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Handy am Steuer: KI erkennt Verkehrssünder

Handy am Steuer: KI erkennt Verkehrssünder

Seit 2018 testet die Regierung in Australien ein KI-Kamerasystem, das Autofahrer mit einem Handy in der Hand erkennt. Nachdem im Rahmen eines Tests nur Verwarnungen verschickt wurden, wird nun mit Bußgeldern durchgegriffen. Das System ist auch hierzulande denkbar. 

Die Verkehrsbehörde von New South Wales in Australien hatte die Maßnahme bereits im Dezember vergangenen Jahres umgesetzt. Demnach sollen auf Australiens Straßen 45 Infrarot-Kameras installiert worden sein, die mithilfe von künstlicher Intelligenz den Innenraum von Kraftfahrzeugen erfassen können. So soll es möglich sein, festzustellen, ob der Fahrer oder die Fahrerin ein Smartphone in der Hand hält. 

Zunächst lief die neue Maßnahme zur Überführung von Verkehrssündern nur als Test. Über sechs Monate hatte die australische Regierung in Sydney Fahrzeuge per KI überprüft. Von 8,5 Millionen Überprüfungen sei es in rund 100.000 Fällen zur Erkennung eines Smartphones am Steuer gekommen. Zur Eingewöhnungsphase wurden an entsprechende VerkehrssünderInnen bisher nur Verwarnungen verschickt. Diese sollen ab sofort durch Bußgelder ersetzt werden, wie "heise" berichtet. In Australien werden für das Vergehen zwischen 200 und 280 Euro fällig, außerdem folgen Punkte im Strafregister. 

Die bisher 45 eingesetzten Kamera-Systeme sollen so konzipiert worden sein, dass der Datenschutz gewährleistet ist. So seien nur autorisierte Personen zur finalen Auswertung der Kamerabilder zugelassen; das Kennzeichen wird verschlüsselt übertragen. Bis auf den Fahrer sollen andere Insassen des Fahrzeugs zudem nicht erfasst werden. 

KI-Kamerasysteme auch in den Niederlanden

KI-Software zur Erfassung von Vergehen im Straßenverkehr werden nicht nur in Australien eingesetzt. Auch die Niederlande setzen seit Ende 2019 als erstes europäisches Land entsprechende Systeme ein. Die Bußgelder belaufen sich dabei auf rund 240 Euro. Auch im deutschen Nachbarland müssen die vom System erfassten Bilder vor dem Versand eines Bußgeldes von Menschen ausgewertet werden. Die Privatsphäre-Richtlinien erfordern das sofortige Löschen von Bildern, auf denen kein Smartphone oder andere, nicht illegale Objekte, zu sehen sind. 

Der Einsatz von künstlicher Intelligenz könnte auch hierzulande denkbar sein. Nach einer Umfrage des Marktforschungsinstituts YouGov aus dem Jahr 2018 greifen hierzulande rund 37 Prozent der Autofahrer im Alter zwischen 18 und 22 Jahren gelegentlich während der Lenkung eines Fahrzeugs zum Handy. Davon geben 63 Prozent an, das Smartphone zur Musikauswahl in die Hand zu nehmen. 40 Prozent chatten via WhatsApp und Co. während der Fahrt. Ein KI-System auf deutschen Straßen könnte die Bereitschaft, das Handy während der Fahrt in die Hand zu nehmen, minimieren. 

Es ist denkbar, dass auch andere Gegenstände mittels KI erfasst werden können. So ist es in Deutschland beispielsweise verboten im Auto zu rauchen wenn ein Kind (oder Schwangere) sich an Bord befinden. Zumindest Zigarette und Kind könnte eine KI wohl identifizieren können. Bei Schwangeren dürfte das schon schwieriger sein. Zwar plant die Bundesregierung bisher nicht den Einsatz von KI-Kamerasystemen im Straßenverkehr. Wer aber beispielsweise bei einer Verkehrskontrolle oder durch ein Blitzer-Bild mit Smartphone in der Hand hinterm Steuer erwischt wird, muss ein Bußgeld von 100 Euro zahlen. 

Quelle: NSW Government

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26 Kommentare

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  • Handy am Steuer - mindestens 300 € Bußgeld, 1 Punkte und 1 Monat Fahrverbot. Sollte es dadurch zum Unfall kommen dann ab für 3 Monate in den Knast und 1 Jahr Führerschein weg.


    • Die Regierung sollte mal schauen das Alkohol wrniger verkauft wird


    • HEB vor 3 Wochen Link zum Kommentar

      @Karsten da stehe ich zu 100% dahinter. Sehe es täglich bei meiner Fahrt zur Arbeit wie oft es trotzdem am Steuer genutzt wird. Und wenn es zu einem Unfall mit Personenschaden (schwer oder Tod kommt) sollte die Strafe noch viel viel härter ausfallen, sonst lernen es leider die Menschen nicht. Es ist zwar sehr traurig diese Tatsache aber wahr.


