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P30-Event: Huawei steht nicht auf der dunklen Seite
Huawei P30 Pro Hardware Kommentar 4 Min Lesezeit 6 Kommentare

P30-Event: Huawei steht nicht auf der dunklen Seite

Heute wurden die neuen Huawei P30 und P30 Pro im Rahmen im sonnigen Paris vorgestellt. Die Smartphones sind toll, und das hat CEO Richard Yu in den anderthalb Stunden der Keynote auch immer wieder betont, aber es war etwas anderes, das mich beeindruckt hat: Huawei will, dass wir wissen, dass sie nicht auf der dunklen Seite.

Die Pressekonferenz von Huawei zur Einführung der neuen Top-Smartphones des Unternehmens war aus mehreren Blickwinkeln interessant. Das kurze Einführungsvideo mit den Netzwerkpartnern des chinesischen Unternehmens zog jedoch meine Aufmerksamkeit auf sich.

Eröffnet wurde das Video von Daniel Hernandez, Leiter der Telefonica Geräteabteilung. Hernandez lobt Huawei für seine Fähigkeit, sich zu erneuern, Innovationen zu verfolgen und nach neuen Technologien zu suchen. Er weist darauf hin, dass Huawei seiner Meinung nach nicht nur bei der Entwicklung von Netzwerkausrüstung, sondern auch bei der Entwicklung innovativer Geräte wie dem Mate X, dem Smartphone mit flexiblem Display und 5G-Konnektivität, führend ist.

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Die Netzbetreiber, mit denen Huawei in Europa zusammenarbeitet, sind die besten Verbündeten im Handelskrieg gegen die USA. / © AndroidPIT von Irina Efremova

Dann erschien Stefano Parisse, Group Products and Services Director bei Vodafone, auf der großen Leinwand. Neben dem Lob für die Serien Mate X und P30 sagte Parisse, dass Huawei ein ausgezeichneter Geschäftspartner sei, der sich dafür einsetze, die Nummer eins auf dem Markt zu werden, und der völlig offen und kooperationsbereit sei.

Dann war Yves Maitre, Executive Vice President von Orange, an der Reihe. Er gratulierte ebefalls dem chinesischen Unternehmen und sagte, dass er begeistert sei, eine Wette zu gewinnen, die er 2005, als Orange zum ersten Mal mit Huawei in Kontakt kam, gestartet habe: Er ist zuversichtlich, dass Huawei auch in Zukunft Innovationsführer sein werde und der französische Netzbetreiber weiterhin mit den Chinesen zusammenarbeiten werde.

Die gemeinsame Basis zählt

Es ist nicht das erste Mal, dass Partner bei einer Keynote auf die Bühne gehen, um kommerzielle Partnerschaften anzukündigen oder zu betonen, im Gegenteil. Doch diesmal ist die Situation etwas anders.

Huawei hat Schwierigkeiten, wieder in den US-Markt einzusteigen, aus dem sie wegen vermeintlicher Spionage vertrieben wurden. Die Smartphones sind nicht offiziell im Verkauf und das führende Unternehmen im Bereich der Netzinfrastruktur wird keinen Zugang zu Ausschreibungen für den Bau der neuen 5G-Infrastruktur haben.

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Huawei kämpft darum, wieder das zu tun, was es am besten kann: Netzwerke aufbauen. / © AndroidPIT

Diese Aussagen, die von (wie der Zufall es will) den führenden Vertretern einiger sehr bekannter europäischer Netzbetreiber stammen, haben wahrscheinlich dazu beigetragen, die Aufmerksamkeit auf das Verhalten von Huawei zu lenken, das sich im Laufe der Jahre als richtig erwiesen hat. All dies diente dazu, uns daran zu erinnern, dass Huawei trotz aller Bedenken und Anklagen der Vereinigten Staaten nie der Spionage für schuldig befunden wurde oder bewiesenermaßen Hintertüren in ihre Geräte einführte, die den Zugang zu Benutzerdaten und Schnüffeleien der chinesischen Regierung ermöglichen.

Dies ist ein politischer Krieg zwischen den Vereinigten Staaten und China. Es ist beeindruckend zu sehen, wie ein High-Tech-Koloss wie Huawei erneut kämpfen muss, um seine Integrität zu beweisen.

Ist der Versuch zu offensichtlich?

Meiner Meinung nach sollte die chinesische Marke aufhören, versuchen mit Worten zu überzeugen, denn so hat sie Europa erobert: einfach nur versuchen, den Markt zu innovieren und alles in ihrer Macht Stehende tun, um ihren Nutzern gute Geräte zu liefern mit der besten Technologie.

Hat Huawei das Ziel, die Nummer eins der Welt zu werden? Ja, aber das geht auch ganz gut ohne die USA. Der Weg wird hart und steinig, aber wenn man ihn in diesem Tempo fortsetzt, wird das Vertrauen der Nutzer und ihrer Geschäftspartner erhalten bleiben - Partner, die einen starken Einfluss auf die Entscheidungen der Regierungen der Länder haben, in denen sie tätig sind.

