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Kommentar 3 Min Lesezeit 95 Kommentare

Google Pay in Deutschland: Es kommt, es kommt nicht, es kommt ...

Bezahlen mit dem Smartphone ist in Deutschland eine Geschichte des Scheiterns. Vor Jahren noch als die Zukunft des Bezahlens gefeiert, stehen wir heute vor dem Scherbenhaufen, auf dem sich gescheiterte Produkte und verfehlte Hoffnungen zu einem Brei vermischen. Der stinkt zwar schon etwas, doch nun scheint sich ein neuer Koch anzuschicken, das Thema erneut anzupacken. Kommt mit Google Pay die Zahlungsrevolution?

Eine kurze Geschichte des Bezahlens (mit dem Handy)

Alle drei großen Netzbetreiber hatten in den vergangenen Jahren ihre Versuche, das Bezahlen via Handy bzw. Smartphone salonfähig zu machen. Inzwischen sind sämtliche Versuche gescheitert und vom Markt genommen. Kleinere Lösungen wie boon gibt es immerhin ebenso wie Gründe, warum sie sich nicht durchsetzen. boon beispielsweise kostet pro Monat 1,49 Euro. Warum also verwenden, wenn die klassische Karte ohnehin vorhanden ist?

Zwei Großkonzerne haben Zahlungslösungen in petto, die aber partout nicht nach Deutschland kommen: Apple Pay und Google Pay.

Google Pay und Apple Pay unterscheiden sich von früheren Mobile-Payment-Lösungen insofern, als dass eine Bank an dem Verfahren teilnehmen kann - und schon kann ein User seine Karten für Apple bzw. Google Pay freischalten.

So schön einfach war das bei früheren Smartphone-Zahlungsmethoden nie: Da musste schon eine spezielle SIM-Karte her, natürlich auch ein Vertrag direkt beim Netzbetreiber. Und die nötige Wallet-App funktionierte oft nur auf besonders zertifizierten Smartphones.

Kein Wunder also, dass sich diese Lösungen nie durchsetzen konnten. Ganz abgesehen davon, dass Deutschland ohnehin ein schweres Pflaster für technische Zahlungslösungen ist. Kaum ein Land hängt so sehr an seinem Bargeld. Hierzulande erhalten ja sogar erkennbar sinnfreie Provokationen à la “Bargeld abschaffen” ihr zeterndes Publikum.

Nun meldet Caschy, dass bei der comdirect-Bank Info-Seiten zu Google Pay aufgetaucht seien. Mehr noch: Ein plauderwilliger Support-Mitarbeiter habe gegenüber eines Lesers geäußert, ein Start stehe bald an. Nach jahrelangem Warten wäre es an der Zeit.

Das Problem für Smartphone-Bezahllösungen ist: Es spricht nicht mehr wirklich viel dafür, mit dem Smartphone zu bezahlen. Schuld ist das kontaktlose Bezahlen via NFC, das mit praktisch jeder aktuell herausgegebenen Kreditkarte möglich ist. Zugegeben, die Funktion ist nicht jedem geheuer, nimmt aber dem Smartphone-Bezahlen aber (fast) jeden Mehrwert. Denn ob ich nun eine Karte an den Leser halte oder mein Smartphone ist eigentlich ziemlich egal. Einzig: Apple Pay und Google Pay erfordern stets eine Autorisierung der Zahlung via Fingerabdruck. Ob das Kartenzahlungsverweigerer überzeugt? Kaum.

Wollen Google und Apple überhaupt noch?

Nachdem also nun so viel Zeit ins Land gegangen ist und der Markteintritt von Apple oder Google Pay eher einem Elefantenrennen gleicht, stellt sich die Frage: Wie groß sind die Chancen für Apple und Google Pay? Beide Smartphone-Universen funktionieren auch ohne eine eigene Payment-Lösung. Erschwerend: Nur wenige deutsche Kunden warten wirklich auf das jeweilige Pay. Kein Wunder, dass auch LG und Samsung einen großen Bogen um Deutschland machen.

Die Verbreitung von Lesegeräten ist nicht mehr so akut problematisch wie noch vor ein paar Jahren. Das könnte zumindest ein Anreiz für Google sein, Google Pay auch in Deutschland zu starten. Denn das garantiert zusätzliche Einnahmen. Übrigens ist Google Pay schon seit Langem auf Deutsch übersetzt. Google wartet also nur noch auf den Startschuss. Ob der jemals fällt?

Mal Hand auf’s Herz: Wer von Euch würde Google Pay alltäglich verwenden?

