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4 Min Lesezeit 14 Kommentare

LEGO AR Studio ausprobiert: Endlich Lego-Spielen ohne aufzuräumen

Der bekannte Spielzeughersteller LEGO bietet seit einiger Zeit eine Virtual-Reality-Anwendung namens LEGO AR Studio an. Wir hatten die Gelegenheit, es zu testen, um uns einen eigenen Eindruck von der verbesserten Technologie von LEGO zu machen.

Wie die meisten Kinder der 80/90er Jahre bin ich mit LEGO aufgewachsen, diesem wunderbaren Bauspielzeug, das stundenlangen Spaß bringt und grenzenlose Fantasie fördert. Die Idee einer LEGO-AR-App hat mich daher begeistert, es ist eine kleine Rückkehr in meine Kindheit durch Augmented Reality. Kurz gesagt, mein persönliches Pokémon GO.

Was Ihr vor dem Start wissen müsst

Der Sinn von LEGO ist natürlich das Bauen. Wenn Ihr nur daran Interesse habt, könnt Ihr die App eher links liegen lassen, da Konstruieren hier gar keine Rolle spielt. Der Fokus liegt mehr auf dem Spielerlebnis: Es besteht keine Notwendigkeit, eigene Ideen zu entwickeln, das übernimmt alles die App für Euch. Das mag zwar die Kreativität einschränken, macht aber trotzdem einen Heidenspaß.

Die App ist bisher nur im App Store erhältlich, Ihr benötigt also ein iPhone oder iPad. Bisher nutzt die Anwendung nämlich Apples ARKit, eine Version für Android bzw. ARCore ist aktuell nicht verfügbar und auch noch nicht angekündigt. Wichtig zu wissen: LEGO AR Studio hat nichts mit dem zu tun, was Apple auf der WWDC präsentiert hat. Bei letzerem handelt es sich nämlich um LEGO Studio AR Experience, welches erst gegen Ende des Jahres verfügbar sein wird.

Alle Spielzeuge, die in der App zu sehen sind, können so auch erworben werden. Wenn wir ehrlich sind, handelt es sich daher durchaus um eine Werbeplattform für LEGO, mit der neue Kunden begeistert werden sollen.

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Daenerys Targaryan, Rhaegal und ein paar Polizisten / © ANDROIDPIT

LEGO 2.0

Wenn Ihr die App startet, wird Euch direkt eine auffällige Warnung angezeigt. Sie soll Euch daran erinnern, dass es sich um eine erweiterte Realität und nicht um eine reale Realität handelt. Achtet also bitte immer auf Eure Umgebung. Das ist zwar für manche offensichtlich, aber schaden kann diese Warnung sicherlich nicht. Danach versucht die App, eine Oberfläche zu erstellen, auf der Ihr spielen könnt. In der Praxis klappt das nicht immer wie gewünscht. Auch wenn vor mir eine komplett ebene und leere Fläche vorhanden war, wollte die App manchmal nicht so richtig. Erst nach mehreren Versuchen ließ sie sich dann überreden, die Fläche zu nutzen. Nicht perfekt also, meist klappt es aber doch irgendwie.

Die App ist sehr intuitiv, schon einigen Sekunden habt Ihr verstanden, wie Ihr sie bedienen müsst. Sie wird im Landscape-Modus genutzt und bietet einige Möglichkeiten: Oben links seht Ihr die Ressourcen, unten links könnt Ihr den Spielbereich zurücksetzen und unten rechts sind die verschiedenen Spielelemente und deren Optionen untergebracht.

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“Hilfe! Ein Drache verfolgt mich!” / © ANDROIDPIT

Im rechten Menü könnt Ihr die virtuellen Elemente auswählen, die Ihr hinzufügen möchtet. Das ist aber gleichzeitig ein kleiner Schwachpunkt der App, denn es gibt nicht wirklich viele Figuren und Objekte, die man hinzufügen kann. So könnt Ihr zwischen einem Piratenschiff - mein persönlicher Favorit - einem Krankenhaus, einem Roboter, einem kleinem Mann auf einem Drachen, einer Polizeistation, einem Lastwagen und einem Zug wählen.

