Diese Website verwendet Cookies, um Ihnen ein besseres Nutzungserlebnis bieten zu können. OK
6 Min Lesezeit 49 mal geteilt 40 Kommentare

VPN für Android: Tipps und Apps zum sicheren Surfen

Update: So konfiguriert Ihr den Router

Falls Ihr häufig fremde WLAN-Netze nutzt, solltet Ihr beim Surfen besonders vorsichtig sein. Eventuell liest jemand mit. Nutzt also ein Virtuelles Privates Netzwerk (VPN). Wir zeigen Euch kostenlose Varianten und den sichersten Ansatz.

Aktuelle Änderungen hervorheben

Es gibt viele Gründe für das Verwenden von VPN-Clients in Android, aber zunächst wollen wir Euch erklären, um was es sich bei ihnen eigentlich handelt und warum man sie nutzen sollte.

Springt zum Abschnitt

Warum brauche ich VPN in Android?

VPN-Verbindungen leiten Eure Daten von Eurem Smartphone verschlüsselt über einen VPN-Server an die Webseiten und -Dienste, die Ihr nutzen wollt. Besonders in öffentlichen WLANs ist das wichtig, da nur so die Datenübertragung sicher ist. Ohne einen VPN-Zugang könnte dort jeder Eure Chats und Passwörter mitlesen.

Ihr solltet also in Android VPN einrichten, wenn Ihr sensible Daten austauscht. Leider müsst Ihr dem VPN-Server einfach blind vertrauen, dass er Eure Daten geheimhält.

AndroidPIT privacy 3
Im kostenlosen WLAN-Netzwerk kann jeder mitlesen. / © ANDROIDPIT

Neben dem Sicherheits-Aspekt kommt hinzu, dass der VPN-Server Euch eine neue Identität gegenüber Websites und Diensten gibt. So könnt Ihr YouTube vortäuschen, Ihr befändet Euch in den USA. Oder Ihr bekommt eine IP-Adresse, mit der Ihr Zugriff auf bestimmte Server bekommt.

VPN ohne App: Router konfigurieren

Die kostenlose Alternative zu den unten vorgestellten Dienstleistern ist, dass Ihr selbst einen VPN-Server erstellt. Falls Ihr Eure deutsche IP-Adresse im Ausland nutzen wollt oder von überall in der Welt auf Euren heimischen NAS-Server zugreifen wollt, braucht Ihr einen VPN-Zugang in Eurem Router. Diesen bekommt Ihr kostenlos als Teil der Router-Firmware. Auf Eurem Android-Smartphone befindet sich bereits die nötige Software, um diesen VPN-Zugang ohne Zusatz-App zu verwenden.

1. Router konfigurieren

Da es fast so viele unterschiedliche Router wie Android-Smartphones gibt, kann ich Euch nur ein Beispiel zeigen. Die Fritzbox 7490 lässt sich als VPN-Server einrichten, auf den Ihr unterwegs passwortgeschützte, verschlüsselte Verbindungen aufbauen könnt.

Für den Fernzugriff auf den Router braucht Ihr zunächst einen MyFritz-Zugang. Es handelt sich dabei um ein System, das Eurem Router eine statische Web-Adresse vergibt, unter der er ständig erreichbar ist. Richtet den MyFritz-Zugang hier ein.

Danach begebt Ihr Euch ins Router-Menü und richtet einen Benutzer für den VPN-Zugang ein. Vergebt ihm bestimmte Berechtigungen, wie etwa den Zugriff aufs Fritz-NAS. Anschließend öffnet sich ein Fenster mit den Konfigurationsdaten, die Ihr in Android eintippen sollt.

AVM pflegt eine offizielle Anleitung und hält sie für kommende Firmware-Updates aktuell. Ihr findet Sie unter dieser Adresse:

2. Android konfigurieren

Jetzt öffnet Ihr die Android-Einstellungen und tippt im Abschnitt Drahtlos & Netzwerke auf Mehr. Einer der dortigen Einträge heißt VPN. Öffnet ihn und drückt oben rechts aufs Plus.

