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Kommentar 5 Min Lesezeit 29 Kommentare

Apples panische HomePod-Vorstellung: "Hey Siri, hast Du Angst vor Alexa?"

Bevor Ihr weiterlest und Euch vielleicht denkt: „Hat AndroidPIT vielleicht schon ein HomePod und konnte es ausprobieren?“ – nein, haben wir leider nicht. Einen genauen Vergleich können wir also an dieser Stelle nicht bieten. Aber dennoch wollen wir ein paar Fakten vergleichen und wagen eine Prognose.

Wegen Alexa sind viele Siri untreu geworden

Der riesige Erfolg von Alexa und Echo dürfte Apple geschmerzt haben. Als Phil Schiller während der Präsentation des HomePods auf der WWDC 17 sagte, sein Team habe mehrere Jahre an den intelligenten Lautsprechern gearbeitet, gab er damit gleichzeitig zu: Amazon ist Apple zuvor gekommen.

Was der Marketing-Chef von Apple dann zeigte, war sicherlich gut, wenn man davon ausgeht, dass der Konzern aus Cupertino in Kalifornien in der Regel nur Produkte zeigt, die dann auch wirklich rund sind. Aber es war eben nicht so „break-through“, wie Schiller und auch Firmenchef Tim Cook es uns glauben lassen wollten.

Funktionen von HomePod gleichen Amazon Echo und Google Home

Der HomePod ist unterm Strich wohl ein grundsolider WLAN-Lautsprecher mit Siri-Integration, soll einen tollen Sound haben und sich auch aus jeder Ecke eines Raumes per Sprachbefehl steuern lassen. So wie die Konkurrenz also auch. Okay, der HomePod dient auch als Basis-Station für Apples Homekit und kann so auch die Schaltzentrale für unser smartes Zuhause sein.

Warum also hat Apple seinen HomePod fast schon hektisch auf seiner Entwicklerkonferenz präsentiert, wenn sich die Funktionen auf den ersten Blick gar nicht so sehr von der Konkurrenz abheben – und der Preis mit 349 Dollar dann auch noch deutlich höher ist? Denn dass man sich recht überstürzt für den Marktstart entschieden hat, zeigen alleine der Termin für den Markstart und die Länder, in denen man HomePod zunächst kaufen kann: Dezember 2017 in UK, US und Australien!

Kein EU-Land (wenn man mal vom Brexit-Land UK absieht), kein China und nur englischsprachige Länder. Das ist eher untypisch für Apple – man versucht normalerweise, zumindest in den wichtigsten Märkten von Anfang an dabei zu sein.

Sprechen ist das neue Tippen. Virtuelle Assistenten sind die neuen Apps.

Die intelligenten Systeme mit Sprachsteuerung werden der nächste große Sprung – und könnten die Marktanteile der Markt-Protagonisten Google, Amazon, Apple oder Microsoft noch kräftig durcheinander wirbeln. Wer am Ende das bessere System hat, gewinnt. Oder anders: Wer kein (wirklich) gutes System hat, verliert.

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Amazon hat mit der Echo-Familie Apple aufgeschreckt. / © ANDROIDPIT

Wie bei den Smartphone-Betriebssystemen auch schon dürften am Ende nur zwei, aber maximal drei Systeme übrig bleiben. Für die Anbieter, die nicht zu den Gewinnern gehören, steht viel auf dem Spiel. 

Was mit den Verlierern passiert, konnten wir vor einigen Jahren schon einmal beobachten. Während Google mit Android und seinem PlayStore den unzähligen iOS-Apps Paroli bieten konnte und so sein Betriebssystem für viele Millionen Kunden attraktiv machte, stürzte Windows Phone in den Abgrund. Der Hauptgrund vieler ehemals treuer Windows-Kunden, irgendwann zur Konkurrenz zu wechseln, waren die fehlenden Apps. 

Der Kampf um unsere Daten und Lebensgewohnheiten ist in vollem Gange

Um uns Menschen immer schneller das Richtige anbieten zu können, wollen die Unternehmen uns verstehen lernen. Welche Apps nutzen wir wann? Wann essen wir zu Abend? Und was?

Während der WWDC-Präsentation stellte Apple immer wieder seine Fähigkeiten für „Machine Learning“ heraus, vereinfacht gesagt das Lernen komplexer Zusammenhänge durch eine Maschine. Nicht nur Apple will uns damit (bald) Nützliches bescheren. Zum Beispiel sollen die schlauen Maschinen unser Nutzungsverhalten analysieren und unbemerkt dabei helfen, unsere Akkus zu schonen oder aber exakt für uns passende Musik zu finden.

