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Ohne Mehrwert: 3D Touch wird kaum jemand nutzen

Wischen, Tippen, Pinchen und Halten: Seit vielen Jahren beschränkt sich die Bedienung eines Smartphones auf eine überschaubare Anzahl zweidimensionaler Eingaben. Die Smartphone-Hersteller - angeführt von Apple und jetzt auch Google - sind der Meinung, bei der Bedienung eines Smartphones die dritte Dimension einbeziehen zu müssen. Ist das sinnvoll? Und noch viel wichtiger: will ich das überhaupt? 

Die guten alten Zeiten: Als es Handys gab, ja, ich schreibe bewusst Handys und nicht Smartphones, war die Bedienung einfach. Es gab den Ziffernblock mit 12 Tasten und vielleicht noch ein paar Zusatztasten für die Annahme von Gesprächen, das Auflegen und für die Steuerung der Lautstärke. Das war es auch schon. Eigentlich waren diese physischen Tasten beim Handy schon mit 3D Touch ausgestattet, denn der Besitzer musste die Taste drücken.

Mit den Smartphones kamen die berührungsempfindlichen Displays. Von nun an musste der Nutzer wischen, tippen, halten und manchmal auch mit zwei Fingern pinchen. Einige neuere Smartphones können mit Hilfe von gezeichneten Symbolen auf dem Display Aktionen ausführen. Und sowohl Google als auch Apple und Windows verpassten Ihren mobilen Betriebssystemen noch Sprachassistenten mit mehr oder weniger wohlklingenden Namen wie Siri, Cortana und Google Now.

lg v10 sensor
Mit dem zweiten Display versucht LG beim V10 dem Nutzer eine zusätzliche Interaktionsfläche zur Verfügung zu stellen.  / © ANDROIDPIT

Im vergangenen Jahr erweiterten Samsung und LG die Displays um zusätzliche Interaktions- und Informationsflächen. LG verpasste dem V10 ein zweites kleines Display, über das der Besitzer Apps oder Funktionen von Apps ausführen kann und Samsung zeigte mit dem S6 Edge und S7 Edge, dass man ein Display seitlich biegen kann, um die Wölbung für zusätzliche Interaktionen zu nutzen. 

Gegen Ende des Jahres 2015 kam dann 3D Touch durch Apple und Huawei. Huawei hat seine drucksensitive Eingabe mittlerweile in Press Touch umbenannt. Dem Smartphone-Nutzer wurde die dritte Eingabedimension präsentiert. Ein stärkeres Drücken auf ein App-Icon ermöglicht es dem Nutzer, einen schnellen Zugang zu häufig genutzten Funktionen einer App zu bekommen. Zum Beispiel kommt der Nutzer schneller in die Videoaufzeichnung der Kamera-App. Oder bei einer eingegangen WhatsApp-Nachricht lässt sich durch 3D Touch eine kleine Miniatur-Vorschau der Nachricht anzeigen.

Es stellt sich mir nur die Frage, ob das tatsächlich einen Mehrwert für den Großteil der Nutzer bietet und ob sich 3D Touch, Force Touch und Press Touch durchsetzen werden. Aus eigener Erfahrung mit einem iPhone 6s kann ich nur schreiben, dass ich in vier Wochen fast nie die dritte Eingabedimension genutzt habe. Es war einfach schneller und leichter für mich, im alten zweidimensionalen Eingabekosmos zu bleiben, statt weitere Befehle zu lernen. Zu keiner Zeit habe ich die Notwendigkeit verspürt, 3D Touch zu nutzen. 

