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Test CES 2019 4 Min Lesezeit 12 Kommentare

Withings Move ECG im Hands-on-Test: Diese Uhr wird EKG in Android populär machen

Der Markt für vernetzte Fitnesstracker boomt. Vor allem im Wearables-Markt tut sich viel auf der Elektronikmesse Comsumer Electronics Show in Las Vegas. Die französische Marke Withings hat die Gelegenheit genutzt, um erstmals ihr neues Modell Move ECG zu zeigen. Im Hands-on probieren wir die Analog-Uhr aus, die ein Elektrokardiogramm erstellen kann.

Eine hübsche Uhr zum fairen Preis

Während die Apple Watch Series 4 mit ihrer EKG-Funktionalität noch in vielen europäischen Märkten auf sich warten lässt, zeigen die Franzosen von Withings in Las Vegas bereits ihre preiswerte Alternative. Withings-typisch handelt es sich bei der Move ECG um eine Analog-Uhr mit dem digitalen Extra. Der Clou: Die unscheinbare Uhr mit EKG-Funktion soll Mitte 2019 für lediglich rund 130 Euro auf den Markt kommen; das wäre nicht einmal ein Drittel des Preises für eine Apple Watch der vierten Generation.

Ein konkretes Design hat Withings für die Move ECG interessanterweise noch nicht vorgelegt. Eines der Alleinstellungsmerkmale könnte werden, dass der Nutzer das Aussehen der Smartwatch frei bestimmen kann. In der herkömmlichen Move lassen sich Gehäuse, Ziffernblatt, Zeiger, Glasdeckel sowie die Armbänder aus einem großen Katalog aussuchen. Konkretes bezüglich der Withings Move ECG wurde aber noch nicht gesagt.

So sanft wie nie zuvor

Withings bleibt sich treu. Auch die Move ECG wird, so wie schon der Vorgänger Steel HR Sport, eine Analog-Uhr mit Connected-Zusatz sein. Damit bleiben die Withings-Uhren eine Alternative zu den von vielen noch kritisch beäugten, echten Smartwatches. Das heißt, auf dem 38 Millimeter großen Ziffernblatt befinden sich drei Zeiger – zwei für die Zeit und einer fürs allgemeine Aktivitäts-Tracking. Dessen Aktivitätsziel legt Ihr in der Companion-App fest.

Die Uhr tragt Ihr an einem Silikon-Armband. Bei der für das Hands-on bereitgestellten Withings Move ECG war das Band unauffällig grau. Zur Vermarktung werden, wie oben schon erwähnt, deutlich mehr Varianten erhältlich sein. Ihnen gemein wird ein unglaublicher Tragekomfort sein. Das Band war auffällig weich und angenehm zu tragen.

Um auf die Companion-App Health Mate zurück zu kommen: In Ihr messt Ihr wie gewohnt Kalorienverbrauch, Anzahl der Schritte, die zurückgelegte Strecke oder überwacht Euren Schlaf. Das Ganze macht ihr beim Radfahren, Laufen, Schwimmen oder Wandern in den Bergen. Die Withings Move ECG ist sowohl "bis 50 Meter wasserdicht" als auch in der Lage, die Höhe zu messen.

EKG am Handgelenk

Das namensgebende Feature jedoch ist das Elektrokardiogramm. Withings ist einer der ersten Hersteller, die dieses Feature in einer Uhr anbieten, die sich mit Android-Smartphones koppeln lässt. Spannend sind derlei Daten, wenn Rhythmusprobleme wie Vorhofflimmern auftreten. Diese werden mit einem Drittel der Schlaganfälle in Europa in Zusammenhang gebracht.

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Drückt auf zwei Seiten der Move ECG, um das EKG zu starten. / © AndroidPIT

Withings erhofft sich von der Move ECG neue Erfolge. Am Stand erklärt uns Withings-Chef Eric Carreel: "Wir wollen verändern, wie die Menschen mit Herzkrankheiten umgehen. Wir haben ein einfaches Alarmsystem erschaffen, das dank seiner hervorragenden Akkulaufzeit immer für die frühzeitige Erkennung entsprechender Symptome bereitsteht."

Wie funktioniert ein EKG mit der Armbanduhr?

Anders als komplizierte Medizingeräte für ein typisches EKG ist die Mess-Apparatur der Withings Move ECG zugegebenermaßen simpel. Durch diese Einfachheit jedoch will der Hersteller die wichtige Diagnosemethode dem einfachen Mann näher bringen. Und dies könnte mit dieser Smartwatch tatsächlich gelingen. Die Messung erfolgt nämlich einfach, indem man den Stahlring um das Ziffernblatt eine Weile zusammenquetscht. Je zwei Elektroden hinten und eine im Stahlring zeichnen dann 30 Sekunden lang die fürs EKG nötigen Daten auf.

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Die EKG-Daten werden im Smartphone ausgewertet. / © AndroidPIT

Anschließend überträgt die Uhr die Daten per Bluetooth ans Smartphone. In der Companion-App Health Mate gleicht Ihr das Kardiogramm dann mit denen aus der Vergangenheit ab und stellt eventuelle Abweichungen fest. Mit den Daten könnt Ihr später zu einem Arzt gehen, der sie professionell auswerten kann.

