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3 Min Lesezeit 13 Kommentare

Schlanke Smartphones, scharfe Videos, schnelles Laden dank Snapdragon 630 und 660

Die neuen Mittelklasse-Chips von Qualcomm machen sich bereit für effizientere Smartphones dank 14 nm, Bluetooth 5.0 und einem neuen Signalprozessor. Damit werden die neuen Chips mit Features ausgestattet, die zuvor nur der Oberklasse vorbehalten waren. Künftige Mittelklasse-Smartphones werden damit potenter und können kompakter gebaut werden.

Tiefer, breiter, schneller ist auch das Motto der neuen mobilen Plattformen von Qualcomm. Sowohl der neue Snapdragon 630 als auch der 660 verbessern wichtige Bestandteile und versprechen, die gefühlte Perfomance im Vergleich zu den recht schwächlichen Vorgängern deutlich zu erhöhen. Dies geschieht, indem Qualcomm ein paar Flaschenhälse beseitigt.

Snapdragon 660 vs. Snapdragon 653

Die offensichtliche Verbesserung des neuen Chips liegt in der Fertigungstechnk. Von 28 wird auf 14 nm halbiert. Das macht sich deutlich in der um 20 Prozent gesenkten Leistungsaufnahme und der um 30 Prozent gesteigerten Spitzen-Performance bemerkbar, sagt der Hersteller. Auch die Adreno-512 GPU wurde um 30 Prozent schneller gemacht im Vergleich zur Adreno 510. Unserer Erfahrung nach liegt letztere damit noch immer deutlich unter der der 800er-Chips. Immerhin ist Vulkan-Support vorhanden.

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Der dedizierte L2-Cache ist das Performance-Geheimnis. / © Qualcomm

Die CPU der Marke Kryo wandert zum ersten Mal in der Snapdragon-Geschichte in eine Plattform der 600er Serie. Der Kryo 260 bietet im Gegensatz zu den reinen ARM-big-LITTLE-Konstruktionen den Vorteil, dass jeder der Quad-Core-Cluster einen L2-Cache besitzt. Dieser hält einige Instruktionen vor, die also nicht im RAM ausgelagert werden müssen. Der ersparte Umweg macht sich insbesondere bei der Akkulaufzeit bemerkt, ist aber auch in Performance-Benchmarks messbar.

Durch das neue X12-LTE-Modem wurde der Downlink verdoppelt. 2x2- statt 1x1-WLAN sollte die Leistung im heimischen Netzwerk spürbar verbessern und Ruckler durch Wartezeiten deutlich seltener machen. Die neue Version des Hexagon-Signalprozessors beherrscht Vektor-Erweiterungen (HVX) für bessere Bildverarbeitung. Diese sollen Bildrauschen und Artefakten Einhalt gebieten. Auch elektronische Bildstabilisierung wird damit ermöglicht. Theoretisch könnten damit Mittelklasse-Smartphones in der nahen Zukunft stabilisierte 4K-Videos aufzeichnen. Dieses Feature war bisher exklusiv für das Google Pixel.

Abgerundet wird das Paket durch Quick Charge 4.0 und Konformität zu Power Delivery mit USB Typ C. So lassen sich künftige Smartphones schnell aufladen, ganz gleich ob sie Qualcomms dedizierte Quick-Charge-Technologie erfüllen oder nur den USB-Standard verwenden.

Der Snapdragon 630 lernt Lauschen

Der kleinere Chip, der heute vorgestellt wird, ist der Snapdragon 630. Er löst den Snapdragon 626 ab und wird "designt für ausgiebige Verwendung". Es kommen ausschließlich die sparsamen ARM Cortex-A53-CPUs zum Einsatz, die mit viermal 2,2 und viermal 1,8 GHz getaktet werden können. Sie haben keinen L2-Cache. Die GPU Adreno 508 soll rund 30 Prozent schneller sein als die Adreno 506. Auch dieser Chip wird in 14 nm statt 28 gefertigt. Überdies unterstützt der Chip endlich LPDDR4-Speicher.

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Bisschen mehr Speicher, ansonsten vor allem effizienteres Lauschen. / © Qualcomm

Der wohl gravierendste Feature-Unterschied liegt im Signalprozessor, der hier ohne HVX auskommt (siehe oben). Immerhin wurde der Dual Image Signal Processor durch die Spectra 160 ersetzt, die für Dual-Kamera-Setups mit optischem Zoom, Bokeh-Effekte und neue Autofokus-Verfahren gewappnet ist.

Außerdem wurde ihm die All-Ways-Aware-Erweiterung spendiert. Diese senkt den Energieverbrauch wichtiger Hintergrunddienste für Gestensteuerung, Ortung, Bluetooth-Pairing, sowie anderer Dienste auf Basis von sämtlichen Sensoren des Smartphones.

Sowohl der Snapdragon 660 als auch der 630er erlauben ihren Geräten die Aufnahme von 4K-Videos. Das Vulkan-API wird in beiden Fällen unterstützt.

Wann kommen die Geräte?

Geräte mit Snapdragon 660 sollen noch in dieesm Quartal das Licht der Welt erblicken. Der Snapdragon 630 kommt später, sodass entsprechend ausgestattete Geräte erst im dritten Quartal kommen sollen. Der wahrscheinlichste Kandidat wäre zum Beispiel der Nachfolger des Moto Z Play.

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Top-Kommentare der Community

  • Conjo Man 08.05.2017

    Für mich persönlich seit langem mal wieder ein lesenswerter Artikel mit vielen technischen Informationen, die verständlich erklärt wurden. Vielen Dank

13 Kommentare

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