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Künstliche Intelligenz: Der Siegeszug nimmt nicht alle Menschen mit

Apple, Amazon, Google, Microsoft - alle namhaften Technologie-Unternehmen arbeiten am Thema Künstliche Intelligenz, vor allem für Assistenzsysteme wie Alexa, Cortana oder Siri. Noch allerdings gibt es eine Menge Skepsis zu dem Thema, das es erst langsam in den Alltag und die allgemeine Diskussion schafft. In China tut sich in Sachen KI unterdessen eine ganze Menge.

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Gerade erst konnte ich die verschiedenen Seiten der Diskussion um digitale Assistenzsysteme und Künstliche Intelligenz (KI) auf meiner Facebook-Seite verfolgen. Anhand meines persönlichen Smart-Home-Ausflugs entspann sich eine spannende Unterhaltung, die vom Stromverbrauch bis hin zu klassisch emotionalen Themen wie Überwachung, staatlicher Repression und Werbung ging. Von Philips Hue und Amazon Alexa wird der Bogen schnell zu staatlicher Kontrolle gespannt und das Standardwerk 1984 von George Orwell herangezogen.

Tatsächlich ist KI im Moment vor allem ein Werkzeug, das zur Interaktion mit dem Nutzer auf Sprache - und damit Mikrofone - sowie biometrische Merkmale - und damit Fingerabdrucksensoren und Kameras - benötigt, um die digitalen Assistenten zu bedienen. Logisch auch, dass diese Systeme einerseits eine umfangreiche technische Ausstattung im Hintergrund und andererseits ziemlich viele Daten des Nutzers benötigen, um sinnvoll zu funktionieren. Vor allem letzteres erfordert eine gewisse Bereitschaft des Anwenders, eine Blockade der eigenen Daten führt dazu, dass der Nutzwert arg weit sinkt - dann kann man schnell die Sinnfrage stellen.

Baidu holt beim Thema Künstliche Intelligenz mächtig auf

Abseits der prominenten US-Unternehmen arbeitet in China derzeit der hierzulande vergleichsweise unbekannte Riese Baidu daran, KI auf ein neues Thema zu heben. Am Steuer steht dabei die Branchengröße Qi Lu, der zuvor bei Microsoft lange an Cortana arbeitete und auf dem Gebiet der KI als rechte Hand von Microsoft-CEO Satya Nadella galt. Im Interview mit Wired gibt Lu einen Ausblick darauf, was den Ansatz von Baidu von der Konkurrenz unterscheidet.

Technisch hat Baidu beim Thema KI auf die Konkurrenz aufgeholt, wie Lu betont. Vor einigen Jahren sei man noch weit hinter Microsoft und Co. gewesen, das hat sich nun in seinen Augen gedreht. Unter dem Begriff "Baidu Brain" fassen die Chinesen alle Teilgebiete der KI zusammen. Dabei ist Baidu der einzige namhafte Konzern, der die zwei Ebenen der Wahrnehmung und der kognitiven Verarbeitung getrennt behandelt, anderswo werden beide Disziplinen zusammengefasst.

Wichtiger noch als die Technologie im Hintergrund ist für Lu allerdings das dahinter liegende Ökosystem und die damit verbundenen Dienste. So erklärt sich der KI-Experte auch die aktuelle Vormachtstellung von Amazon und dem Assistenten Alexa, der zwar technisch nicht besser ist als die Lösungen der anderen Mitspieler auf dem Markt, aber die meisten Funktionen und für den Anbieter die besten Einnahmemöglichkeiten bietet. Baidu sieht sich hinter Amazon global als Nummer Zwei.

Kühlschränke mit KI von Baidu

Das liegt für Lu auch daran, dass Baidu ein großes Netzwerk an Partnern an Land gezogen hat, das die eigene Technologie auf alle möglichen Geräte bringt, sogar auf Kühlschränke oder Klimaanlagen. Als Software nutzt Baidu die Eigenentwicklung DuerOS.