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95 Kommentare

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  • Ich habe an Google-Pay relativ wenig Interesse.
    Zum einen bezahle ich sowieso lieber bar und zum anderen muss gerade Google seine neugierige Nase nicht noch tiefer in mein Leben stecken als es das ohnehin schon tut. Und ich will auch nicht alles mit dem Smartphone (und noch weniger dem Google-Konto) verknüpft haben, insbesondere was Finanz-Sachen angeht; denn dann müsste ich mein Fon stärker absichern, was dessen Gebrauch nerviger und umständlicher machen würde.

    Allenfalls für gelegentlichste Kleinbeträge würde ich Google-Pay in Betracht ziehen. Und auch das nur falls das über Prepaid-Playstore Guthaben laufen könnte. Wenn dagegen (wie ich vermute) zwingend Verknüpfung mit Bankkonto oder Kreditkarte nötig wäre, dann nein danke.


  • Das hat sich doch längst überholt, an den Supermarktkassen sehe ich immer mehr Mensche einfach kurz die Karte an das Gerät halten und schon ist bezahlt. Ich selbst nutze das nicht, ich zahle am liebsten Bar, da bin ich wohl deutsch :D

    Ich finde es auch immer schrecklich, wenn einer 2,14 € mit Karte bezahlt und das dauert dann gefühlt länger als bar zahlen ,ist aber sehr subjektiv.

    Bargeld ist wichtig, vor allem für Menschen, die es mit den ganzen Banken verscherzt haben, für Schufaopfer etc. Für Menschen die wirklich wenig Geld haben.....

    Wir brauchen das Bargeld, wir brauchen die Karten (am besten mit dem kontaktlosen Bezahlen, das geht am schnellsten) und was wir nicht brauchen ist Google oder Apple Pay und ähniche Käse, aber natürlich, wer es nutzen will, wenn es verfügbar ist, ich habe nichts dagegen.....


  • Gestern wollte ich spontan auf dem Heimweg noch was bei penny holen...dann die Verkäuferin: "8,42 Euro mit Karte?...nee erst ab 10 Euro geht das"


  • Meine Mutter ist 85 Jahre alt und dank mir zahlt auch SIE nur noch mit dem Smartphone!
    Entweder mit Payback Pay oder Glase!
    Wenn das eine 85 jährige hinbekommt, dann sollte das doch auch ganz Deutschland hinbekommen!!!


  • Ich bezahle seit einiger Zeit mit der Payback-App im Handy. Das geht zB bei Rewe, Aral (Rewe to go) und Penny. Entweder wird an der Kasse ein QR-Code eingescannt oder es geht per NFC.

    Deutschland ist ansonsten ein schreckliches Land von Beamten, Rentnern und Streetview-Verpixlern!

    Ihr wollt wissen, warum Unternehmer im Ausland mit innovativen Ideen einen Bogen um Deutschland machen? Ein Blick in Google Streetview reicht und es ist klar warum!

    Und wer sich selbst davon nicht abschrecken lässt, der macht Bekanntschaft mit den hunderttausenden "Datenschutz-Beauftragten", die hier herumlaufen und alles neue bekämpfen.

    Warum macht die Regierung das bargeldlose Zahlen nicht zum gesetzlichen Zahlungsmittel? Dann müsste sich jeder Unternehmer für 10-15 Euro im Monat einen Kartenleser plus Service mieten und es ginge in Deutschland etwas voran. 15 Euro/Monat kann sich selbst der kleinste Mini-Imbiss leisten und zur Not kann man Ausnahmen machen.
    Wir haben schließlich das Jahr 2018 und nicht 1918!

    Aber die Merkel-Regierung glänzt seit vielen, vielen Jahren mit Verwaltung des Stillstandes. Das wichtigste Projekt des Ministers für Verkehr und digitale Infrastruktur Dobrint (CSU) war die "Ausländer-Maut", also die Autobahngebühren nur für Ausländer. Das sagt wohl alles!
    Es ist zum Haare raufen! Armes Deutschland!


  • Ich warte schon seit Jahren auf die Lösung endlich alles mit dem Smartphone zahlen zu können. Das habe ich eh immer dabei und könnte dann auf einen zusätzliche Brieftasche oder eine Geldbörse verzichten.
    Aber langsam gebe ich die Hoffnung hier in der BRD auf. Da die Datenschutzphobie hier ja immer größere Ausmaße annimmt kann man wohl davon ausgehen das entsprechende ausländische Unternehmen immer weniger Interesse daran haben sich hier diesem Stress auszusetzen.


