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Schüler und der Datenschutz: Das muss man lehren!

Schüler und der Datenschutz: Das muss man lehren!

Schulen in Hessen dürfen Microsoft Office 365 nicht mehr einsetzen, wenn sie die Cloud-Funktion von Microsoft nutzen. Das hat der hessische Datenschutzbeauftragte Michael Ronellenfitsch entschieden. Dabei geht es um personenbezogene Daten und Schutzrechte von Kindern. Die sollten in der Schule aber ohnehin mehr über Datenschutz erfahren.

Die Geschichte beginnt eigentlich schon im August 2017. Da hat der hessische Datenschutzbeauftragte die Deutschland-Cloud von Microsoft geprüft und entschieden, dass Schulen Office 365 datenschutzkonform einsetzen können. Die so genannte Deutschland-Cloud hatte Microsoft zusammen mit der Telekom betrieben - und im August 2018 keine weiteren Verträge dafür angeboten.

Genutzt wird nun die europäische Cloud von Microsoft und das ist laut Ronellenfitsch ein Problem. Grundsätzlich nämlich könnten Schulen durchaus Cloud-Anwendungen einsetzen, heißt es in seiner Stellungnahme. Die müssten aber konform sein mit geltenden Datenschutzbestimmungen und die personenbezogenen Daten der Schüler und Schülerinnen schützen.

AndroidPIT baby facebook
Kinder müssen erklärt bekommen, was mit ihren Daten passiert. / © AndroidPIT

Das sieht er so bei Microsoft nicht gewährleistet. Denn hier speichern die Schulen personenbezogene Daten von Kindern in einer europäischen Cloud. Die sieht Ronellenfitsch einem möglichen Zugriff von US-Behörden ausgesetzt. "Öffentliche Einrichtungen in Deutschland haben eine besondere Verantwortung hinsichtlich der Zulässigkeit und Nachvollziehbarkeit der Verarbeitung personenbezogener Daten", heißt es weiter. Im Übrigen sieht er das Problem auch bei Windows 10, das "eine Fülle von Telemetrie-Daten an Microsoft übermittelt". Man diskutiere schon lange mit dem Anbieter, könne aber nicht genau klären, um welche Daten es sich hier handle. Die Cloud-Angebote von Google und Apple seien keine Alternative, da diese ebenfalls nicht transparent seien.

Doch wirklich interessant wird es im dritten Punkt der Stellungnahme: der Frage, ob eine elterliche Einwilligung das Problem für die Schule löst. Nein, lautet die Antwort. Denn die Einverständniserklärung der Eltern würde "die besonderen Schutzrechte von Kindern z.B. nach Art. 8 Datenschutz-Grundverordnung (DS-GVO) nicht hinreichend berücksichtigen".

Doch man sollte die Kinder an Schulen nicht nur schützen, indem man bestimmte Angebote im schulischen Rahmen nicht mehr nutzt. Vielmehr sollte man Schülern auch erklären, wieso dies so ist und wie sie verantwortungsvoll mit anderen Angeboten umgehen.

Schließlich heißt es immer, man lerne fürs Leben, nicht für die Schule. Es gibt Materialien für Lehrer, um Medienkompetenz zu lehren. Warum also nicht auch über Datenschutz in Zeiten von sozialen Netzwerken und Ähnlichem in der Schule aufklären? Natürlich ist der Ausgangspunkt hier, dass staatliche Einrichtungen - wie Schulen - das Schutzrecht der Kinder wahren müssen. Doch wenn eben jene in der Pause auf ihrem Smartphone Dienste von Anbietern wie Facebook, Google oder eben Microsoft nutzen, dann gelangen ihre personenbezogenen Daten auch weiter in die Hände dieser Unternehmen.

