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Digitale Helfer: 2017 wird das Jahr der KIs

Digitale Assistenten gehören zum Einmaleins der Technik-Branche im Jahr 2017 dazu, ebenso wie es 2014 oder 2015 en vogue war, Smartwatches als den nächsten Multi-Trilliarden-Markt anzusehen. Was haben die großen Technikfirmen vor? Und was bedeutet dies für User und uns Technik-Journalisten?

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Digitale Assistenten mit KI-Funktionen werden bald überall sein. Beispiele? Gerne: Google Assistant, Siri (Apple), Cortana (Microsoft), Alexa (Amazon, bald auf Huawei-Smartphones in den USA), Bixby (Samsung), Viki (angeblich bei Nokia). HTC und Sony verwenden (künftig) ebenfalls KI-Assistenten in Ihren Produkten. Die Liste ließe sich wahrscheinlich noch fortsetzen.

Google i o Home 00
Google Home: Das schmucke Heim des Assistant. / © Google

Hinter allen Diensten steckt ein Prinzip: Machine-Learning. Aus allen verfügbaren Informationsquellen generieren diese Assistenten Vorschläge und Empfehlungen. Die Bedienung erfolgt bevorzugt per Sprache und nebenher sind die Plattformen als Zentralen für das Smarthome gedacht: Alexa steuert viele Smarthome-Gadgets, Google Assistant soll zu ähnlichem fähig sein. Auch Samsung hat angekündigt, dass Bixby als Plattform konzipiert ist, die von Drittanbietern um weitere Features ergänzt werden kann.

In Werbevideos sieht das schon ganz nett aus. Der Assistent ist quasi Teil der Familie, erinnert Vater, Sohn oder wen auch immer an Termine, sorgt für die Reservierung von Kinokarten oder bestellt Essen ins Haus. Schaut in diese Videos mal rein, denn sie zeigen, wie sich Google und Amazon die Integration von Assistant und Alexa in den Alltag vorstellen.

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Hans-Georg Kluge
Die digitalen Helfer kommen. Ob wir wollen oder nicht.
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Google Home im Werbevideo

Google Assistant: Der Weg zu Deinem Google

Alexa: Das ist die Vision von Amazon

Das alles wirkt sehr praktisch und deswegen wird 2017 das Jahr der digitalen Assistenten. Denn solche Videos sind leicht produziert und kommen auf Events meist gut an. Diese kleinen Helferlein nehmen uns die mühselige Arbeit ab, den Lichtschalter zu betätigen und kennen unseren Bestellaccount bei MyTaxi, Amazon und anderen Lieferdiensten.

Bislang sieht die Praxis zwar noch nicht so rosig aus, aber die Anbieter arbeiten ja auch noch an den Produkten. Weil sie ja auf Maschinenlernen setzen, sind sie per definitionem nie fertig und abschließend bewertbar. Das stellt uns vor ganz neue Herausforderungen.

Datenschutz wird es schwer haben

Alle digitale Assistenten haben nämlich eine weitere Eigenschaft gemein: Sie sind nur dann wirklich praktisch, wenn ein User mit seinen Daten "all in" geht. Das hat mehrere gravierende Folgen.

1.) Berichterstattung und Vergleiche werden erheblich erschwert

Ich rücke diesen Aspekt nach vorne, denn er ist sozusagen für das Schreiben über Technik zentral: Wer über digitale Assistenten schreiben möchte, diese gar vergleichen möchte, muss nicht nur mehreren Firmen sämtliche für die Dienste nötigen Daten liefern. Vergleichende Tests werden so deutlich erschwert: Ist Cortana besser als Alexa? Gibt der Assistant bessere Empfehlungen als Bixby? Berechtigte Fragen, die schon bald nicht mehr ohne weiteres zu beantworten sind.

Eine einfache Featurebeschreibung ist rund um einen digitalen Assistenten kaum möglich. Stattdessen sind die jeweiligen Umgebungen und vorhandenen Geräte und Bedürfnisse der einzelnen User von vorrangiger Bedeutung: Was der eine als wichtig empfindet, wird dem nächsten unwichtig sein. Diese sehr individuelle Nutzung wird uns vor viele neue Herausforderungen stellen.