Sobald Ihr eine Figur oder ein Objekt auf Eurer Spielfläche platziert habt, könnt Ihr das Smartphone frei bewegen und auch näher heran gehen, um Details ansehen zu können. Das ist z.B. bei der Polizeistation ganz witzig, da Ihr aus der Nähe sehen könnt, wie sich die Polizisten drum herum bewegen. Hier zeigt LEGO auch etwas Humor, wenn ein Polizist an einen Zaun gefesselt ist.

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Auf dem Piratenschiff ist immer so einiges los. / © ANDROIDPIT

Interessant sind auch die Auswirkungen, die die unterschiedlichen Elemente aufeinander haben. Wenn Ihr z.B. den Drachen in der Nähe der Polizeistation einsetzt, geraten die Polizisten in Panik, flüchten teilweise durch die Kanalisation und schicken einen Hubschrauber, um den Drachen genauer unter die Lupe zu nehmen. Vielleicht liegt es vor allem an meinen Erinnerungen an meine Kindheit, aber ich habe mich dabei wunderbar amüsiert. Natürlich benötigt ein Erwachsener aber deutlich mehr als das, um sich längerfristig mit der App zu beschäftigen. Kinder werden aber wohl riesigen Spaß mit der App haben können.

Kurz gesagt

LEGO Studio AR hat großes Potenzial, aber man darf nicht vergessen, dass die Intention hinter dieser App vor allem die Werbung für das eigene Produkt ist. Wer nicht mehr Kind ist, wird sich leider recht schnell langweilen, da es einfach zu wenige Spielfiguren und Objekte gibt. Auf der anderen Seite eignet sich die App für Kinder hervorragend. Vor allem in Kombination mit realen LEGO-Bausteinen kann man hier wirklich viel Spaß haben.

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14 Kommentare

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  • "..........Es besteht keine Notwendigkeit, eigene Ideen zu entwickeln, das übernimmt alles die App für Euch."

    Alleine das sollte jedem zu denken geben. Die Menschheit wird immer dümmer und wenn wir den Kindern jetzt auch noch das lernen eigener Ideen nehmen muss man sich nicht wundern das die Jugend nichts mehr hin bekommt. Grad das ausdenken und erfinden ist doch das spannende an lego. An Technik kann man die Kinder auch anders ran führen.


  • Ich sehe diese App keineswegs so kritisch, wie einige andere Kommentatoren hier. Klar ist es erstmal nur Werbung für Lego, aber auch ein spielerisches Heranführen an Technologie, die zukünftig unseren Alltag und vor allem auch das Berufsleben bereichern wird. Sich hier zu verschließen ist ziemlich rückständig und es Kindern und Jugendlichen zu verbieten, sich mit dieser Technologie zu beschäftigen, bedeutet auch, ihre Chancen in der Gesellschaft von morgen zu schmälern. Wir arbeiten in unserer Firma bereits heute mit AR und VR in zunehmendem Maße und in einigen Jahren wird das Standard sein. Wer dann bei uns beispielsweise eine Lehre als Bauzeichner machen möchte, kommt um diese Themen nicht mehr herum. Deswegen ist es wichtig, sich mit neuer Technologie auseinanderzusetzen, statt diese - meist ohne überhaupt eigene Erfahrungen damit gemacht zu haben - per se einfach zu verteufeln. In meiner Jugend waren es die bösen Videospiele und die Splatterfilme, die eine ganze Generation verrohen und zu gefühlskalten Massenmördern machen sollten. Was aber dann doch nicht eintraf. Und selbst das Lesen von Büchern hat engagierte Eltern und Gesellschaftsschützer schon sehr früh auf die Palme gebracht. Siehe hier:

    https://de.m.wikipedia.org/wiki/Lesesucht

    Also nicht einfach gleich mal loskotzen, wenn es etwas neues gibt, das man selbst nicht in sein Weltbild integrieren oder verstehen kann, sondern versuchen, sich damit auseinanderzusetzen. Nicht nur für sich selbst, sondern auch für die Kinder, denen man als Eltern bei ihrem Weg der Auseinandersetzung damit beiseite stehen sollte.


