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Facebook: Wieder mit der Hand in der Daten-Keksdose erwischt

Facebook: Wieder mit der Hand in der Daten-Keksdose erwischt

Oh Facebook, was ist bloß los dieses Jahr? Es scheint fast so, als wenn das soziale Netzwerk fast jeden Tag mit der Hand in der Keksdose erwischt wird. Gestern wurde der Datenaustausch mit beliebten Streaming-Anbietern bekannt. Jetzt ist klar, dass Facebook seine Nutzer gleich auf Herz und Nieren geprüft hat - dank der Daten, die von Apps über das Liebesleben, die Religionszugehörigkeit, Gesundheit und Fruchtbarkeit gesammelt wurden.

Zu den fraglichen Apps gehören beliebte Dating-Services wie Tinder, Grindr und OKCupid sowie Gesundheits-Apps wie Pregnancy+ und Migraine Buddy. Aber auch Apps wie Bible+ und Muslim Pro gaben Daten weiter. Das berichtet die deutsche Sicherheitswebseite Mobilsicher

Demzufolge teilen diese Apps sensible Informationen über die Facebook-SDK, die es den Benutzern ermöglicht, sich über Facebook einzuloggen. Zu den an Facebook weitergeleiteten Informationen gehören Dating-Profile, Gesundheitsinformationen, religiöse Überzeugungen und andere Details sowie die Werbe-ID des Benutzers. Mit der kann Facebook Informationen von Drittanbietern mit Personen verknüpfen, die die Apps nutzen.

AndroidPIT tinder love
Auf der Suche nach Liebe auf Tinder? Möglicherweise habt Ihr dabei mehr Preis gegeben als Euch lieb ist. / © AndroidPIT

Das mag für den ein oder anderen keine Überraschung sein, da die Richtlinien von Facebook besagen, dass Informationen von Drittanbieteranwendungen via SDK und API gesammelt werden können. Viel umstrittener ist ja auch die Art der sensiblen Informationen, insbesondere von Anwendungen, die mit Dating oder religiösem Glauben zu tun haben. Man stelle sich zum Beispiel die Benutzer vor, dessen Informationen für Grindr als auch für eine konservative religiöse Gruppe in einem der mittlerweile viel zu häufigen Datenlecks herauskommt.

Facebook liefert den Entwicklern dem Bericht zufolge zum Beispiel Informationen, wie viel Zeit Benutzer eine bestimmte Anwendung verwenden und wo sie klicken. Im Gegenzug greift das soziale Netzwerk angeblich auf die von diesen Apps gesammelten Daten zum Zwecke der gezielten Werbung zu. So kann man einer Person, die die Pregnancy+-App regelmäßig benutzt, vermehrt Anzeigen von Babyausstattung anzeigen. Tinder-Nutzer hingegen könne man vermehrt auf passende Produkte aufmerksam machen.

Sicher ohne Facebook-Login? Falsch gedacht!

Ohne Facebook-Login seid Ihr dann auf der sicheren Seite? Leider falsch gedacht! Denn wie Mobilsicher berichtet, reicht das vorhanden sein der Möglichkeit eines FB-Logins, damit die Daten an das Netzwerk gesendet werden können. Wenn Ihr Euch jemals vom Smartphone aus bei Facebook angemeldet habt, kann Facebook immer noch Informationen aus den Drittanbieter-Apps mit Eurem Profil verknüpfen.

Selbst wenn Ihr kein Facebook-Profil habt, können die Informationen mit anderen App-Daten von Drittanbietern geteilt und gesammelt werden, die mit Eurer Werbe-ID verknüpft sind. Die "Schattenprofile" aus dem Cambridge-Analytica-Skandal kommen einem da in den Sinn. Auch wenn Facebook immer geleugnet hat, dass das Unternehmen Daten von Drittanbietern verwendet, um Profile für Personen zu erstellen, die gar keine Facebook-Nutzer sind.

Und jetzt? Die gezielte Werbung auf Facebook abschalten könnte doch helfen ... oder? Nope, denn wie ein Facebook-Reporter gegenüber BuzzFeed News klarstellt, können Nutzer natürlich gezielte Anzeigen von Dritten ablehnen. Die Daten werden aber trotzdem gesammelt, da man nur der Nutzung und nicht der Erhebung widersprechen kann. Sie werden halt anscheinend nur nicht verwendet.

Was sagt Ihr zu den aktuellen Geschehnissen? Haben Euch die Datenskandale im Jahr 2018 gereicht, um Facebook endlich lebewohl zu sagen? 

Quelle: Buzzfeed

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Top-Kommentare der Community

  • Aries vor 9 Monaten

    Verstand will ich den Nutzern nicht absprechen. Das ganze passiert außerhalb unserer Sinne. Nahezu niemand würde auf der Straße solche Informationen preisgeben, am Computer und Smart Device merkt man nichts davon.

