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5 Min Lesezeit 167 Kommentare

Android: Sollte ich mein Smartphone rooten?

Mit Root-Rechten bekommt Ihr in Android neue Möglichkeiten, Euer Smartphone den eigenen Wünschen anzupassen und die Leistung zu optimieren. Doch braucht Ihr den Vollzugriff wirklich, oder geht der Schritt vielleicht zu weit? Wir wägen für Euch ab.

Vor- und Nachteile von Root auf einen Blick

Vorteile Nachteile
Vollzugriff auf Speicher und System-Partition Herstellergarantie geht meistens verloren
Vollständige Backups möglich System-Updates sind teils komplizierter
Modifikationen sorgen für den persönlichen Touch Malware kann mit Root mehr Schaden anrichten
Mehr Privatsphäre wird möglich Manche Apps funktionieren nur noch mit Tricks
System-Apps lassen sich leichter deinstallieren  
Fazit

#Root-Vorteile

#1: Volle Kontrolle übers Dateisystem

Root ist der Super-User in Linux, dem Kernel von Android. Als Super-User bekommt Ihr Vollzugriff aufs Dateisystem und damit Kontrolle über sämtliche Vorgänge im Smartphone. Diese große Macht geht mit ebenso großer Verantwortung einher. Doch auf die Risiken gehen wir weiter unten ein.

Durch diese Kontrolle könnt Ihr auf für normale User verborgene Bereiche des Dateisystems zugreifen. Auf Root-Zugriff optimierte Apps werden so überhaupt erst handlungsfähig. Wofür sie die Super-User-Privilegien in Android nutzen, zeigen folgende Beispiele.

#2: Backups werden einfacher

Androids integrierte Auto-Backup-Funktion wurde seit 2015 und Android 6.0 Marshmallow stetig besser, ist aber noch lange nicht gut genug. Wer ein wirklich vollständiges Android-Backup inklusive App-Daten und Einstellungen machen will, kommt um Root kaum herum.

Apps wie Titanium Backup erstellen vollständige Backups samt aller App-Informationen. Außerdem bietet die App viele weitere Möglichkeiten, wie das installieren und deinstallieren von System-Apps.

#3: Anpassungen werden umfangreicher

Euch gefallen bestimmte Aspekte Eures Smartphones nicht, zum Beispiel die Benachrichtigungsleiste oder die Privatsphäre-Einstellungen? Installiert einfach das Xposed Framework oder Magisk. Dank dieser Tools und der Erweiterung durch Module könnt Ihr Euch so richtig austoben und habt dank des modularen Aufbaus die Möglichkeit, Änderungen wieder zurückzunehmen.

magisk module installation
Magisk bietet viele Module, genau wie Xposed. / © AndroidPIT

#4: Schutz der Privatsphäre ist einfacher

Ob in Form der Xposed-Module XPrivacy, XPrivayLua oder als Privacy Guard im Custom-ROM Lineage OS: Der Schutz der Privatsphäre ist mit bestimmten Root-Lösungen hervorragend.

xprivacy tutorial main screen
XPrivacy lässt paranoide Herzen höher schlagen. / © ANDROIDPIT

Mit der Berechtigungsverwaltung hat Android 6.0 Marshmallow vielen Leuten den Grund zum Rooten genommen. Endlich kann man Apps den Zugriff auf bestimmte Daten entweder generell verwehren oder nachträglich entziehen. Allerdings ist es mit den Root-Apps auch möglich, sich anzeigen zu lassen, wann welche App eine bestimmte Berechtigung nutzt. Erst dann fällt einem auf, wie oft beispielsweise Facebook scheinbar grundlos den Standort abruft.

#5: System-Apps werden entfernbar

Mit Super-User-Rechten werdet Ihr unliebsame, vorinstallierte Hersteller- oder Provider-Apps los und gebt Speicherplatz frei. Mit einem Tool wie dem System-App-Entferner könnt Ihr die System-Apps löschen und im Falle von Problemen auch wiederherstellen.

Doch es geht auch umgekehrt. Anwendungen wie Titanium-Backup geben Euch die Möglichkeit, bestimmte Programme als System-App tiefer ins System zu integrieren. Das ist unter anderem bei bestimmten Portierungen notwendig.