Was genau mit diesen Daten passiert, ist vielfach unklar. Das soll Eltern auch gar nicht davon entbinden, ein Auge darauf zu haben, was ihr Nachwuchs in sozialen Medien oder generell am Computer und Smartphone treibt. Doch wenn hier auf Seiten der Datenschutzbeauftragten eine Sorge um die Daten speziell von Kindern besteht, dann sollte dies Anlass genug sein, um Medienkompetenz auch in Hinblick auf Datensammelangebote zu lehren. Eben um Kinder und Jugendliche dafür zu sensibilisieren, wie sie für die vermeintlich kostenlosen Dienste bezahlen. In der Hoffnung, dass sie dabei etwas fürs Leben lernen.

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Top-Kommentare der Community

  • Aries vor 1 Monat

    Ich bin der Meinung, an Schulen sollte vorrangig mit FLOSS-Systemen gearbeitet werden. Nicht-freie Produkte sollten die Ausnahme bleiben und nur dann eingesetzt werden, wenn es nichts anderes gibt oder um den Unterschied zu lehren.

    > Eben um Kinder und Jugendliche dafür zu sensibilisieren, wie sie für die vermeintlich kostenlosen Dienste bezahlen.

    Das reicht nicht aus, denn das würde dieses "Bezahlsystem" eher fördern. Bei den Kindern könnte ankommen, "Dann zahle ich eben mit meinen Daten, das Taschengeld reicht ohnehin nicht."

    Es müssen auch die Risiken erklärt werden, die ein Datenpool über das gesamte Leben darstellen kann. Verlust der Privatsphäre, Verlust der Hoheit über die informationelle Selbstbestimmung. Und auch die informationelle Selbstbestimmung muss erklärt werden.

41 Kommentare

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  • Datenschutz wird doch eh nicht konsequent eingehalten . Beispiel :
    Meine Frau wollte was von ihrer Versicherung also habe ich angerufen
    keine Auskunft bekommen obwohl ich alle Daten hatte . Die freundliche Dame sagte mir das meine Frau eben ihre Daten bestätigen soll . Habe ihr dann gesagt wie Sie denn wissen können das ich Sie jetzt mit meiner Frau sprechen lasse und nicht z.b. mit einer Bekannten oder meiner Mutter . Ihre Antwort war nur so bräuchte ich ihr nicht kommen.
    Also hat eben meine Schwiegermutter sich als meine Frau ausgegeben und siehe da alle Infos die meine Frau brauchte habe ich dann bekommen toller Datenschutz . So wird das auch anderswo gehandhabt.


    • Das ist halt wie überall. An die erlaubte Höchstgeschwindigkeit wird sich auch oft nicht gehalten und wenn man erwischt wird, werden Ausreden gesucht. Das stellt aber die Existenz der Regeln nicht in Frage.

      UbIx


    • Wie willst Du das denn sonst lösen, Jörg?! Ich arbeite bei einer Versicherung und wir sind gehalten, den Datenschutz so gut wie irgend möglich einzuhalten.


  • C. F.
    • Blogger
    vor 1 Monat Link zum Kommentar

    Datenschutz sollte in der Schule Pflichtfach sein. An den Noten sieht man dann, wer's verstanden hat und wer nicht. Wer das vermittelte Wissen dann im alltäglichen Leben und in der Praxis anwendet, ist dann jedem selbst überlassen. Aber wenn es dann mal zum Eklat kommt, kann keiner sagen "Ich habe aber von nichts gewußt".


    • Ob man an den Noten sieht ob die Kinder es verstanden haben?
      Vielleicht auch nur gut auswendig gelernt und den Selbstbezug dabei völlig aus den Augen verloren.
      Ich weiß es nicht .
      Aber wenn ich mir FB und andere Plattformen so anschaue, oh man.
      Stellt sich manchmal wirklich die Frage ob sie alle doof sind.
      Hab das Spiel mal mit einer Kollegin gemacht. Ihr Profil und den andeten Kram analysiert und ihr danach erzählt, was ich so über sie rausgefunden habe. Da dann wohl jemand leicht erschrocken.
      Aber genutzt hat es nichts.


  • Liebes AndroidPit Team,

    ich arbeite in diesem Bereich seit drei Jahren in hessischen Grundschulen, als auch Sekundarschulen!!

