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Rufnummernmitnahme: Das Ende der Wucherpreise

Rufnummernmitnahme: Das Ende der Wucherpreise

Mobilfunkprovider dürfen keine Fantasie-Preise für die Rufnummernportierung mehr erheben. Das hat die Bundesnetzagentur durchgebracht. Demnach können Anbieter nur noch die realen bei der Portierung entstehenden Kosten verlangen – diese belaufen sich lediglich auf 6,82 Euro. 

Bis zu 30 Euro mussten Mobilfunkkunden bisher zahlen, wenn bei einem Anbieterwechsel die alte Rufnummer übernommen werden sollte. Wie sich diese Kosten zusammensetzen, wollte die Bundesnetzagentur wissen, und stieß damit das Ende der Wucher-Preise für die Rufnummernportierung an. Denn 1&1 Drillisch, 1&1 Telecom sowie Telefónica weigerten sich bis zuletzt, die hohen Gebühren abzuschaffen. Bereits im Februar hatten mehrere große Mobilfunkanbieter die Gebühr freiwillig gesenkt, wie die Behörde mitteilt.

Die Bundesnetzagentur erklärt zudem, dass nach den telekommunikationsrechtlichen Vorgaben zum Kundenschutz Verbrauchern nur diejenigen Kosten in Rechnung gestellt werden dürfen, die bei der Mitnahme der Rufnummer tatsächlich anfallen. Die oben genannten Anbieter konnten jedoch keine höheren Kosten als 6,82 Euro (brutto) nachweisen.

"Wir haben die Hürden beim Wechsel des Mobilfunkanbieters deutlich abgesenkt. Das fördert den Wettbewerb und davon profitieren die Verbraucher. Ab heute dürfen für die Portierung höchstens 6,82 Euro erhoben werden, bisher waren es oft rund 30 Euro", sagt Jochen Homann, Präsident der Bundesnetzagentur.

Bundesnetzagentur sieht Defizite bei flächendeckendem LTE

Die Bundesnetzagentur mit Sitz in Bonn setzt Mobilfunkanbieter regelmäßig unter Druck. So drohen ab diesem Sommer möglicherweise Zwangsgelder für Mobilfunkprovider Telefónica (O2), die entgegen der Vorgaben noch kein flächendeckendes LTE-Netz anbieten. Bis Ende 2019 sollten 98 Prozent der deutschen Haushalte mit einer Downloadgeschwindigkeit von mindestens 50 Mbit/s versorgt sein.

Dazu hatten sich die großen Anbieter Telekom, Vodafone und O2 bei der Versteigerung der Mobilfunkfrequenzen im Jahr 2015 verpflichtet. Telefónica liegt dabei weit hinter der Deutschen Telekom und Vodafone, die in drei beziehungsweise vier Bundesländern das Ziel bislang nur knapp verfehlen. O2 hingegen kann in keinem der Flächenbundesländer die Vorgaben erfüllen und erzielt bundesweit bislang eine Abdeckung von rund 80 Prozent. Besonders schlecht steht es um die Abdeckung in Brandenburg (62,6 Prozent), Rheinland-Pfalz (65,4 Prozent) und Mecklenburg-Vorpommern (72,9 Prozent).

Ob die Bundesnetzagentur bereits im Sommer entsprechende Strafen verhängt, ist fraglich. In seinem Bericht zur Versorgung der Bevölkerung mit funkgestützten Breitbandanschlüssen hatte die Behörde noch im Januar Verständnis für "unternehmensspezifische Umstände" gezeigt, die zur Verzögerung im Netzausbau geführt hätten. Die aktuelle Ausnahmesituation aufgrund der Ausbreitung des Coronavirus wird dieses Verständnis wohl noch verstärken.

