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Mobilität 3 Min Lesezeit 14 Kommentare

Wechseln statt Aufladen: Nio bekämpft lange Ladezeiten mit Wechselakkus

Wer schon einmal ein Elektroauto gefahren hat, der kennt sicher das Problem: Neigt sich der Ladestand des Akkus gen Null, muss man nicht nur eine Ladesäule finden, sondern sich auch auf eine lange Ladezeit einstellen. Nio, ein Elektrofahrzeug-Hersteller aus China, will diese langen Ladezeiten mit Hilfe von Wechselakkus bekämpfen.

Viele von uns in Deutschland wird der Name Nio nichts sagen, aber wer sich ein wenig mit Elektrofahrzeugen beschäftigt oder gar die Formula E schaut, wird des öfteren über den jungen Hersteller stolpern. Wie viele junge E-Auto-Hersteller hat die Marke seine Wurzeln in China. Aber genau wie Byton sieht Nio sich als globales Unternehmen an, was sich durch die über den Globus verteilten Büros wiederspiegelt. Auch in Deutschland unterhält Nio ein Büro und zwar in München.

Auf den vor wenigen Tagen in China abgehaltenen Nio Days 2018 zeigte das Unternehmen einen interessanten Ansatz, wie die Ladezeiten eines Elektroautos verkürzt werden können. Statt sich eine Ladesäule zu suchen, sucht man sich stattdessen künftig eine Akku-Wechselstation, die das Nio-Fahrzeug autonom anfährt und in der binnen fünf Minuten der Akku im Unterboden automatisiert ausgetauscht wird. Bei E-Rollern wie dem Gogoros, die in Deutschland als Sharing-Scooter von Coup genutzt werden, wird das Prinzip der Wechselakkus schon genutzt.

An sich ist die Idee nicht neu, bei Smartphones kennen wir das aus der Vergangenheit. Aber auch bei Elektrofahrzeugen gab es schon mal einen Ansatz: der ehemalige SAP-Manager Shai Agassi wollte mit seinem Unternehmen genau das Prinzip der Wechselakkus auf die Automobilindustrie ummünzen, scheiterte aber an viel zu aufwendigen und teuren Wechselstationen, die zu dem technisch nicht ausgereift waren. Stattliche 850 Millionen US-Dollar hat das Experiment “Better Place” damals gekostet. Viele der Patente sind nun in den Händen von Nio, die nun in China entlang der Transitstrecke G4 18 Wechselstationen aufgebaut haben. Diese sind zwar noch nicht wie in dem Demo-Video gezeigt automatisiert und das einzige momentan erhältliche E-Fahrzeug, der Nio ES8, kann auch noch nicht autonom einparken, aber immerhin werden dort schon Akkus ausgetauscht.

Um den Akku-Wechsel-Service als Besitzer eines ES8 oder des angekündigten ES6 künftig nutzen zu können, müssen sich die Halter vor dem Kauf dazu entscheiden. Statt dann das Fahrzeug samt Akku zu kaufen, mietet man den Akku. Dadurch reduziert sich der Kaufpreis von umgerechnet 57.000 Euro auf knapp 45.000 Euro, für den Mietakku sind dann aber umgerechnet rund 210 Euro fällig. Der Wechsel des Akkus an den Stationen ist in dem Mietpreis in China inbegriffen und somit kostenlos.

Quelle: Nio

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14 Kommentare

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  • Akku mieten für 210€ + natürlich der teuerste Europastrom + oft teurere Versicherung = kann sich bestimmt jeder Bürger leisten! 😅

    Bleibe bei meinem sauberen japanischen Benziner und dann steige ich um in 202X auf nen sauberen japanischen Hybriden um.