    Deshalb sehe ich die gesammte Online-Werbewirtschaft nahe dem Betrug. Facebook ist für mich spätestens nach diesem Jahr ein von skrupellosen Lügnern und Betrügern gelenkter Konzern.

23 Kommentare

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  • C. F.
    • Blogger
    vor 9 Monaten Link zum Kommentar

    "Die ultimative Liste: So viele Datenskandale gab es 2018 bei Facebook.

    Cambridge Analytica war nur die Spitze des Eisberges: Weitergabe von Nutzerdaten, Hacks und Sicherheitslücken – die Skandale bei Facebook reißen nicht ab. Wer soll sich das alles merken? Hier sind die elf wichtigsten Skandalmeldungen des Jahres zum Chaoskonzern:"

    https://netzpolitik.org/2018/die-ultimative-liste-so-viele-datenskandale-gab-es-2018-bei-facebook/

    Aries


  • Aries vor 9 Monaten Link zum Kommentar

    "Facebook: Wieder mit der Hand in der Daten-Keksdose erwischt" finde ich ziemlich verharmlosend. Was Facebook macht, ist für mich Veruntreuung, Verschleierung, nicht die volle Wahrheit erzählen, herunterspielen aber so weitermachen wie bisher. In Folge ist das für mich Betrug.


  • Daten werden immer weitergegeben und verkauft, ob nun Facebook oder Amazon oder egal wer. Das ist wie mit einer Handynummer die man jemanden vertraut mit dem Hinweis die nicht weiter zugeben...


    • Aries vor 9 Monaten Link zum Kommentar

      Genau das finde ich nicht in Ordnung! Wenn ich Dir meine Handynummer gebe, dann erwarte ich, dass Du sie nicht ohne Absprache mit mir an Hinz und Kunz weitergibst. Schon gar nicht gegen Geld.

      Die Webseiten und Apps machen das aber, ohne die Besucher zu informieren. Wenn es eine Info gibt, dann ist sie schwammig formuliert und spielt die Datenübertragung herunter. Oft sind sich jedoch nicht einmal die Seitenbetreiber darüber klar, was sie ihren Nutzern zumuten.

      Deshalb finde ich das Urteil aus Frankreich sehr interessant:
      https://www.golem.de/news/gefahr-fuer-werbenetzwerke-wie-legal-ist-das-tracking-von-online-nutzern-1812-138244.html

      Man kann Unrecht nicht damit legitimieren, weil es weiterhin zugefügt wird. So eine Gesellschaft will bestimmt niemand. Es muss sich nur endlich gesellschaftlich durchsetzen, dass im Internet seit Jahrzehnten immer stärker verschleiert und betrogen wird. Dann urteilen auch mehr Gerichte so wie im Artikel.


      • C. F.
        • Blogger
        vor 9 Monaten Link zum Kommentar

        "Es muss sich nur endlich gesellschaftlich durchsetzen, dass im Internet seit Jahrzehnten immer stärker verschleiert und betrogen wird. "

        Das liegt aber auch an jedem Nutzer selbst. Wenn nur eine Hand voll aufstehen und die Faust recken, und diese dann noch als Paranoiker oder mit ähnlichen Stammtischparolen abgetan werden, ändert sich nicht viel oder sehr wenig und langsam. Wenn aber jeder nicht nur an den Nutzen denkt, den er durch den Gebrauch solcher Netzwerke etc. zieht, sondern auch mal die Schattenseiten betrachten würde, wären wir schon längst viel weiter. Aber mit den Schultern zucken, zu sagen "ich merke nichts negatives" und "macht doch jeder"....? Wenn in der damaligen DDR das Volk nicht einig und entschlossen vorgegangen wäre, würden sie heute noch hinter ihrer Mauer leben. Diesen totalitären Überwachungsstaat wollte niemand, wobei das im Vergleich zu heute ja noch harmlos war. Und heute? Da akzeptieren sie nicht nur die totale Überwachung (ist doch nur Smartphone und Computer, man kann aber tolle bunte Sachen damit machen), sondern akzeptieren noch den weltweiten Austausch dieser Daten und die Kommerzialisierung.


      • Aries vor 9 Monaten Link zum Kommentar

        Wobei ich glaube, dass die Stasi nur ein nebenaspekt für den Mauerfall war. Der Hauptaspekt war, dass die Leute gemerkt haben, dass es ihnen finanziell an den Kragen geht, dass der Staat zerfällt. Der Ruf nach Reisefreiheit war der zweite Grund, der sich öffentlich gut machte. Die Stasi wurde ziemlich unverblümt verspottet, aber wirklich etwas dagenen gemacht, hat man nicht.

        Irgendwie sehe ich Paralellen zu den Datenkraken. Jeder weiß irgendwie um die Risiken, aber selbst gegensteuern, machen nur wenige. Dabei wäre man heute dafür nicht mit Haft bedroht.