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36 Kommentare

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  • >>>"...Besonders schlecht steht es um die Abdeckung in Brandenburg (62,6 Prozent)..."<<<

    Mensch, die soll'n sich nicht so haben, die könn' doch zum Telefonieren nach Berlin reinfahr'n. Ging doch früher auch mit'm Einkaufsbeutel!😝😜


  • Naja, das ist ja relativ, denn so ziemlich jeder Anbieter bot ca. 25 Euro wenn man seine Rufnummer mitbrachte. Der alte Provider wollte so 25 bis 30 Euro haben, also fast ein Nullsummenspiel.
    Aber von mir aus, ich begrüsse die Lösung trotzdem wenn nicht Phantasiesummen für Phantsieleistungen hin und hergeschoben werden müssen.
    Ich denke aber in kürze werden die 25 Euro von der Rufnummernmitnahme überall gestrichen sein.


  • Verständnis für "unternehmensspezifische Umstände"? Was soll denn das für ein dummes Argument sein? Vertrag bzw. Verpflichtung nicht eingehalten => zahlen. Da gibt es doch gar nichts zu diskutieren. Ausgenommen natürlich diese "unternehmensspezifische Umstände" wären vorab vor der Vergabe der Frequenzen eindeutig definiert gewesen, was ich aber bezweifle...


  • Wann ist denn der Stichtag?
    Ich habe die Portierung am 7.4. beantragt, die Portierung hat am 21.4. stattgefunden ( von O2 zu Vodafone) was muss ich jetzt zahlen?
    MfG WOLFGANG


  •   54
    Gelöschter Account vor 2 Monaten Link zum Kommentar

    Das Wort "wucher" für 25 - 30 € finde ich grob übertrieben, davon abgesehen begrüße ich natürlich diese sinnvolle Absenkung.


    • Julia Froolyks
      • Staff
      vor 2 Monaten Link zum Kommentar

      Mh, ich finde es vergleichsweise der realen Kosten durchaus Wucher. Ganz widerliche Art, den Leuten das Geld aus der Tasche zu ziehen.


      • Das überhaupt noch Geld dafür verlangt wird ist schon Wucher. Hier in der Schweiz ist die Nummernportierung für Mobile und Festnetz kostenlos.


      • Ich finde überhaupt, diese Umständlichkeiten ärgerlich. Auch mit geringen Gebühren. Man schikaniert damit nur Kunden. Was wurde aus "Service"? Der Jeweilige Kunde könnte ja später auch mal zurück wechseln. Hier in Dänemark braucht man sich um rein garnichts zu kümmern: Wenn man einen neuen Vertrag woanders abschließt, erledigt der neue Anbieter auf Wunsch und ohne Kosten die Formalitäten wie Kündigung und Nummerntransfer. Das dauert auch nur 2 Minuten. Und nein, der alte Anbieter schickt keine Vergeltungsgebühr hinterdrein.


    • Wenn ich mehr als das vierfache der tatsächlichen Kosten fordere, ist es Wucher. Wucher wird durch die Verhältnismäßigkeit definiert, nicht durch die Höhe der Summe.


  • H G vor 2 Monaten Link zum Kommentar

    Die Rufnummermitnahme hat bei mir bei O2 nicht funktioniert. Sie wurde trotz mehrfacher Aufforderung nicht freigegeben. Vom Anbieter Telefónica rate ich dringend ab.


  • Das ist doch wieder typisch Nasenfaktor. Warum muss nur Telefónica Zwangsgelder bezahlen, wenn die anderen Anbieter die Ziele auch nicht erreicht haben? Knapp verfehlt ist auch daneben!

    Gelöschter Account


  •   75
    Gelöschter Account vor 2 Monaten Link zum Kommentar

    Ich hab bei jedem Anbieter Wechsel auch meine Nummer gewechselt. Da ich einmal die Auskunft bekommen habe das die Rufnummer Mitnahme mindestens 2 bis 3 Tage dauert bis diese aktiv ist. Man liest immer wieder gratis Rufnummer Mitnahme. Wäre auch logisch das die Anbieter einem sozusagen den Wechsel schmackhaft machen wollen indem man seine Nummer behalten kann.