All der Hype um 3D Touch und die native Unterstützung in iOS und nun auch bald bei Android N ist aus meiner Sicht überzogen. Und es liegt wohl in der Kombination aus der Ziffer 3 und dem Buchstaben D, dass einfach alles, was mit 3D versehen wird, sich bisher nicht durchsetzt hat und sich vermutlich nicht durchsetzen wird. Wer nutzt denn schon die 3D Funktion an seinem Fernseher oder will Stunden, wenn nicht sogar Tage, auf den Gegenstand aus dem 3D Drucker warten. Genauso wird es 3D Touch ergehen. Die Funktion wird zwar standardmäßig künftig von immer mehr Smartphone-Herstellern integriert, aber kaum einer wird sie nutzen. Damit wird 3D-Touch eine Technik, die von Anfang an zum Scheitern verurteilt ist, oder? 

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Dieser Text ist ein Kommentar, der die Meinung eines Redakteurs wiedergibt und nicht immer die Gedanken der gesamten Redaktion abbildet. Kommentare können kritische, mahnende oder humorvolle Anmerkungen sein.

Top-Kommentare der Community

  •   58
    Macdroid vor 11 Monaten

    "Automobile sind nur eine kurzzeitige Erscheinung. Die Zukunft gehört dem Pferdegespann."

    "Ich glaube, dass es auf der Welt einen Bedarf von vielleicht fünf Computern geben wird."

    "Niemand braucht mehr als 640 KB RAM."

    ...

  • Tenten vor 11 Monaten

    Das trifft hier ja leider häufig zu. Sobald einer fünf Minuten mit einem Gerät im Media Markt herumgespielt hat, fühlt er sich als Experte und gibt hier schlaue Ratschläge, was andere zu brauchen haben. Touchscreens sind heutzutage nicht mehr wegzudenken und werden über kurz oder lang überall zu finden sein, nicht nur am Smartphone oder Tablet. Sich deshalb jetzt schon mit dem Thema bessere und vielfältigere Bedienbarkeit auseinanderzusetzen halte ich für zwingend notwendig. Es mag heute noch eine Spielerei am Smartphone sein, morgen kann es aber bereits in allen Lebensbereichen zu finden sein. Darüber jetzt zu spotten und es als Blödsinn abzutun, ist kurzsichtig und dumm.

  • Frank K. vor 11 Monaten

    Ich denke, der Autor denkt einfach zu kurzfristig, was angesichts der jahrelangen Beschäftigung mit dem Thema "Technik" deplatziert wirkt. Vielleicht ging es auch nur darum, einen provokanten Artikel zu verfassen, zu dem jeder wieder seinen Senf dazugegeben wird.

    Jedenfalls ist 3D Touch definitiv ein entscheidender Faktor, um langfristig mehr Interaktionsmöglichkeiten auf dem Smartphone anbieten zu können. Denn die kleinen Displays haben nunmal nur begrenzten Platz, auf dem nur eine begrenzte Zahl von virtuellen Buttons untergebracht werden können. Beispielsweise sehe ich das Smartphone langfristig als Fernbedienung für Smart TVs. Die derzeitigen Oberflächen von Apple, Android und Amazon zeigen ein zweidimensionales Raster, welches durch links/rechts und oben/unten navigiert wird. Das kann über Wischgesten oder klassische Navigationstasten umgesetzt werden.

    3D Touch ermöglicht aber eine neue Art der Navigation. Man könnte nämlich den Finger auf das Smartphone Display platzieren und über die bloße Bewegung durch die verschiedenen Rasterpositionen gleiten. Um einen Punkt auszuwählen, müsste man nur fester aufs Display drücken und würde dadurch einen Klick simulieren. Das kommt der Bedienung einer Maus, welche seit Jahrzehnten die präziseste Interaktionsmethode darstellt, schon sehr nahe und das lästige Absetzen und einmalige Berühren des Displays zur Auswahl fällt weg.

    Dieses Konzept lässt sich auf viele andere Bereiche übertragen und könnte ein weiterer Meilenstein in der Bedienung virtueller Oberflächen sein. Dafür muss sich die Technologie natürlich erst einmal durchsetzen und weitreichend verfügbar sein, doch genau diese Voraussetzung sollte angenommen werden, um das Potential einer neuen Technologie zu bewerten.

