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Kommentar 3 Min Lesezeit 29 Kommentare

Amazon Echo: Besser gelauscht als verstanden

Da staunte ein Echo-User nicht schlecht: Eine Unterhaltung mit seiner Frau tauchte plötzlich bei einem Kollegen seiner Frau als Audionachricht auf. Versendet Alexa heimlich Gesprächsfetzen an andere User?

Was ist passiert?

Ars Technica berichtet über ein unheimliches Erlebnis mit einem Amazon Echo: Ein Amazon-Echo-Gerät habe eine Aufzeichnung eines privaten Gesprächs an einen anderen User geschickt. Das ist schon einmal schlecht, denn das Grundvertrauen in Sprachassistenten (so es denn existiert) basiert darauf, dass Unterhaltungen im Raum gerade nicht übertragen werden - an wen auch immer.

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Frasier-Fans hier? Von Alexa wollen wir nur manchmal hören: "I'm listening". / © NBC / Memegenerator

Was sagt Amazon dazu?

Alles richtig gemacht! Aber auch alles falsch - ganz falsch. Denn tatsächlich hat Amazon Alexa eine längere Kette an Sprachkommandos gehört: Zunächst Alexa, dann den Befehl eine Sprachnachricht zu versenden. An Kollege XY. "Nachricht wirklich an XY senden?". Und dann hörte Alexa nur noch "Ja".

Diese Befehle gab es aber allesamt nicht. Vielmehr führte der User ein Gespräch mit seiner Frau und Alexa hat einige Gesprächsfetzen als Befehle erkannt. Amazon äußerte sich, dass dieser unwahrscheinliche Ablauf noch unwahrscheinlicher gemacht werden solle. Wenig hilfreich.

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Mal lauschen, mal nicht: Amazon Echo und die Gratwanderung im Wohnzimmer. / © AndroidPIT

Sind wir jetzt alle beruhigt?

Im Gegenteil. Der Fall ist natürlich extrem, denn Alexa hat mehrere Befehle - sagen wir - erahnt. Das hat dazu geführt, dass eine private Unterhaltung als Nachricht an eine andere Person versendet wurde. 

Fehlerhafte Aktivierungen von Alexa & Co. sind aber keine Seltenheit. Und andere Hersteller haben ebenfalls damit zu kämpfen. Wer auf seinem Smartphone die "Ok Google"-Erkennung aktiviert hat, stellt in lauten Umgebungen immer wieder fest: Das Smartphone fühlt sich immer wieder angesprochen. Der berühmte Lacher bei Vorträgen, einfach mal "Ok Google" in den gefüllten Saal zu rufen, ist davon die harmlose Variante.

Der nun bekannt gewordene Amazon-Fall ist die logische Fortführung. Die Konzerne müssen dieses Problem in den Griff bekommen. Dafür gibt es einige Möglichkeiten:

  • Bessere Stimmenerkennung: Idealerweise erkennen die Anbieter einzelne Stimmen und können diese Usern zuordnen. Dann ist zumindest die Aktivierung durch Umgebungsgeräusche unterbunden.
  • Rauscherkennung: Im Fall von Ok Google und Hey Google ist die Sache, dass der Google Assistant nur nach "Ey Google" lauscht, bis er sich aktiviert. Das leuchtet noch ein, ebenso wie die Tatsache, dass der Assistant auch auf "Ok Nudel" hört (ja, gerne ausprobieren). Ein beiläufiges Gespräch muss aber auch als solches erkannt werden: Sinnloses Rauschen, bei dem es dann heißt "Mikrofone aus". Möglicherweise müssen hier konkurrierende Algorithmen gegeneinander arbeiten.
  • Alexa & Co. wegdrücken: Gerade bei vertraulichen Gesprächen ist es sinnvoll, das Mikrofon auszuschalten. Das geht bei Amazon Echo mit einem Tastendruck.
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Amazon Echo kann auch mal weghören... / © ANDROIDPIT

Oder aber man kauft sich halt gar nicht erst einen Sprachassistenten wie Google Home oder Amazon Alexa.

Ganz neu ist das Problem übrigens nicht. In den alten Zeiten gab es gerne mal die Situation, das jemand versehentlich eine Nummer angerufen hat, weil der Gesprächsknopf in der Hosentasche versehentlich betätigt wurde. Hosentaschentelefonie oder so. Und ja, das kommt immer noch vor.

Habt Ihr bei Euren Smarthome-Systemen schon einmal versehentliche Aktivierungen erlebt?