Als Namen könnt Ihr FritzBox oder etwas Beliebiges eintippen. Die übrigen Daten entnehmt Ihr den Angaben, die der Fritzbox-Assistent Euch macht. Die Begriffe IPSec Identifier und IPSec-ID sowie Vorinstallierter IPSec-Schlüssel und IPSec Pre-Shared Key sind jeweils synonym.

fritzbox vpn server de
Kostenloses VPN per Fritzbox. / © ANDROIDPIT

Zur Verbindung müsst Ihr immer den IPSec Identifier und das Benutzerpasswort eintippen. Letzteres könnt Ihr für schnellere Verbindungen speichern. Falls Ihr Euch im WLAN Eurer Fritzbox befindet, müsst Ihr den ersten Schritt der offiziellen Anleitung extra beachten.

SurfEasy VPN für Android; günstig und schnell

SurfEasy ist sehr schnell eingerichtet und arbeitet schnell. Es reicht eine gültige E-Mail-Adresse und ein Passwort, und schon seid Ihr mit 500 Gratis-MB dabei. Für einen schnellen E-Mail-Austausch reicht es aus. Das Arbeitstempo des Servers hat auch gereicht, um YouTube-Videos in 720p über einen kanadischen VPN-Server zu streamen. Für knapp über 35 Euro pro Jahr könnt Ihr Euren Account auf fünf unterschiedlichen Geräten parallel und ohne Datenlimitierung nutzen. Die Nur-Android-Lizenz kostet nur knapp 28 Euro pro Jahr. Die Bedienung der VPN-App ist kinderleicht. Einzig die zahlreichen App-Berechtigungen sind ein wenig absonderlich; andere Apps kommen mit erheblich weniger Zugriff auf Eure privaten Daten aus. Wir haben die Entwickler darauf angesprochen und erwarten eine baldigen Rückmeldung.

SurfEasy VPN Android de
SurfEasy ist eine simple und schnelle VPN-App für Android. / © ANDROIDPIT
SurfEasy sichert Android VPN Install on Google Play

TunnelBear; verspieltes Interface und viel Gratis-Traffic

Auch TunnelBear setzt auf eine verspielte, grafische Repräsentation der vorhandenen VPN-Server auf der Welt. Wollt Ihr TunnelBear auf fünf Geräten nutzen, kostet es mit 53 Euro erheblich mehr als SurfEasy. Reicht Euch die Android-App, könnt Ihr den 32 Euro günstigen Jahresplan nehmen. Die ersten 500 MB sind gratis und wenn Ihr gewisse Promotion-Aktivitäten macht, bekommt Ihr weitere Gratis-Megabytes.

TunnelBear VPN de
TunnelBear ist ein schöner und simpler VPN-Client für Android. / © ANDROIDPIT
TunnelBear VPN Install on Google Play

Hotspot Shield VPN & Proxy; keine Limits, aber nur gegen Bares

AnchorFree ist sehr schnell eingerichtet, da es nicht nach E-Mail-Adresse oder Passwort fragt. Es holt sich die Daten einfach aus Eurer Google-Identität. Es hat einen VPN-Autopiloten an Bord, der Euch automatisch schützt, wenn Ihr Euch mit einem unbekannten WLAN-Netz verbindet. Auf die Art habt Ihr den geringsten Verwaltungsstress. Die kostenlose Variante funktioniert etwas anders als bei SurfEasy oder TunnelBear. So könnt Ihr bei AnchorFree nicht auswählen, durch welches Land Euer Tunnel gehen soll. Damit taugt die VPN-App nicht, um GEMA-gesperrte YouTube-Videos zu gucken. Das Elite-Konto kostet faire 30 Euro pro Jahr und ist quasi Pflicht. Denn die kostenlose Variante ist so langsam, dass sich damit keine YouTube-Videos ansehen lassen. Eine Free Trial bietet die Elite-Features sieben Tage lang kostenlos an. Sie hat einen integrierten Werbeblocker, ist nicht inhaltlich beschränkt und funktioniert auf mehreren Plattformen.