$Nachteile von Root

$1: Oft verliert Ihr die Garantie

Wie oben schon erwähnt, sorgen Root-Privilegien für erhöhtes Risiko, etwas in der Software kaputt zu machen. Fehlerhafte Eingaben im Android-System können Euer Smartphone dann auf eine Art unbrauchbar machen, mit der selbst der Smartphone-Hersteller nicht mehr fertig wird.

Ob dies dann an einem von Euch gewollten Root-Vorgang oder bereits vorhanden gewesenen Fehlern liegt, ist schwierig zu beweisen. Etliche Smartphone-Hersteller dulden keinen Eingriff in die Standard-Software und verweigern Euch nach dem Rooten die Garantie. Die Hersteller können durch softwareseitige Sicherungen (Temper Flag, QFuse, Knox, etc.) einen Root feststellen, selbst wenn Ihr ihn nachträglich per un-root zurückgenommen habt.

$2: System-Updates werden komplizierter

Einer der entscheidenden Nachteile von Root bei Android ist, dass in den meisten Fällen die automatischen Software-Updates Over-the-Air Eures Smartphones nicht mehr funktionieren. System-Updates werden zwar noch angekündigt, doch die Installation wird meistens mit einer Fehlermeldung unterbunden. Im Zeitalter monatlicher Sicherheitsupdates in Android ist dies kontraproduktiv.

Im schlimmsten Fall startet die Installation, verläuft aber fehlerhaft. Dann verfängt sich Euer Smartphone beim Neustart in einer Endlosschleife (Boot Loop) und ist vorerst nicht mehr bedienbar. Dann müsst Ihr zwischen den Versionen immer ein Backup (immerhin dank Root sehr einfach möglich) machen und nach dem Update Eure Daten wiederherstellen. Da lohnt der Griff zu einer Custom-ROM wie Lineage OS, wo Updates teils sogar schneller als bei Google ausgeliefert werden.

$3: Malware kann mit Root mehr Schaden anrichten

Nicht nur Ihr bekommt mit Root mehr Möglichkeiten, sondern auch Malware. Die kann sich auf Smartphones mit System-Zugriff entsprechend tiefer einnisten. Da man mit Root zudem eher geneigt ist, Apps und Plugins per Sideload auf dem Gerät zu installieren, da es viele nicht im Play Store gibt, steigt die Gefahr noch weiter. Hier ist mehr Vorsicht geboten, was man sich aufs Gerät holt und welche (Root-)Rechte erteilt werden.

$4: Manche Apps gehen nicht mehr

Super Mario Run, Snapchat oder Pokémon GO lassen sich nicht auf gerooteten Smartphones nutzen, Netflix wird bei geöffnetem Bootloader nicht einmal im Play Store angezeigt. Die Apps greifen auf das so genannte SafetyNet von Google zurück, das Root oder den Bootloader-Zustand erkennt und unter Umständen davon ausgeht, dass Ihr die App-Betreiber betrügen wollt.

AndroidPIT magisk
Magisk ist zurzeit die beste Root-App. / © AndroidPIT

Die oben bereits genannte Software Magisk kümmert sich nicht nur um den Root-Zugriff, sondern auch darum, dass derselbe vor SafetyNet-geschützten Apps verborgen bleibt. Obendrein liefert die App interessante Mods. Denn auch Banking-Apps stellen sich auf gerooteten Geräten quer.

# oder $? Ist Android-Root noch sinnvoll? Ein Fazit

Bei aktuellen Smartphones ist es eigentlich kaum noch sinnvoll, die Software zu rooten. Der Umstand, den es für die wichtigen Software-Updates bedeutet, ist es zumeist nicht mehr wert. Custom-ROMs in Verbindung mit Magisk sind der einzig erträgliche Weg zum gerooteten Smartphone. So sind zumindest automatische Updates in Griffweite und verbinden Komfort mit Kontrolle. Daher lohnt sich der Root-Zugriff auch eher für ältere Geräte, denen man wieder neues Leben einhauchen will. 

Rootet Ihr noch Eurer Smartphone oder seid Ihr mit den Anpassungen und Optionen zufrieden, die Euch der Hersteller Eures Geräts bereitstellt? Schreibt es uns in die Kommentare.

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167 Kommentare

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  • Hallo hier
    Ich habe ein Samsung J3 mit 8GB Speicher das ist zu wenig immer mal steht da kein update möglich. Wie kann ich den int. Speicher erweitern? Mit rooten ginge es da kann man ja Apps löschen oder auf die Speicherkarte verschieben. Fazit rooten, oder?