  • Man sollte die Zeit und das Geld besser in die Entwicklung der selbstfahrenden Autos investieren. Damit diese möglichst schnell alltagstauglich und bezahlbar werden. Dann können die Leute auch nach Lust und Laune während der Fahrt surfen oder chatten.


  • Noch mehr Überwachung? Irgendwann wird die Regierung darüber Bescheid wissen wann und wo ich auf dem Klo sitze. 😂

    Jetzt mal ernst, die Regierung sollte mit dieser KI - Überwachung aufhören. Ich denke das wird mehr Probleme als Lösungen bringen!


    • Wir haben hierzulande verglichen mit dem Ausland doch kaum KI-Überwachung. Überwachung öffentlicher Räume ist natürlich nie schön, leider hat sich in den letzten Jahren aber gezeigt, dass es zunehmend nötig wird.


      • Und es hilft? Ich würde es ja akzeptieren, wenn es was brächte, auch wenn ich es nicht mag, aber ich habe bisher immer nur gehört, dass es dadurch nicht weniger Straftaten gibt. Beispielsweise London, wo sehr viel überwacht wird, führt es wohl nur dazu, dass diese sich verlagern.


  • Man könnte ja einfach fimen, die meisten Idioten machen das nämlich so offen dass man kein Infrarot System braucht. Es lebe die totale Überwachung, ich könnte mir vorstellen, Hilfestellung bei chinesischen Experten anzufordern.
    Im übrigen, was soll denn bitte eine KI für Bilder vom Innenraum liefern?


    • Es wird ja vermutlich auch gefilmt. Es geht um die Erkennung, wer soll denn bitte hunderte oder gar tausende Stunden Filmmaterial jeden Tag sichten? Außerdem kannst du so Datenschutz vergessen, wenn du einfach mal ohne Verdacht alles filmst. Ich denke, es wird gefilmt, von der KI ausgewertet und dann das Material gelöscht, wenn die KI nichts erkennt. Hilfestellung von chinesischen Experten braucht es dafür nicht, soweit ist man hierzulande auch schon. Die Chinesen sind da längst schon wesentlich weiter.


      • Das klassische Handy am Ohr oder vor der Nase wäre schon ein prima Filter, da braucht es keine KI die unter das Armaturenbrett schauen will.


  • KI in der gefährlichsten Form, zur Strafüberwachung bzw. -Verfolgung. Das Gefährliche dabei ist ja nicht die Überwachung des Verkehrs, die macht ja wirklich Sinn, sondern der Glaube, dass dieses Maschine Learning (KI) nicht unfehlbar sein muss, genau wie der Mensch auch, der es ja schließlich dem Grunde nach einrichtet und mit Daten füttert, dann lieber doch nur die Überwachung wo ein Mensch die letzte Entscheidung trifft, sichert auch Arbeitsplätze.

    Sarah


    • Ich traue dem Ganzen auch nicht. Wie erkennt die KI ob ich das Smartphone während der Fahrt benutzte? Motorengeräusch? Bewegung? Ob ich es als Fahrer oder Beifahrer nutze oder mit laufenden Motor stehend. Das aktive Smartphone vom Beifahrer kurz mal neben dem Fahrer abgelegt wurde? Für mich klingt das sehr fehleranfällig.


  • Vielleicht mit KI erst mal andere Betrüger, wie Steuersünder oder bei Sozialmißbrauch aufspüren.

    Ach geht nicht - wegen Datenschutz ...


  • oh ja wir brauchen nichts dringender als nochmehr überwachung


    • Wenn ich mir die Zahlen ansehe, wieviele am Steuer per WhatsApp chatten, dann ja wohl definitiv, oder etwa nicht? Und wenn ich mir ansehe, wie vielen Geschwindigkeitsbegrenzungen oder Parkverbote vollkommen egal sind, dann ganz sicher auch.


      • Falls es wirklich zuverlässig funktioniert, könnte man darüber diskutieren. Es müsste dann aber auch irgendwelche Boni für korrektes Fahren geben.
        Allerdings traue ich den KIs noch nicht zu wirklich sicher zu funktionieren.


      • "..Es müsste dann aber auch irgendwelche Boni für korrektes Fahren geben..."

        Warum?
        Dann müßte es aber auch Boni für jedes andere Vergehen geben, das man nicht begeht. Aber das hieße, du müßtest permanent und lückenlos überwacht werden. Ein Blitzer allein, weiß nicht, was du hinter der nächsten Kreuzung treibst.

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