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Hans-Georg Kluge
Auf dieses Themenfeld brauchen wir viele Perspektiven
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2.) Mal schnell ausprobieren? So einfach ist das nicht

Auch für Leser ist dieser Aspekt beunruhigend: Es ist kaum möglich, einen Dienst einzuschätzen oder auszuprobieren, ohne ihn tatsächlich ausgiebig mit persönlichen Informationen zu füttern: Zugriff auf Einkaufslisten und Terminkalender sind eines. Aber es geht auch um Fragen wie: Wo wohne ich? Wo arbeite ich? Welche Gewohnheiten habe ich? Welche Wege lege ich zurück? Welche Musik, welcher Film oder welche Informationsquellen interessieren mich?

Zumal der Mehrwert laut der Anbieter ja ohnehin darin liegt, dass sich die Assistenten im Laufe der Zeit an den User anpassen und dann besser personalisierte Dienste bieten.

3.) Stichwort Datenschutz

Es ist schon aus den obigen Zeilen herauszulesen: Jedem Datenschützer werden wohl die Haare zu Berge stehen. Was immer die Assistenten an Daten zu greifen bekommen, werden sie sammeln und analysieren. Damit entstehen aber auch riesige Profile von Usern, aus denen allerlei private Informationen hervorgeht.

Natürlich seien all diese Daten sicher, diesen Tenor hören wir auf Präsentationen immer wieder. Doch wie richtig ist das? Sicher ist, dass diese enormen Datenberge Begehrlichkeiten wecken werden: Marketing, Werbung oder Verkaufsempfehlungen. Aber auch Vorhersagen zu Kaufentscheidungen lassen sich so treffen. Es ist wohl nur eine Frage der Zeit, wann die schöne Assistenten-Welt ihr anderes Gesicht zeigt.

Allerdings existieren diese vielen Informationen über Kunden ja schon jetzt. Wer einmal das Google-Dashboard angesehen hat, kann darin Suchanfragen von vor zehn Jahren nachvollziehen. Insofern muss man auch einräumen: Die Assistenten sind ein Werkzeug, weitere Daten einzuspeisen, gleichzeitig sind sie eben auch ein Weg für User, auf diese Informationen zuzugreifen. Google nennt dies: Ein Google für dich. Ganz selbstlos dürfte die Entwicklung des Assistant aber nicht gewesen sein.

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Hans-Georg Kluge
Der Datenschutz ist einer der Knackpunkte der AI-first-Welt
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Fazit

Fakt ist erst einmal: Die Hersteller werden die digitalen Assistenten ausprobieren und in den Markt drücken. Zu sehen war dies auf der CES, wo Amazon mehrere Partnerschaften rund um Alexa verkünden konnte. Googles CEO Sundar Pichai ist ebenfalls vollkommen von einer AI-First-World überzeugt.

Werden Kunden die Dienste annehmen? Werden Nutzer die vielen Funktionen auch langfristig als Bereicherung des Alltags wahrnehmen? Wie steht es um den Datenschutz? Das und mehr werden die tatsächlich spannenden Fragen, die 2017 gestellt werden.

Werdet Ihr einen der digitalen Assistenten nutzen? Oder steht Ihr Assistant & Co. skeptisch gegenüber? Was wären für Euch Killerfeatures? Diskutiert mit uns in den Kommentaren! 

Top-Kommentare der Community

  • Aries vor 1 Woche

    Wenn die "Intelligenz" dieser Assistenten lokal vorhanden wäre, könnt eman dem ja etwas abgewinnen. Aber deren "Intelligenz" liegt auf externen Servern, weil nur die die nötige Rechenpower liefern können. Und diese Server vergessen nicht!

    Wir sind dem Staat gegenüber skeptisch, wenn er eine Rasterfahnung einführen oder eine Volkszählung durchführen will, wenn er die Öffentlichkeit mit Kameras ausstattet. Wo eine Überwachungskamera aufgestellt wird, muss darauf hingewiesen werden, private Kameras dürfen nicht über die Grundstücksgrenze hinaus blicken, auf die Politik wird Druck ausgeübt so dass die Vorratsdatenspeicherung zeitlich begrenzt wird und nur Metadaten, aber keine Kommunikationsinhalte enthält. Aber privaten Firmen - noch dazu im Ausland - vertrauen wir all diese Daten an.

    Wir ärgern uns, dass der dort ansässige Geheimdienst diese Daten mitliest, aber wir lernen nicht daraus und schreien unsere Daten trotz Mahnung von einigen munter weiter in die weite, kommerzielle Welt. Nicht nur das, wir gehen sogar mit fremden Daten unbedacht um und verletzen die Persönlichkeitsrechte unserer Familienmitglieder, Freunde, Kollegen und mehr oder weniger flüchtigen Bekannten, indem wir unsere Adressbücher Hinz und Kunz verfügbar machen.

