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4 Min Lesezeit 19 Kommentare

Snapdragon 855: Qualcomms Antwort auf Huawei und Apple

Der schnellste Smartphone-Chip wird noch schneller und vor allem schlauer. Der US-amerikanische Chip-Hersteller Qualcomm hat auf dem Snapdragon Tech Summit 2018 auf der hawaiianischen Insel Maui den Snapdragon 855 präsentiert, und der hat es in sich.

Eines gleich vorweg: Natürlich ist der neue Prozessor schneller als sein Vorgänger, und das sowohl bei der Rechen- als auch bei der Grafikleistung. Der im 7-Nanometer-Verfahren hergestellte Snapdragon 855 hat acht Kryo-485-Kerne an Bord und schafft bis zu 2,84 GHz Taktfrequenz. Im Alltag soll sich das Leistungsplus unter anderem durch noch schneller startende Apps bemerkbar machen. Für die Grafik ist eine Adreno 640 zuständig, der Nachfolger der Adreno 630 im Snapdragon 845.

Die wichtigsten Punkte des Snapdragon 855 in der Übersicht, bei den Vergleichen gilt jeweils der Snapdragon 845 als Referenz:

  • 45 Prozent mehr Rechenleistung
  • 20 Prozent mehr Grafikleistung
  • dreimal schnellere KI-Leistung
  • LTE bis zu 2 Gbit/s
  • 5G-fähig mit X50-Modem
  • ISP mit Computer Vision
  • HEIF-Bildformat

Die schnellste Smartphone-KI

Einer der zentralen Bereiche des Snapdragon 855 ist der DSP (Digital Signal Processor) namens Hexagon 690. Dort findet sich nun ein neues Bauteil, der Tensor Accelarator, der eigens für Machine-Learning-Funktinen entwickelt wurde - ein Pendant zur NPU im Kirin 980 und Apples Neural Engine auf dem A12 Bionic. Qualcomms KI-Chip schafft laut Angaben des Herstellers 7 Billionen Berechnungen pro Sekunde, das sind 2 Billionen mehr als der A12 Bionic. Qualcomm gibt an, der Snapdragon 855 sei bei KI-Aufgaben doppelt so leistungsfähig wie der Kirin 980 und "merklich schneller" als der SoC von Apple.

snapdragon 855 mobile platform chip front
So klein, so stark: der Snapdragon 855. / © Qualcomm

Qualcomm nutzt die KI unter anderem für die Motiverkennung beim Fotografieren, für Echtzeit-Effekte bei Videos, etwa für ein ansehnliches Bokeh, aber auch für die Sprachqualität. Wer die entsprechende Funktion auf dem Smartphone aktiviert, kann nervige und laute Hintergrundgeräusche für den Gesprächspartner komplett herausfiltern. Qualcomm hat das auf dem Snapdragon Tech Summit eindrucksvoll demonstriert.

Bessere Fotos und Videos mit dem neuen Snapdragon

Bei Smartphone-Kameras haben nicht nur die Linsen und Sensoren sowie die Software einen großen Einfluss auf die Qualität der Fotos und Videos, sondern auch der Chip, genauer der ISP, der Image Signal Processor. Der Spectra 380 von Qualcomm besteht aus zwei 14-Bit-ISP und verbessert durch spezialisierte Hardware-Beschleunigung unter anderem die Videoaufnahmen.

Der Snapdragon 855 macht 4K-Aufnahmen mit 60 fps und HDR10 möglich. Ebenfalls mit 4K und HDR arbeitet die Echtzeit-Motiverkennung für den Bokeh-Effekt, damit ist Qualcomm der Konkurrenz einen kleinen Schritt voraus. Multi-Frame Noise Reduction soll das Bildrauschen merklich reduzieren.

Ebenfalls neu für Qualcomm ist das Bildformat HEIF (High Efficiency Image File Format), das mittelfristig JPEG ablösen soll und bereits von Android 9 Pie unterstützt wird. HEIF kann mehr Daten pro Bild speichern, etwa die Tiefeninformationen und die RAW-Daten und verkleinert dabei sogar noch die Dateigröße. Auch kurze Videos zu einem Foto können mit HEIF direkt in einer Datei gespeichert werden.

snapdragon 855 mobile platform chip on wafer
Qualcomms neuer Mobile-Chip bringt viele Vorteile. / © Qualcomm

Der Snapdragon 855 ist 5G-fähig, aber nur in Verbindung mit dem X50-Modem. Das ist kein Teil des SoC, sondern muss zusätzlich und im Paket mit bis zu vier mmWave-Antennen noch mit ins Smartphone eingebaut werden. Das X24-Modem, das integraler Bestandteil des Snapdragon 855 ist, unterstützt unter anderem KTE mit bis zu 2 Gbit/s und WLAN mit bis zu 60 GHz.