    Wusstet ihr, dass fast alle Schulen bei uns Word 2002 oder schlechter benutzen? Wusste jemand hier, dass wir ohne Erlaubnis des Mauszentrums keine AdBlocker installieren dürfen (der Antrag im hessischen Kultusministerium liegt seit zwei Jahren vor!? Wusstet ihr, dass es an fast kaum einer Schule es etwas besseres als Paint gibt?.... Wusstet ihr, dass es kaum Datenschutz und Virenprogramme bei uns gibt?... Cool oder?^^

    WIR in Hessen haben von nichts Ahnung und versuchen es den Schüler/innen so schwer wie möglich zu machen! UND die Eltern schauen nur zu; wenn die wüssten, was die für eine Macht haben!!!


    • Wusstet ihr, wusstet ihr, wusstet ihr... 🙄... Was soll denn das darstellen?...
      Nur Word 2002 und älter?... Vielleicht noch unter Windows 98?...wusstet Ihr das viele anderen Schulen schon Windows 10 benutzen und den Umgang mit Datenschutz und Virenprogramme, was bei euch erschreckend nicht vorhanden ist, laut Aussage?


  • Ich hoffe mal, dass dieses Internet sich nicht durchsetzt.


  • Ein Hinweis an Schüler und Eltern, die die Schule zu FLOSS bewegen möchten:

    Ein Raspberry Pi 3b+ mit Alugehäuse, Netzteil und SD-Karte ist für 60 bis 70 Euro das Stück zu haben. GNU/Linux-Images dafür gibt es von jeder namhaften Distribution. HDMI-Kabel zum Anschluß an einen Monitor, sowie Netzwerk-Kabel (wenn die Einbindung nicht per WLAN erfolgt), Tastatur und Gehäuse ist immer nötig, sofern keine Notebooks verwendet werden.

    Damit kann man lehren! Windows auf dem Rechner in der Größe einer Streichholzschachtel, ist jedoch nicht sinnvoll möglich (bei heise.de nachzulesen)

    Mit dem neuen Raspberry Pi 4, den es auch mit 2 GB und 4 GB RAM gibt und der weitere performancerelevante Änderungen mitbringt, ist GNU/Linux mit grafischer Oberfläche gar kein Problem mehr.

    Zusammengebaut sind die Geräte in 10 Minuten für jeden, der weiß, an welchem Ende ein Schraubenzieher angefasst werden muss. Das Image ist in einer halben Stunde aufgespielt, wenn es lange dauert. Keine Installationsorgien, wie von Windows bekannt nötig!

    Damit könnten Schulen sehr kostengünstig Geräte zur Verfügung stellen und es sollte auch für die allermeisten Eltern kein Problem darstellen, ein solches Gerät zu kaufen.

    Schulen können auch aufbearbeitete Notebooks zu Schulungszwecken kaufen. Für 300 Euro bekommt man Notebooks, die drei Jahre alt sind und einst 1000 Euro und mehr gekostet haben. Wenn man dann die Lehrer noch auf notwendige Schulungen schickt, kann man mit wenig Aufwand die Anforderungen des Datenschutzbeauftragten erfüllen und macht sich nicht von kommerziellen Anbietern abhängig.


    • In meinem Bekanntenkreis werden kleine Projekte mit Raspberry Pi Rechnern in Schulen durchgeführt und nebenbei (trotzdem) am Ende Windows mit dem bekannten Office-Paket genutzt.
      Beides parallel geht also auch. Klar gibt ein Pi einen vollwertigen Rechner her, aber das wäre vergleichbar, den Kindern das Rechnen nur mit einem Abakus beizubringen, wo später (beruflich wie privat) ein Taschenrechner eingesetzt wird.
      Auch fand ich einen Exkurs in der Oberstufe in die umgekehrte polnische Notation didaktisch sinnvoll, gebraucht habe ich dieses Wissen bisher aber nicht. Außer meinem HP 50g Rechner beherrscht nämlich kaum ein Taschenrechner dieses System.


      • > und nebenbei (trotzdem) am Ende Windows mit dem bekannten Office-Paket genutzt.

