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4 Min Lesezeit 32 Kommentare

Beautygate: iPhone XS (Max) schießt zu schöne Selfies

Apple verspricht, dass mit dem iPhone XS (Max) schönere Selfies als je zuvor gelingen. Doch scheinbar übertreibt es der Algorithmus der Kamera und überzieht Fotos mit einer Art Beautymodus. Gibt's hier einen #Beautygate?

Das neue iPhone XS (Max) besitzt eine 8-Megapixel-Frontkamera, die dank schnellerem Sensor, neuen Algorithmen und einem Feature mit Namen Smart HDR laut Apple bessere Selfies als jedes bisherige iPhone schießen soll. Doch scheinbar hat es der Hersteller etwas übertrieben, denn es mehren sich die Beschwerden der Nutzer im Netz, dass die Fotos "zu gut" aussehen. Und wohlgemerkt alles außerhalb des Porträtmodus.

Ein Dutzend Nutzer auf Reddit und im Forum von MacRumor, sowie der bekannte YouTuber Unbox Therapy beschweren sich, dass mit dem iPhone XS geschossene Selfies zu gut aussehen, als würde die Software ein Art Beauty-Filter über die Fotos ziehen. Der fällt zwar nicht so drastisch aus, wie bei dem vor allem in Asien sehr beliebten Modi von Huawei, Xiaomi, Samsung und Co., lässt aber zum Beispiel die Haut besonders glatt wirken.

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Selfies geschossen mit dem iPhone XS und XS Max (Mitte) im Vergleich mit dem iPhone X (li) und iPhone 6 (re) / © Unbox Therapy

Was auf den ersten Blick gar nicht so schlimm klingt, immerhin ist das Ausblenden der ein oder anderen unreinen Pore im Gesicht vielleicht sogar nicht verkehrt, gehen bei den Bildern dadurch eben auch zahlreiche Details verloren. Außerdem wirkten die Fotos dadurch unnatürlicher und sehen aus wie nachbearbeitet. Das zeigt zum Beispiel dieser direkte Vergleich des Reddit-Nutzers Chemicalsam:

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Das Foto aus dem iPhone XS sieht deutlich "zu weich" aus. / © Reddit/Chemicalsam

Im Video von Unbox Therapy ist später sogar bei der Live-Ansicht über den Sucher zu erkennen, dass die Software beim Erkennen von Gesichtern scheinbar noch einmal richtig aufdreht. Zum Test hält der YouTuber zunächst sein Gesicht in die Kamera, dass nach Erkennung in ein warmes Licht getaucht wird. Hält er sich jedoch die Hand vor das Gesicht, färbt sich wieder alles blau.

Auch auf Twitter mehren sich unter dem Hashtag "Beautygate" Bilder von Käufern, in denen der Effekt im Vergleich zum iPhone X deutlich wird, wie zum Beispiel @ilive_onX:

Smart HDR ist nicht verantwortlich

Zunächst kam die Vermutung auf, dass das neue Smart-HDR-Feature für die deutliche Nachbearbeitung verantwortlich ist. Doch wird das in den Einstellungen deaktiviert, ist der Effekt zwar minimal weniger ausgeprägt, aber immer noch deutlich sichtbar. Möglicherweise ist die Ursache also ein zu aggressives Angehen der Software, um Rauschen aus dem Bild zu entfernen.

Smart HDR nutzt mehrere Technologien, wie schnellere Sensoren, verbessertes ISP und weiterentwickelte Algorithmen, um in deinen Fotos mehr Details in die hellen Bereiche und in die Schatten zu bringen. - Apple

Bildrauschen ist eine übliche Schwachstelle von Smartphone-Kameras, da sie kleinere Linsen und Sensoren als professionelle Kameras besitzen und so weniger Licht einfangen können. Ein Hinweis, dass das die Ursache sein könnte, ist auch die Feststellung von Nutzern, dass die Weichzeichnung weniger stark ausfällt, wenn das Foto bei gutem Umgebungslicht aufgenommen wurde.

