Diese Website verwendet Cookies, um Ihnen ein besseres Nutzungserlebnis bieten zu können. OK
4 Min Lesezeit 19 mal geteilt 32 Kommentare

Apple Music: Nach dem Traumstart platzt der Lack schnell ab

Apple Music schien einen raketenhaften Aufstieg über Nacht hinzulegen und auf dem besten Wege zu sein, die Erwartungen der Analysten zu erfüllen. Nun trübt sich der Himmel über Apples Streaming-Dienst und die Kritiker werden laut. War es das schon mit der Revolution?

Akkupower von morgens bis abends ist für Heavy User leider immer noch keine Selbstverständlichkeit.
Stimmst Du zu?
50
50
4828 Teilnehmer

Am 30. Juni begann, was viele Beobachter als eine Art Neuanfang für den Musik-Streaming-Markt betrachteten. An jenem Tag stellte Apple seinen eigenen Dienst Apple Music vor und versuchte so, einen Markt aufzurollen, der bereits von einigen etablierten Anbietern besetzt und durch Spotify dominiert war. 

Erst kam der Hype

Vor diesem Hintergrund war es seitens Apple Music eine nicht selbstverständliche Leistung, in wenigen Wochen ganze elf Millionen Nutzer anzuziehen (zum Vergleich: Spotify als größte Kraft auf dem Markt hat nach einigen Jahren etwa 20 Millionen zahlende Kunden und 50 Millionen, die den werbegestützten, kostenlosen Dienst nutzen). Mehr noch: Wie sich zeigte, kam eine nicht zu vernachlässigende Zahl davon von Spotify.

Eine Studie von MusicWatch trübt nun das Bild. Zuerst aber die guten Nachrichten für Apple. Laut der Studie schaffte Apple Music es, Spotify 28 Prozent seiner zahlenden Kunden zu “stehlen” und immerhin 11 Prozent seiner nicht zahlenden. Das ist zunächst ein harter Schlag für den amtierenden Marktführer, zumindest potenziell, denn nur wenige Nutzer berichten, dass sie nach dem Umstieg auf Apple Music ihren alten Dienst gekündigt haben. Noch kann man also nicht von einem endgültigen Verlust an Kunden sprechen, auch wenn dieser droht. Tatsächlich berichteten zahlreiche Medien, Spotify leide unter drastischem Schwund, da seine Nutzer in Scharen zu Apple Music abwanderten. Aber kommt es tatsächlich dazu?

spotify apple
Kann Apple Music Spotify die Nutzer klauen? / © ANDROIDPIT

Dann folgten die Zweifel

Besagte Studie, die sich auf einen repräsentative Auswahl von 5.000 US-Nutzern stützt, wirft Zweifel auf. Ihr zufolge hat jeder zweite Apple-Music-Nutzer bereits wieder abgeschaltet und nutzt den Streaming-Dienst nicht mehr. Die Gründe dafür sind nicht klar, doch mittlerweile hört man immer wieder Kritik am Angebotsumfang und der iTunes-Anbindung bei Apple Music. Wir werden uns den Dienst natürlich genauer ansehen, sobald er offiziell für Android erschienen ist.

Der Punkt ist: Wenn die Zahlen stimmen, hat Apple offenbar ein echtes Problemdamit, Nutzer zu überzeugen und zu binden. Das könnte desaströse Folgen haben, da Apple auf dem bereits durch etablierte Alternativen bevölkerten Markt womöglich keine zweite Chance bekommen wird. Wer dem Dienst einmal enttäuscht den Rücken gekehrt hat, bleibt nicht lange heimatlos, sofern er es je war, und hat vermutlich auf absehbare Zeit keinen Grund, einen zweiten Anlauf zu nehmen.