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Vergleicht wie Werte mit denen aus der Vergangenheit. / © AndroidPIT

12 Monate Laufzeit

Withings verspricht, dass die Move ECG bis zu 12 Monate (!) mit einer Batterie durchhält. Die normale Move ohne EKG-Funktion kommt sogar auf satte 18 Monate Laufzeit. Ob und inwieweit jedoch häufige EKG-Nutzung diesen Wert drücken wird, muss ein ausführlicher Test zeigen. Nichtsdestotrotz lässt sich sagen: Die Akkulaufzeit der Withings Move ECG übertrifft die anderer Smartwatches um diverse Größenordnungen. In der Uhr findet kein Akku Platz, sondern eine Knopfzelle, sie sollte also wie bei einer klassischen Uhr ganz einfach ausgetauscht werden können.

Vorläufiges Urteil

Nach einer erfolglosen Periode unter Nokia-Flagge markiert die Move ECG die erste, echte Rückkehr der Marke Withings. Das Debüt-Modell will EKG für Android etablieren und dabei Apple preislich deutlich unterbieten. Gepaart mit den bereits bekannten und beliebten Sport-Tracking-Funktionen und der für Smartwatches phänomenalen Laufzeit von über einem Jahr schickt sich die neue Withings-Uhr an, alte Erfolge zu übertrumpfen. Doch das wird sich erst zeigen, wenn Withings der angepeilte Marktstart zum Sommer 2019 gelingt.

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12 Kommentare

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  • eine Smartwatch die in der Lage ist EKG, Blutdruck, Sauerstoffgehalt und den Laktatwert ermittelt wäre super.


  • "Smartwatch"?
    Ne.
    Zu einer Smartwatch gehört mehr, als ein EKG und BT.


  • Ich habe mir vor ein paar Jahren beim Black Friday Sale eine Activé von Withings gekauft. Die hatte noch ein Schweizer Uhrwerk. Zwar nur ETA aber immerhin. Die war richtig schön. Hatte viele Komplimente erhalten. Damit hatte man schon ein paar nette Funktionen aber natürlich nichts vergleichbares zu den Smartwatches.

    Beim letzten Black Friday habe ich die HR Steel gekauft da ich an der Activé einen Defekt habe. Ich wollte vor allem eine Uhr zum Zeit ablesen die einfach funktioniert. Meine teure mechanische Tag Heuer ist da leider zu ungenau und unhandlich. Die Akku habe ich seit dem kauf nicht aufgeladen und hält immer noch.

    Betreffend der smarten Funktionen muss ich ein Fragezeichen machen. Ausser die Aufzeichnungen per GPS die man nur in Kombi mit dem Smartphone hat, dürfte alles Kaffeesatz lesen sein - genau wie das EKG.


  • Also, das interessante an dieser Uhr ist wohl das EKG, Als Samartwatch taugen die ganzen Hyprid-Smartwatches ja nicht mehr als das Mi Band 2. Die meisten können nämlich nur genau das gleiche wie mein Mi Band 2, kosten aber genauso viel wie eine Smartwatch mit WearOS oder gar Tizen.


  • Schon wieder so ein medizinischer Unsinn. Keine Armbanduhr kann ein echtes EKG fertigen. Da wird wieder einmal mit einer absolut untauglichen Funktion geworben.


    • Bastian Siewers
      • Admin
      • Staff
      vor 1 Woche Link zum Kommentar

      Das sagt auch keiner. Wie schon im Artikel erwähnt wird, muss im Zweifel selbstverständlich ein vollständiges EKG vom Arzt erstellt werden. Kein Arzt wird sich auf die Daten dieser Uhr verlassen. Ich kann mir aber durchaus vorstellen, dass das dem ein oder anderen helfen kann. Mit dieser Uhr hätte der ein oder andere Probleme vielleicht schon früher festgestellt und seinen Arzt deswegen aufgesucht. Vor allem Vorhofflimmern z.B. ist für einen Laien, der nicht spezifisch darauf achtet, im Alltag nicht unbedingt festzustellen, da hilft die Uhr denke ich durchaus. Die Nutzbarkeit muss sich aber natürlich noch in der Praxis zeigen meiner Meinung nach.


  • Nein - Withings verspricht keine 18 Monate Laufzeit für die Move EKG, sondern lediglich 12 Monate. 18 Monate sind für die Move ohne EKG Fukton angegeben.
    Nein - es handelt sich nicht um Akkulaufzeit, sondern um Batterielaufzeit. Wie schon die Steel hat die Move offensichtlich eine Knopfzelle als Energiespender, die (laut Hersteller) nach Möglichkeit auch von einem Uhrmacher gewechselt werden sollte.

    Edit: nachzulesen in der Pressemitteilung:
    h??ps://media.withings.com/press/press-releases/CES-2019/Withings_CES_2019_Press_Release-DE.pdf

    BTW: Das erste, was ich von meiner Steel entfernt und ersetzt habe, war das für meinen Geschmack fürchterliche Silikonarmband.


  • Interessantes Konzept, doch halte ich es (EKG über diese Uhr) für gefährlich, denn die Uhr kann und wird nicht annähernd exakt genug sein um keine kritischen Fehler zu produzieren, ich würde mich darauf nicht verlassen wollen. Aber wenn man das berücksichtigt ist es eine nette Sache.

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