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Wire-User-Test: Die Funktionen im Test
6 Min Lesezeit 1 Kommentar

Wire-User-Test: Die Funktionen im Test

Wir haben insgesamt 5 Tester gesucht, die den Wire Messenger auf Herz und Nieren testen. Nun stellen wir Euch die 5 Testberichte vor. Ihr, die Community, dürft am Ende entscheiden, welcher Testbericht Euch am besten gefallen hat und somit ein Samsung Galaxy S7 Edge gewinnt! Viel Spaß beim Lesen!

Der Messenger Wire aus der Schweiz möchte gerne Sicherheit und Komfort vereinen und hat mittlerweile auch alles an Bord, was der User von einem Messenger erwartet. Die Anmeldung erfolgt wahlweise per Mail oder Telefonnummer. Um den Messenger parallel auf mehreren Geräten (Smartphones, Tablets, PCs) zu nutzen, ist das hinterlegen einer Mailadresse allerdings zwingend notwendig. Setzt man eine Mailadresse, legt man auch ein Passwort an. Damit ist der Zugang zum Account abgesichert.

Um den Einstieg zu erleichtern bekommt man einen Chatbot namens “Otto the Bot” als ersten Kontakt zur Seite gestellt. Sollte man diesen allerdings aus seiner Kontaktliste entfernen, kann man ihn nicht mehr hinzufügen. Otto zeigt euch zunächst die wichtigsten Funktionen. Da diese lediglich als nicht immer selbsterklärende Symbole dargestellt werden, eine sinnvolle und teils notwendige Lösung.

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Otto the Bot zeigt Euch alle wichtigen Funktionen. / © Marie-Luise Orland / ANDROIDPIT

Bei meinem Test habe ich mich vor allem auf den Bereich der Produktivität konzentriert. Eine der wichtigsten Funktionen im Unternehmensumfeld ist dabei das Screen-Sharing bei Videotelefonaten. Laut den Hilfeseiten von Wire soll man diese Funktion aufrufen können, wenn man einen normalen Anruf oder Videoanruf über die Anwendungen für Windows, MAC oder die Webversion führt.

Leider war in meinen Tests das Symbol zum Teilen des Bildschirminhalts bei 1:1 Anrufen (normal und Video) nicht zu finden. Dazu habe ich folgende Konstellationen getestet:

  • Windowsapp - Webversion (Chrome, Linux)
  • Webversion (Chrome, Windows) - Linuxapp
  • Webversion - Android App
  • Webversion (Chrome, Windows) - Webversion (Chrome, Linux)

Lediglich bei einem normalen Gruppenanruf war es mir möglich den Bildschirm von der Windows- und Linuxapp zu teilen. Dabei stellte sich auch heraus, dass das Screensharing-Icon mit dem Zusatz “Beta” versehen ist. Ein Hinweis dazu in der Hilfe hätte mir viel Frust beim Suchen erspart.

Auch die Bildqualität lässt zu wünschen übrig. Der Bildaufbau erfolgte sehr langsam und erzeugte teilweise ein verwaschenes Bild. Fairerweise muss man hierbei jedoch anmerken, dass dies auch mit der zur Verfügung stehenden Bandbreite zusammenhängen könnte. Der Webclient zeigte unter Chrome auf Windows in 2 von 3 Tests lediglich einen dunklen Bildschirm. Auf einem Android Telefon wurde in allen Fällen überhaupt kein Bild angezeigt. In der aktuellen Ausführung gleicht die Screensharing Funktion eher einem Glücksspiel und ist daher für mich durchgefallen.

Beim Dateiversand schnitt die App dafür deutlich besser ab. Solange man kein Google Pixel XL mit Android 7.1.1 (NICHT Beta) hat, kommen Dateien, Bilder und Co. schnell an und sind mit einem Klick abrufbar. Allerdings ist die Dateigröße auf 25MB beschränkt. MP3s und MP4s können direkt in der App abgespielt werden. Andere Dateiformate werden nur übertragen und müssen mit passenden Anwendungen geöffnet werden.

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Datei-Übertragungen sind kein Problem, nicht unterstützte Dateiformate werden allerdings nur als Platzhalter angezeigt. / © Marie-Luise Orland / ANDROIDPIT

Die Textsuche funktionierte auch wie erwartet. Wichtig ist hier allerdings, dass Nachrichten, die auf dem Gerät nicht verfügbar sind, nicht durchsucht werden. Aufgrund der Sicherheitsaspekte werden alte Nachrichten auf neu hinzugefügten Geräten nicht angezeigt. Aber auch ein Deinstallieren der App von einem Gerät führt dazu, dass dieses als neu erkannt wird und der Nachrichtenverlauf verloren geht. Hat man mehrere Geräte hinterlegt sind jedoch auf allen die Verläufe ab dem Hinzufügezeitpunkt synchron. Dadurch war es mir z.B. möglich Bilder und Gifs, die auf dem Pixel XL nur zu einem grauen Platzhalter führten, doch noch anzusehen.

Problematisch ist dieses Verhalten, da so wichtige Nachrichten, die länger zurückliegen, verloren gehen können. Beispielsweise könnten Zugangsdaten übertragen worden sein, welche später über die Textsuche wiedergefunden werden sollen und nicht auffindbar sind, da das Smartphone ausgetauscht wurde.

