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Tipps und Tricks 6 Min Lesezeit 122 Kommentare

NFC kann mehr als nur Kopfhörer koppeln und bezahlen

Update: Google Pay verwendet NFC

Mit der Near Field Communication, kurz NFC, wurde vor wenigen Jahren eine Technologie zur drahtlosen Kommunikation zwischen Geräten eingeführt. Doch wofür lässt sich NFC genau verwenden? Hier zeigen wir Euch NFC-Anwendungen und Tipps zu NFC im Alltag.

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NFC-Anwendungen ohne eigene Tags

Per NFC in Deutschland bezahlen

Bezahlen mit dem Smartphone gewinnt an Fahrt. Google Pay ist endlich offiziell in Deutschland verfügbar, wird aber nur von wenigen Banken unterstützt. boon. ist ein Option, wenn Ihr keine Kreditkarte von einer der wenigen Banken habt.

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Boon ist eine der wenigen NFC-Lösungen zum Bezahlen via Smartphone. / © ANDROIDPIT

Ein Nachteil beim Bezahlen mit dem Smartphone geht mit Einschränkungen einher, die die Anbieter vorgeben. Euer Smartphone darf nicht gerootet sein und auch Nutzer einer Custom-ROM bleiben außen vor.

Den Standard zum Bezahlen via NFC haben Visa und Mastercard gemeinsam ausgehandelt. Da die Kreditkarten-Unternehmen beschlossen haben, ab 2019 kein Geld mehr von nicht-NFC-fähigen Terminals anzunehmen, werden wir bis 2018 überall mit NFC bezahlen können. Mehr dazu lernt Ihr in unserem Feature-Artikel zum Thema:

aldi nord nfc bezahlen
Aldi Nord hat sich bereits mit NFC-fähigen Terminals ausgerüstet. / © Aldi Nord

Kontakte per NFC übertragen

Mit Googles Kontakte-App könnt Ihr problemlos einen Adressbuch-Kontakt an ein anderes Android-Gerät senden. Ruft dazu einfach den Kontakt auf und haltet die Smartphones mit den NFC-Kontaktflächen aneinander. Wenn Ihr das Absendergerät in den Händen haltet, müsst Ihr den Vorgang zusätzlich durch Tippen auf den Bildschirm bestätigen.

Bilder und Dateien dank NFC besonders einfach austauschen

Wie Kontakte lassen sich auch Dateien und Fotos ganz praktisch mittels NFC austauschen. Die Funktion dafür heißt Android Beam und befindet sich im ganz normalen Teilen-Menü. Ihr müsst die Option aber zunächst in den Einstellungen aktivieren. Geht dazu in den Einstellungen im Abschnitt Drahtlos & Netzwerke unter Mehr auf Android Beam und aktiviert die Funktion.

Der Dateiaustausch an sich erfolgt bei Android Beam nicht über NFC, da dies viel zu langsam wäre und seine Reichweite nicht ausreichen würde. Stattdessen erfolgt er via Bluetooth oder Ad-hoc-WLAN, also recht zügig. Ruft einfach in Eurer Galerie-App oder dem Datei-Manager eine Datei auf, drückt den Teilen-Button und wählt Android Beam aus. Haltet dann das Sender-Gerät an das Empfänger-Gerät und tippt auf dem Sender-Gerät auf den Bildschirm. Sobald der Kopiervorgang startet, dürft Ihr die Geräte wieder auf einen Abstand von wenigen Metern bringen.

Bluetooth-Lautsprecher und Kopfhörer via NFC koppeln

Bei Bluetooth-Lautsprechern wird mittlerweile NFC-unterstützte Kopplung angeboten. Das erspart Euch das mühselige Drücken einer Tastenkombination an den Lautsprechern und der Nutzer muss nicht extra in das Smartphone-Menü wechseln. Inzwischen gibt es ein großes Angebot an NFC-fähigen Bluetooth-Lautsprechern.