82 Kommentare

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  • boggie vor 11 Monaten Link zum Kommentar

    wie war das mit dem weltweiten Bedarf an 5 Computern? mal gucken was kommt, es gibt viele Dinge, die keiner braucht, die aber trotzdem viele nutzen bzw haben z.B. Kapselkaffeemaschinen

  • Und Morgen gibts den Beitrag wie cool und wichtig Force Touch, etc. ist und Apple wiedermal ein großer Vorreiter für Android ist.

  •   4
    Magic man vor 11 Monaten Link zum Kommentar

    Absoluter bullshit, ich hab ein 6s und benutze es auch gelegentlich. Es ist halt einfach nur noch nicht genügend im system integriert und nur eine Generation iPhones hat dieses gilmick. Sobald es sinnvoll und systemweit in android und iOS drinne ist , wird der Herr Schuh auch seine Meinung ändern. Die Erde ist ja ne Scheibe gää

  • Marcus J. vor 11 Monaten Link zum Kommentar

    3D Touch ist so überflüssig ie ein Kropf.
    Dieses Feature hätte es unter Steve Jobs nie gegeben, denn seine Devise war es immer, die Bedienung intuitiv und einfach zu gestalten.

  •   26
    Murat S. vor 11 Monaten Link zum Kommentar

    Ich brauche es nicht, um genau zu sein brauche ich nur ein platz zu schlafen , Essen, Trinken und Luft. Alles andere ist optional. Aber ich hätte es gerne. Was ist eigentlich aus dem luftblasen displays geworden ? Seid jahren nichts mehr davon gehört.

  • Ist es effizient, wird es genutzt. Ist es das nicht, nun ja...

    Gut, ich habe aber auch leicht reden.
    Denn anders als der Autor dieses (Provozier-)Artikels, habe ich keine Probleme damit, einen einzigen, an Einfachheit kaum zu überbietenden "zusätzlichen Befehl zu erlernen".

  • Yannik M. vor 11 Monaten Link zum Kommentar

    Hey liebes androidpit-team,
    mich würde mal interessieren, warum die umfrage ausgerechnet am ende des artikels kommt. Der artikel ist ja recht subjektiv und überwiegend in eine richtung denkend geschrieben, daher ist es sehr wahrscheinlich das man damit die umfrageergebnisse beeinflusst. Ich fände es besser wenn ihr vor umfragen die tatsachen/argumente so objektiv wie möglich darstellen würdet, um dem leser eine eigene meinungsbildung zu ermöglichen oder seine bestehende meinung zu erweitern.

    Eine andere möglichkeit wäre die umfrage vor dem artikel zu machen, damit man ein unverfälschtes meinungsbild hat und der leser anschließend seine bzw. die meinungen der anderen mit der des redakteurs vergleichen kann.

  • Karl K. vor 11 Monaten Link zum Kommentar

    Ich brauche es nicht..

  • Conjo Man vor 11 Monaten Link zum Kommentar

    Ein Medizin Student hat sich eine eigene Zahnspange mit einem 3D Drucker erstellt um seine schiefen Zähne zu begradigen (Z-Arzt war unerschwinglich) und sich damit sein Selbstwertgefühl und Lachen aufgebaut bzw. wieder erhalten. Dank eines 3D Druckers!

    Es werden Möglichkeiten eröffnet

  • Ich brauche es nicht

  • Frank K. vor 11 Monaten Link zum Kommentar

    Ich denke, der Autor denkt einfach zu kurzfristig, was angesichts der jahrelangen Beschäftigung mit dem Thema "Technik" deplatziert wirkt. Vielleicht ging es auch nur darum, einen provokanten Artikel zu verfassen, zu dem jeder wieder seinen Senf dazugegeben wird.