    • Natürlich müssen Kinder und Jugendliche an neue Technologien herangeführt werden- keine Frage! Sie stellen die zukünftigen (beruflichen) Herausforderungen dar.
      Aber: müssen KLEINkinder an derlei Technik herangeführt werden, die offenkundig kontraproduktiv auf die geistige Entwicklung einwirkt?
      Wie "gesund" derlei technische-kulturelle Entwicklung ist, zeigen Essstörungen, Handysucht, Depressionen, Suizidraten, logopädische Probleme, sinkendes Bildungsniveau, Augen- und Halswirbeldegeneration bereits bei Heranwachsenden....
      Ob Splatterfilme zu Amokläufen führten, kann ich nicht beantworten. Das Handysucht zu Verkehrsunfällen führt, jedoch schon. Und Kinder aus ihrer Phantasiewelt und körperlichen Dimensionen (Motorik, Sensorik, Emotionen) zu entführen und sie in den Prägejahren dem schamlosen Marketing von Lego auszusetzen und die Grundlagen für Suchtverhalten zu legen, erinnert mich an eine Äußerung einer Psychologin in einer Talkshow: auf die Frage, ob es für das Kleinkind nachteilig sei im Scheidungsfall auf den Vater als Bezugsperson verzichten zu müssen, bei der Mutter untergebracht zu sein, welche sehr häufig wechselnde Männerbekanntschaften mit nach Hause brächte, antworte diese ernsthaft, dass die wechselnden Männerbekanntschaften "Bindungsoffenheit" beim Kind erwachsen lassen und die Vaterfixierung entfallen würde...
      Neue Technik hin oder her- sehe ich Scheiße, erkenne ich Scheiße!


      • Es sollte eigentlich selbstverständlich sein, dass sowas nichts für ein Kleinkind ist und ich lese in dem Artikel auch nicht, dass hier Kleinkinder angesprochen werden. Lego stellt nicht nur Produkte für Dreijährige her. Wo steht also, dass es für Kleinkinder ist? Oder wurde das dem Produkt angedichtet, damit man sich eher zu Recht darüber echauffieren kann?
        Auch sehe ich nicht, dass zunehmende Depressionen, Essstörungen und Suizidraten ursächlich in neuer Technik oder speziell in Smartphones begründet liegen. Auch das scheint mir wieder angedichtet, um vermeintlich stichhaltiger argumentieren zu können.
        Natürlich spielen gerade bei zunehmendem Mobbing und den daraus resultierenden Folgen das Smartphone und damit auch Facebook, WhatsApp und Co eine Rolle, aber ursächlich ist es Schuld der Gesellschaft und nicht des Mediums. Man macht es sich zu leicht, wenn man hier die Schuld bei der Technik sucht, anstatt bei den Menschen. Wenn immer wieder Kinder bei Unfällen zu Schaden kommen, weil hierzulande praktisch niemand sich an Geschwindigkeitsbegrenzungen hält und durch 30er Zonen gerast wird, dann ist das nicht die Schuld des Autos.


  • Ich möchte mich zurückhaltend äußern, auch wenn ich im Strahl kotzen muss.... Die App bzw. das dahinter stehende Konzept tut alles, was verantwortungsvolle Eltern tunlichst vermeiden sollten. Kinder sollten zur eigener Phantasieleistung angeregt werden- neurologisch ist das ein zutiefst wichtiger Schritt in der kindlichen Entwicklung. Kinder sollten laut übereinstimmender Meinung von Kinderärzten und Psychologen so spät wie möglich an Displays aller Art herangegeführt werden. Schlafstörungen, etc. sind nachweisliche Folge eines zu frühen und/oder ggf. intensiven Umgangs damit. Die virtuelle Welt (AR) ist für Kinder ein Horror, weil sie weder motorisch noch mental eine echte und bewußte Trennung von virtueller und echter Realität vollziehen können. Ich habe als Kind (und als Vater) sehr gern mit nativen Legos gespielt und mit meiner Tochter bzw. Enkeln tolle Erlebnisse gehabt. Wer weiß, wie unfassbar vielseitig Legos in alle anderen Spielszenarien (der Teddy, die Autos, die Gummidinosaurier, die Haribo-Gummibärchen......) von Kindern in ihr Spielerlebnis eingebaut werden, ist die hier abgedruckte Werbung zum Erwerb überteuerter iOS-Accessoires zur geistigen Verblödung von Kindern der nächste Schritt zur Etablierung einer Konsumzombie-Kultur.
    Ich finde einen gefesselten Polizisten nicht witzig... Vielleicht gibt es bald das G-20-Set von Lego... wo Polizisten in der FSK12-Version nur grün bluten... Oder die lustige Katholiken-Version, wo kleine Messdiener lustige Spielchen mit Priestern (FSK18) machen können...
    Wenn wir Erwachsenen so dämlich sind und uns von technischem Spielzeug faszinieren zu lassen, dann ist es so- Raucher sollten sich auch nicht über den erworbenen Lungenkrebs beklagen. Aber Kindern derlei anzutun, um sie frühzeitig brainwashed in den Konsumzyklus einzufügen und Ihnen den Umgang mit Fluchtrealitäten (mit Suchtpotential) nahezubringen, steht in meinen Augen moralisch auf der Ebene eines Drogendealers!