Den US-Markt hat Baidu vor allem bei Assistenz-Systemen noch nicht wirklich im Blick, und das liegt an den unterschiedlichen Wohnsituationen der Menschen. Die Wohnungen in China, die auch Menschen mit besseren Einkommen zur Verfügung stehen, sind häufig deutlich kleiner und unruhiger als in Amerika oder Europa, was andere Anforderungen an die Technik stellt. Da dies etwa in Japan, Indien oder Brasilien ebenso ist, sieht sich Baidu hier deutlich besser aufgestellt als die Konkurrenz. Der globalen Expansion vor allem in diese Länder steht kaum etwas im Weg.

Lu betont außerdem, dass KI nicht nur eine Technologie ist, sondern Auswirkungen auf die Umwelt, die Gesellschaft und die Politik hat. Der Schutz der Privatsphäre müsse dabei an oberster Stelle stehen, um Vertrauen beim Nutzer zu erzeugen. So dürften etwa private Konversationen nicht den Weg in die Cloud finden. Der Kunde wäge am Ende ab, so Lu, ob die Vor- oder die Nachteile überwiegen, und treffe dann seine Entscheidung. Das sei nicht nur in China, sondern überall so.

Regeln sind wichtig

So spannend die technische Entwicklung der Künstlichen Intelligenz auch ist - und wir sind hier noch ganz am Anfang - so gefährlich kann sie auch sein. Dies betonte zuletzt auch der charismatische Tesla-Boss Elon Musk, der mit OpenAI ein eigenes KI-Forschungsteam unterhält.

Die sozialen Aspekte und die Möglichkeiten, die die immer stärker werdende Vernetzung mit sich bringt, machen konsequente Regelungen nötig, die staatenübergreifend gelten sollten. Angesichts der Geschwindigkeit, mit der internationale Absprachen und verlässliche Regularien getroffen werden, mache ich mir aber keine Illusionen: Das wird so schnell nicht passieren.

Vorsicht ist durchaus geboten, denn Staaten und Unternehmen bekommen angesichts der Möglichkeiten von KI schon jetzt leuchtende Augen. Welche Auswirkungen das auf die Gesellschaft haben kann, zeigt das kurze Video des ARD Weltspiegels.

Es ist wie so oft: Angst und überbordende Skepsis vor technologischem und wissenschaftlichem Fortschritt sind zwar ein schlechter Ratgeber, doch man muss auch nicht jede Neuerung kritiklos feiern und begrüßen. Wenn das Thema Künstliche Intelligenz weiter in den Fokus rückt und damit Chancen, Risiken und Möglichkeiten intensiver beleuchtet und diskutiert werden, kann das nur von Vorteil sein.

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Top-Kommentare der Community

  • Frauke N. vor 3 Monaten

    "Der Siegeszug nimmt nicht alle Menschen mit"
    stimmt, aber das hat er bei menschlichen Intelligenz ja auch nicht getan. ;-P

  • René H. vor 3 Monaten

    Was soll an solchen Assistenten intelligent sein? Wenn die Menschen genauso intelligent sind wie diese Helferlein, dann Prost Mahlzeit. ;-) Die Assistenten führen vorprogrammierte Codes aus, mit Intelligenz hat das m.E. nichts zu tun.

  • Lyonel Cole vor 3 Monaten

    Na und ihr meint bei euch wäre das anders?
    Ihr agiert doch auch nur im Rahmen dessen was ihr bereits erlernt habt. Kommt etwas Neues hinzu wird es gespeichert. So auch bei einer künstlichen Intelligenz.

    Du würdest ja auch nicht so weit gehen einen Hund dumm zu nennen, trotzdem agiert ein Hund nur im Rahmen dessen was ihm beigebracht wurde. Ist er deshalb nicht intelligent?

    Ein Hund der dich vor einem Angreifer beschützt ist intelligent, oder? Trotzdem tut er nur das worauf er programmiert wurde. So macht es der Stauassistent auch.

    Ihr hängt euch immer an dem Wort "intelligent" auf und projiziert es auf die Menschheit. Wieso? Es ist nunmal eine künstliche(!) Intelligenz und ja - leider sind manche Menschen auch nur so doof wie eine KI...