    Tim


  • Ich habe meine Nummer seit fast 22 Jahren. Bei der Mitnahme zum anderen Anbieter immer ärgerlich diese hohen KOSTEN. Davon hatte ich einige 😉


  • Die Frage ist, warum man überhaupt dafür löhnen muss.
    Ich wage einmal einen (unfairen) Vergleich: wechselt man den Festnetzanbieter oder bekommt einen neuen Anschluss, kommt i. d. R. ein Fernmeldetechniker vorbei und klemmt den Anschluss ab/ans Netz. Je nachdem sind weitere/zusätzliche Arbeiten durch diesen Techniker erforderlich. Das Ganze kostet die Telekommunikationsgesellschaft einiges und wird dem Kunden nicht separat in Rechnung gestellt. Beim Mobilfunknetz wird quasi auch "umgeklemmt", indem im System ein paar Bits und Bytes verändert werden. Bei einem gut funktionierenden System geschieht das ohne weiteres Zutun eines Menschen in Sekundenbruchteilen. Warum soll man nun für erste Leistung so gut wie nichts zahlen, während zweite Leistung momentan bis 30 Euro kosten soll?
    Natürlich wird in irgendeiner Form auch dem Kunden erste Leistung angerechnet, aber eben nicht ausgewiesen und es wird kein Unterschied gemacht, ob beim Kunden Arbeiten erheblichen Ausmaßes gemacht werden oder erst gar kein Techniker vor Ort nötig war.
    Wenn also für eine Leistung, die in Sekundenbruchteilen passiert, bis zu 30 Euro fällig werden, müsste die Leistung eines Techniker teils mit mehreren hundert Euro auf der Rechnung erscheinen. Tut sie das? Nein.

    Gelöschter AccountSarah


    • Die Leistung wird beim "Abklemmen" erbracht. Und einen "Alt- bzw Ex" zockt man halt gerne ab ;-)


    • Manche DSL-Anbieter verlangen aber für den Anschluss durchaus eine "Bereitstellungsgebühr".
      Die hohen Mitnahmegebühren für die Rufnummer werden nicht selten vom neuen Anbieter erstattet.


      • Die Bereitstellungsgebühr sprach ich an und verwies darauf, dass diese mehrere hundert Euro betragen müsste, wenn jemand an-/abreisen muss und vor Ort tätig wird im Gegenzug zu einer simplen Datenbankänderung, die, Status quo, knapp 30 EUR kostet.
        Meistens findet man Angebote, bei denen die Rufnummernmitnahme mit 25 EUR vergütet wird. Das ändert aber nichts an der Tatsache, dass die Mitnahme vom alten zum neuen Provider Geld kostet. Und hier finde ich es richtig, dass regulierend eingegriffen wird. Meinetwegen soll dann die evtl. Prämierung zur Mitnahme der Rufnummer entfallen.


      • Die Bereitstellungsgebühr hast Du angesprochen, aber aus Deinem Kommentar geht nicht klar hervor, dass sie nicht nur erhoben werden müsste, sondern sie durchaus tatsächlich erhoben wird, und durchaus 69 € oder mehr betragen kann, selbst wenn kein Techniker vor Ort geschickt werden muss.
        Ich finde es übrigens auch richtig, dass die (Nummern-Portierungs-) Gebühr so stark herunterreguliert wird, dass sie vielleicht irgendwann ganz entfällt und mit ihr die ganze Bürokratie mit ggf. mehrfachen Portierungsanträgen bis es endlich klappt.
        Denn so wie für viele Kunden die Gebühr durch die Erstattung zum Nullnummernspiel wird, dürfte es auch bei den Anbietern selber eines sein. Was sie ziehenden Kunden nehmen, erstatten sie gerne Neukunden. Bei etwa gleichbleibendem Bestand, aber jährlich hunderttausenden Wechslern wird also viel Aufwand betrieben, für den am Ende nichts oder nur wenig herauskommt.
        Nur so positiv, wie man die Situation bei den DSL- und Festnetzanbietern nach Lesen Deines Kommentars sehen könnte, sehe ich sie nicht, auch wenn manche dieser Anbieter die Bereitstellungsgebühr im Rahmen von Aktionen jovial erlassen, und manche sie auch gar nicht erst erheben.

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