Hotspot Shield VPN Proxy de
Hotspot Shield ist in seiner kostenlosen Variante kein Spaß. / © ANDROIDPIT
Hotspot Shield VPN Free Proxy Install on Google Play

FlashVPN Free VPN Proxy; komplett kostenlos

Der einzige, komplett kostenlose VPN-Client für Android ist der FlashVPN Free VPN Proxy. Den geringen Preis erkauft man sich mit ständigen App-Empfehlungen und mit Vollbild-Werbung. Die Auswahl an Server-Standorten ist auf USA, England, Japan und das wenig sagende Fastest beschränkt, was aber zum Freischalten von YouTube-Videos ausreicht. Leider ist die Ladezeit derselben mit Flash-VPN oft nicht ausreichend. Doch nicht nur das ist schade. Der VPN-Client für Android ist zwar kostenlos, fragt allerdings nach verdächtig vielen Berechtigungen, sodass ein Großteil des Privatsphäre-Bonus, den man sich von der VPN-Einrichtung erhofft, schnell wieder verfliegt. Auf eine Stellungnahme des App-Entwicklers warten wir noch.

FlashVPN Free VPN Proxy
FlashVPN ist kostenlos, aber voller Werbung und langsam. / © ANDROIDPIT
FlashVPN Free VPN Proxy Install on Google Play

VPN-Apps für Android: Fazit

Diese VPN-Apps ähneln den meisten anderen Ein-Tipp-Lösungen zum verschlüsselten Surfen im Internet. Leider weiß man nie genau, wer sich am anderen Ende des VPN-Tunnels verbirgt, sodass man mit der Sicherheit seiner Daten im Dunkeln tappt.

Also können wir nur zur Selbstbau-Lösung mit dem heimischen Router raten, wenn er es zulässt.


Der Artikel wurde im die Fritzbox-Anleitung erweitert.

49 mal geteilt

40 Kommentare

Neuen Kommentar schreiben:
  • Schaut mal, ich habe da einen Artikel gefunden welcher gut zum Thema passt: anonymweb.de/der-beste-vpn-fur-facebook/

  • Hier ist eine bildliche Anleitung zum Aufsetzen von vpn auf Android. In diesem Handbuch bieten auch die vpn Sie für Ihre Sicherheit verwenden soll. www.vpnranks.com/android-vpn/

  • Ihr habt nur Reviews zu Holz-Anbieter veröffentlicht.

    Wieso sind gewisse VPN Anbieter "komplett" kostenlos? Weil die entweder eure Daten verkaufen oder die Verbindung eure Geräte, wenn nicht in Benutzung, an zahlende Kunden verkaufen. Somit werdet ihr selber ein VPN-Node für andere.
    Bestes Beispiel dafür ist Hola VPN im Playstore.

  • Phispson ist gratis und hat extrem schnelles vpn

  • TOR Browser zum anonymen Surfen!👍

    • Tor alleine ist schlecht, da die Verbindungen von vielen Regierungen und Providern weltweit geloggt und überwacht wird!

  • also ich kann nur Cyberghost VPN empfehlen! sowohl für den PC als auch für Android unschlagbar!

  • VPNCilla! Kann ich nur empfehlen für ein dauerhaft aktives VPN in Zusammenarbeit mit einer FritzBox und MyFritz (oder anderen DynDNS Anbietern). Gerade in freien WLan Netzen (öffentlich) bin ich nur noch über VPN online. Und mit der o. g. App gibt's nen automatischen reconnect nach Netzwechsel etc.