Quelle: Ars Technica

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Top-Kommentare der Community

  • Michael G. vor 6 Monaten

    aber wer so einen Post absetzt dessen Intelligenz ist über jeden Zweifel erhaben!

  • Michael G. vor 6 Monaten

    Unsinn, so ein Post lässt nur darauf schließen daß er sich eben nicht ernsthaft mit der Materie beschäftigt hat sondern sich von der allgemeinen Hysterie hat anstecken lassen, sich aber für schlau genug hält sämtliche Mitmenschen die nicht seiner Panikmache folgen zu Geringschätzen!

29 Kommentare

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  • xman vor 6 Monaten Link zum Kommentar

    Wenn Google und auch Amazon nicht so selbstherrlich wären und etwas womit sie sich unbedingt identifizieren müssen als Aktivierungswort nehmen würden, sondern dem Käufer/Nutzer selbst überlassen würden welches Aktivierungswort er haben möchte (welches man bestenfalls selbst aufzeichnet, damit noch die Stimmlage in Betracht gezogen werden kann), wie z.B. "Elektroniksklave" oder so ähnlich, könnte man die Fehleranfälligkeit stark reduzieren.


  • Mia vor 6 Monaten Link zum Kommentar

    Mhhh
    Ich finde ja lustig das es ja einige Leute gibt, die darüber empört sind, dass so etwas passieren kann.

    Da fällt mir jetzt gar kein Vergleich ein.
    Ist doch wie wenn ich rauche und beschwere mich das ich jetzt krank geworden bin????

    pepe


  • Meiner Meinung nach braucht man die Dinger einfach nicht. Mein Google Home Mini stand bis heute nur rum und wurde ausschließlich als Timer genutzt. Kalendereinträge und Notizen gehen auf dem Smartphone um einiges schneller, Nachrichten per WhatsApp zu versenden kann ganz praktisch sein, braucht man aber auch nicht unbedingt. Mehr Dinge, die nützlich sein könnten, kann Google Home auch nicht, sofern man kein Smart Home besitzt.


  • Im Grunde, auch wenn ich Alexa nicht mag, ist das kein Fehlverhalten.
    Es zeigt, was auch Menschen oft passiert: Jemand nicht richtig zu verstehen.

    Ich selbst benutze gerne lieber die Google Homes. Hier gibt es (noch) keine Chatweiterleitfunktion und sollte die kommen, würde ich sie einfach abschalten.

    Zur Stummfunktion:
    Hier würde ich mir gerne mal eine Voice-Ruhe-Funktion wünschen.
    "Ok Alexa/Google, schalte Micro für 30 min ab."
    Anstatt das nur hinter einen Knopf zu verbergen.

    Wie oft hat schon mal ein Film "Ok Google" als inhalt gehabt und schon meldete sich das Ding.
    Aber deshalb extra aufstehen und per hand abschalten bin ich auch etwas zu Faul ;-)

    Ich habe mein Google Home auf jedenfall an eine Sonoff-Steckdose gehängt und kann es so in solchen Fällen ganz abschalten.
    Nachteil ist aber hierbei aber keinen Wecker mehr zu haben.


  • War es eine Sprachnachricht? Drop-In ist wirklich gruselig. Das geht schnell und u.U. sogar von der andern Seite aus.


  • Hmm... normalerweise meldet sich das Echo-Gerät ja, wiederholt was es verstanden hat bzw. bestätigt Befehle (kann evtl. bewusst deaktiviert werden?), und falls es tatsächlich "Nachricht wirklich an XY senden?" gefragt haben sollte hat es ja auch hier noch etwas von sich gegeben. Also entweder war es sehr leise eingestellt, oder der versehentliche Nachrichtenversender war seeeeehr in sein Gespräch vertieft und hat nicht darauf geachtet, was so in seiner Umgebung vor sich geht. Und ist Nachrichten an Leute (Kollegen) versenden Standardumfang, oder muss dafür erst ein Skill aktiviert werden?

    Angesichts dessen, dass obendrein eine Kette von Befehlen erforderlich ist, scheint mir das also schon ein äußerst unglücklich gelaufener Fall zu sein.


  • Frk vor 6 Monaten Link zum Kommentar

    "Oder aber man kauft sich halt gar nicht erst einen Sprachassistenten wie Google Home oder Amazon Alexa"

    Der einzig richtige Weg


  • Wer sowas kauft und Zuhause installiert sollte damit rechnen das sowas passieren kann .


  • pepe vor 6 Monaten Link zum Kommentar

    Wer so ein Gerät kauft und es betreibt kann nicht über 3 vernetzte Gehirnzellen verfügen.

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