    • Wie transportierst Du Deinen Personalausweis, Deine Gesundheitskarte, den Führerschein, eventuell vorhandene Payback-, Giro- oder Visitenkarten, (Mehrfach-)-Tickets für
      öffentliche Verkehrmittel und Kassenbons die aus Garantiegründen aufbewahrt werden müssen?
      Dafür brauche ich ohnehin eine Brieftasche, in der kann ich dann auch gleich Bargeld mitnehmen. Das Fehlen dieser Dokumente und der Aufwand ihrer Wiederbeschaffung wäre auch schlimmer als der Verlust des Bargelds, sollte die Brieftasche verlorengehen, gestohlen oder geraubt werden, was bislang allerdings noch nicht vorkam.


      • Sophia Neun
        • Admin
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        vor 2 Monaten Link zum Kommentar

        Kassenbelege werfe ich immer so in meine Tasche. :D Für Personalausweis und Gesundheitskarte kann man sich ein kleines Kartenetui holen. Wesentlich platzsparender, als eine große Geldböse. Die Kundenkarten hat man doch sowieso Digital in Apps wie Stocard und meine Fahrkarte hat immer ein extrafach in meiner Tasche, da ich sie im Bus immer ranhalten muss. (Hier würde ich mir vom VBB auch eine App-Lösung wünschen)


      • Bargeld im Geldbeutel wird aber irgendwann alle. Dann musst du durch den Regen zum nächsten Bankautomaten laufen und Gebühren zahlen! Und bloß, weil die Kneipe ein paar Euro für nen Kartenleser sparen will. Oder Steuern hinterziehen.

        Wir haben das Jahr 2018 und nicht 1918!!!
        Du hast ja auch ein Handy dabei und läufst zum Telefonieren nicht zur nächsten Telefonzelle um dort Münzen einzuwerfen, die du hoffentlich dabei hast.

        Genauso navigierst du im Auto mit Navi oder Handy und nicht mit ner Papierlandkarte!

        Bei so viel bescheuerten Fortschrittsverweigeren in Deutschland muss die Regierung auch Mal den Unternehmen die Möglichkeit zur Kartenzahlung vorschreiben!
        Die müssen ja auch Toiletten bereithalten und vieles mehr. So nen Kartenleser kostest da im Vergleich fast nichts (7-15 Euro im Monat).


      • Sophia Neun
        • Admin
        • Staff
        vor 2 Monaten Link zum Kommentar

        Gebühren zahlt man doch nur, wenn man bei der falschen Bank ist. ;)


      • Oder wenn der richtige Bankautomat nicht in der Nähe ist und es regnet oder keine Zeit bleibt. ;)

        Bargeld am Bankautomaten holen ist wie mit Münzen im Telefonhäuschen telefonieren oder mit Papierlandkarte im Auto navigieren. Von Vor-Vor-Vorgestern!
        Sowas verteidigen nur absolute Spinner oder Steuerhinterzieher.


      • Sophia Neun
        • Admin
        • Staff
        vor 2 Monaten Link zum Kommentar

        Bei der richtigen Bank ist egal, von welcher Bank der Automat ist. :D

        Leider braucht man noch immer ab und an Bargeld, auch wenn ich lieber mit Karte zahle und mich immer aufrege, wenn das nicht möglich ist. ;) Ich verzeihe es eigentlich nur drei Anbietern, dass ich bei ihnen nciht mit Karte zahlen kann.


      • Ich hole bei Regen kein Bargeld, ausser ich bin ohnehin bei Regen unterwegs, sondern habe immer genug vorrätig, um mir den Zeitpunkt aussuchen zu können, an dem ich Neues hole.
        Natürlich nutze ich Handy und Navi, und verweigere mich mitnichten dem Fortschritt. Nur definiere ich Fortschritt anders als Du.
        Nur weil etwas neu ist, ist es noch lange kein Fortschritt. Viele Neuerungen und Innovationen sind sang und klanglos untergegangen oder haben zumindest einen vorübergehenden Niedergang erlebt, wie die Handyzahlung (siehe Artikel, allerdings sehe ich das noch nicht als endgültig an).
        Eine Entwicklung sehe ich dann als fortschrittlich an, wenn sie etablierte Mittel oder Methoden merklich verbessert.
        Das ist beim Handy gegenüber dem Münztelefon genauso gegeben, wie beim Navi gegenüber der Papierkarte, also sehe beide Entwicklungen als Fortschritt und nutze sie.
        Im bargeldlosen Bezahlen (im Offline-Einkauf) sehe ich dagegen nicht den geringsten Fortschritt, wie ich in verschiedenen Kommentaren dargelegt habe.

