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3 Min Lesezeit 40 Kommentare

Samsung erkennt das Upcycling-Potenzial seiner abermillionen Altgeräte

Ihr habt ein ausrangiertes Samsung-Smartphone in der Schublade, und wisst nicht so recht wohin damit? Verkaufen lohnt nicht, weil niemand genug dafür bietet. Wegwerfen wäre zu schade, weil es eigentlich noch funktioniert. Doch Verschenken ist auch keine Option, weil es nicht mehr zuverlässig ist. Samsung arbeitet jetzt an einer Antwort für das Problem und entwickelt eine Software für die Nachnutzung der Millionen von Samsung-Altgeräten.

"Beim Upcycling (englisch up „nach oben“ und recycling „Wiederverwertung“) werden Abfallprodukte oder (scheinbar) nutzlose Stoffe in neuwertige Produkte umgewandelt. Im Gegensatz zum Downcycling kommt es bei dieser Form des Recyclings zu einer stofflichen Aufwertung. Die Wiederverwertung von bereits vorhandenem Material reduziert die Verwendung von Rohstoffen." ('Wikipedia, 30.10.2017)

Spätestens nach zwei bis drei Jahren ist es so weit: Das Smartphone wird langsam, der Akku hält keinen ganzen Tag mehr durch, die Software bekommt keine Updates mehr, der Speicher ist voll, oder das Smartphone ist schlichtweg out. Und wenn der Nachfolger gekauft wurde, wird dem Altgerät keine Beachtung mehr geschenkt.

Was soll man auch mit dem Teil machen? Anders als mit alten PCs kann man nicht einfach Linux darauf installieren und es für bestimmte Aufgaben weiterverwenden; als Server missbrauchen oder ihm ähnliche Aufgaben geben, die keine große Rechenleistung benötigen. Gesperrte Bootloader oder fehlende Closed-Source-Treiber verhindern, dass wir Smartphones ungehindert mit Drittanbieter-Software weiternutzen können.

Samsung schafft mit Galaxy Upcycling zumndest eine Schnittstelle, die vorher gefehlt hat. Es ermöglicht Softwareentwicklern, den Bootloader zu entsperren, Android von alten Galaxy-Geräten zu entfernen und direkt mit der Hardware des Gerätes zu interagieren; also mit Display, WLAN, Mikrofon. Biometriesensor, Lautsprecher, Bluetooth oder Kameras.

Die Grundlagen des Konzepts werden in der folgenden Animation erläutert. Dort zeigt sich auch, wie Samsung das Projekt vermarkten will, denn die neue Software für die Smartphones soll zusammen mit eventuell nötiger Peripherie in einem Online-Shop bei Samsung verkauft werden (dessen Vorschau schon online ist):

Das Upcycling-System hatte Samsung auf der Samsung Developer Conference an der Seite vom Open-Source-Reparier-Portal iFixit demonstriert, was an sich schon überraschend war. Matthew Gault von Vice Motherboard war vor Ort und hat sich mit den Köpfen hinter dem Projekt unterhalten. Schnell wurde ihm klar, dass Samsung hier eine Win-Win-Möglichkeit wittert.

Die neuen Anwendungsmöglichkeiten machen Samsung-Geräte längerfristig attraktiv. Waren sie bisher nach drei bis vier Jahren praktisch nutzlos, aber nicht kaputt, ist das nach einem Software-Upcycling wie oben beschrieben nicht mehr der Fall. Plötzlich werden die Geräte wieder nützlich als Basis in...

  • einem Bitcoin-Mining-Cluster.
  • einer Freisprechanlage.
  • einem Sensor-Monitor.
  • einem Linux-basierten Desktop.
  • einem kleinen Arcade-Automaten.

Samsung erschafft eine neue Nachfrage für die Geräte und erhöht damit den Wert der Gebrauchtgeräte. Im Umkehrschluss werden Kunden eher bereit sein, fast 1.000 Euro für die Neugeräte auszugeben, wenn sie wissen, dass sie die Hälfte davon am Ende ihrer Nutzung wiederbekommen.

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Stellt Euch vor, Ihr könntet auf dem Note 8 in zwei Jahren einfach direkt Linux installieren? / © AndroidPIT

Es sieht bislang nicht so aus, dass Samsungs Upcycling-Programm etwas an der Geschlossenheit des Ökosystems ändern würde. Nach wie vor behält der Hersteller alleine die Kontrolle über die verfügbaren Treiber und darüber, welche Möglichkeiten die Software eröffnet. Überdies verbleiben Closed-Source-Komponenten in der Software, in die wir nicht hineinblicken dürfen. Eine echte Öffnung ist also nicht in Aussicht.

Jedoch wird hier eine große Tür für Kreativität aufgestoßen, die vorher nicht realisierbar war. Und diesen Schritt sollten viele Hersteller nachgehen, da auch sie verantwortlich sind dafür, dass ihre Geräte nach viel zu kurzer Zeit unnütz wirken, obwohl sie es eigentlich nicht sind. Und der Bedarf nach ihrer Rechenleistung ist zweifelsohne allgegenwärtig.

Top-Kommentare der Community

  • Mr. Android 01.11.2017

    Bissel komische Idee das Upcycling... Es wäre besser die Handys länger mit Updates zu versorgen, sowie wieder den Wechselakku einzuführen!

