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So funktioniert das Kühlsystem beim Samsung S7 und S7 Edge

Während der Vorstellung des Samsung Galaxy S7 und S7 Edge beim MWC 2016 haben die Südkoreaner ein neues Kühlsystem für ihre Top-Smartphones präsentiert. Das sorgt dafür, dass das Smartphone wenig Hitze entwickelt. Wir haben uns das Kühlsystem genauer angesehen. 

Immer schön cool bleiben

Die Smartphones Samsung Galaxy S7 und S7 Edge haben ein einzigartiges Kühlsystem, das auch bei PCs verwendet wird. PC-Hersteller nutzen Wasser als Kühlflüssigkeit, um eine hohe Wärmeentwicklung zu vermeiden. Dieses Kühlkonzept wird auch bei den Top-Smartphones verwendet. Wobei sich das System im Smartphone doch etwas von den Kühlsystemen in PCs unterscheidet.

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Das neue Kühlsystem beim Samsung Galaxy S7 und S7 Edge © ANDROIDPIT/Samsung

Was bewirkt ein Kühlsystem?

Wieso benötigt ein Smartphone ein Kühlsystem? Die Antwort ist einfach: Durch Aktionen wie das Aufrufen einer bestimmten App wie zum Beispiel ein Spiel, werden der Prozessor und Arbeitsspeicher in Anspruch genommen und das führt zu einer Hitzeentwicklung. 

Abhängig von den eingebauten Komponenten ist eine Wärmeentwicklung nicht dramatisch. Weil Smartphones heutzutage aber viel leisten müssen und Prozessoren immer mehr in Anspruch genommen werden, wird immer mehr Wärme verursacht. Zu viel Wärme kann sich negativ auf die Leistung des Smartphones auswirken - so wie beim Hitze-Skandal des Sony Xperia Z3+.

Dieses Problem ist den Smartphone-Herstellern bekannt. Um der Wärme entgegenzuwirken, haben sie verschiedene Systeme entwickelt. Zum Beispiel werden Lüfter eingesetzt oder eben Kühlsysteme, die das Smartphone auch bei großer Inanspruchnahme durch Apps auf eine gewisse Temperatur halten. 

Genau das wird auch beim Samsung Galaxy S7 und S7 Edge gemacht. Das Besondere ist aber, dass als Kühlflüssigkeit Wasser verwendet wird. 

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Durch diese Rohre wird die Kühlflüssigkeit geleitet. © iFixit

Keine Angst vor Wasser

Wasser in einem Smartphone? Da ist der Wasserschaden doch schon programmiert. So einfach ist es natürlich nicht. Die Entwickler von Samsung haben das S7 und S7 Edge nicht einfach einer nassen Gefahr ausgesetzt. Es stimmt aber, dass Wasser dabei hilft, die neuen S7-Smartphones zu kühlen.

Das Wasser ist aber nicht in einem kleinen Becken im Gerät untergebracht, sondern fließt durch sogenannte Heatpipes. Das sind kleine Rohre, die dafür sorgen, dass sowohl der Prozessor als auch der Arbeitsspeicher beim S7 und S7 Edge gekühlt werden. Aber auch der Akku profitiert von diesem System, das bei Notebooks eingesetzt wird. 

Nochmal zur Gefahr eines Wasserschadens: Schief gehen kann natürlich immer etwas und es ist nicht ausgeschlossen, dass durch bestimmte Schäden auch das Kühlsystem beschädigt wird. Und wenn das Wasser im Inneren ausläuft, nehmen das S7 und S7 Edge irreparable Schäden. Die neuen S7-Smartphones sind zwar wasserdicht, das gilt aber nur für Wasser, das von außen in das Gerät eindringen kann.

Warum sich Besitzer eines S7 und S7 Edge wegen des neuen Kühlsystems keine Sorgen machen müssen, zeigt der YouTuber JerryRigEverything. Der hat das S7 Edge auseinandergenommen und es lässt sich erkennen, dass das Kühlsystem nur an einem bestimmten Bereich im Smartphone angebracht ist und die Isolation sowie Abdeckung sehr gut sind. 

Aber wie gut ist das neue System und werden bald mehr Entwickler ein Kühlsystem mit Wasser anbieten? Fakt ist, dass das S7 und S7 Edge bei der Performance keine großen Schwächen zeigen und selbst bei vielen App-Aktivitäten oder grafisch aufwendigen Spielen eine sehr gute Leistung abliefern. 

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Top-Kommentare der Community

  • Michael K. 08.04.2016

    Ist das so schlimm? Der Sinn eines Technik-Forums ist doch wohl, über Technik zu diskutieren. Wenn das hier welche machen, macht das die Beiträge lesenswert.