Wenn sich ein Hersteller dazu entscheidet, das X50-Modem zu verbauen, muss er in Kauf nehmen, dass das Smartphone ein wenig dicker wird oder beim Akku abspecken - die zusätzlichen Bauteile müssen ja irgendwo hin. Dafür können die 5G-Smartphones mit dem Snapdragon 855 gleichzeitig in 4G und 5G funken und sind so immer optimal mit dem Netz verbunden.

Vor allem in den kommenden Falt-Smartphones ist mehr als genug Platz für die Antennen und das 5G-Modem. Die speziellen Anforderungen an das Display - oder sogar mehrere Bildschirme - stellen für den Snapdragon 855 kein Problem dar, nur die Software muss entsprechend angepasst werden.

Sicherer durch Ultraschall

Nicht mehr ganz neu, aber jetzt endlich marktreif ist der 3D Sonic Sensor, ein neuen Fingerabdrucksensor, der vom Snapdragon 855 unterstützt wird. Der erstellt mittels Ultraschall ein komplettes 3D-Bild des Fingerabdrucks und soll so dreckige, nasse oder ölverschmierte Finger genauso schnell und zuverlässig erkennen wie saubere.

Die ersten Smartphones mit dem Snapdragon 855 kommen Anfang 2019 auf den Markt, der erste Hersteller wird OnePlus sein

Freut Ihr Euch auf die Smartphones mit dem neuen Snapdragon 855?

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19 Kommentare

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  • moin community, Schonmal was von Samsung´s "Dex Pad" gehört ? Dafür brauch ich dan die CPU power... Ja in ernst.
    Ja ich weiß wird es für Deutsche Samsung´s nicht geben den Snapdragon... aber dan kommt Samsung mit nem Dicken Fetten Exynos und macht alle all für alle mal Plat.

    NilsD


  • @Tim bin ganz deiner Meinung


  • Die rohen Zahlen sind das eine... In der Praxis muss sich erstmal zeigen, ob der 855 wirklich am A12 vorbei kommt, wie Qualcomm behauptet - ich bezweifle es stark.
    Und selbst wenn, am Ende laufen Spiele auf iOS bzw. dem XS trotzdem besser und Dinge wie Bildbearbeitung (sofern man sowas überhaupt auf dem Smartphone macht...) ebenfalls.

    Der QSD845 im Pixel 3 kriegt es ja schließlich noch nicht einmal hin, dass ein Screenshot sofort gespeichert ist und bearbeitet werden kann ^^
    Am Ende scheitert es eh wieder an der unzureichenden Optimierung, von der auch Google betroffen ist.


  • 45 % bessere Rechenleistung als der Vorgänger? wofür braucht man das bei einem Smartphone? der 845er ist aus meiner Sicht schon Overpowert was das angeht.

    Marc


    • @Thor217 Auf dem Galaxy Tab S4 mit Snapdragon 835 läuft, zusätzlich zu Android, mit "Linux" ein echtes Desktop Betriebssystem.
      Will man zukünftig unter Linux mit aufwendigen Grafikprogrammen arbeiten ist auch ein Snapdragon 855 deutlich unterpowert.
      Ausreichend RAM und schneller UFS 3.0 Speicher sind das kleinere Problem.


      • für Windows 10 on ARM-Geräte auf denen ich mir eher als auf einem Android-Tablet oder Samartphone sinnvoll alternativ Linux vorstellen könnte wird es wahrscheinlich eh wieder einen Sonder-Prozessor geben. Wieso also den Smartphone-Prozessor so overpowern? Ein Tablet wie das Galaxy Tab S4 kann man eh nicht zum Produktiven Arbeiten nutzen, und das liegt nicht nur am OS, auch der Formfaktor ist dafür der falsche. Um Produktiv zu arbeiten und aufwendige Grafikanwendungen zu erstellen brauche ich Maus und Tastatur, und dann kann ich mir auch gleich einen Laptop oder Desktop-Rechner zulegen.


      • @Thor217 Das Tab S4 unterstützt Maus und Tastatur und lässt sich an Fernseher oder PC-Monitor anschließen.
        Produktives Arbeiten unter IOS und Android scheitert an den nicht vorhandenen Programmen.
        Die kostenlose Microsoft Office Alternative "Libre Office" gibt es für Windows und Linux, aber nicht für Android und IOS.
        Für Studenten in der Uni eine tolle Sache.
        Nicht immer ist ein Windows oder MacOS Gerät notwendig.

        Linux ist kostenlos und Geräte mit ARM-Prozessoren haben hervorragende Akkulaufzeiten.
        Für viele ist sogar ein kleines Microsoft Surface Go unnötig.