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Der Ort des NFC-Chips ist immer markiert. / © ANDROIDPIT

Haltet für die Kopplung Eures NFC-fähigen Smartphones mit dem Speaker die jeweiligen NFC-Chips nahe aneinander. Anschließend wird Euch das Smartphone fragen, ob Ihr wirklich koppeln wollt. Bejaht, und schon ist der Vorgang abgeschlossen. Das gleiche funktioniert auch mit vielen Bluetooth-Kopfhörern.

NFC-Anwendungen mit eigenen Tags

Woher bekomme ich NFC-Tags?

Damit Ihr NFC-Apps sinnvoll einsetzen könnt, braucht Ihr einen NFC-Chip mit mindestens 137 Byte Speicherplatz - es gibt auch Tags mit mehr Speicher. NFC-Chips bekommt Ihr in unterschiedlichen Shops und Formaten. Es gibt NFC-Tags, die man an Möbel und andere Gegenstände befestigt. Und es gibt welche, die als Schlüsselanhänger verwendet werden können. Es gibt auch NFC-Armbänder und NFC-Visitenkarten, jedoch empfiehlt sich hier eher die Verwendung von QR-Codes, da diese auch von iPhones ausgelesen werden können.

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NFC-Anwendungen werden immer häufiger. / © ANDROIDPIT

WLAN-Verbindung herstellen via NFC

Mit Bordmitteln von Android gibt es die Möglichkeit, die Details eines WLAN-Netzwerks in einen NFC-Tag zu schreiben. Erreichbar ist dieses Feature ab Android 5.0 Lollipop, indem Ihr in der Übersicht der aktuellen Netzwerke lange auf das gewünschte Netz tippt. Wählt jetzt die Option "Schreibe auf NFC-Tag". Nun müsst Ihr nur noch das WLAN-Passwort eingeben und schon landen alle nötigen Informationen auf Eurem NFC-Tag. Jetzt könnt Ihr die WLAN-Verbindung herstellen, indem Ihr den Tag an den NFC-Chip eines Android-Smartphones haltet. Das funktioniert sogar im Einrichtungsassistenten von Android - nach der erfolgreichen Verbindung müsst Ihr dort allerdings ein zweites Mal auf das gewünschte Netz tippen, sonst fährt der Assistent ohne Online-Funktionen fort.

Aber Achtung: Auf dem NFC-Tag ist das Passwort im Klartext gespeichert. Wer ein NFC-fähiges Smartphone mit entsprechender Lese-App wie NFC-Tools besitzt, kann den Inhalt ohne Probleme auslesen.

ANDROIDPIT nfc wifi connection
NFC für die Verbindung mit einem WLAN-Netzwerk verwenden. / © Screenshots: ANDROIDPIT

Passwörter verwalten mit NFPass

Mit dem Passwort-Manager NFPass könnt Ihr Eure Passwörter verschlüsselt auf separaten NFC-Chips speichern. Es werden keine Daten auf dem Gerät oder auf einem Server gespeichert. Man kann die Passwörter selber sicher verwalten.

NFC-Tags im Alltag einsetzen: Automatisierung von Aufgaben

NFC-Tags sind kleine Aufkleber oder auch Plastikmünzen, die einen Chip enthalten. Der lässt sich mithilfe von Apps programmieren und sorgt dafür, dass Euer Smartphone bei Berührung bestimmte Aktionen auslöst. Eine beliebte App zum Nutzen von NFC-Tags ist Trigger, und so funktioniert sie:

  • Startet die App NFC Aufgaben-Launcher.
  • Drückt auf das Plus-Symbol und wählt NFC aus.
  • Vergebt einen Tag-Namen und wählt anschließend eine oder mehrere Aktionen aus.
  • Wenn Ihr fertig seid, drückt oben rechts auf Speichern & Schreiben.
  • Berührt nun mit Eurem Smartphone den Tag, um diesen zu schreiben.
  • Drückt jetzt noch auf Fertig, um den Vorgang abzuschließen.
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NFC-Tags lassen sich schnell und einfach programmieren. / © ANDROIDPIT

Das war es. Wenn Ihr jetzt den NFC-Tag mit dem Smartphone berührt, werden die zuvor gespeicherten Aktionen automatisch ausgeführt.