  • Jeder kann selbst entscheiden, ob er Facebook benutzt oder drauf verzichtet


    • Und Facebook vertraut.


    • Aries vor 9 Monaten Link zum Kommentar

      Nein, Daniel, Du hast den Artikel nicht verstanden. Niemand weiß, ob sich hinter dem Link, der er anklickt, die Adresse, die er in den Browser eintippt oder der App, die er aufruft, ein Modul von Facebook enthalten ist. Selbst wenn ich die AGB zu einer App lade, muss ich dazu ja eine Website aufrufen.

      Obwohl man sich gegen die Nutzung von Facebook entscheiden hat, wird man von diesem Netzwerk erfasst. Unter anderem steuern dazu auch Leute bei, die zum Beispiel WhatsApp und Instagram nutzen, weil diese Apps das Telefonbuch an Facebook übertragen.

      Da ich nicht mein gesamtes soziales Umfeld überwachen kann, ob sie meine Daten in Ihren Smart Devices haben, auf denen auch Facebook-Apps oder Apps mit Facebook-Modul installiert sind, wird durch Facebook mein Selbstbestimmungsrecht verletzt.

      Im Grunde wäre jeder einzelene Nutzer dafür verantwortlich, nur Apps einzusetzen, die er auch reliastisch vertreten kann, ohne anderer Rechte zu verletzen, aber das würde ein ziemlich tiefes Verständnis der Technik erfordern. Das kann man nicht von einem normalen Nutzer eines Smart Devices verlangen. Also ist Facebook in der Pflicht, seine Dienste zu verändern. Gleichzeitig sind aber auch Webseitenbetreiber und App-Entwickler in der Pflicht, die Module genau zu kennen, die sie in ihren Produkten einsetzen.


  • C. F.
    • Blogger
    vor 9 Monaten Link zum Kommentar

    Passt ja bestens zum Thema:

    "Rund 30 Prozent aller Apps im Play-Store nehmen Kontakt zu Facebook auf, sobald man sie startet. So erfährt der Konzern, welche Apps ein Nutzer verwendet und wann. Das gilt auch für Apps, die in direktem Bezug zu Religion, Gesundheit, sexueller Orientierung und politischer Einstellung stehen. Für Nutzer ist die Verbindung zu Facebook nicht zu erkennen."

    https://mobilsicher.de/hintergrund/facebooks-unsichtbare-datensammlung


    • Aries vor 9 Monaten Link zum Kommentar

      Der große Vorteil von Android ist, dass man sich die Module in den Apps transparent machen kann. Apple untersagt solche Apps.

      Unter Android kann ich den Datenverkehr relativ einfach überprüfen. Apple untersagt solche Apps. Es bleibt nur der kompliziere Weg über externe Sniffer.

      Unter Android gibt es alternative Stores, so dass man auf Open Source ausweichen kann. Apple erlaubt nur den eigenen App Store.

      Apple hat zwar bessere AGB und achtet darauf, dass jede App welche verlinkt hat, aber der Inhalt scheint ihnen egal zu sein, denn sonst dürften eigentlich keine Apps des Facebook-Konzerns im Apple App Store sein.

      Ich fürchte, mit deinem Systemwechsel hast du bezüglich Privatsphäreschutz nichts gewonnen. Im Gegenteil, denn die Module stecken auch in den iOS-Apps.


  • Facebook ist blau, laut, hungrig und frech...

    Also bleibt es weiterhin das Krümmelmonster! 😂😅


  •   8
    Gelöschter Account vor 9 Monaten Link zum Kommentar

    Lustig wie sich die meisten darüber aufregen, aber munter weiter WhatsApp, Instagram und Youtube benutzen. Jedem sollte klar sein, sobald man das Internet betritt, war es das meist mit Privatsphäre. 😉


  • Wer Facebook und / oder Alexa nutzt, weis bei Einsatz des Verstandes, worauf er sich einläßt und nimmt es in Kauf.

    H GGelöschter Account


    • Aries vor 9 Monaten Link zum Kommentar

      Hast du ganz gelesen?
      Es geht auch um die Personen, die weder Facebook, noch WhatsApp noch Instagram haben.


    • pepe vor 9 Monaten Link zum Kommentar

      Haben die Nutzer wirklich Verstand?

      H G


      • Aries vor 9 Monaten Link zum Kommentar

        Verstand will ich den Nutzern nicht absprechen. Das ganze passiert außerhalb unserer Sinne. Nahezu niemand würde auf der Straße solche Informationen preisgeben, am Computer und Smart Device merkt man nichts davon.

        Deshalb sehe ich die gesammte Online-Werbewirtschaft nahe dem Betrug. Facebook ist für mich spätestens nach diesem Jahr ein von skrupellosen Lügnern und Betrügern gelenkter Konzern.


  •   40
    Gelöschter Account vor 9 Monaten Link zum Kommentar

    Keksdosen wollen zur Weihnachtszeit gut gefüllt sein ;)

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