Natürlich geht das Lernen an dieser Stelle noch viel weiter und tiefer. Alexa, Siri und die anderen Assistenten und -innen lernen schnell, viel und genau. Immer mit dem Ziel, uns mehr „Convenience“ – also Komfort bieten zu können. Und wo ließe sich besser von uns lernen, als in unseren Wohnzimmern?

Apples Vorteil ist die Menge an Hardware da draußen

Die ersten Erfahrungsberichte vom HomePod (der Name klingt für mich irgendwie nach 2002) sind durchweg positiv. Ist der Klang wirklich so gut, wie erste Berichte vermuten lassen, erscheint der Preis durchaus angemessen.

Viele Apple-Fans werden nun sehnsüchtig auf den Marktstart irgendwann im kommenden Jahr warten. Und dann, da bin ich mir sicher, kann Cupertino eine riesige Menge an HomePods verkaufen und dabei einen Großteil unserer Wohnungen erobern.

In der Zwischenzeit aber lernt Siri bei jedem Sprachbefehl kräftig weiter – so wie die anderen virtuellen Assistenten auch. Mit den neuen APIs, die Apple auf der WWDC 2017 für seine Entwickler angekündigt hat, könnte sich das Lernen noch beschleunigen. Mit jeder neuen App und ihrer Nutzung wird Siri ein bisschen schlauer.

Schöne neue Welt? Auf die Datensicherheit kommt es an.

Was ist der Preis, den wir für den neuen Komfort bezahlen? Apple hat zumindest gestern während seiner Keynote das Thema „Datensicherheit“ immer wieder betont. Alle Daten seien sicher, die Nutzer jederzeit anonym.

Ob das wirklich stimmt, vermag freilich niemand wirklich zu sagen. Während aber das Geschäftsmodell von Google die Daten und deren Vermarktung ist, haben zumindest Microsoft und Apple auf den ersten Blick andere Ziele.

Jedem, der sich eine smarte Box ins Wohnzimmer stellt, muss aber bewusst sein, dass man einem Unternehmen einen Blick in sein ganz persönliches, intimes Leben gewährt. Und zwar völlig gleich, ob der Assistent oder die Assistentin nun Alexa, Google Assistant, Cortana oder Siri heißen.

Die Unternehmen stellen zwar die Musik und die Box nach vorne. Es geht aber zusammengefasst nur um unser Bestes: unsere Daten!

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29 Kommentare

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  • Ich verstehe bis heute nicht, wie sich jemand mit einer Maschine unterhalten kann! Ich habe schon Probleme, wenn ich auf eine Mailbox sprechen soll. Geschweige denn, Google now und Co. zu benutzen. Der ganze Kram kann mich mal... :-S


  • Ich kenne nicht mal jemanden, der von mit abgesehen wenigstens gelegentlich google Now nutzt. Auch siri nutzt niemand. Weder im Bekannten, Verwandten, oder Kollegenkreis. Also da gibt es keine hype bei sprach Assistenten, es gibt nur viel Werbung.


  • Ich finde den HomePod gut - wenn das Konzept aufgeht. Apple hat ja klar gemacht, dass sie sich auf Musik konzentrieren. Wenn der Lautsprecher wirklich gut klingt, haben sie meiner Meinung nach etwas besseres als Alexa geschaffen. Laut einigen ersten Testern, klang der Lautsprecher überraschend gut. Wir werden sehen.

    Btw sehe ich Alexa als einzigen wirklichen Konkurrenten. Google hat noch nichts gezeigt und außerdem denke ich hier, dass viele sich keinen Google-Lautsprecher kaufen, weil Google immer noch das Image als Datenkrake anhaftet. Amazon und Apple werden nicht besser sein, aber es ist halt so. Allen voraus hat Apple natürlich das gesamte Ökosystem. Amazon versucht ja massiv, ihr eigenes zu schaffen. Ich würde behaupten, die einzigen Geräte die von Amazon sind und als Platzhirsch in ihrem Metier gelten sind wohl: FireTV und der Kindle. Das reicht noch nicht fürs Ökosystem. Die FirePhones sind gescheitert, die Fire Tablets sind ganz ok, aber so richtig kommen sie auch nicht aus dem Quark. Ich glaube das liegt daran, dass es hier preiswerte Gegenstücke mit dem offenen Android gibt.

    Ich persönlich würde mir kein Alexa-Lautsprecher kaufen, ich mag es einfach nicht, wie sehr Amazon einen zum Einkaufen "zwingt". Amazon trackt mich schon genug, es reicht wenn ich über deren Website shoppe, da muss mir kein Telefon oder Speaker reinquatschen.