    NilsD


  • Was will uns der Autor des Artikels sagen?
    -Die App ist nur für das iPhone verfügbar.
    -Die App hat große Probleme die Oberfläche zu erstellen, auch, wenn die Bedingungen optimal sind.
    -Es gibt nur wenige Elemente, die von der möglichen Story irgendwie nicht so recht zueinander passen.
    -Hey! Die App ist witzig! Als Beispiel: ein Polizist gefesselt an den Zaun (vielleicht wäre ein Polizist mit einer Sahnetorte im Gesicht noch witziger?!
    -Die App eignet sich hervorragend für die Kinder. Soll das Ironie sein?
    Vielleicht zu Not bei langen Autofahrten (nur dann hat man selten eine große, ebene, leere Fläche vor der Nase).

    Ich bin jedenfalls froh, dass meine Jungs noch mit echten Lego Spielzeugen groß geworden sind.
    Auch wenn ich oft aus Versehen eine schmerzhafte Erfahrung mit den Steinen gemacht habe.


    • Momentan ist es so, aber in Zukunft könnte es ziemlich spannend sein. Andere Technologien waren auch nicht immer von Anfang an so erfolgreich. Es könnte sein, dass es nach ein paar Jahren könnte ganz anders aussehen.


  • Die App ist bisher nur im App Store erhältlich, Ihr benötigt also ein iPhone oder iPad. Bisher nutzt die Anwendung nämlich Apples ARKit, eine Version für Android bzw. ARCore ist aktuell nicht verfügbar und auch noch nicht angekündigt.

    Äh ja, danke für den Artikel...


    • Tim vor 3 Wochen Link zum Kommentar

      Selbst wenn. Würde dir mit dem LG G Flex eh nichts bringen ^^ ARCore wird nur von einer Hand voll Smartphones unterstützt und keins davon ist älter als 2 Jahre...


    • Es hat einen Grund, dass Entwickler eher auf iOS setzen als auf android :)


      • iOS bringt viel mehr Geld als Play Store, deswegen möchte Lego zuerst auf iOS setzen. Sicherlich setzt es auch auf Android. Das ist nur die Frage der Zeit.


      • Kann man keinem Entwickler verdenken. Man liest es immer wieder, wenn ein hochkarätiges Spiel dann endlich auch für Android erscheint: es wird nur wenig gekauft, dafür umso mehr geklaut. Eine Umsetzung für Android ist aufwändiger als für IOS mit seiner überschaubaren Anzahl an Geräten. Und dann zusehen zu müssen, wie diese Arbeit nichts einbringt, weil man im Androidlager meist lieber klaut als kauft, ist sicher frustrierend.


      • Tim vor 3 Wochen Link zum Kommentar

        zumal Google selbst schon einmal gesagt/zugegeben hat, dass die Entwicklung für iOS wesentlich einfacher ist. Das war damals eine Begründung, wieso die Google Tastatur ein neues Feature für iOS bekam, aber erst Monate(!) später Android.
        Schon irgendwie traurig, wenn Google sowas selbst behauptet...

        Auf den Dark Mode in YouTube warte ich bei Android auch immer noch. Für iOs seit gut einem halben Jahr verfügbar. Nur wenige Monaten nach der Vorstellung des iPhone X mit OLED. Gibt's bei Android seit Jahren und nie kam etwas.


    • ApplePit? =D

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