        Aus einem extrem simplen Vorgang, Geld gegen Ware, wird ein komplizierter gemacht:
        Ware->Anweisung an meine Bank Geld auf Konto meines Handelspartners zu überweisen->Überweisung
        ->Verbuchung auf dem Konto des Handelspartners->Kontrolle der korrekten Abwicklung durch beide

        Das alles läuft, bis auf die Kontrolle der Verbuchung auf meiner Seite, automatisiert ab, und wäre daher per se kein Nachteil. Es kommt aber zu zeitlichen Verzögerungen und vor allem zusätzlich Kosten durch eigentlich überflüssig Parteien wie die beiden Banken und weitere Dienstleister wie Google Pay, die entweder unmittelbar (durch Gebühren) oder mittelbar (durch höhere Preise) aufgebracht werden müssen. Ausserdem muss der Datenschutz sichergestellt sein, ein Problem, dass sich bei Barzahlung gar nicht stellt.
        Und wo profitiere ich davon? Von einer wenige Sekunden schnelleren Zahlung, bei der die Verbuchungskontrolle
        den Zeitgewinn wieder zunichte macht? Oder ist es so geil, sein Handy über ein Lesegerät zu halten?

        Kein Zusatznutzen, kein Fortschritt, ganz einfach.

        Bevor Du anderen also Fortschrittsverweigerung vorwirfst, solltest Du mal über Dein Fortschrittsverständnis nachdenken. Dann kannst Du auch gleich über Dein Demokratieverständnis nachdenken. Die Regierung soll das Bargeld abschaffen, das 84% der Bevölkerung (und das können bei dem Prozentsatz nicht nur Ältere sein, also kein "Generationenproblem" ) behalten wollen?
        Die Regierung soll die unternehmerische Entscheidungsfreiheit beschneiden, nur damit eine verschwindende Minderheit mit dem Handy zahlen kann?
        Eigenartiges Demokratieverständnis.


      • Bargeld von Geldautomaten? Mir wäre auch lieber, wenn ich's selber drucken könnte.


      • Sophia Neun
        • Admin
        • Staff
        vor 2 Monaten Link zum Kommentar

        "sondern habe immer genug vorrätig, um mir den Zeitpunkt aussuchen zu können, an dem ich Neues hole."

        Habe ich persönlich noch nie so gehandhabt. Mit Bargeld laufe ich ungern durch die Gegend und zahle vermutlich auch deshalb lieber mit Karte. Bei allem über 20€ in der Geldbörse fühle ich mich unwohl. :D


      • Ich habe nichts von "Bargeld abschaffen" geschrieben, sondern von der Pflicht fur Unternehmen Kartenzahlung wenigstens anzubieten.

        Dann kann jeder so bezahlen wie er will. Die Kosten für die Unternehmen sind minimal und die Vorteile für die Kunden sind groß.

        Die Leute haben damals ja sogar gegen die 5-stelligen Postleitzahlen demonstriert.
        Und wenn man die IBANs nicht einfach eingeführt hätte, würden wir immer noch mit Kontonummer und BLZ herum hantieren.


      • Ich hab immer so 100 bis 150 € bei mir. In der Stahlkassette zu Hause dann einige hundert Euro, aber in der Regel weniger als tausend. Die könnte ein Einbrecher zwar erbeuten, aber auch die dürften wenig im Vergleich zum Schaden am Haus und zu anderen Beutestücken sein.
        Solche Beträge sind dann i.d.R. auch durch die Hausratversicherung gedeckt.


      • Sophia Neun
        • Admin
        • Staff
        vor 2 Monaten Link zum Kommentar

        Ich weiß gar nicht, wann ich das letzte mal 150€ in Bar bei mir hatte. :D


    • Ich denke, das ist weniger ein Datenschutzproblem, als eine Einstellungssache. In Europa wird bald überall ein vergleichbar strenger Datenschutz herrschen. Das wird die in Schweden sehr beliebte bargeldlose Zahlung so wenig zurückdrängen, wie die der hiesige Datenschutz behindert hat. Die Leute "mögen" das Bargeld, wobei ich eher annehme, dass die Vorteile des bargeldlosen Zahlens viel zu gering sind, um sie davon zu überzeugen.


      http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/umfrage-deutsche-wollen-bargeld-fuer-immer-a-1145905.html

      Quelle: Spiegel.de

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