    Jetzt sollen wir uns zu Hause 24/7 überwachen lassen. Müssen wir nicht unseren Besuchern mitteilen, dass eine Wanze alles mithört, damit diese entscheiden, ob sie unsere Wohnung betreten möchten?

    Ja, der Nutzen klingt verlockend! Einiges hat durchaus seinen Charme. Aber zu welchem Preis? Ist uns bewußt, welche gesellschaftliche Aussage wir mit der Nutzung dieser Technik treffen? Schwächen wir mit der Nutzung solcher Technik nicht unsere Argumente bezüglich des Datenschutzes? Fördern wir damit nicht staatliche Überwachung, die wir eigentlich ablehnen? Legitimieren wir damit nicht das, was wir in einer DDR verurteilt haben? Denn die Staaten werden ihre Interessen mit Gesetzen durchsetzen, dass die Firmen diese Daten herausgeben müssen.

    Begeben wir uns nicht auch in eine Informationsblase, indem die individualisierte Antwort, kommerzielle Auswertung uns gar nicht mehr die gesamte Wahrheit zukommen lässt, sondern nur doch den Teil, der uns genehm ist - genauer, was ein Algorithmus meint, was uns genehm ist.

    Das, was Smart Devices schon heute täglich über uns erfahren und was die im Artikel genannte Technik über uns erfährt, wären wir niemals bereit einem Verkäufer gegenüber zu erzählen. Stellt Euch vor, ihr schlendert durch ein Kaufhaus, und es wäre ständig ein Verkäufer neben Euch, der notiert, welche Wege ihr nehmt, wie lange Ihr wo verharrt und was Ihr kauft. Was ihr anseht und wieder zurückstellt. All das merkt er sich. Wenn ihr das nächste mal kommt, weiß er besser als ihr, wie ihr Euch beim letzten Besuch verhalten habt. Niemand würde ich dabei wohl fühlen. Im Gegenteil, man würde sich bedrängt und verfolgt fühlen. Genau das machen aber die Smart Devices, wenn wir sie nicht bewußt nutzen.

35 Kommentare

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  • "Die digitalen Helfer werden kommen. Ob wir wollen oder nicht."
    Falsch: Die kommen nicht, die muß man kaufen! Und wenn ich nicht will, dann kriege ich auch keine.

  • Die Geräte sind nicht das Problem, sondern der Benutzer. Wer legt denn wirklich Wert auf Datenschutz? Wie habt ihr euch z.B. hier eingeloggt? Eigener Account oder mit dem Facebook-Account? Bei wievielen (vermeintlichen) Gewinnspielen habt ihr eure Daten schon FREIWILLIG angegeben? Nutzt ihr Payback? Die Firmen nutzen in Form dieser Geräte lediglich unsere eigene Sorglosigkeit aus. Und wir lassen es uns gefallen.

  • Andi vor 6 Tagen Link zum Kommentar

    Soso, das Jahr der Ki's, die sich sicherlich genauso durchsetzen werden wie die Smartwatches des Jahres davor. Der Unterschied, KIs sind billiger, man bezahlt ja mit seinen Daten.

  • Viele Köche verderben den Brei 😁

  • Das ist nur ein Hype - Ich sehe diese KI-Generation noch nicht als breit marktfähig. Das Zeug ist zum einen noch nicht ausgereift, auch brauche ich das Zeug nicht und zum dritten ist das alles "Schnüffelzeug".

    Abschliessend ist mit Sicherheitslücken und entsprechenden Angriffen zu rechnen.

    Fazit: rausgeschmissenes Geld und Zeit....

    • Soso, "Schüffelzeug" also. Und was ist das Smartphone? Bist du dir wirklich sicher, was das Teil (also Google, Apple, MS, usw) über dich weiß?

      • Das Smartphone ist ein nützliches Ding. Es schnüffelt. Das muß man mehr oder minder in Kauf nehmen. Was man aber nicht wirklich braucht, läßt man aber ungern auch noch schnüffeln.

  • Also ich freue mich auf "meine" Alexa.
    Unsere Daten sind sowieso schon überall im Netz und man sollte sich selbst auch nicht wichtiger nehmen als man ist.

    Kann Amazon wissen, was für Musik ich höre, wann ich morgens aufstehe und wie oft ich mir das Wetter vorhersagen lasse?
    Ja.

    Ich freue mich darauf Alexa auszuprobieren! :)

    • Dass unsere Daten überall bereits liegen, ist kein Pro-Argument. Dann können wir einen Streit auch austragen, indem wir uns umbringen. Morde gibt es ja sowieso.

