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Wiko View 4: Drei Tage wach

Wiko View 4: Drei Tage wach

Im umkämpften Preissegment bis 200 Euro ist Wiko ein angestammter Vertreter. Gute Smartphones zu geringem Budget sind schwer zu finden. Der Hersteller zeigt immer wieder, dass er vielen wichtigen Ansprüchen jedoch mehr als gerecht wird. Der Test des Wiko View 4 soll dies einmal mehr zeigen.

Bewertung

Pro

  • Super Akkulaufzeit
  • Viel Speicherplatz
  • Dual-SIM
  • Google Assistant per Knopfdruck

Contra

  • Langsames Ladegerät
  • Kein Fingerabdruck-Sensor
  • Unhandlich
  • Schwacher Sound

Wiko View 4: Preis und Verfügbarkeit

Das Wiko View 4 gibt es seit Februar 2020 für rund 170 Euro. Besonders bei unseren französischen Nachbarn ist die Marke beliebt und belegt dort immer noch den vierten Platz hinter Samsung, Apple und Huawei. Das View 4 gibt es in Blau, Schwarz, Grün oder Gold.

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4 Farben / © Wiko

Wiko View 4: Design und Verarbeitung

Das View 4 gilt als Auftakt einer neuen Serie. Im Juni oder Juli soll eine "Pro"-Version folgen. Wichtigste Neuerung ist der Verzicht auf einen Fingerabdrucksensor. Wiko setzt voll auf Gesichtserkennung und lässt sich hierbei von (den mehrfach teureren) iPhones oder Google Pixel inspirieren. Leider erweist sich die neue Form des Biometrie-Scans als deutlich weniger zuverlässig, denn die Erkennung erfolgt bloß durch die Selfie-Kamera. Infrarot-basierte Systeme arbeiten da deutlich genauer und funktionieren auch im Dunkeln.

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Kamera auf der Rückseite des Wiko View 4. / © AndroidPIT

Das Wiko View 4 ist mit 180 Gramm recht schwer. Auch ist der 6,5-Zöller mit seinen Abmessungen von 165,7 x 75,8 x 8,9 Millimetern für viele Menschen unhandlich groß. Es gibt in der Software einen "Einhandmodus". Der löst jedoch keine praktischen Probleme wie die Tatsache, dass das Gerät nicht in Jeans- oder Jackentaschen passt.

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Ladebuchse / © AndroidPIT

Wie immer handelt es sich auch beim View 4 um ein Dual-SIM-Smartphone und es gibt – typisch für die Preisklasse – eine 3,5-mm-Buchse. Aufgeladen wird über den klassischen Mikro-USB-Anschluss. Lautstärke-Wippe und Power-Button befinden sich wie zu erwarten auf der rechten Seite. Eine Neuheit ist der Button auf der linken Seite, der wie beim Nokia 1.3 (Test) den Sprachassistenten Google Assistant aktiviert. Leider kann der Button nicht für andere Zwecke belegt werden.

Positiv und untypisch für die Preisklasse fällt die tropfenförmige Kerbe für die Selfie-Cam auf. Dieser Design-Kniff ist somit fast buchstäblich vom High-End zur Einsteiger-Klasse durchgesickert. Hinten finden wir neben der Dreifachkamera auch das Wiko-Logo sowie die Unternehmens-Adresse in Marseille vor. Wiko sagt: Wir brauchen uns nicht zu verstecken.

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Selfie-Kamera im Tropfen-Stil; das war neulich noch High-End-Design. / © AndroidPIT

Wiko View 4: Display

Für ein Telefon unter 170 Euro hat das Wiko View 4 einen verhältnismäßig großen Bildschirm. Mit seinen abgerundeten Kanten kommen die 6,52 Zoll erst recht zur Geltung. Seine 1.600 x 720 Pixel (269 PPI) reichen bei einem Betrachtungsabstand von 50 Zentimetern aus. Im Test machte er in allen Anwendungen, Spielen oder beim Video-Streaming sowie beim Betrachten meiner Fotos eine gute Figur.

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Bildschirm / © AndroidPIT

Wiko View 4: Software

Das Wiko View 4 arbeitet mit nahezu naturbelassenem Android 10. Es nutzt die neuartige Gestensteuerung zur effizienteren Navigation und schnellem Multitasking. Der Wechsel zwischen Apps wird mit flüssigen Animationen quittiert. In Anbetracht des niedrigen Kaufpreises bin ich positiv überrascht vom Gesamteindruck.

Ergänzt wird die Software durch eine Assistant-Schnelltaste , mit der Ihr per Knopfdruck Sprachbefehle abschicken könnt. Indes entsperrt Euer Display per Gesichtserkennung. Ein weiteres KI-Feature ist Google Lens. In der Kamera-App könnt Ihr die intelligente Scan-Funktion nutzen, um Schrift oder Objekte zu scannen, um Visitenkarten automatisch ins Adressbuch abzuschreiben oder Wikipedia-Einträge zum Gebäude vor Euch aufzurufen.