  • Schon witzig, was unter Windows der Admin ist und unter Linux-Distros der Superuser, ist unter Android irgendwie verpönt. Niemand würde auf die Idee kommen, dass die Garantie erlischt, wenn ich unter Windows mit Admin- rechten unterwegs bin noch würden bestimme Programme ihren start bzw ihre Installation verweigern. Man stelle sich vor, jemand kauft einen aldi-pc und hätte nicht die Möglichkeit,den ganzen vorinstallierten Kram zu löschen. Nur dem dummen entmündigten Android-Nutzer scheint es mit Masse egal zu sein, dass er in seinen Rechten beschnitten wird und nicht Herr des Gerätes ist, welches er erworben hat. Ihm kann man weiß machen, dass Facebook, google chrome, Spieleexplorer usw. "Systemapps" sind, die er nicht löschen darf.
    Zu den bereits erwähnten Vorteilen von root zählen für mich insbesondere:
    - Mehr Speicher durch Löschen von vorinstallierter Bloatware
    - Mehr Akkulaufzeit durch entfernen von wakelocks und unnötigen Hintergrunddiensten
    - Mehr Zugriffskontrolle und Einschränkung mitteilungsbedürftiger Apps
    - Mehr Bildschirmfläche durch Entfernen von Werbeeinblendungen durch AdAway
    - Speicher beschleunigen durch regelmäßige Trim-Befehle
    - Vollständige Systembackups


  • Nachdem es Google ja fertiggebracht hat, die wirklich wichtigen und interessanten Funktionen still und heimlich aus dem AOSP zu entfernen und in den proprietären, nicht als Open Source zugänglichen Play Services zur Verfügung zu stellen, ergibt isch für mich bei einem aktuellem Gerät der Sinn zum Rooten nicht mehr. Früher habe ich alle Geräte, die ich hatte sofort gerooted, wenn es möglich war. Aber ich brauche keine so großen Personalisierungsmöglichkeiten, und Xprivacy über XPosed ist mir einfach zu viel Arbeit für den gefühlten Nutzen. Andererseits möchte ich Google Pay nicht mehr missen. Da braucht's schon das intakte SafetyNet, und ob Magisk das auf ewig leisten kann, möchte ich bezweifeln. Un mit der schrittweisen (oder sollte man lieber schleichenden sagen?) Einführung von Fuchsia Code in AOSP wird sich das Thema rooten sowieso von selbst erledigen.


  • Rooten ist gesamt gesehen nur für eine sehr kleine Anzahl User wirklich beherrschbar, aber dann sicher auch eine spannende und tolle Sache.

    Diese Freaks wissen ganz genau, was sie tun und welcher Eingriff wie wirkt. Denke, diese Leute haben auch mehr als ein Smartphone und verwenden gerootete Teile teils auch als "Testgeräte".

    Viele Besitzer ( zähle mich auch dazu ) sind stolz auf ihr einziges Top-Gerät in der Originalversion. Sie verändern es nur leicht in der gefahrlosen Zone und sind auch vorsichtig/zurückhaltend bei Installationen und Downloads.

    Für solche Anwender sind m. M. nach nicht gerootete Smartphones die bestmöglichen und maximal sicheren Teile. Auch für mich als normal informierten und interessierten Android-Freund ist dann z.B. ein Note 8 ohne Root sehr umfangreich, komfortabel und anwenderfreundlich zu benutzen.

    Als Nicht-Nerd sehe ich bei den heutigen Top-Phones mit "normalen Ansprüchen" keine Notwendigkeit, die immer bestehenden Risiken eines Roots einzugehen.

    Gruß vom Rudolf


  • Gehen euch die Ideen aus oder seid ihr zu faul neue Artikel zu schreiben?...peinlich langsam.Wieder ein Artikel der schon mal vor ein paar Jahren hier veröffentlicht war. Frag mich nur was das soll das tritt in letzter Zeit öfters auf. Ein Wort verändert und schon haben wir wieder einen neuen Artikel. Sowas finde ich höchstens in Klatschzeitungen wenn man ein Bericht endeckt über Michael Schumacher. Weil es nichts Neues zu berichten gibt nehmen die irgendeinen alten Artikel, bauen etwas um und schon haben wir wieder etwas Neues. Die glauben wohl auch die Leser merken das nicht… 🙄👎


    • Christopher Gabbert
      • Admin
      • Staff
      vor 1 Monat Link zum Kommentar