  • Ich habe mich noch nicht wirklich mit der Thematik VPN beschäftigt, zum einen weil ich davon keine Ahnung habe und mir das zu kompliziert ist und zum anderen, weil ich kein öffentliches WLAN Netzt nutze, ich nutze mein eigenes WLAN zu Hause.
    Aber, ich finde den Artikel informativ und werde mir mein Router mal einstellungsmäßig unter die Lupe nehmen um mal zu schauen, ob meiner das irgendwie auch bietet.

  • Zum Glück kann ich den VPN meines Arbeitgebers nutzen..... Das hilft zwar nicht bei gesperrten yt-Videos aber es erhöht enorm die Sicherheit in offenen WLANs ...

  • Suchen Sie PureVPN bitte. Testen Sie PureVPN und Sehen Sie die Resultate.

  • zenmate fehlt

  • OpenVPN + heimische Hardware ist für mich keine Lösung, da ich auf VPN hauptsächlich im Urlaub angewiesen bin - und dann ist meine komplette Wohnung stromlos - alle Verbindungen gekappt.

    Ich habe mich daher für die Android-App von Steganos entschieden; die Steganos Software GmbH hat sich schon vor Android (auf PC) einen guten Ruf erworben und scheint daher vertrauenswürdig zu sein.

  • Welche Informationen werden denn zu den Servern gegeben, welche diese Tools benutzen? Und kann man mit den Tools auch direkt eigene Server ansteuern oder bin ich auf die Auswahl der Tool-Anbieter angewiesen? In dem Fall dann doch lieber selber einrichten, da weiß ich wenigstens was passiert...

    • Holá hat einen eigenen Ansatz. Benutzer, davon gibt es momentan um die ca. 400000 weltweit, sind in Per to Per Netzwerk verbunden. In der Praxis sieht das so aus, will ich z. B. einen amerikanischen VPN gehe ich über einen amerikanischen Nutzer ins Netz. Die Daten werden von Holá verschlüsselt. Angeblich gab es sicherheitslücken. Die sollen aber laut Betreiber geschlossen sein.
      Prinzipiell sind freie Server meiner Meinung immer ein Problem. Habe aber keine Lust privat für diesen Service zu bezahlen.

  • Ich teste gerade den kostenlosen Hola VPN. Bis jetzt bin ich zufrieden und konnte noch nichts negatives feststellen. Die Geschwindigkeit ist erstaunlich schnell. Benutzt den jemand und kann von seinen Erfahrungen berichten?

  • OpenVPN Connect reicht doch für so gut wie alles aus und ist OpenSource! Für mich das einzig wahre :)

  • Im Urlaub oder in offenen Wlan Netzen nutze ich seit Ewigkeiten die Android eigene VPN Möglichkeit und verbinde mich bzw den Rest der Familie mit unseren FritzBoxen daheim. Funktioniert wunderbar. Einziger "Nachteil" : Die Downloadrate der Clients (Smartphones, Tablets, Laptop's) wird durch den Uploadspeed des heimischen DSL begrenzt. Wobei ich momentan 40mbit Upload über VDSL habe. ;)

  • Ich habe mit OpenVpn noch keine schlechten Erfahrungen machen können. Durch CM12.1 wurden alle Rechte entzogen und es läuft trotzdem tadellos. Habe mein Phone mit einem RaspberryPi zuhause verbunden. So hat man neben dem „sicheren Surfen“ auch noch gleich Zugriff in das eigene Netz (Telefonanlage, Hausautomatisierung, Nas, usw.) Ich kann die Methode aus meiner eigenen Erfahrung nur empfehlen. Lieber surfe ich ungeschützt und weiß es, als meine Privaten Daten über eine scheinbar sichere VPN Verbindung zu übertragen und nicht zu Wissen wer am Endpunkt sitzt und lauscht.

Zeige alle Kommentare

Diese Website verwendet Cookies, um Ihnen ein besseres Nutzungserlebnis bieten zu können. Mehr dazu

Alles klar!