auch wenn die digitalen Bokeh-Effekte ihrem optischen Vorbild immer näher kommen, gibt es dennoch typische Stolperfallen. Die größte davon sind transparente Objekte. Egal ob es sich um Brillen- oder Cocktail-Gläser handelt, Smartphones zählen diese in der Regel zum Vordergrund dazu. Leider wird der Weichzeichner damit auch nicht auf jene Inhalte im Hintergrund angewandt, auf die wir durch das Glas blicken – und die eigentlich unscharf sein müssten.

Am besten vermeidet Ihr es daher, transparente Objekte neben Eurem Subjekt im Vordergrund zu positionieren. Achtet beispielsweise darauf, dass sich die Brille Eures Fotomodels vollständig vor dessen Gesicht befindet und nicht in den Hintergrund hineinragt – so wie im nachfolgenden Beispiel beim Kollegen Eric.

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Mit Brillengläsern sind die meisten Bokeh-Modi überfordert. Das gleiche gilt für feine Details wie hier am Barte des Kollegen Eric. / © AndroidPIT

Eine weitere große Herausforderung für den selektiven Weichzeichner vieler Smartphones sind Linien, die vom Vordergrund in den Hintergrund führen. Bei einer „echten“, optischen Unschärfe würden diese ja einfach mit zunehmender Entfernung immer unschärfer erscheinen. Die meisten Kamera-Apps unterscheiden jedoch nur sehr wenige Tiefenebenen im Bild. Das führt gerne einmal dazu, dass solche Linien dann abrupt ab einem bestimmten Punkt unscharf gezeichnet sind. Auch wenn Linien, die vom Vorder- in den Hintergrund führen eine interessante gestalterische Möglichkeit sind, rate ich zumindest zu etwas Vorsicht. 

Zu guter Letzt rate ich Euch, einfach mal selbst die Leistung Eures Bokeh-Modus auszuprobieren und hier die Grenzen auszuloten. Manche Smartphones haben etwa Probleme mit feinen Details vor bunten Hintergründen, beispielsweise mit Haaren, die vom Kopf abstehen. Wenn Ihr Euch dessen bewusst seid, könnt Ihr beim Fotografieren darauf achten und die Bildqualität verbessern.

3. Der richtige Hintergrund

Nachdem die Stolpersteine hoffentlich aus dem Weg geräumt sind und Euer Smartphone ein technisch sauberes Bokeh-Foto liefern sollte, möchten wir uns an dieser Stelle der Kür widmen: dem richtigen Hintergrund. Der Bokeh-Modus lohnt sich nämlich nicht unbedingt, wenn hinter dem Motiv nur eine graue Wand platziert ist – die sieht unscharf wie scharf genauso trist aus.

Pixabay Bokeh
Für's Bokeh gemacht: Lichtpunkte werden durch optische Unschärfe beziehungsweise digitale Effekte zu wunderschönen Lichtpunkten. / © Pixabay

Stattdessen sind Hintergründe mit Lichtpunkten besonders geeignet. Eine Lichterkette beispielsweise oder die beleuchteten Fenster entfernter Gebäude werden durch die Unschärfe in schöne, weiche Lichtpunkte verwandelt. Ein weiteres Beispiel ist die Sonne, die durch einen Baum scheint und für viele kleine Highlights sorgt. Wenn Ihr Euch bewusst auf die Suche macht, werdet Ihr viele Gelegenheiten für ein tolles Bokeh finden.

Bonus-Tipp 1: Licht und Schatten 

Zum Abschluss möchte ich noch zwei kleine Tipps für gelungene Portraits oben drauf legen. Achtet bei Portraits auf das Licht, das Euer Model erhellt, und macht Euch auf der Suche nach Quellen für weiches Licht. Weiches Licht sorgt für sanfte Schatten und rückt die portraitierte Person in ein – wortwörtlich – vorteilhafteres Licht. 

In Frage kommen hier großflächige Lichtquellen, beispielsweise ein Fenster mit indirektem Licht oder eine weiße Wand, die das Sonnenlicht reflektiert. Fotografen nutzen Softboxen und dergleichen, um aus dem punktförmigen Blitz eine großflächige Lichtquelle zu machen.

Positioniert Euer Motiv nun so, dass das Licht etwa von 45 Grad von der Seite kommt. Durch die so entstehenden (weichen!) Schatten wirkt Euer Model auf dem Foto plastischer, als wenn das Licht direkt von vorne kommt. Für einen dramatischeren Look könnt Ihr das Licht auch weiter von der Seite kommen lassen. Experimentiert hier ein wenig und vergleicht die Bilder miteinander.

Bonus-Tipp 2: Framing

Wenn Ihr ein Portrait schießt, dann positioniert die Person bitte nicht direkt in der Mitte vom Bild, sondern einen Tick auf der Seite. Soll das Bild etwas dramatischer wirken, dann empfiehlt sich eine Ausrichtung nach der Drittel-Regel. Hierbei wird das Foto durch zwei vertikale und zwei horizontale Linien in neun gleich große Rechtecke unterteilt. Die wichtigsten Motivteile werden dann an diesen Linien ausgerichtet.

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In den meisten Kamera-Apps findet sich die Möglichkeit, Hilfslinien einzublenden. / © AndroidPIT

Einen etwas harmonischeren Bildeindruck liefert eine Ausrichtung anhand des goldenen Schnitts. Hierbei sind die Linien ein Stück weiter in Richtung Bildmitte verschoben.

Und Ihr?

Natürlich bietet eine ausgewachsene Kamera günstigere Voraussetzungen – aber leider hat man diese nicht immer dabei. Ich denke aber, dass Smartphones immer bessere Werkzeuge für schöne Bilder mitbringen. Daher würde mich an dieser Stelle interessieren: Was sind Eure Tricks, um mit der Handy-Kamera tolle Portraits zu schießen? Ich freue mich auf Eure Kommentare!

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5 Kommentare

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  • Diese abstruse Hintergrund-Vergewaltigung ist sicher die Idee irgend eines Instagram Narzissten gewesen. Um sich noch mehr ins Rampenlicht zu rücken. Ich mag je nach Photo etwas Unschärfe im Hintergrund. Aber wie gesagt Foto und kein handyschnappschuss


  • Ich bin überhaupt kein Freund von Bokeh, bzw. unscharfen Hintergrund. Deswegen achte ich bei einem Foto auch speziell auf den Hintergrund das dieser auch vom Motiv her passt. Farblich, vom Licht her und von der Stimmung. Portraits selbst einfach mit einfärbigen Hintergrund wie eine Wand.


  • Kann C. F nur zustimmen nervt langsam.


  • C. F.
    • Blogger
    vor 1 Woche Link zum Kommentar

    Mit dem Bokeh habt ihr's jetzt aber...


  • Tim vor 1 Woche Link zum Kommentar

    Tipp 4:
    Nutzt nicht solche billigen Modi, sondern das "echte" Bokeh. Ist zwar weit weniger ausgeprägt (bei Smartphones), sieht trotzdem besser aus...

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