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Rückseite des Geräts mit Adresse in Frankreich. / © AndroidPIT

Wiko View 4: Performance

Beim View 4 müssen wir scheinbar nicht auf große Zahlen verzichten: 3 GByte RAM und 64 GByte erweiterbarer Speicher sind für diesen Preis nicht selbstverständlich. Selbst mancher Power-User kommt mit seinen Dutzenden Apps gut damit aus. Ich lade jede Woche Dutzende von Anwendungen herunter, um sie zu testen, und ich habe keine Probleme mit View 4 festgestellt.

Bei Spielen wird das Wiko View 4 nicht heiß und muss daher auch nicht drosseln. Auch wenn sich das in den Benchmark-Ergebnissen nicht widerspiegelt: Der subjektive Gesamteindruck der Performance des Wiko View 4 ist meines Erachtens sehr gut.

Vergleichende Tabelle

  3DMark Sling Shot Extreme DMark Sling Shot Vulkan 3DMark-Sling Shot Geekbench 4 (Single/Multi) PassMark-Memory PassMark-Disk
Wiko View 4 Nicht kompatibel 801 Nicht kompatibel 304/nicht kompatibel 4604 4495
Xiaomi Redmi 7A 446 496 828 - 6574 52499
Redmi Note 7 1356 1304 2065 1634/5904 12833 51462
Huawei Y6s 313 432 468   3181 5478
Realme 3 Pro 1813 1747 2647 1494/5912 12456 54076
Wiko View 3 429 658 659 758/3692 4436 31020

Wiko View 4: Kamera

Spätestens bei der Kamera lassen sich Smartphones ihren Preis anmerken. Wiko fährt dafür mit großen Geschützen auf und präsentiert die dreiäugige Dual-Kamera. Das funktioniert wie folgt:

  • Die normal-weitwinklige Hauptkamera löst in 13 Megapixeln auf
  • Die Ultra-Weitwinkel-Kamera (114°) löst in 5 Megapixeln auf
  • Ein 2-Megapixel-Sensor sammelt Tiefeninformationen für Porträtfotos
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Ultra-Weitwinkel-Kamera / © AndroidPIT

Videoseitig kommt das View 4 ohne Schnickschnack daher. Standardqualität ist 1080p, Außenaufnahmen auch bei schwachem Licht gelingen überwiegend zufriedenstellend. Auf Foto-Seite greifen wir auf ein Arsenal an künstlerischen Filtern zurück, die sehr schön und einfach zu bedienen sind.

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Geringe Helligkeit / © AndroidPIT

Das View 4 kann sich jedoch nicht mit den besten messen. Wirklich gute Fotos gelingen nur bei Tageslicht. Beim Blick aufs Detail werden Bildfehler und Unschärfen erkennbar. Hobby-Fotografen sollten also ihre Digitalkamera nicht durch das Wiko View 4 ersetzen.

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Porträt-Modus / © AndroidPIT

Der Pferdefuß bei vielen Smartphone-Kameras im Preisbereich um 170 Euro ist die Low-Light-Fotografie. Xiaomi liegt hier mit dem Mi A3 (Test) vorne, wenngleich die teureren Konkurrenten von Honor oder Huawei natürlich die besten Ergebnisse erzielen. Fotobeweise will ich Euch an dieser Stelle ersparen.

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Hauptkamera / © AndroidPIT

Eine Besonderheit der Foto-App sind benutzerdefinierte Porträtmodi, die verspielte Verschönerungs-Optionen bieten. Gerade hier macht sich der große Bildschirm Wiko View 4 bezahlt. Auch beim Video-Schnitt am Gerät hilft der Platz ungemein.

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Der Bokeh-Effekt ist trotz Zusatzlinse nicht perfekt. / © AndroidPIT
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Die Unschärfe endet nicht am eigentlichen Motiv. / © AndroidPIT

Wiko View 4: Akku

Das Wiko View 4 hält, was es verspricht. Beworben wird es mit drei Tagen Akkulaufzeit. Und tatsächlich musste ich den 5.000-mAh-Akkus trotz intensiver Nutzung erst nach fast drei Tagen aufladen. Dies wiederum dauert stolze acht Stunden; üblich sind inzwischen eher zwei oder weniger.

Im Testzeitraum ging das mitgelieferte Ladekabel beim ersten Benutzen kaputt; hoffentlich handelte es sich bloß um ein Montagsmodell. Besonders robust mutete mir das Zubehör jedoch schon beim Auspacken nicht an.