Apple hingegen bestreitet die Zahlen schlichtweg und behauptet gegenüber The Verge, 79 Prozent der Early Adopters nutzten den Dienst tatsächlich noch aktiv. Wer hat nun recht? Wir wissen es nicht, doch zumindest das Bild vom erwarteten Blitzaufstieg an die Marktspitze ist etwas getrübt und könnte nachhaltig ins Negative umschlagen.

apple music iphone 6
Das ist Apple Music. Doch reicht das? / © Apple

Noch ist alles möglich

Noch gibt es freilich genügend Hoffnung für Tim Cook, denn noch benutzt nur etwa jeder zehnte iOS-Nutzer Apple Music und “nur” 77 Prozent der Apple-User wissen überhaupt, dass es Apple Music gibt. Das heißt, es existiert riesiges ungenutztes Potenzial für die Zukunft. Noch hat Apple genügend Möglichkeiten, den Markt zu übernehmen. Hinzu kommt, dass immerhin 64 Prozent der aktuellen Apple-Music-Nutzer berichteten, es sei “wahrscheinlich bis sehr wahrscheinlich”, dass sie nach Ablauf der kostenlosen Probezeit für den Dienst bezahlen würden. Aber das wären gerade einmal etwas mehr als sieben Millionen, keine Zahl, mit der ein Konzern wie Apple auch nur ansatzweise zufrieden sein kann.

Und dies ist der entscheidende Punkt: Wie schlimm es für Apple Music wirklich aussieht, lässt sich jetzt noch gar nicht sagen. Das wird sich erst am 30. September zeigen, wenn es heißt: Payday! Denn dann laufen die drei Monate kostenlose Probenutzung ab und die Early Adopter entscheiden sich, ob sie Apple die Treue halten und die Kreditkarte zücken oder endgültig abwandern bzw. dorthin zurückkehren, wo sie hergekommen waren. Was auch passiert, Apple hat noch einen weiten Weg vor sich.

19 mal geteilt

Top-Kommentare der Community

  • Fidefux 21.08.2015

    1. Artikel komplett lesen um
    2. herauszufinden, dass der Dienst auch für Android angeboten werden wird.

  •   25
    Jan H. 20.08.2015

    Genauso Schwachsinn wie die Aussage, nur Leute die sich kein IPhone leisten können, würden Android Smartphones kaufen.

    Finde es sowieso erstaunlich, wie viel Mist sich in den vergangenen Jahren zwischen Apple und Android Usern aufgebaut hat.

  • Lars. 21.08.2015

    Bin ich der einzige der noch keinen Streamingdienst nutzt und trotzdem gut damit klar kommt?

  • Frauke N. 20.08.2015

    Ich nutze beides und komme mit jedem Mist klar ;-P

32 Kommentare

Neuen Kommentar schreiben:

  • Ich verwendete vorher Spotify (kostenlos) und testete auch mal Deezer, aber Apple Music gefällt mir nun unter dem Strich am besten. Denn ich fand einige Alben bei Apple Music, die ich bei den anderen vermisste, und vor allem kann ich mit der App auch meine eigene Musik hören, konnte sie mit iTunes einfach in die Cloud laden. So konnte ich dann viele GB an Songs auf meinem iPad löschen, und könnte beim nächsten Kauf eine kleinere Variante mit weniger Speicher kaufen. Es gibt ja einige Künstler, die auf den Streamingdiensten garnicht oder nur mit einem Teil der Alben vertreten sind, da finde ich sehr wichtig, dass die App auch eigene Songs aus der Cloud abspielt. Vom Handling gefiel mir allerdings Spotify besser, und beim Hochladen der eigenen Musik gab es einige Fehler mit Albumcovern. Ich gehe nun davon aus, dass ich Apple Music abonnieren werde.


    •   24

      Das mit dem Musik hoch laden geht mit Play Musik genauso. 50.000 Lieder sind kostenlos. Habe meine Musik Sammlung auch inzwischen digitalisiert und kann sie jederzeit Streamen oder runterladen.


  •   40

    ach und ich dachte, "Spotify rennen die Nutzer weg"....


    • Habe gerade erst Spotify gekündigt, weil die neuen Nutzungsbedingungen mal gar nicht gehen (im Bezug auf Weitergabe meiner Daten an Dritte). Werde Apple Music eine Chance geben und/oder die anderen Dienste nutzen, auf keinen Fall mehr zu Spotify zurück kehren.


  • Nutze Google Play Musik und bin damit sehr zufrieden. Hatte mal versucht die.Kataloge zu vergleichen aber irgendwie hatten alle das gleiche im Angebot. Für mich kein Grund zu wechseln.


