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Amazon FC: Amazons bezahlte Gute-Laune-Armee auf Twitter

Amazon FC: Amazons bezahlte Gute-Laune-Armee auf Twitter

Amazon setzt mittlerweile auch in Deutschland auf Mitarbeiter, die den Konzern auf Twitter aktiv verteidigen. Was genau das bewirken soll, bleibt unklar.

Sie alle haben "Amazon FC" oder "Amazon FC Botschafter" hinter ihrem Vornamen auf Twitter. Ebenso wie die englischsprachigen Kollegen, die "Amazon FC Ambassador". Der Guardian hatte schon vor einem guten Jahr über die Amazon-Botschafter berichtet, die dort erwähnten Tweets gibt es zum Teil schon nicht mehr. FC, das steht nicht für Fußballclub, sondern für Fullfillment Center.

Immer wieder gibt es bekanntlich Kritik an Amazon, auch in Bezug auf die Arbeitsbedingungen direkt bei dem Online-Konzern. Auf Twitter beleuchten die Botschafter den Alltag bei Amazon, auch mit Fotos und Selfies. Und wenn Kritik an dem Unternehmen laut wird, dann mischen sie sich auch schon mal in diese Diskussionen ein.

Da heißt es dann, man werde bei Amazon übertariflich bezahlt, es gebe viele Frauen in Führungspositionen oder eben einfach, dass die Arbeitsbedingungen "in echt" nicht so seien wie dargestellt. Und das kommt nur von einem der Accounts.

Amazon Mitarbeiter in Koblenz 1
Genauso glücklich sind die Amazon-Botschafter auf Twitter. / © Amazon

Ob die Berichte so der Wahrheit entsprechen, lässt sich kaum nachprüfen. Dass es immer wieder Kritik an den Arbeitsbedingungen bei Amazon gibt, auch seitens der Gewerkschaften, ist hingegen bekannt. Bayern 3 hatte sich zu Beginn des Jahres schon mit den deutschen Amazon-Botschaftern beschäftigt und dabei aufgezeigt, dass von den Accounts aus hauptsächlich gegen Kritik angetwittert wird.

Arbeitsbedingungen, Gehalt, allgemeine Beiträge zu Amazon als Arbeitgeber waren zu dieser Zeit in dieser Reihenfolge die meiste behandelten Themen. Das Problem daran: Es wirkt unglaubwürdig. Auch, weil die Accounts alle recht ähnlich gehalten und alle voller Freude über Amazon twittern.

Gegenüber dem Guardian hatte Amazon bestätigt, es handele sich um echte Amazon-Mitarbeiter. Ob sie für ihre Aktivität auf Twitter bezahlt werde, wollte Amazon nicht beantworten. Später hieß es dann es seien Mitarbeiter, die in Fullfillment Centern gearbeitet hätten und nun in Vollzeit Botschafter seien - eine Art Social-Media-Team also. Dem widerspricht die Darstellung der deutschen FC-Accounts, denn hier heißt es, Social Media sei zusätzliches Engagement.

Was treibt Amazon da?

Natürlich spricht nichts dagegen, dass Amazon versucht, den eigenen Ruf aufzubessern. Mit einem Social-Media-Team kann das gut klappen. Die Art und Weise wie das in diesem Fall jedoch geschieht, ist schlicht albern. Die Accounts, die in der Regel übrigens auch nur wenigen Accounts folgen und selbst kaum Follower haben, sind überhaupt nicht glaubwürdig. Je mehr man liest, was sie so schreiben, desto unterhaltsamer werden sie jedoch - unfreiwillig, versteht sich.

Wenn Amazon sich hier in Sachen Unternehmenskommunikation versucht, dann geht das gewaltig in die Hose. Wenn Amazon sich schon für die Twitter-Strategie entscheidet, dann doch bitte offen damit umgehen, wer genau hinter diesen Accounts steckt. Oder gleich offen mit der Kritik am Konzern umgehen. Oder auch gerne Mitarbeiter gerecht entlohnen - ach, das werden sie ja schon. Und pinkeln gehen dürfen sie auch.

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3 Kommentare

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  • Ist sowas nicht inzwischen üblich? Wie bei Firmen die auf kununu eine schlechte Bewertung bekommen? Da wird dann ein Fake Account von HR-lern erstellt und es wird geschildert, wie hervorragend die Firma ist und dass ja ach so viel geboten wird...


  • Warum geht das in die Hose? Ich finde das ausgesprochen amüsant. Wie heißt es so schön in Episode IV? "Nirgendwo wirst du mehr Abschaum und Verkommenheit versammelt finden als hier." Gemeint war Mos Eisley. Und das passt auch recht gut auf Twitter. Mit solchen Aktionen das ganze Getue, Geprahle und Gehate auf Twitter vorzuführen, finde ich eine hübsche Idee. Man darf nicht alles ernst nehmen.

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