48 Kommentare

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  • Sicherheitspatch für April 16 ist da ;)


  • Das ist keine komplexe Kühlung...Das ist normales Kupfer mit feinen Kupfer Drähten drinnen...Da ist weder Wasser noch sonst eine flüssig Kühlung drinnen...Also lügt hier nicht.....


  • Soweit ich weiß hat man doch schon beim Lumia 950 eine Wasserkühlung eingebaut...
    Sry falls es schon in den Kommentaren erwähnt wurden.


  • so ihr hobbychemiker.... siedepunkt von wasser 100° celsius.... so so. bei normalem luftdruck stimmt das ja. aber bei unterdruck? verdampft es locker bei 70° ....


    • Gehst du etwa regelmäßig in einer Unterdruckkammer zocken?


      • nee nur pinkeln ;). aber im ernst, in der heatpipe herrscht unterdruck und wasser ist das billigste kühlmittel.


      • Und eines der besten, da es eine sehr hohe spezifische Wärmekapazität besitzt.


      • Es ist ja kein normales Wasser aus dem Hahn... Das ist spezielle Kühlflüssigkeit die einen enorm hohen Siedepunkt hat. Sonst würden jede Menge PCs mit Wasserkühlung nicht sehr lange überleben.


    •   33

      Also ist das obige Video deiner Meinung nach bei 70°C Studiotemperatur gemacht worden?


      • Was hat bitte die Außentemperatur damit zu tun? Es geht um die Temperatur am Punkt der Wärmequelle, dort muss es lediglich wärmer sein als am anderen Ende der Heatpipe damit der Kreislauf darin starten kann.
        Am besten du informierst dich erstmal über das Thema bevor du hier aus Unwissenheit zynische Kommentare verfasst.


      •   33

        Am besten du denkst erstmal nach, bevor du anderen vorwirsft uninformiert zu sein.

        Die obige Theorie besagt, dass das Wasser bei 70°C in den gasförmigen Zustand wechselt. Beim Öffnen findet sich keine Flüssigkeit -> ergo ist entweder kein Wasser drin oder es ist gasförmig, was dann eben hieße? Richtig ... die Temperatur liegt über 70°C.

        Wo kommt die denn dann deiner Meinung nach her? Vom seit mehreren Minuten ausgeschalteten Prozessor? Ist der JRE so'n heißer Typ, dass er allein durch's anfassen die Heatpipe dermaßen aufheizt? Reibungswärme durch's aufschneiden?


    • @Mayo: da wird höchstwahrscheinlich Wasser drin sein, zu 80-90%. Der Rest sind Zusätze. Trotzdem ist es ein spezielles Gemisch, ich meine du sagst ja auch nicht "ein Wasser bitte", wenn du Milch möchtest, nur weil sie zu 80-90% aus Wasser besteht?


  • Auch wieder ein sehr interessanter und gut verfasster Artikel.
    Ich wusste nicht wie das Kühlsystem eines Smartphone funktioniert und war positiv erstaunt was dahinter steckt.
    Und wieder hat ein Artikel sein Ziel erfüllt... super gemacht Herr Balt...👍


  •   33

    APit weiß wieder mehr als andere.
    Interessanter Weise fand der erst kürzlich hier zum G5-Gehäuse zitierte JerryRigEverything gar keine Flüssigkeit, als er die Heatpipes in seinem bei Youtube veröffentlichten Teardown öffnete.


    • Stimmt, anders als im Text beschrieben, ist im Video von Wasser keine Rede. Entweder ist was hochflüchtiges in den Röhren, was schneller verdunstet ist, als man gucken kann (Butan?), oder es sind einfach Kupferstreifen, die die Wärme vom SoC wegleiten und im Inneren verteilen.


      •   33

        omg - das ist ja das Video ... ich muss zugeben, ich hab den letzten Absatz nur noch überflogen und wie ich sehe - zurecht.

        Das machts nur noch fragwürdiger, wenn im Artikel zwar die tolle "Isolation sowie Abdeckung" bejubelt wird und dem Leser erklärt wird, dass er deshalb keine Angst vor einem Wasserschaden haben muss, aber die unauffindbare Flüssigkeit mit keiner Silbe Erwähnung findet.


  • Aber einzigartig ist das nicht... Das lumia 950 und das 950 XL hatten das meiner Meinung nach schon vor dem galaxy s7.....


    • Und Sony hatte bereits im Z2 eine Heatpipe verbaut. Das ist nichts neues und in keinster Weise bahnbrechend, dass es einen derartigen Artikel wert wäre, aber so AndroidBILD eben...

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