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Wire-User-Test: Der Schutz der Privatsphäre im Test
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Wire-User-Test: Der Schutz der Privatsphäre im Test

Wir haben insgesamt 5 Tester gesucht, die den Wire Messenger auf Herz und Nieren testen. Nun stellen wir Euch die 5 Testberichte vor. Ihr, die Community, dürft am Ende entscheiden, welcher Testbericht Euch am besten gefallen hat und somit ein Samsung Galaxy S7 Edge gewinnt! Viel Spaß beim Lesen!

Ich wurde gemeinsam mit 4 anderen Personen ausgewählt, um den Messenger Wire zu testen. Wir wurden für die zu testenden Bereiche in verschiedene Gruppen aufgeteilt. Ich gehörte zur Gruppe, welche die Aufgabe hatte, Sicherheit und Datenschutz zu testen. 
 
Meinerseits habe ich nun versucht, den Test so aufzubauen, dass er nicht zu technisch ausfällt. Der Test soll schließlich für jeden User verständlich sein – auch so, dass diesen auch Smartphoneeinsteiger verstehen können sollten. Absichtlich verwende ich auch in meinem Testbericht keine technischen Details, denn diese gibt es zuhauf im Internet nachzulesen.

Übersicht

Welche Verschlüsselung wird genutzt und welche Daten werden weitergegeben oder nicht?

Bei dieser Frage müssen verschiedene Faktoren berücksichtigt werden. Es werden u.a. Textnachrichten, Videos oder Anrufe verschlüsselt. Als User ohne Programmierkenntnisse muss man darauf vertrauen, dass alle Übertragungen verschlüsselt werden. Es wird u. A. kein Klartext übertragen. Es sind auf dem Gerät keine Daten zu finden, die lesbar sind.

Weitere Erläuterungen, zusammengetragen mit den Informationen die seitens Wire erhältlich sind: 

Wire nutzt Ende-zu-Ende-Verschlüsselung mit SRTP und DTLS für alle Anrufe. Textnachrichten und Bilder verwenden Proteus für die Ende-zu-Ende-Verschlüsselung. Weitere Details sind hier nachzulesen, auch eine Gegenüberstellung mit anderen Messengern ist hier dargestellt.

wire messenger
Wire kann verschlüsselt auf verschiedenen Systemen genutzt werden. / © Wire Swiss GmbH

Unterhaltungen werden auf dem Gerät des Senders verschlüsselt und erst wieder beim Empfänger entschlüsselt. Wire kennt laut eigener Aussage die Schlüssel hierfür nicht. Die Schlüssel werden auf dem Gerät unter Android\Data\com.wire gespeichert. Das sind auf meinem Gerät die einzigen Dateien, die ich von Wire finden konnte. Es wird kein Ordner angelegt, so wie man es von WhatsApp oder Threema gewohnt ist.  Bilder werden direkt in der Galerie gespeichert. Es gibt keine Auswahlmöglichkeit, ob diese gespeichert werden oder nicht. Es gibt lediglich eine Auswahl, ob die Bilder nur bei WLAN-Verbindung oder auch im Datennetz geladen werden. Wünschenswert wäre allerdings, wenn Wire übertragene Dateien nur speichert, wenn es der User auch möchte.  

Aussage laut Wire auch bzgl. Daten: Nutzerdaten gehören dem Nutzer und Wire hat keinen Zugriff darauf.  Nutzer können die digitale Identität mittels einem Fingerabdruckvergleich prüfen. Dies ist in etwa vergleichbar mit der Funktion bei Threema.

Wie wird die Verbindung mit vorhandenen Kontakten gehandhabt? Gibt es Nachteile?

Wire wird auf dem Smartphone installiert, es wird die Mobilfunknummer abgefragt. Wire führt mit der Mobilfunknummer einen Kontaktabgleich durch und erkennt, welche Kontakte Wire installiert haben.

Es werden in der Kontaktliste Kontakte angezeigt, die ebenfalls Wire installiert haben. Der User könnte bei Bedarf eine Kontaktanfrage stellen. Es wird im Hintergrund automatisch eine Kontaktabfrage seitens Wire gestellt an diejenigen Kontakte, die ebenfalls Wire installiert haben. Es sollte vorab aber keine Anfrage gemacht werden. Dies ist meines Erachtens eine Lücke, da man nicht zwingend mit jedem Kontakt über Wire kommunizieren möchte. Es gibt durchaus Kontakte, für die man ggf. nicht über einen Messenger erreichbar sein möchte. Ist die Kontaktanfrage einmal gestellt, kann dies nicht rückgängig gemacht werden. Sofern der Angefragte die Kontaktanfrage annimmt, hat man nur noch die Möglichkeit, diesen Kontakt zu blockieren. Insofern muss ich dies bei jedem Kontakt durchführen, mit dem nicht per Wire kommuniziert werden soll.

Welche Daten werden für neue Kontakte benötigt?

Entweder ein Kontakt wird über das Telefonbuch angefragt. Dementsprechend muss der Kontakt ganz normal mit Telefonnummer angelegt werden. Wire nimmt die Anfrage wie im Testfall zuvor beschrieben selbst vor. Oder aber es ist von einer Person der Nickname bekannt, z. B. ein Freund nennt den Namen mündlich oder per anderer Kommunikationsart (E-Mail, anderer Messenger o. Ä.).

sms smartphone
Kontakte lassen sich vielleicht etwas zu einfach hinzufügen. / © ANDRODIPIT

Es muss immer erst die Anfrage bestätigt werden, bevor dieser Person geschrieben werden kann. Eine Person muss nicht zwingend als Kontakt im Telefonbuch stehen. Es reicht, wenn der Nickname bekannt ist. Nach diesem kann gesucht werden und bei Übereinstimmung eine Kontaktanfrage ausgelöst werden.