      • @Thor217
        Wieso bitte sollte man Smartphones nicht "overpowern"? Du hast dadurch keine Nachteilr und nur weil der 845 auch schon ausreichend war, wieso sollte man dort aufhören? Stillstand heißt Rückschritt.
        Vor 30 Jahren hat man auch gesagt, Festplatten mit 100MB und die damalige Rechenleistung sei ausreichend und man braucht nicht mehr...


    • Da gebe ich dir vollkommen recht. Wo sind denn die Apps die diese geballte Power brauchen?? Ja wo denn? Pustekuchen! Können die Junkies sich in Benchmarks wieder einen drauf von der palme wedeln!!!

      vlovy


    • Hast du denn durch die erhöhte Rechenleistung Nachteile?
      Wenn Forschung und Entwicklung die gleiche Herangehensweise hätten, hätten wir heute immer noch Desktop-PCs, die in Sachen Leistung nicht mal ansatzweise an eine moderne, smarte Kaffeemaschine herankämen...

      Solange es durch dadurch keine Nachteile wie Hitzeprobleme oder ähnliches gibt, gibt es schlicht und ergreifend kein "overpowered" in diesem Bereich.


      • Bei Desktop-PCs ist immerhin auch die Software zeitnah Leistungsfähiger geworden so dass die höhere Rechenleistung auch genutzt wurde. Genau das sehe ich aber bei Smartphones nicht. Wenn du ein Beispiel dafür hast, dass ich mich hier irre, dann her damit. Kann ja sein, dass es nur nicht in mein Smartphonenutzverhalten passt und ich es daher bisher nicht wahrgenommen habe.

        vlovy


      • Ich verstehe dieses "das ist viel zu overpowered" und "wer braucht das?" auch nicht. Wenn alle so denken würden, wären wir technisch betrachtet vermutlich noch nicht mal beim PC. Klar, Mancher mag das wirklich niemals brauchen, aber Anderen ist das sogar wichtig, scheissegal, obs einen realen Nutzen hat oder nicht. Wenns möglich ist, wieso sollte mans nicht realisieren? Davon abgesehen ist Qualcomm ne Firma, wo Leute arbeiten und von den Chips ausm Vorjahr können die auf Dauer ihre Leute nicht mehr bezahlen. Stillstand ist quasi in allen Ebenen einfach nur Schwachsinn, also steckt euch doch einfach diese "wir wollen und brauchen das nicht" Sprüche oder geht zu den Amish :)


      • @Thor217
        Auch am PC brauchst du erstmal Software, die die Leistung ausnutzt... selbst viele Spiele nutzen die Leistung nicht komplett aus und abseits von Videoschnitt und Co. reizt auch sonst kaum etwas die Leistung eines High-End-PCs von 2017 (nicht Mal 2018) aus...


      • Die Frage nach Leistung wird immer da sein. Es stellt sich jedoch des weiteren die Frage, inwiefern die kommenden Tablets Desktopersatz sein sollen.
        Derzeit fände ich die Surface Lösung als Dekstopersatz mit normalem Gebrauch bis hin zu einfacher Bildbearbeitung als optimale Version. Dass hier im Zuge des 5G dann schnelle Datenverarbeitung notwendig sei, liegt auf der Hand.

        Desktop mit komplexer Bildbearbeitung und andere Rechenleistung fressende Aufgaben, werden wohl kaum je durch ein Tablet wie wir es derzeit verstehen, erledigt werden. Wo bliebe dann der Markt für Desktop ?
        Allerdings sollten die bestehenden Datenmengen durch Alltagsgebrauch äusserst flott bewältig bar / übertrag bar werden und das flächendeckend.

        Bei den Geräten die entstehen, müssten Systeme oder Lösungen entwickelt werden deren Nutzerendgeräte diese Leistung auch einsetzen können.
        Was nutzt mir ein Smartphone im Jahre 2023 welches eine 5Ghz Taktrate hat, eine HighGel-Liquid-Kühlung, eine Datenrate von 4 Gbit/s etc, wenn das Netz und die Cloud noch ned mal 5G anbieten geschweige verarbeiten können


  • Hört sich gut an der neue SOC von Qualcomm!

    Wird aber auch Zeit, dass endlich bessere 400er und 600er Serien in 2019 auf den Markt gelangen 📱


    • Das sehe ich auch als Vorteil an neuen High-End-SoCs, deren Rechenleistung ich selber kaum ausreize, vor allem aber nicht bezahlen will.
      Günstigere Geräte bekommen SoCs mit älteren oder abgespeckten Architektur. So bekommt man auch bei solche Geräten ordentlich Rechenleistung für den schlanken Euro.

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