Die Einsatzmöglichkeiten sind grenzenlos: Ihr könnt beispielsweise einen NFC-Tag für zu Hause so programmieren, dass sich Euer Smartphone automatisch mit dem heimischen WLAN-Netzwerk verbindet und Eure Klingeltöne auf laut stellt. Oder ein NFC-Tag im Schlafzimmer sorgt dafür, dass sich Euer Smartphone lautlos schaltet und den Wecker stellt.

Verlasst Ihr das Haus, schaltet Ihr mit dem Tag an der Wohnungstür WLAN ab, aktiviert die automatische Bildschirmsperre wieder, und dreht die Lautstärke auf Maximum. Kommt Ihr ins Büro, schaltet das dortige NFC-Tag Euer Smartphone stumm, aktiviert WLAN wieder und löst die automatische Sperre.

Für mobile Arbeiter wiederum kann es praktisch sein, einen NFC-Sticker am Notebook zu platzieren, der den WLAN-Hotspot des Smartphones aktiviert bzw. deaktiviert. 

Neben Trigger gibt es auch die App-Kombination NFC-Tools und NFC-Tasks, mit der Ihr NFC-Tags mit Aufgaben versehen könnt. Der Funktionsumfang ist ähnlich groß. In beiden Fällen gilt: Auf dem Smartphone muss die App installiert sein, die die Aufgaben dann tatsächlich ausführt. 


Wir haben den Artikel im Juli auf den aktuellen Stand gebracht.

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122 Kommentare

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  • Dann kommt einer mit nem Gerät..Er muss nur hinten 1meter zustehen und sich aussuchen wie viel geld er möchte...sicher mit mac oder vpn👍👍👍 haha zockt der ab guckt ihr so..ähhhm mac adresse😂😂😂


  •   15
    Gelöschter Account vor 3 Wochen Link zum Kommentar

    Super Tipps! Weiter so! :)


  • NFC an sich ist cool, für sicherheitsrelevante Sachen wie Bezahlung mit dem Handy und Passwörter werde ich es aber nicht verwenden. Vieles scheint noch nicht völlig ausgereift zu sein. Selbst zu handeln und zu denken finde ich immer noch am sinnvollsten, ich mag mich nicht zu sehr auf diese Art der Technik verlassen, auch wenn es teilweise funktioniert. Geschweige denn, dass ich mir was chippen lassen würde. Selbst ist der Mensch, selbst denken, selbst erinnern, was man mitnimmt, wo man seine Sachen hat und wie man wo und wozu Passwörter braucht. Für mich ist das sicherer als die NFC-Technik ....


  • Ich bleibe bei Barzahlung und eventuell EC-Karte . Mit dem Smartphone bezahlen ist mir persönlich noch zu unsicher zumal es Smartphones wie Android die noch mit alten Versionen des Betriebssystems laufen zum Beispiel 4.4 oder 5.1 wo ist Sicherheitslücken gibt die bequem ausspioniert werden können .


  • Sehr gut danke dir


  • Auch wenn das Passwort auf dem NFC-Tag im Klartext gespeichert wird müssen sich Besitzer einer Fritzbox nicht daran stören wenn sie in der Fritzbox unter WLAN Sicherheit die Option - Nur bekannte Geräte zulassen - anhaken. Ist die MAC Adresse des Gerätes nicht mit der bekannten identisch blockt sie es. Auch WPS hat da keine Chance.

    Hier: http://www.nfc-tag-shop.de/ gibts auch sehr günstige Tags und anderes Zubehör.