  • Das schlimmste ist ja die fehlende Browserunterstützung. Nicht jeder hat und will iTunes nutzen.

    Eine Frage hätte ich noch, werden die drei Monate einfach so aktiviert, oder kann ich das Abo auch morgen aktivieren und ab dann gelten die 3 Monate?


  • Ich dachte wir sind hier auf der ANDROID(pit) Seite, warum berichtet ihr über Apple bzw. IOS?


  • 1. Fehler: die Android App ist noch nicht fertig und Android hat nun einmal einen Marktanteil von etwa 80%. Viele Nutzer haben die Probemonate auf dem PC begonnen, da sie den Service aber nicht auf dem Mobiltelefon nutzen können, werden sie auch nicht bezahlen.
    2. Die Software am Computer ist grottenschlecht (Ich habe eine Mac, kann also nichts über die Windows-Version schreiben). Bis man z.B. eine Playlist gefunden hat und diese abspielen kann, sind gefühlt 20 Klicks vergangen. Um zum Beispiel eine PL zum Trainieren zu finden, muss ich erst einmal auf "Musik" klicken, dann "Neu" klicken (warum "neu", wenn ich eine PL suche ist mir schleierhaft) - dann "PL für Aktivitäten", dann "Workout" und dann finde ich sagenhafte 7!!! Playlists. House z.B. ist nicht mit dabei.
    Zum Vergleich das ganze Prozedere bei Spotify: Runterscrollen (startet ja automatisch bei "Browse"), "Fitness" anklicken, eine von hunderten PLs auswählen.
    Mein persönliches Fazit: Ich habe AM 2 Tage getestet, dann immer mal wieder spontan und finde die Benutzererfahrung hinkt der von Spotify (oder auch Google Music) meilenweit hinterher.


  • Zum jetzigen Zeitpunkt kann überhaupt keine ordentliche Aussage dazu getroffen werden. Nicht nur, weil noch kein Kunde zahlen muss. Vor allem aber deshalb, weil der Nutzerkreis noch stark eingeschränkt ist. Erst wenn Windows Phone und Android ebenfalls Apple Music-Apps bekommen, kann man über den Erfolg diskutieren.


    • Da der Windows-Phone-Marktanteil immer weiter sinkt (2014: 2,8 Prozent; 2015: 2,5 Prozent), dürfte Windows Phone kein Erfolgsgarant sein für Apple Music.


  • Bei 5.000 Befragten spricht man von Repräsentativ?! ö.Ö


  • Bin ich der einzige der noch keinen Streamingdienst nutzt und trotzdem gut damit klar kommt?


    •   24

      Nein bist du nicht 😉 Überleg doch mal wieviel Smartphones es gibt und wie viele Menschen einen Streaming Dienst nutzen.

      Ich hab es nur weil das Geld was icb für Musik käufe ausgegeben habe weit mehr ist als das was ich jetzt aus gebe.


      • Das hat ja nichts damit zu tun. Gibt ja auch Streamingdienste am PC etc. Aber du hast schon recht meine Aussage war natürlich auch etwas überspitzt gemeint ;)


  • Keiner weiss heute genau wieviele Nutzer wirklich hängenbleiben. Ein Problem könnten die Bezahlmethoden von Apple werden. Wenn Apple die Möglichkeit bietet über ITUNES Karten bezahlen zu können werden wahrscheinlich mehr User den Dienst nutzen.


  • Ich hab den Apple Dienst noch nicht ausprobiert, dafür aber Spotify, Deezer und Google und bin bei Spotify Premium geblieben. Inhaltlich sind alle Dienste ziemlich gleich und das dürfte auch bei Apple nicht viel anders sein. Die bekommen von der kleinen handvoll Musikkonzernen alle die gleichen Sachen aus dem Mainstream und der große Rest der Musik bleibt eh aussen vor.

    Langfristig entscheiden werden am Ende der Komfort und der Preis und nicht, ob da jetzt ein oder zwei Künstler mehr bei einem Dienst sind oder nicht.

Zeige alle Kommentare

Diese Website verwendet Cookies, um Ihnen ein besseres Nutzungserlebnis bieten zu können. Mehr dazu

Alles klar!