    Die Elektrofahrzeuge und die Akku-Austausch-Idee sind eine Totgeburt und nur eine weitere Möglichkeit für die Autohersteller noch mehr Steuergeld von Deutschland zu klauen 💶


  • Der Umstieg von Benziner zu Elektroautos kann sehr schwierig werden wie dieses Video zeigt:

    m.youtube.com/watch?v=j52odgkRxDs&feature=youtu.be


  • Vielleicht ist das dann auch die Möglichkeit, dass die Karren besser gelöscht werden können. Akku raus und es liegt kein Strom mehr an.
    Die Idee kann jedoch nur in großem Stil funktionieren, wenn alle Autobauer das selbe System nutzen. Dann ist es wie eine automatische Waschanlage. Über die erste Klappe - Akku raus - über die nächste Klappe - Akku rein!
    Auch fehlerhafte oder alte Akkus können dadurch besser gefunden und ausgetauscht werden.
    Fazit: Es tut sich was auf dem Gebiet der Elektromobilität und die noch vorherrschenden Nachteile können hoffentlich bald entkräftet werden. Es entstehen dadurch dann wahrscheinlich auch neue Jobs, bzw. neue Aufgaben für die vorhandenen Arbeitnehmer.


    • "Vielleicht ist das dann auch die Möglichkeit, dass die Karren besser gelöscht werden können."
      Eher nicht, denn das Problem ist nicht der "fest verbaute" Akku sondern die Materialien aus denen der Akku ist. Lithium-Ionen oder Lithium-Polymer Akkus, und soweit ich weis werden diese Techniken verwendet, sind einfach schwer zu löschen wenn diese erstmal brennen. Da hilft nur eine neue Akkutechnologie aus eienm nicht Brennbaren Material. Die sogenannten "Festkörperakkus" könnten für dieses Problem eher eine Lösung sein als einfach nur Wechselakkus.
      Aber: Die Reichweite der Autos wird erhöht wenn man den Akku einfach austauschen kann. Und auch das Zeit-Problem des lagen Aufladens im Vergleich zum "tanken" bei einem Verbrennungsmotor kann hierdurch zumindest entschärft werden.


  • Wow, die Idee hatte Renault um 2010 schon.


    • Tim vor 3 Wochen Link zum Kommentar

      Und? Umgesetzt hat man es offensichtlich nicht und somit ist die Idee von Renault nichts als heiße Luft.


  • Ich Wechsel immer noch die Akkus beim smartphone. besser geht es zurzeit nicht.


  • Die kommen noch auf die Idee wie beim Smartphone alles zu verkleben und somit wird die Karre zur Einwegverpackung.


  • Miete von 210€? Im Monat? Und dazu dann noch die "Tankfüllung"?

    Teurer Spaß diese E-Autos......


    • Du vergisst hier aber die 12.000 Euro Ersparnis beim Kauf. Verrechnet mit der Miete ist diese nach 4,7 Jahren erst aufgebraucht. Dann dürfte der gekaufte Akku auch nicht mehr so gut dastehen.


  • Das ist mal ne Gute Idee, Wechselakkus bei E-Autos. Mal sehen wie Praxistauglich das dann tatsächlich ist.
    Sorge macht mir nur wer auf diese Idee gekommen ist: die Chinesen, keiner der großen Deutschen Autohersteller. die Chinesen haben uns hier überholt weil unsere Unternehmen zu lange am alten Verbrennungsmotor festgehalten haben.


    • Die Chinesen waren schon immer wesentlich offener gegenüber neuen Technologien als die Deutschen. Deutsche Entwickler waren auch nie auch nur ansatzweise so weit.


      • @p.w.
        Soweit ich weis steckt noch was ganz anderes dahinter: Unsere Autohersteller und die Ölindustrie haben von einander Firmenbeteiligungen. Na, Klingels?
        Bei den Chinesen dagegen: die haben ihre seltenen Erden, die in E-Autos mehr benötigt werden als in Fahrzeugen mit Verbrennungsmotoren.
        Aber da sind wir jetzt für manche Leute schon im Bereich der Verschwörungstheorien angekommen.

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