Gibt es Nachteile bzgl. des Datenschutzes?

Es ist nicht gewünscht, mit jedem Kontakt über Wire zu kommunizieren. Dementsprechend ist es unglücklich, dass Wire wie auch alle anderen Messenger erkennen, ob ein Kontakt Wire installiert hat.  Zunächst muss der Angefragte die Kontaktanfrage zwar bestätigen. Allerdings ist es unwahrscheinlich, dass dies ein Kontakt nicht macht, wenn er die Anfrage von einer Person aus der Kontaktliste erhält.

Sofern man Wire am Smartphone installiert, wird eine Telefonnummer benötigt. Diese kann man nicht weglassen, selbst wenn man wollte. Man kann nun zwar in den Optionen abstellen, dass Wire Kontaktdaten verwendet. Jedoch ist nicht ersichtlich, was bis zu diesem Zeitpunkt bereits mit Kontaktdaten gemacht wurde und vor allem mit welchen Kontaktdaten gearbeitet wurde. Es ist auch nirgends ersichtlich, wann die Kontaktanfragen rausgehen, und ob diese mit dieser Einstellung zusammen hängen. Man erhält einfach irgendwann die Nachricht, dass die Anfrage angenommen wurde.

Was ebenso nicht gut gelöst ist, ist die Suche nach einem Nickname selbst. Die Suche selbst gibt alle Treffer aus, welche mit den eingegebenen Buchstaben übereinstimmen. Zudem erscheinen aber noch weitere Treffer, die ggf. ebenfalls gesucht sein könnten. Entspricht irgendwie der Autovervollständigung von Google. Als Beispiel: Ich suche nach Manfred – Je weiteren Buchstaben konkretisieren sich die Ergebnisse. Gibt es aber Manfred1, Manfred2 und Manfred3 werden auch diese angezeigt und man kann eine Kontaktanfrage starten. Ebenfalls werden hierzu bereits die Kontaktbilder angezeigt! Besser wäre eine Suche nach einem konkreten Namen, ohne dass Vorschläge gemacht werden. Ebenfalls sollten keinerlei Details wie das Kontaktbild erkennbar sein. 

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Datenschutz wird groß geschrieben, es gibt aber noch Verbesserungsmöglichkeiten. / © ANDROIDPIT

Verwende ich die Möglichkeit, mir einen Account per Browser zu erstellen, komme ich drum herum, mein Google Konto zu verwenden. Es gibt in den Einstellungen die Möglichkeit, den Googleaccount zu hinterlegen – was wohl das gleiche Szenario auslöst, wie wenn man sich den Account über das Smartphone erstellt. Ich gehe davon aus, dass dann ebenfalls alle Kontakte angefragt werden. Ausprobiert habe ich dies aber nicht, da ich meine Kontakte mit einem weiteren Account nicht belästigen wollte. Konsistenterweise sollte diese Option, das Google Konto zu verwenden, auch bei der Einrichtung per Smartphone per Default erst einmal ausgeschalten sein.

Ist Wire einsetzbar für den Arbeitsalltag?

Es wäre ein Arbeitsaccount notwendig, ebenfalls ein Firmensmartphone, sofern die Kommunikation am Smartphone vonstattengehen sollte. Es sollte hier eine Möglichkeit geben, dies z. B. mit einem Exchange-Konto zu verknüpfen, so dass automatisch alle firmeninternen Kontakte hinterlegt sind.

Wenn o.g. Kriterien zutreffen und nur Kontakte auf dem Smartphone hinterlegt sind, welche die Firma betreffen, kann dies in Ordnung sein. Wobei dies sehr viel Handarbeit bedeuten würde. Jedoch wird es wohl für Firmen viel zu umständlich sein, da zumindest für jeden User ein Konto erstellt werden müsste. Als sinnvoll erachte ich dies derzeit in keinster Weise.

Fazit

Für mich persönlich ist Wire derzeit nur eine weitere Möglichkeit, verschlüsselt Nachrichten zu schicken. Da ich per Browser keine Nachrichten versende, ist es derzeit keine Alternative für mich selbst. Für eine Verwendung sehe ich eben auch keine Vorteile, die ich mit Threema nicht auch hätte. Im Gegenteil, bei Threema kann ich zwar nach einer ID suchen, es werden aber nicht mit jeder weiteren Eingabe auch andere Nutzer und auch noch mit Bild aufgelistet. Insofern ist hier Threema im Vorteil. Theoretisch kann man User bei Threema über die E-Mail-Adresse finden. Jedoch muss diese vom User freigegeben werden. Somit entscheide ich hier selbst, ob ich gefunden werden möchte oder nicht. 

Wire zu verwenden, kann aber durchaus trotzdem eine Alternative sein. Die Verwendung ist für mich denkbar im Einsatz mit einem Tablet, Laptop, oder Fat Client, da man hier dann keine Telefonnummer angeben muss, da man Wire per Browser nutzt. Natürlich ist auch am Smartphone eine Nutzung per Browser möglich. Hierfür benötige ich dann aber die App nicht auf dem Smartphone. 

Ansonsten finde ich die App selbst etwas erfrischend, da zum einen die Optik doch ein wenig anders ist und auch ein paar Funktionen enthalten sind, die andere Messenger in dieser Art nicht haben. Die Verwendung selbst ist nach einer kurzen Zeit selbsterklärend. Das finde ich durchaus positiv und erwähnenswert. 

Nun hoffe ich, dass ich meinen Testbericht einigermaßen verständlich verfasst habe und ihr euch ggf. einen eigenen Eindruck verschafft. 

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