    Sogar ein S2 als Sprechanlage Kamera würde geklaut werden von Kiddis oder Gaunern 😂

    Schließlich hat es nen "Wechselakku" und funktioniert noch heute! Während so manches S6 tot in Schubladen rumliegt😝

  • Thomas Müller 31.10.2017

    So so, die Kunden werden nach 3 Jahren 500€ zurückbekommen, träumt weiter.

40 Kommentare

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  • auch ein Video sollte in deutscher Sprache sein!


  • Doofe frage, aber seid wann darf man denn Smartphones nicht mehr verschenken? Habe ich da was verpasst? *grübel*


    • Das ist illegal und ist einer Steuerhinterziehung. Du musst vorher ein Antrag stellen und 500 Euro schenkesteuer zahlen, erst dann darfst du es verschenken.😂😉 im erst klar kannst du es noch weiter verschenke, aber wer weiß vllt fällt dem Staat ja sowas noch ein 😉


  • ... jaaa, dann hab ich mit meinem S4 "Upcykling" gemacht - Bootlader ausgewechselt, System ausgewechselt gegen RR-Rom 7.1.2 und ne Battery mit 5050mah! Da geht was! Kostenpunkt - Batterie = 10 Euro. Aber net in D gekauft.
    Und es läuft und läuft und ....


  • bei uns werden die Handys schon lange von der Post gesammelt - aber ich kaufe doch kein Phone damit ich sie in ein paar Jahren wegwerfe - zumindest nicht solange sie funktionieren


  • Moin, alles nur "Aufmerksamkeitshascherei". Keines der oben genannten Punkte, wofür das alte Phone dann als Basis dienen kann, hat für OttoNormalverbraucher irgendeinen Wert. Der einzige "Mehrwert" wäre: 1.) länger mit Updates versorgen 2.) Wechselakkus 3.) verhindern, dass Apps immer mehr Speicher und Arbeitspeicher benötigen OHNE besser zu werden


  • Samsung muss das machen was Apple auch macht: ältere Geräte länger mit aktuellen Android Updates versorgen und Sicherheitsupdates, das Smartphone so bauen dass man auch den Akku wechseln kann, und dann klappt das auch für ältere Smartphones.

    Wenn ich mir das Galaxy S6 Edge heute noch um wenn ich mir das Galaxy S6 Edge heute noch angucke finde ich das richtig wenn es noch mit androidupdates versorgt werde weil die Hardware ist immer noch top.


  • Die Idee finde ich grundsätzlich nicht schlecht. Nutze mein altes iPhone 4 als iPod. Dafür reicht es allemal.

    Peter


  • Mein altes Samsung Galaxy S4 läuft immer noch zuverlässig als Rentner-Phone.


  • wenn samsung oder die anderen hersteller von smartphones und komponenten einfach die treiber zugänglich machen würden, wäre upcycling bereits voll im gange. einfach ein passendes OS installiert, eventuell den akku getauscht und schon könnte man sein altes smartphone zu egal was nutzen. steuerung für smarthome, als navi für's auto, rückfahrkamera, oder einfach weiter als phone, nur ohne den google/android zwang, auf aktuelle soft bzw. hardware.
    samsung kauft doch im leben nicht, die alten phones für einen guten preis zurück.

    Peter


  • Ich verwende seit 6 Jahren ein altes HD2 als Wecker und ein anderes als Überwachungskamera, beide ohne Probleme mit dem uralten Akku (umsonst USV) und am Netzgerät. Hier war das Aufspielen alternativer Software wie Android oder WinMobile noch problemlos. Hängt viel davon ab, was Samsung zulässt.


  • Ich finde die Idee super! Mit einem entsprechenden Unterputz Rahmen, kann man die alten Geräte an Stelle der Lichtschalter im Haus installieren und erhält so Raumsteuerungen zum Regeln der Beleuchtung, Heizung und Audiowiedergabe.


  • Bissel komische Idee das Upcycling... Es wäre besser die Handys länger mit Updates zu versorgen, sowie wieder den Wechselakku einzuführen!

    Sogar ein S2 als Sprechanlage Kamera würde geklaut werden von Kiddis oder Gaunern 😂

    Schließlich hat es nen "Wechselakku" und funktioniert noch heute! Während so manches S6 tot in Schubladen rumliegt😝


    • "Schließlich hat es nen "Wechselakku" und funktioniert noch heute! Während so manches S6 tot in Schubladen rumliegt."

      Eben, und wenn der nicht wechselbare Akku erstmal platt ist bringt auch ein Upcycling nix mehr und durch die Kosten und Umstände eines Akkutauschs nehmen dies eher die wenigsten in Anspruch.


    • Wechselakku für billiges und instabiles Plastikgehäuse? Dazu auch nicht wasserdicht? Nee... Und gerade in nicht wasserdichten Geräten, wie das OP3 z.b., ist es auch Recht einfach den Akku zu wechseln.


      • Recht einfach ist es bei verkleben teilen nie, neben dem Akku braucht man noch Werkzeug und den Kleber. Mal schnell akku raus und wieder rein ist es nicht. Einfach ist es wie beim Note 4 oder auch S5 oder auch beim LG K8. Noch schlimmer ist es, wenn man über das Display am Akku ran muss. Im Grunde ist jeder Akku wechselbar, nur wie hoch ist der Aufwand. Schau dir das LG K8 an, es ist aus Alu und hat Wechselakku.

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