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Apple TV (2015): Das rockt bei Apples-Streaming-Box und das nicht

Apple hat auf der Keynote 2015 eine neue und verbesserte Version von Apple TV vorgestellt. Diese Streamingbox schließt nicht nur zu den Konkurrenten von Amazon und Google auf, sondern sie hat in einem Bereichen sogar klar die Nase vorn.

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Siri macht den Unterschied

Die ersten Versionen von Apple TV (erschienen 2007, 2010 und 2012) waren zwar nicht schlecht, einen Durchbruch markierten die Boxen mit dem Apfel-Logo aber nicht. Die neueste Version, die auf der Keynote 2015 vorgestellt wurde, macht da schon einen ganz anderen Eindruck. Einen sehr guten, um genau zu sein.

Da ist zunächst einmal die Kombination aus verschiedenen hauseigenen Apple-Diensten wie iTunes und Apple Music sowie bekannten Streaming-Angeboten wie Netflix, HBO Go und Hulu. Und was ist daran jetzt toll? Die Antwort ist einfach: Siri! Apples Sprachsteuerung ist fester Bestandteil der neuen Apple-TV-Box und was man mit ihr alles anstellen kann, ist schlicht beeindruckend.

apple tv app store
Auch bei Apple TV (2015) kommen Film-Fans auf ihre Kosten. / © Apple

Neben der Auswahl von Filmen lassen sich durch einfache Befehle zum Beispiel bestimmte Genres auswählen. Will man einen Actionfilm oder einen Kinderfilm ansehen, fragt man Siri einfach danach. Sehr cool: Soll es ein James-Bond-Film mit Sean Connery sein, findet Siri auch das. Wo gesucht werden soll, lässt sich natürlich einstellen. Also ob ausschließlich in iTunes oder nur in Netflix.

Mit Hilfe von Siri ist es auch möglich, an eine bestimmte Stelle in einem Film oder Serie zu springen. Denkbar ist folgendes Szenario: “Siri, zeige mir die letzte Schlacht beim Film 300." oder: "Zeige mir den Gastauftritt von Edward Norton in Mordern Family." 

Die Wiimote für die TV-Box

Android TV bietet mit “Ok, Google” zwar auch ein ähnliches System an, das funktioniert bei aktuellen Modellen aber noch nicht besonders gut . Ob Siri so gut auf einen hört, wie in der Präsentation gezeigt, bleibt aber natürlich auch noch abzuwarten.

Schaut man auf die anderen Funktionen, Apps und Extras, hält sich die Begeisterung eher in Grenzen. Das soll nicht heißen, dass die Einbindung der Mode-App "Gilt" schlecht ist und es sicher vielen Fernseh-Fans gefallen wird, Zusatzinfos zu Filmen und Live-Sportübertragungen hinzuzuschalten, wirklich neu ist das aber nicht. Das hat Microsoft schon vor zwei Jahren bei der Xbox One gezeigt und Android TV ist in diesem Bereich auch nicht schlecht aufgestellt.

Auch eher “nur nett” ist die Fernbedienung zu Apple TV. Die hat eine Glasoberfläche an der oberen Spitze, die als Trackpad dient, mit dem der Zuschauer flott durch die Apps wischen kann. Mit so einer Fernbedienung haben bereits Besitzer eines Android-TVs von Sony Erfahrungen, damit kann sich Apple TV also nicht wirklich von der Konkurrenz abheben. Immerhin: Die Fernbedienung erlaubt mittels Bewegungssensor eine Gestensteuerung ähnlich wie bei Nintendos Wiimote für die Wii-Spielekonsole. Ob das für die Spiele ein Mehrwert ist, wird sich zeigen.

Auch, wie zukunftssicher Apple TV (2015) eigentlich ist, denn UHD, also die Möglichkeit Filme in 4K darzustellen, wird nicht unterstützt. Ende 2015 startet die UHD Blu-Ray-Disc und Apple hatte - um wirklich ein zukunftsfähiges Gerät anzukündigen - darauf setzen können. Nun wird es wohl so sein, dass man in ein oder zwei Jahren sein Apple TV ersetzen muss. Vorausgesetzt man hat jetzt schon großes Interesse daran.

 

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 Wer keine Lust auf Siri hat, kann mit dem neuen Controller durch die Bibliotheken wischen. / © Apple

Ein gutes, aber kein überwältigendes Spiele-Angebot

Im Vorfeld der Präsentation wurde Apple TV (2015) groß als Konkurrenz zu Spielkonsolen gehypt. So ein Gerät ist die Streaming-Box definitiv nicht. Es ist zwar schön, dass Crossy Road auf Apple TV läuft und sogar einen Multiplayer-Modus spendiert bekommt. Guitar Hero Live sowie das Baseball-Spiel “Beat Sports” von Entwickler Harmonix (Rock Band 4) machen sicher auch Spaß, das wird Hardcore-Gamer aber wohl eher nicht zu Apple TV locken. Zumindest vorerst nicht. Es ist dennoch schön zu sehen, dass Apple den Spielen nun mehr Aufmerksamkeit schenkt. So ist es möglich, Spiele unterwegs auf dem iPhone zu spielen und zu Hause auf dem Apple TV fortzusetzen. Ein nettes Extra, das Android TV so noch nicht anbietet.

Und was kostet der Spaß? Tja, da ist das neue Apple TV im Vergleich zur Amazon Fire TV Box (aktuell 89 Euro, ein Gamepad kostet 44,99 Euro) und dem Nexus Player (aktuell 89 Euro, ein Gamepad kostet 49 Euro) etwas teuer. So kostet die Variante mit 32 GB 149 US-Dollar (dann wohl 149 Euro) und die Version mit 64 GB 199 US-Dollar (dann wohl 199 Euro). Ein passendes Gamepad wird für Apple für seine TV-Box vermutlich nicht selbst anbieten, mit Sicherheit aber Drittanbieter - denn Gamepads wurden explizit bei der Liste der unterstützten Geräte erwähnt.

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Das Design der Box bleibt gleich, der Controller ist hingegen brandneu. / © Apple

Fazit

Apple TV (2015) hat einen vielversprechenden Eindruck hinterlassen. Ich bin als Besitzer eines Android TVs sogar etwas neidisch auf die Sprachsteuerung mit Siri. Damit durch seine Film-Bibliotheken und Apps zu steuern, scheint sehr gut zu funktionieren. Ob das auch wirklich so gut klappt, wie auf der Apple Keynote 2015 gezeigt, bleibt natürlich abzuwarten. Aber wenn es so flutscht, dann hat Apple TV definitiv einen kleinen Vorteil gegenüber der Android-TV-Konkurrenz.

Nicht vom Hocker haben mich hingegen die anderen Features gehauen. Die Fernbedienung mit dem Touchfeld kenne ich schon und das bislang angekündigte Spiele-Angebot ist zwar ganz nett, mehr aber auch nicht. Der Preis für Apple TV (2015) scheint mir auch etwas zu hoch zu sein.

Was von der Präsentation bleibt, ist, dass mit Apple TV ein ernstzunehmender Herausforderer für Android TV und andere Streaming-Boxen in den Ring gestiegen ist. Und Konkurrenz belebt ja bekanntlich das Geschäft!  

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