    • "Nur bekannte Geräte zulassen - anhaken. Ist die MAC Adresse des Gerätes nicht mit der bekannten identisch blockt sie es." Nur, dass das nicht sicher ist! Und ganz einfach umgangen werden kann: die Mac-Adresse des Gerätes auf eine im Netzwerk der Box ändern (zuvor snifft man halt mit einem entsprechenden Programm, welche Clients mit der Box verbunden sind) und schon ist man drin. Daher Vorsicht... WPA2 mit einem langen und gemischten Passwort nutzen (Empfehlung: 12 Stellen ... alphanumerisch mit Groß- & Kleinschreibung) und kein WPS zulassen... WLAN-Leistung auf Minimum runterdrehen, dass die Geräte daheim noch alle gerade so Empfang haben. Und wie im Artikel empfohlen: Überlegt Euch das mit dem NFC-Chip und dem Passwort 2-3 mal!


      • WPA2 Personal ist ja logisch. Mein PW hat 35 Zeichen, alphanumerisch mit Groß- & Kleinschreibung sowie Sonderzeichen. WPS ist selbstverständlich auch deaktiviert. Der Fribo Name (SSID) wurde auch mit einem PW Generator generiert, ließt sich also etwas merkwürdig. Zumal Sniffer meist nach den voreigestellten Namen suchen.

        Die LAN MAC Adresse in einem PC zu ändern ist simpel, die WLAN MAC Adresse zu ändern ist aber nicht so einfach, da diese Hardware gebunden ist. Das wäre ein ziemliches Gefrickel und man sollte Profi sein. Klar, es gibt für gerootete Handy's App's wie Pry-Fi, aber die generieren auch nur automatisch neue MAC's. Sind dann aber noch Walls á la Endian, Barracuda o. ä. vorhanden wird es mehr als problematisch.


  • NFC nutze ich nicht. Bzw. habe es einmal genutzt um Daten vom alten, zum neuen Phone zu senden.


  • könnt ihr auch die App "Seqr " testen? Mit ihr soll es ebenfalls möglich sein ohne Tags am Terminal per NFC zu bezahlen und bekommt Cashback bei jeder Zahlung. Ich frage mich nur, ob es auch an allen Terminals funktioniert.


    • Seqr heißt zwar jetzt Glase, funktioniert aber wunderbar an allen Terminals, die auch Mastercard kontaktlos akzeptieren (weil es nur eine Mastercard emuliert)


  • Hallo!
    Mein NFC Tag reagiert nicht bei ausgeschaltenem Bildschirm am Mobiltelefon.
    Bildschirmsperre ist aktiviert und nichts geht mehr.
    Kann mir da wer helfen?
    DANKE


    • Izzy
      • Blogger
      08.03.2016 Link zum Kommentar

      Nein. Das ist so gewollt (nennt sich m.W. "Sicherheitsvorkehrung" – damit niemand ohne Dein Wissen da was "fummelt").


      • Ja das passt schon. Aber ich möchte es trotzdem so benutzen und dazu bräuchte ich Hilfe.
        Man sollte schon selbst entscheiden können was man möchte. ;))

        Danke Izzy


  • Am Mittwoch lasse ich mir einen RFID-NFC-Chip in die Hand einsetzen. Demnächst hole ich mir noch einen neuen Schließzylinder für die Haustür und brauche so nie wieder einen Schlüssel mitnehmen, da ich sie bequem mit dem Chip in der Hand aufschliessen kann.


  • NFC ist zwar toll um Geräte schnell zu koppeln oder gewisse Aktionen zu verknüpfen aber Passwörter auf einen nfc chip speichern ist, egal ob verschlüsselt oder unverschlüsselt, ziemlich leichtsinnig. Allgemein nicht gerade schlau sensible Daten auf solch einen chip zu tun vorallem wenn man diesen nur bei Berührung mit entsprechenden Geräten einfach auslesen kann.

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