Möchte man Gifs teilen steht einem intern die Sammlung von Giphy.com zur Verfügung. Einfach Suchbegriff eintippen, Gif wählen und versenden. Fotos und andere Bilder können vor dem Versand noch bearbeitet werden. Dafür stehen verschiedene Farben und Stiftgrößen zur Verfügung. Zusätzlich können Emojis wie Sticker aufgebracht werden, dabei hat man die Wahl zwischen 3 Größen. Auch Textfelder in verschiedenen Farben sind möglich. Leider ist das Bearbeiten von Bildern nur vom Handy aus möglich, und es fehlt eine Textmarker-Funktion um Textpassagen hervorzuheben. Möchte man sich nur künstlerisch betätigen ist dies genauso möglich.

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Am Smartphone kann man seiner kreativen Ader freien Lauf lassen. / © Marie-Luise Orland / ANDROIDPIT

Möchte man nur auf sich aufmerksam machen, kann man den Gegenüber auch anpingen.

Bilder, Videos und Dateien können durch ein Herzsymbol unter der jeweiligen Nachricht geliked werden. Das Symbol ist allerdings relativ klein und erscheint nur, wenn man die Nachricht anklickt. Auch dem Empfänger fällt ein gesetztes Herzchen durch die Größe nicht gleich auf.

Das Teilen des Standortes funktioniert einwandfrei und einfach. In der Webanwendung sieht man an der Stelle einfach die Adresse und kann dann diesen Ort einfach per Klick auf den Link darunter bei Google Maps aufrufen. In der Android-App bekommt man einen Kartenausschnitt angezeigt. Durch einen Klick darauf öffnet sich Google Maps. Im Gegensatz zu Bildern, Dateien und Gifs hat das Google Pixel XL beim Standort keine Darstellungsprobleme.

Ein gerade beim Übertragen von Passwörtern praktisches Feature, sind auch die zeitlich begrenzten Nachrichten. Einfach neben dem Textfeld auf die Sanduhr geklickt und man hat die Wahl zwischen 5s, 15s, 30s, 1min, 5min und 1d bzw “aus”. Den Sprung zwischen 5 Minuten und einem Tag finde ich persönlich etwas groß. Hat man sich für eine Einstellung entschieden werden alle Nachrichten in diesem Modus gesendet. Man selbst kann die Nachricht nur den entsprechenden Zeitraum lesen, danach ist diese nur noch unleserliches Gekringel. Sobald der Gegenüber die Nachricht gelesen hat und auch bei ihm die Zeit abgelaufen ist, verschwindet die Nachricht aus dem Verlauf. Vorbildlich: solange die Nachricht vorhanden ist, können in der App keine Screenshots gemacht werden.

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Man kann Nachrichten auch nach einem bestimmten Zeitraum verschwinden lassen. / © Marie-Luise Orland / ANDROIDPIT

Fazit

Wire bringt viele gute Funktionen mit und wäre produktiv sehr gut einsetzbar, wenn es nicht an allen Ecken und Enden Bugs, Mängel und nicht zu Ende gedachte Funktionen gäbe. So ist zwar positiv zu erwähnen, dass Wire MacOS, Windows und Linux unterstützt, die Screensharing Funktion jedoch zu einem Glücksspiel ausartet. Auch dass auf dem Google Pixel XL keine Dateien, Bilder, Videos und Gifs empfangen werden können, trübt meinen Eindruck von Wire. Warum Bilder aber nur vom Handy aus bearbeitet werden können, erschließt sich mir überhaupt nicht. Gerade weil Wire sogar native Clients für die verschiedenen Betriebssysteme bietet, wird hier viel Potential im Bereich Collaboration verschenkt.

Der Kompromiss zwischen Sicherheit und paralleler Nutzung auf verschiedenen Geräten und Plattformen ist durchdacht, macht aber den Einsatz im produktiven Umfeld unnötig schwer. Nichts ist nerviger als auf drei unterschiedlichen Geräten nach einer Nachricht suchen zu müssen, weil alle Geräte einen anderen Verlauf haben.

Wenn der Hersteller es schafft, die Kinderkrankheiten zu beseitigen und die vorhandenen Funktionen sinnvoll zu erweitern, könnte aus Wire ein durchaus praktikables Produktivitäts- und Collaboration Tool werden. Da jedoch einer der Entwickler auf Reddit bereits erwähnte, man wolle sich eher auf den Consumerbereich, anstatt B2B fokussieren, bleibt es fraglich ob es dazu kommen wird.

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1 Kommentar

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  • Hallo Marie-Luise,
    ich bin Julian und arbeite bei Wire :-)

    Vielen lieben Dank für deinen Test unserer App :-)
    Da der Beitrag von Siim Teller auf Reddit ist 8 Monate alt, würde ich noch gerne den Punkt updaten, dass wir uns eher auf den Consumerbereich fokussieren: wir planen noch in diesem Jahr zusätzliche Premium-/Business-Funktionen einzuführen.

    Viele Grüße,
    Julian

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