Wiko View 4: Technische Daten

Abmessungen: 165,7 x 75,8 x 8,85 mm
Gewicht: 180 g
Akkukapazität: 5000 mAh
Display-Größe: 6,52 Zoll
Display-Technologie: LCD
Bildschirm: 1600 x 720 Pixel (269 ppi)
Kamera vorne: 8 Megapixel
Kamera hinten: 13 Megapixel
Blitz: Dual-LED
Android-Version: 10 - Q
Benutzeroberfläche: Nicht vorhanden
RAM: 3 GB
Interner Speicher: 64 GB
Wechselspeicher: microSD
Chipsatz: MediaTek MT
Anzahl Kerne: 8
Max. Taktung: 1,8 GHz
Konnektivität: HSPA, LTE, Dual-SIM , Bluetooth 4.2

Abschließendes Urteil

Das Wiko View 4 ist ein günstiges Smartphone mit gutem Preis-Leistungs-Verhältnis. Es glänzt durch genug Akkulaufzeit für ein ganzes Wochenende. Kameras und Software-Oberfläche können überzeugen. Die Performance ist angemessen. Größtes Manko ist vielleicht der fehlende Fingerabdruckscanner, der durch das Gesichtserkennungssystem nicht zufriedenstellend ersetzt wird.

Das Wiko View 4 bewegt sich in einem umkämpften Preisbereich und will vor allem mit dem Drei-Tage-Wach-Argument locken. Wichtigste Konkurrenten in diesem Segment sind wohl Samsung Galaxy A20e oder Xiaomi Mi A3. Und ständig kommen neue hinzu. Doch das View 4 gehört ganz klar zu den …

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12 Kommentare

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  • Zwei Dinge die mir fehlen würden, wäre USB-C und der Fingerprint sensor. Ansonsten solides Gerät auch die Farben der Kamera sind gut und nicht so übertrieben bunt wie bei so manch anderem Gerät auf dem Markt.


  • Pille. Palle. Alle. Pralle.
    Druff Druff Druff Druff Druff!


  • Für den Preis einfach eine zu durchschnittliche Hardware.
    Display groß, aber schlechte Auflösung.
    Kein Fingerabdrucksensor.
    Die Kamera ist grottig.
    Speicher ist zu knapp.
    Für 10€ mehr bekommt man mit etwas suchen ein Redmi Note8 pro, welches in jeder Disziplin, mit Ausnahme des Akkus, besser dasteht.
    Insofern hat Wiko es wieder geschafft. Ein Smartphone auf den Markt werfen welches wegen der besseren Konkurrenz das nachsehen hat.
    Für 120€ wäre es ok, für 160€ bekommt man bei vielen Herstellern das bessere Paket.


  • Die Konkurrenz ist groß und wer nicht so viel zocken möchte und kein Technikfreak ist, kann auch mit diesem Smartphone glücklich werden. Schade ist natürlich das kein USB-C und Fingerscanner verbaut ist. Da ist die Konkurrenz schon weiter. Als Konkurrent kann man dann schon eher das Oukitel C17 Pro empfehlen. Hat USB-C, Fingerscanner und 4 GB RAM.


  • Tim vor 2 Wochen Link zum Kommentar

    "Beim View 4 müssen wir scheinbar nicht auf große Zahlen verzichten: 3 GByte RAM und 64 GByte erweiterbarer Speicher sind für diesen Preis nicht selbstverständlich."
    Zumindest sowas wie 3GB RAM würde ich nicht gerade als "groß" bezeichnen ^^ Auch bei dem Preis.


  • MediaTek Prozessor... einfach nein!


    • Reicht aber für alle Alltagsaufgaben.

      HEB


      • Ja reicht vollkommen. Die Leistung der absoluten Top Smartphones nutzen doch nur 0,001% der User. Den anderen würde genau diese Leistung vollkommen reichen. Aber leider ist ein Smartphone immer noch ein Prestige Objekt, es muss immer das allerbeste und aller neuste sein, ob man es sich leisten kann oder nicht (dann halt über Vertrag, welcher dann überteuert ist).


      • Ehrlich, selbst das iPhone 5S ist jetzt noch ein tolles Smartphone. Schick im Aussehen, handlich im Format wer ein kleines Smartphone will und Zusammenspiel Hardware/Software (iOS 12) läuft butterweich. Auch beim SE mit iOS 13 ist alles gut.


      • Warum meinen manche Leute hier immer sie müssten festlegen was anderen reicht. Man kommt auch mit dem Fahrrad an die meisten Ziele. Aber trotzdem fährt fast jeder ein Auto. Und da würde ein kleines mit 50 Ps reichen. Aber trotzdem fahren die meisten eines mit mehr Power. Und beim Smartphone ist das genauso. Und warum ist das so? Weil sie es so wollen und viele auch weil sie es sich doch leisten können( nicht jeder verschuldet sich für ein Handy) Für mich ist mein Smartphone mein Hobby. Was andere das ganze Jahr über in zb Zigaretten und/oder Alkohol oder in andere Hoppys investieren stecke ich in mein Smartphone. Wenn euch eines für 200 € reicht ist das schön für euch. Aber lasst doch den anderen ihren Spaß an den Top Geräten. Den man kauft ja ein Flaggschiff nicht nur wegen dem Top Prozessor sondern wegen der ganzen Top Ausstattung.


      • Ich will keinem festlegen was er braucht. Ich meine nur, das jeder selber entscheiden muss was reicht und was nicht.

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