Da muss Apple noch mal ran

Auch wir haben natürlich Selfies mit dem iPhone X und dem iPhone XS geschossen, diese miteinander verglichen und mussten den gleichen Effekt feststellen. Zwar fällt der bei gutem Licht nicht ganz so stark aus, dürfte aber von nicht wenigen als störend empfunden werden. Und Ja, es ist früh am morgen und ich sehe fertig aus. 

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Selfie mit dem iPhone X (li), iPhone XS mit HDR (m) und iPhone XS ohne HDR (re). / © AndroidPIT

Apple sollte an dieser Stelle dringend nachbessern, denn im derzeitigen Zustand ist der Effekt besonders für mich als offenen Selfie-Junkie nur schwer zu ertragen. Bislang hat sich das Unternehmen aber noch nicht zu den aktuellen Meldungen geäußert.

Was sagt Ihr zu Apples vielleicht sogar unbeabsichtigten automatischen Beauty-Modus? Habt Ihr eure Selbstporträts lieber schön fluffig weich oder realistisch und detailreich? 

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Top-Kommentare der Community

  • Steffen Herget
    • Admin
    • Staff
    vor 2 Monaten

    Aus nem alten Ackergaul macht die beste AI kein Rennpferd. :/

  • Klaus Trofob vor 2 Monaten

    Früher, als sich nur reiche und schöne Menschen ein iPhone gekauft haben, war das alles noch nicht nötig. Heute, wo Apple auch in der Unter- und unteren Mittelschicht angekommen ist, muss da natürlich mehr nachbearbeitet werden.
    Die hochentwickelte AI erkennt aber auch selbstständig, ob man schön genug ist und ob nachbearbeitet werden muss.

  • Art Mart vor 2 Monaten

    Also ich finde Tim wirkt absolut nicht wie ein fanboy von der einen oder anderen Seite. Er schreibt nur nüchtern Dinge die gut bzw. schlecht findet. Und ich finde seine Betrachtungsweise, egal zu welchem Artikel, immer so angenehm zu lesen. Er ist mit unter am "objektivsten" von allen Kommentatoren. Natürlich lässt er sein eigene Meinung mit einfließen, schreibt es jedoch so, dass sich keiner der anderen Seite irgendwie angegriffen fühlen muss. Wenn jedoch ein "Fanboy" seine Argumentation ließt, findet er natürliche irgendwas was in seine Welt nicht passt...

    Tim mach weiter so, bist wirklich sehr sympathisch und ich finde Deine Ansichten immer sehr gut, egal ob es um iphone, ios oder android geht.

  • Martin vor 2 Monaten

    Dann muss bei meinem ein Defekt vorliegen denn komischerweise bearbeitet es meine Bilder nach.
    Auf zum Apple Store!

  •   45
    Gelöschter Account vor 2 Monaten

    Auch wenn Tim der geheime Pressesprecher von Apple Inc. Europe ist (Nicht böse sein! :-) muss ich ihm recht geben!
    Apple, Huawei oder wer auch immer versuchen diesen verkackten Beauty-Modus zu etablieren. Huawei hat damit z.B. in Asien riesigen Zuspruch! Ich glaube, es war das Mate 10, welches dieses Feature einführte und exzessiv kultivierte.
    In einer Welt, wo sich 22jährige Girlys (über die Besetzungs-Couch für eine Billig-Soap gecastet) mit dem Arschfett die Lippen aufspritzen lassen und es inzwischen in den USA zum guten Ton gehört, sich ab 16-19 eine neue Nase zu gönnen und ab 30 den Botox- und Silikonanteil des Körpers der 50%-Grenze anzunähern, darf man sich nicht wundern, dass die Videotrailer von PS4-Spielen inzwischen fotorealistischer anmuten als die sich selbst ablichtenden Selfie-Narzissten.
    Letztlich nähert sich die virtuelle Welt nicht nur der Lebensrealität eines jeden (z.B. AR) sondern der Mensch selbst ist scheinbar bemüht, sich technisch zu pimpen und den Übergang in diese Pseudo-Realität zu erleichtern und die Grenzen zerfließen zu lassen. Von daher ist der Beauty-Modus nur die konsequente Fortsetzung der eingeleiteten Realitätsflucht und -entfremdung!

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