      Es steht dir natürlich frei, unter jedem weiteren dieser Artikel das gleiche zu kommentieren. Aber ich wiederhole dann auch jedes mal gerne wieder für dich: Wir aktualisieren regelmäßig wichtige Artikel, zu interessanten Themen, um sie auf dem aktuellen Stand zu halten. Das bekommst du im übrigen nur mit, wenn wir mehr als "ein Wort" geändert haben. Ansonsten werden diese Artikel im Hintergrund aufgefrischt. So finden unsere Leser nach Möglichkeit immer aktuelle Infos, egal ob Sie neu in der Community oder alte Hasen sind. Man sieht sich bei deinem nächsten Kommentar. ✌️


      • Sollte kein Kritik sein sondern nur ein Hinweis.Wie mitzubekommen ist bin ich nicht der einzige der darauf eingeht.Einen Artikel zu aktualisieren ist immer gut aber doch keinen der mehr als 3 Jahre in der Versenkung war.


      • Christopher Gabbert
        • Admin
        • Staff
        vor 1 Monat Link zum Kommentar

        Der Artikel wurde zwar vor drei Jahren erstellt, aber zuletzt vor 6 Monaten aktualisiert. Leider rutschen dabei aber manchmal ein paar der alten TOP-Kommentare nach oben, die auch älter sein können und so vielleicht den Eindruck erwecken.


      • Kri·tik
        Substantiv, feminin [die]
        1a.
        [Plural selten] [fachmännisch] prüfende Beurteilung und deren Äußerung in entsprechenden Worten


        Natürlich war es Kritik!!!


  • Für mich eröffneten Rootrechte eine wunderschöne experimentelle Spielerei, hatte ich doch auch selber etliche flashbare zips erstellt und mir alles Mögliche nachgerüstet. Nicht immer lief alles glatt und oftmals fuhr man in den softbrick, was aber zB bei Samsung mittels Titanium-Backup überhaupt kein Problem darstellte.
    Warum ich das alles in der Mitvergangenheit schreibe ist leicht erklärt: Rooten zahlt sich beinahe nicht mehr aus. Einzig "ad-away" fehlt mir doch sehr, ansonsten hat Rooten kaum mehr Sinn, da sich auch die Developers gegenseitig in den unendlichen Geräteweiten verloren haben. Gerademal an der Galaxy S-Reihe, den Pixeln und dem einen oder anderen sonstigen Gerät wird noch herumgeflasht und gekocht.
    Auch sind die Geräte mittlerweile so dermaßen teuer, dass man sich schon 3mal überlegen sollte, ob man so einfach auf die Softwaregarantie verzichten will und kann.

    Es war mal wirklich toll - die Betonung liegt auf "war".


  • Definitiv unbedingt!!!


  • Rooten ist erste Smartphonebesitzerpflicht, damit ich das Gerät wirklich komplet nutzen kann. Ich kauf mir ja auch kein Auto und lass mir dann vom Hersteller vorschreiben, dass ich nur den 2. und 4. Gang benutzen darf...


    • Dann kommen aber viele Leute ihrer "Pflicht" nicht nach.
      Wenn man Root braucht, ok.
      Aber Pflicht: Nö, warum?

      Tim


    • Wenn man nur in der Stadt unterwegs sein will, reichen ja auch vier Gänge.


    • Borisku, das ist ungefähr so wie wenn der Hersteller dir vorschreibt/vorgibt wieviel Leistung dein Auto hat. Wenn du es nachträglich durch Tuningmaßnahmen modifizierst erlischt auch die Garantie.


      • Tun die doch? Mein BMW ist bei 250 abgeriegelt, obwohl er locker 270 fahren könnte. Aber Hauptsache Geld nehmen fürs entsperren.


      • Das sind ohnehin Geschwindigkeiten mit denen man auch auf der Autobahn nicht unterwegs sein sollte. Und die 20kmh machen da auch nix mehr aus.


  • Und wieder hat ein Redakteur einen Artikel nicht mit "Update" gekennzeichnet.


  • Vielleicht sollte man im Artikel noch erwähnen, dass das bei Huawei bzw. Honorgeräten nicht geht, da man den Bootloader nicht mehr entsperren kann


  • Wie armselig ist das bitte, einen fast 3 Jahren alten Thread wieder aufzukauen? Die Umstände bei Android haben sich in den letzten Jahren MASSIV geändert.

    "#5: System-Apps werden entfernbar" - Das geht auch ohne, aber ist okay.

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