      Es ist auch egal, was Du mit Deinen Daten machst oder ich mit meinen. Solange wir uns der möglichen Konsequenzen bewusst sind und uns nicht beschweren und die Schuld bei anderen suchen, wenn das ganze zu unserem Nachteil kippt.

      Es geht aber bei den ganzen Smart Devices auch um fremde Daten. Wir alle verteilen nicht mehr nur unsere Daten, sondern auch die unserer Kontakte. Mit den Smart Home Devices, die auf Sprache reagieren, verteilen wir auch Daten unserer Besucher. Weißt Du, ob denen das recht ist?

      Mia

      • HEB vor 6 Tagen Link zum Kommentar

        In gewissen Maße hast Du dort Recht, dann solltest du Deinen Besuch dieses Gerät zeigen und mitteilen das dieses aktiv ist, und wie es funktioniert.

        Jeder WA und FB nutzt sollte aber gar nicht anfangen zu jammern, da er dort ja bewusst den Datenschutzbestimmungen zugestimmt hat und damit aktiv die Verbreitung der Daten anderer. Damit sollte sich jeder an die eigene Nase fassen und sich selbst die Frage stellen, warum nutze ich genau diese Dienste obwohl ich weiß was die mit meinen Daten machen?

        Persönlich finde ich die ganze Sache KI/AI sehr spannend und werde aktiv die Entwicklungen in diesem Bereich ansehen und weiterverfolgen.

      • Jeder WhatsApp-Nutzer hat sogar bestätigt, dass er von allen seinen Kontakte die Erlaubnis bekommen hat, dass deren Daten an Facebook weitergeleitet werden. Auch die, die einst widersprochen haben, haben hierfür nicht widersprochen.

        Ich bin von niemanden entsprechend um Erlaubnis gebeten worden. Ich kann mir aber nicht vorstellen, dass ich keinem Telefonbuch der WhatsApp-ntzer in meinem Dunstkreis mehr enthalten bin.

        Ergo:
        Es kümmert die meisten einen Sch...dreck!
        Bis sie selbst betroffen sind. Dann ist das Gejammere groß und alle anderen Schuld. Weil die Daten sind ja eh schon überall und man habe schließlich nichts zu verbergen...

        Es geht um Verantwortung, die man durch Nutzung der neuen Techniken auch für andere übernimmt. Dessen müssen wir alle uns viel bewußter werden. Je jünger das Alter, desto weniger sensibel ist man dem Thema gegenüber. Je jünger, desto stärker ist der "Haben-wollen"-Effekt ausgeprägt.

        Mia

  • langsam verlieren wir unsere eigene Kontrolle über uns selber, bald denken wir nicht mehr selber, wir lassen denken. Genau so hat man die Menschheit unter Kontrolle. ki ist schon und gut aber dann bitte offline nicht über ein Server. bald ist die rechenpower und der Speicher so gut das es auch offline möglich wäre, also warten wir mal ab wo sich alles hin entwickelt. Wir geraten immer mehr in einer voll Überwachung, nichts ist dann mehr privat.

    • Kurze Anmerkung zu "ballt": so geschrieben kommt es von "Ball" (z.B. da ballt sich was zusammen). Das von dir zeitlich verwendete Wort (Synonym von "demnächst" oder "in naher Zukunft") wäre dann "bald".
      Is nicht böse gemeint, sondern einfach fürs nächste Mal. Grüßle

  • Ich verlasse mich seit über 30 Jahren auf den NI-Assistent, der mir damals bei meiner Zeugung zur verfügung gestellt wurde. Der macht mir Licht an, fährt mich überall hin, kocht für mich, macht meine Freundin glücklich und sogar mich selbst, wenn ich mal alleine bin uuund das Beste, persönliche Daten behält er weitest gehend für sich. Das er manchmal schlafen muss und nörgelt, wenn er zum Musik leiser machen aufstehen soll nehm ich gerne in kauf.
    Natural-Intelligenz-Assistent - das Beste, was die Evolution bis heute zu bieten hat - is meine Meinung.

  • mein letzter kommentar im spektrometerthread ging in die richtung, dass ich mein wischhandy mag, weil ich als kind schon star trek gut fand. KI/AI im irgendwo (skynet wäre dann wohl nirgendwo und überall als nächste evolutionsstufe ;) ?) werd ich zusätzlich nicht vorsätzlich "schlau machen". ich hab auch keinen realen bedarf.

  • Mir sind diese Teile viel zu neugierig und ich oute mich mal als Aluhutträger.

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