    Jedenfalls ist 3D Touch definitiv ein entscheidender Faktor, um langfristig mehr Interaktionsmöglichkeiten auf dem Smartphone anbieten zu können. Denn die kleinen Displays haben nunmal nur begrenzten Platz, auf dem nur eine begrenzte Zahl von virtuellen Buttons untergebracht werden können. Beispielsweise sehe ich das Smartphone langfristig als Fernbedienung für Smart TVs. Die derzeitigen Oberflächen von Apple, Android und Amazon zeigen ein zweidimensionales Raster, welches durch links/rechts und oben/unten navigiert wird. Das kann über Wischgesten oder klassische Navigationstasten umgesetzt werden.

    3D Touch ermöglicht aber eine neue Art der Navigation. Man könnte nämlich den Finger auf das Smartphone Display platzieren und über die bloße Bewegung durch die verschiedenen Rasterpositionen gleiten. Um einen Punkt auszuwählen, müsste man nur fester aufs Display drücken und würde dadurch einen Klick simulieren. Das kommt der Bedienung einer Maus, welche seit Jahrzehnten die präziseste Interaktionsmethode darstellt, schon sehr nahe und das lästige Absetzen und einmalige Berühren des Displays zur Auswahl fällt weg.

    Dieses Konzept lässt sich auf viele andere Bereiche übertragen und könnte ein weiterer Meilenstein in der Bedienung virtueller Oberflächen sein. Dafür muss sich die Technologie natürlich erst einmal durchsetzen und weitreichend verfügbar sein, doch genau diese Voraussetzung sollte angenommen werden, um das Potential einer neuen Technologie zu bewerten.

    • Cress vor 11 Monaten Link zum Kommentar

      Jemand der mal was davon versteht. Sehe es übrigens genau so wie du! 3D Touch ist eine Erweiterung und ich finde man sollte zu Neuerungen nie sagen: "Das braucht kein Mensch".

      • Blowfly vor 11 Monaten Link zum Kommentar

        Antibiotika im Hähnchenfleisch sind auch eine Neuerung. Brauchst du das ?
        Ich geb dir die Antwort: Braucht kein Mensch.
        Genmanipuliertes Saatgut - angeblich sollte damit der Hunger in der Welt schon längst ausgerottet sein.
        Ist das passiert ? Antwort: Nein - also braucht auch kein Mensch.

        Also das Gegenteil ist der Fall - jede Neuerung, jede Erweiterung, sollte man genaustens auf ihre Tauglichkeit, ihren tatsächlichen Nutzen, und wem sie nutzt, überprüfen. Alles andere ist dumpfe Technikgläubigkeit.

      • Tenten vor 11 Monaten Link zum Kommentar

        Oder noch besser, man fragt einfach dich.

        Selten so einen ausgemachten Schwachsinn gelesen.

      • Frank K. vor 11 Monaten Link zum Kommentar

        "Genmanipuliertes Saatgut - angeblich sollte damit der Hunger in der Welt schon längst ausgerottet sein."

        Ich hätte gerne ein wissenschaftliche Studie mit der Prognose, dass bis 2016 jegliche Hungersnot der Welt belöst sein wird. Andernfalls kann man diese Aussage als klassisches Strohmann-Argument deklarieren.

        "Ist das passiert ? Antwort: Nein - also braucht auch kein Mensch."

        Nur weil eine Technologie nicht den Welthunger im Alleingang besiegt, heißt das nicht, dass sie gänzlich überflüssig ist. Solche Schlussfolgerungen sind, freundlich formuliert, abenteuerlich.

        Es geht mir ja nicht einmal darum, ob GMOs nun positiv oder negativ zu bewerten sind, sondern dass dein argumentativer Aufbau einfach Unsinn ist.

      • "Genmanipuliertes Saatgut braucht kein Mensch.."

        Ich ärgere mich ja-zur Unterhaltung- gerne mal so ein bisschen über dumme Aussagen, aber diese macht mich richtig wütend.

        *********, ewiggestriges, ideologisch verblendetes, uninformiertes Pack!

        http://m.futurezone.at/meinung/goldener-reis-wenn-technikfeindlichkeit-toetet/138.851.000

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Alles klar!