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Schnüffeln via Facetime: Apple muss die Reißleine ziehen

Schnüffeln via Facetime: Apple muss die Reißleine ziehen

Wegen eines Bugs in Apples Videotelefonie-Dienst Facetime ist es möglich, andere Nutzer auszuspionieren, und zwar sowohl mittels Tonübertragung als auch Video. Mit einem kleinen Trick lasen sich das Mikrofon und die Kamera eines anderen Gerätes aus der Ferne aktivieren. Apple reagiert nun mit einer radikalen Maßnahme.

Der Trick in Facetime geht so: Bei einem Gruppentelefonat muss lediglich die eigene Rufnummer als weitere Person hinzugefügt werden. Dadurch wird das Mikrofon des Angerufenen sofort aktiviert, noch bevor der überhaupt abgehoben hat. Lehnt der Angerufene den Facetime-Anruf ab, indem die Standby-Taste gedrückt wird, aktiviert sich sogar noch die Kamera und überträgt das Live-Video an den Anrufer. Auch beim Drücken der Lauter/Leiser-Taste geschieht das.

Apple hat auf den Bug bereits reagiert, und zwar zunächst mit einer recht radikalen Notfallmaßnahme. Die Gruppenanrufe wurden abgeschaltet, das Feature steht ab sofort nicht mehr zur Verfügung. Noch in dieser Woche will Apple ein Update für Facetime bereitstellen, das den Bug in den Gruppenanrufen behebt. Das Abschalten der Facetime-Gruppenanrufe auf den Apple-Servern stellt sicher, dass der Bug nicht mehr ausgenutzt werden kann.

Facetime komplett abschalten

Wer auf Nummer sicher gehen will, sollte Facetime bis zu diesem Update unter Umständen einfach komplett abschalten. Das geht unter iOS in den Systemeinstellungen auf dem iPhone und iPad unter dem Punkt "Facetime". Auf dem Mac muss zunächst die Facetime-App gestartet werden. Im Menü befindet sich der Punkt "Facetime deaktivieren".

Die Funktion der Gruppentelefonate ist eines der neuesten Features in Facetime. Sie wurde zusammen mit dem Update auf iOS 12.1 von Apple präsentiert, das im Obtober 2018 an den Start ging. Facetime war in den vergangenen Monaten immer wieder wegen Sicherheitsproblemen in den Fokus geraten. Apple musste bereits mehrere Lücken in dem beliebten Dienst schließen. Eine erlaubte es Angreifern sogar, schadhaften Code über Facetime auf das iPhone, iPad oder den Mac zu bringen.

Benutzt Ihr Facetime oder andere Videotelefonie-Dienste?

Quelle: The Verge, heise

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