        Können sie doch doch auch. Der Raspberry ist eine Möglichkeit für Schulen, kostengünstig die Hardware bereitzustellen.

        > Beides parallel geht also auch. Klar gibt ein Pi einen vollwertigen Rechner her, aber das wäre vergleichbar, den Kindern das Rechnen nur mit einem Abakus beizubringen, wo später (beruflich wie privat) ein Taschenrechner eingesetzt wird.

        So ein Quatsch! Es geht ums lehren vom Methoden und nicht ums hosten von millionen Datensätzen. Dafür reicht ein Raspberry Pi 3b+ schon oft aus. Der neue 4er mit mehr RAM und echtem GBit-LAN macht ihn erst recht für Schulen interessant.

        > Auch fand ich einen Exkurs in der Oberstufe in die umgekehrte polnische Notation didaktisch sinnvoll, gebraucht habe ich dieses Wissen bisher aber nicht.

        Jede Wette, dass alleine das Wissen, dass es UPN gibt, hat Dir unbemerkt Vorteile verschafft.

        UbIx


  • Ich kann den Mist net mehr lesen. Datenschutz hier Datenschutz da...einfach nur noch zum brechen.
    Ach was für Zeiten wo ich damals einfach Computerunterricht hatte, inklusive Google & es krähte kein Hahn danach.
    Nur noch Frage der Zeit bis ich geschultes Personal nicht mehr mit Namen ansprechen kann, da Namensschilder verboten werden...


    • Namensschilder sind in meinen Augen ein Riesenproblem! Da weiß ja jeder wie ich heiße!


    • Du hörst deshalb soviel vom Datenschutz, weil er durch die zunehmende Vernetzung immer wichtiger wird und Konzerne nicht so gerne genau erzählen, welche Daten sie bekommen und wozu sie verwendet werden.

      Datenschutz betrifft nicht das Namenschild, sondern die elektronische Datenverarbeitung und dabei insbesondere die Aggregation von unterschiedlichen Datenbeständen, die mit herkömmlichen Mitteln nicht wirtschaftlich möglich war.


  • Wir Deutschen nehmen das Thema Datenschutz sehr genau....Darum wird auch beim Autofahren fast nicht mehr der Blinker benutzt. Muss ja der hinter mir nicht wissen wo ich hinfahren will.

    Jugend und Datenschutz.... Wenn ich mir im Bus und Zug Sprachnachrichten anhören muss von anderen, sagt das schon viel aus was einige übrig haben von dem Thema.


  • Die dortigen Entscheider in Sachen IT im Bildungssektor haben zwar hier eine wichtige und richtige Entscheidung getroffen, haben aber m. E. nach trotzdem ein Brett vor dem Kopf.
    Es hätte dieser fragwürdigen Lösungen überhaupt nicht bedurft, wenn die IT Referenten im Ministerium die Schulen darauf gedrängt hätten, mit ansässigen Hochschul-Rechenzentren zusammenzuarbeiten. Dort hat man Know-How und braucht landesweite Lizenzen, z. B. für Software, nicht einzeln kaufen. Hohe Rabatte wären dann auch möglich bei der Beschaffung von Rechnern, Monitoren, Peripherie usw.
    Hessen hat große Hochschulstandorte mit Frankfurt, Darmstadt, Gießen/Marburg usw., die hätte man um Unterstützung fragen können. Leider kann ich die Sache aus beruflichen Gründen nicht weiter ausführen, ohne mich angreifbar zu machen...


  • Es genügt aber nicht nur auf MS zu verzichten. Es muss auf alles verzichtet werden was irgendwo außerhalb von DE gelagert wird. Also WhatsApp, Facebook, Instagram, Adobe-Cloud-Dienste, AutoDesk-Cloud, Google-Mail, Google-Kalender, Google-Maps, Google-Office etc. pp. Alles ist irgendwie miteinander vernetzt. Dann wird es in Schulen bald keine PCs mehr geben, zumindest keine mit Internetanschluss.

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