  • Der HomePod dürfte neue Maßstäbe setzen, da Apple sehr perfektionistisch arbeitet: höchste Musikqualität und immense Rechenpower (A9 CPU) dürften die Konkurrenz ins Schwitzen bringen. Dazu noch die Smarthome-Integration und Einmessung bzw. Kooperation mit anderen HomePods.

    Seoul


    • Da bin ich mir nicht so sicher. Die Musikqualität mag gut sein, aber schon aufgrund der Baugröße begrenzt. Und mit einem Lautsprecher kann ich auch keinen Stereosound realisieren. Und wenn schon eine hochwertige Stereoanlage vorhanden ist, wieso dann eine zweite Klangquelle mit schlechterer Qualität?
      Dann lieber einen Amazon-Dot, den ich in die HiFi-Anlage integrieren kann.
      Der A9 ist zweifellos ein sehr leistungsfähiges SoC, wird aber in dem Lautsprecher sein Leistungspotential gar nicht entfalten können.
      Er setzt ein paar Sprachkommandos in die Cloud ab, nimmt von dort ein paar Kommandos für Sprachwiedergabe oder fürs Smarthome entgegen, und streamt etwas Musik, dafür reißen sich auch wesentlich schwächere SoC kein Bein raus.


    • Das einzige, wo Apple da Maßstäbe setzen wird, ist der Preis.


  • Google Home wird ein Fixkauf zum release.

    Allerdings glaube ich das Microsoft mit Cortana das bessere Produkt abliefern wird.


    • "cortana, fahr den pc herunter" -tut mir leid, diese funktion ist nicht integriert-

      "Hey cortana, öffne chrome"
      - meinten sie CHROME BROWSER
      oder CHROME VIDEOSTREAM-

      "chrome"
      -- meinten sie CHROME BROWSER
      oder CHROME VIDEOSTREAM-

      "CHROME"
      - meinten sie CHROME BROWSER
      oder CHROME VIDEOSTREAM-

      Genau. dann lieber Google Assistant. Das sind erfahrungen, die ich mit Cortana gemacht habe. oder das Anspringen auf HEY (Beliebiges wort was mit A aufhört).
      Sehr gutes Produkt, ja :D


  • Der Trend zu den Sprachassistenten ist ja echt heftig...

    Aber der Markt wird genauso wie bei VR und AR zeigen, dass der Verbraucher sich recht genau Gedanken über Sinn und Unsinn mancher Entwicklung macht! 😜

    Tschüss Alexa, tschüss Siri und tschüss Google Now 😂

    Die Unternehmen wollen, dass die Schaafe noch fauler werden und am besten gleich vollständig die Seele verkaufen 👿


  • Ich finde alles mit Sprachsteuerung für mich uninteressant und kommt mir nicht ins Haus. Wenn ich schon die Werbung im TV sehe von z.b Aleksa total daneben.


  • ich rede nichts mit "Maschinen" weder Siri noch Alexa und ob der Home Pod wirklich so eine gute Klangqualität hat - dauert wohl noch etwas


  • Und nochmal, alleine wer ein Smartphone hat, die ja mittlerweile alle mit Sprachassistenten ausgestattet sind, brauch sich über Datenschutz nicht aufregen. Ich find es immer wieder lustig, bei jemanden zu sein, der bei seinem Laptop die Kamera abgeklebt hat, aber neben sich ein Smartphone liegen hat. Ich sehe da kein Unterschied. Mittlerweile ist doch das Thema Datenschutz eher mehr Theorie, als Praxis, denn wer kann es als NormalUser noch kontrollieren, welche Daten verwertet und welche nicht verwertet werden. Und Apple ist da keine Ausnahme.

    Rudi


  • Ist diesmal wirklich erstaunlich wie gelassen Apple die Sache angegangen ist und letztendlich die Konkurrenz unterschätzt hat.
    Selbst andere normale Lautsprecher z.B. die neuen Bose Revolve sind mit Siri und Google Now ausgestattet auch wenn wahrscheinlich nicht so tief integriert. Die sind sogar billiger und ich kann mir nicht vorstellen das Apple was besseres hinbekommt als Unternehmen die auf Audio spezialisiert sind.


  • Apples Zielgruppe ist aber kein Google- oder Amazon-billig-Kram-User, sondern Leute die viele Apple Devices haben und diese gerne im Apple Ökosystem nutzen wollen. Daher wird diesen Leuten jetzt ein Lautsprecher angeboten. Die Entwicklung dauert eben länger als bei der Konkurrenz, da sich Apple keine Patzer erlauben kann (bei Google ist man das ja gewohnt, Fails machen diese Firma irgendwie etwas sympathisch)

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