53 Kommentare

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  • urandro vor 2 Monaten Link zum Kommentar

    Das alles hat aber noch nichts mit echter KI zu tun. Deap Learning ect . Lt . Minski dauert es noch sehr lange, bis echte KI machbar ist. Das ein besserer PC ala Watson ect. Spieler schlägt ,hat noch nichts mit KI zu tun. Ich würde das eher als Experten System bezeichnen. Gut gemacht. Aber mit KI hat das nicht viel zu tun. KI ist ein Modewort. Jeder spricht darüber. Kaum jemand hat echtes Wissen. Ich habe nur vor 25 Jahren in einem MÜ Projekt mitgearbeitet. Einen Einblick in die KI Problematik incl. Nichts für mich. Das ist was für Genies. Wer sich heute alles angeblich mit KI auskennt.... Peinlich.


  • Wenn ich auf solche Sachen angewiesen sein sollte, dann müsste ich mir langsam Gedanken machen was mit meinem Leben nicht stimmt. Mehr Ruhe weniger Stress.
    Back to the roots


  • Aries vor 3 Monaten Link zum Kommentar

    Künstliche Intelligenz würde mich schon erreichen. Was aber heute darunter vermarktet wird, kratzt an der Oberfläche, bringt bei genauer Betrachtung keinen bis kaum Mehrwert und dringt stattdessen in unsere Privatsphäre ein.


  • Hm. Ein Artikel über künstliche Intelligenz ohne auch nur ein einziges klitzekleines Beispiel, was evtl. alles möglich ist jetzt oder in Zukunft.
    Das hätte den Artikel mMn deutlich aufgewertet. Auch um den Sinn oder Unsinn hinter den Gadgets besser zu erläutern.


  • mensch vor 3 Monaten Link zum Kommentar

    Schlussendlich ist KI auch nichts anderes als ein Werkzeug.
    Von Menschen hergestellt um das Leben auf die eine oder andere Art zu vereinfachen.
    Wie bei Werkzeugen üblich muss es auch hier eine Qualitätskontrolle (Tüv, GS, ...) geben und der Anwender des Werkzeugs sollte die dafür benötigte Qualifikation besitzen.
    Der Rest der Geschichte ist dann Sache der üblichen Heils- und oder Unheilspropheten.


  • Guten morgen Professor Falken, Skynet hat auch mal klein angefangen 😂


  • Mia vor 3 Monaten Link zum Kommentar

    Was ich noch interessanter finde, dass die KI schlauer ist als manche Eigentümer von der Kiste 😂😂

    H G


    • Dein Taschenrechner kann auch besser rechnen als Du. Trotzdem wirst Du wichtige Entscheidungen lieber selber treffen wollen.


      • Mia vor 3 Monaten Link zum Kommentar

        Ein Taschenrechner ist doch keine KI.... Nee das Beispiel ist blöde, du brauchst ein anderes 😁


  • Mia vor 3 Monaten Link zum Kommentar

    Ja was soll ich sagen?
    Ich habe im Hinterkopf so einen Film, wo sie versuchen den super Computer auszuschalten und der PC hat es nicht zugelassen.... Hat sie im Fahrstuhl eingesperrt usw usw....

    Ja ich denke jedes System braucht einen Notausschalter 😀


  • Auch ich finde die Bezeichnung künstliche Intelligenz als unpassend. Sowas verbinde ich eher mit mächtigen Quantenrechnern. Und die gibt es ja noch nicht. Und wenn wäre das wohl eine größere Apparatur. Ich habe mich jetzt auch nicht damit beschäftigt was da technologisch alles Voraussetzung wäre. Aber meiner Einschätzung nach sind wir da sprichwörtlich noch Lichtjahre entfernt um sowas zu bauen, was ich unter KI verstehe. Für mich ist das derzeit erhältliche nur eine erweiterte Möglichkeit personenbezogene Daten abzugreifen um noch mehr Kasse zu machen, und hat nur recht wenig mit KI zu tun. Den Begriff ordne ich eher als Lockmittel oder Marketing ein.
    Wie könnte man Alexa und co also bezeichnen ? Ich frag mal Ok-Google...Assis-tent.
    Seit euch bewusst - jede Interaktion mit Alexa und co füttert dein Profil welches an Konzerne verkauft wird. Nicht dass dies neu wäre. Cookies, Android und ähnliches gibt's ja schon. Nur hier erobert man neue Bereiche die unsere Profile erweitern und präzisieren. Da diskutieren wir über Schadsoftware, und hier wird völlig legal und frei Haus geliefert. Zugespitzt, aber halt die alte Leier.

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