Die Tatsache, dass Huawei weiterhin versucht, der Welt ihre Fairness und "Herzensgüte" persönlich zu zeigen, führt nicht dazu, dass ich die gegen sie erhobenen Anschuldigungen vergesse. Diese bemüht wirkenden Versuche erzeugen eher den Eindruck, dass man ja vielleicht doch etwas zu verbergen hat, obwohl ich eigentlich davon überzeugt bin, dass das nicht so ist.

Was meint Ihr, macht Huawei derzeit alles richtig?

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6 Kommentare

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  • Sorry alleine wenn ich lese "der Welt ihre Fairness und "Herzensgüte" persönlich zu zeigen" wird mir wirklich übel. Bitte zeigt uns mal einen großen Konzern den es darauf ankommt. Es geht am Ende des Tages dann nur noch um Bilanzen und Geld, der Endnutzer ist egal wie sich die Firmen auch präsentieren denen am Ende des Tages völlig Latte. Und wenn dann eine Regierung egal von welchem Land an die Firmen herantritt und denen hilft damit Sie Nummer 1 auf dem Weltmarkt werden können, sorry was hat das mit Fairness zu tun? Und ihr glaubt in deren Herzensgüte werden Sie wenn es hart auf hart kommen sollte sich von der Regierung abwenden. Ich sehe das ehr anders. Aber jeder soll und kann sich gerne seine eigene Meinung bilden, wir sind alle alt genug denke ich mal.


  • ....Die Chinesen stehen wenigstens zu ihrem politischen System und spielen nicht die freiheitlich, demokratische Regierung, wie hierzulande..... Ich habe tot gelacht, als ich dies gelesen habe. Während der Stalin Zeit behauptete man genauso: Die Russen stehen wenigstens zu ihrem politischen System und spielen nicht die freiheitlich, demokratische Regierung.
    Ich weiß Bundesregierung ist momentan Marionetten von Lobbyisten geworden ist, bedeutet aber nicht, dass die chinesische Regierung harmlos sei. Genauso wie Mullas in Tehran, die Glückwünsche von Steinmeier und Solidarität von Merkel, May und Makron erhalten.


  • Auch wenn sich die Behauptungen der amerikanischen Geheimdienste auch früher schon als falsch und teils frei erfunden herausgestellt haben (so wie bspw. die Massenverschwindungswaffen Saddam Husseins), denke ich ein wenig mehr Skepsis gegenüber einem Konzern mit engen Verbindungen zur Regierung (welche ja tatsächlich belegt sind) eines diktatorischen Landes, das in der Weltwirtschaft koste es was es wolle ganz nach oben will , ist durchaus angebracht.
    Gegenüber Großkonzernen kann eine gewisse Portion Skepsis nicht schaden ... egal ob sie VW, Facebook oder Huawei heißen.


    • Ole vor 4 Wochen Link zum Kommentar

      Ah ja. Ich finde es immer klasse, dass alle Welt auf andere Länder mit dem Finger zeigt und dabei laut "Diktatur" schreit, während sie im nächsten Moment die öffentlich/rechtlichen Sender in Deutschland schauen und "freien Journalismus" in einem Land genießen, was eindeutig ebenfalls nur eine Meinung akzeptiert und steuert. Manche denken ernsthaft, Deutschland sei ein Land, wo man uneingeschränkte Meinungsfreiheit genießen darf und unabhängige Nachrichten sieht. Die Bundesregierung steuert genauso politische "Bildung" und "Erziehung" ganz bewusst. Hier wird es halt Demokratie genannt. Die Chinesen stehen wenigstens zu ihrem politischen System und spielen nicht die freiheitlich, demokratische Regierung, wie hierzulande.


      • Na, was darf man denn hier nicht sagen?


      • Sicher etwas überspitzt vom Ole. Mir ist gerade aber wieder der Bericht von dem Typen eingefallen, der zurzeit als der NSA-Skandal herausgekommen ist zu Demonstrationen vor der deutschen NSA-Zentrale, glaube in Bonn; aufgerufen hat. Dieser gute Mann bekam dann mehrmals Besuch vom BND und ihm wurde nahegelegt dies zu unterlassen. <Nur mal so zum nachdenken...
        Die Gleichschaltung der großen Medien ist auch nicht zu übersehen wenn man die Augen aufmacht, klar gibt es Alternativen aber die paar Querulanten sind einkalkuliert, solange die Masse den Mist glaubt der ihnen vorgekaut wird funktioniert das System wie man auch immer wieder schön bei den Wahlen beobachten kann. Der eine oder andere kleine Ausreißer ändert daran auch nichts.
        Um auch auf das Thema zu kommen. Ich halte den perfiden Handelskrieg der USA/von Trump gegen China auf dem Rücken von Huawei auch für überzogen, schließlich ist Huawei auch nicht mehr oder weniger schlecht als all die anderen Milliardenkonzerne. So ganz koscher sind die aber eben und sicher auch nicht und so viel Lobhudelei wie hier jetzt gelesen ist dann auch wieder so weit weg von realistisch, dass man nach wenigen Sätzen schon Gefahr läuft sich geistig übergeben zu müssen…aber bitte, jedem das seine...

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