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6 Min Lesezeit 18 Kommentare

Join Coup: Die elektrische Roller-Revolution

Einen ultramodernen elektrischen Roller fahren, ihn aber weder kaufen, aufladen, noch in die Werkstatt bringen müssen, und auch noch für kleines Geld - das verspricht Coup. Die Roller des Start-Ups gehören in Berlin und weiteren Städten mittlerweile zum Alltag, und sie zu benutzen ist kinderleicht. Wir haben uns angeschaut, wie das geht und wie Coup die Akkus der Roller immer geladen hält.

Das Startup Coup ist klein, gehört aber zum großen Bosch-Konzern. Die Roller, die Coup für das Sharing-Geschäft verwendet, stammen vom Hersteller Gogoro aus Taiwan. Kurios: Anders als die Konkurrenz von Emmy haben die Gogoro-Roller keinerlei Technik von Bosch an Bord. Hinter Gogoro stecken einige ehemalige HTC-Mitarbeiter. Coup bietet seinen Service nicht nur in Berlin an, sondern auch in Tübingen, Paris und Madrid. Einmal angemeldet, könnt Ihr die Roller in allen Städten nutzen.

Die Anmeldung bei Coup ist kostenlos und schnell erledigt

Apropos Anmeldung: Die ist kostenlos und in wenigen Minuten geschafft. Für die Authentifizierung bei Coup braucht Ihr einen Füherschein Klasse A1, A2, A oder B und einen Personalausweis. Die Dokumente müssen fotografiert werden, Coup verifiziert das dann in kurzer Zeit und bestätigt die Anmeldung.

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Ständer rein, Bremse ziehen, Go drücken und ab geht's. / © Coup

Die App zeigt Euch alle Roller im Geschäftsgebiet an, die nicht reserviert, in Benutzung oder durch Coup gesperrt sind, etwa wegen anstehender Wartung. Auf einen Blick seht Ihr Modell, Kennzeichen und Akkuladestand. Wenn Ihr einen Roller mieten möchtet, wird er einfach angeklickt und kostenlos für 15 Minuten reserviert. Wenn auf dem Weg zum Roller was dazwischen kommt, wird die Reservierung automatisch nach Ablauf der Zeit gelöscht.

Die App führt Euch in der Kartenansicht bis zum Standort des Rollers. Ist Euer Smartphone nah genug am Roller dran, könnt Ihr ihn aufschließen - alles drahtlos, versteht sich. Im Gepäckfach unter der Sitzbank, das mit einem Knopfdruck geöffnet wird, befindet sich ein Helm sowie Einmal-Hauben für den Kopf. Die solltet Ihr aus Hygienegründen immer tragen, wenn Ihr keinen eigenen Helm mitbringen wollt. Haube auf, Helm drüber, dann kann's losgehen.

Coup fahren ist kinderleicht

Zum Losfahren braucht es noch ein kleines Ritual: Ständer einklappen, mindestens eine der beiden Bremsen ziehen, den zentralen Go-Button drücken, und der Coup-Roller ist startklar. Die Bedienung ist total unkompliziert, es gibt nur den Blinker, zwei Bremshebel - einer für hinten, einer für vorne - und das Gas. Bei Vollgas geht der Coup-Roller ziemlich ab, also gewöhnt Euch ruhig erst ein bisschen an das Gefährt, wenn Ihr lange nicht mehr oder noch nie Roller gefahren seid.

Angst braucht Ihr aber nicht zu haben, wer Radfahren kann, der kann auch Coup fahren. Die Roller sind bei knapp 50 Stundenkilometer abgeriegelt, damit Ihr sie auch mit dem Auto-Führerschein fahren könnt und keine Motorradlizenz braucht. Die Geschwindigkeit ist für die Stadt vollkommen ausreichend, mit dem Coup schwimmt man ganz locker im Verkehr mit. Das liegt mehr an der flotten Beschleunigung als an der Höchstgeschwindigkeit.

Der Unterschied zu so ziemlich allen anderen Verkehrsmittel: Der Coup ist so unheimlich leise, fast lautlos! Das künstlich erzeugte, leise Pfeifen, das der Roller von sich gibt, ist das einzige Geräusch, nichts knattert oder brummt, keine Abgase nerven die Menschen in Eurer Umgebung. Nur der Blinker piept ziemlich laut vor sich hin, wenn Ihr abbiegen wollt, aber dann denkt man wenigstens dran, ihn wieder auszuschalten.

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Für den Stadtverkehr sind E-Roller wie geschaffen. / © Coup

Der G2 ist größer und stabiler

Coup hat zwei Modelle des Gogoro-Rollers im Einsatz. Der G1 war der erste und ist ein bisschen kleiner als der G2, der eine größere Sitzbank und ein wenig größere Räder hat. Wendig und flott sind beide, wenn Ihr aber zu zweit fahren wollt, nehmt lieber den G2. In der App hat der G1 einen dunklen Punkt, der G2 einen türkisen, es ist also kein Glücksspiel, welchen Ihr erwischt.

Die Reichweite bei vollen Akkus beträgt je nach Fahrweise und Gewicht ungefähr 80 Kilometer. Coup ist für die Stadt gedacht, da reicht das vollkommen aus. In Berlin geht das Geschäftsgebiet ein wenig weiter als der S-Bahn-Ring. Sogar zum Flughafen Tegel hatte Coup das Gebiet ausgedehnt, diese Testphase ist nun aber planmäßig beendet worden. Gut möglich, dass die Anbindung aber wieder kommt. Natürlich dürft Ihr das Gebiet auch verlassen, solltet dann aber die Reichweite im Blick haben, denn parken müsst Ihr wieder dort.

Wie werden Coup-Roller geladen?

In jedem Coup-Roller stecken zwei jeweils knapp zehn Kilo schwere Lithium-Ionen-Akkus, die mit einem Griff aus dem Roller herausgezogen werden können. Das müsst und sollt aber nicht Ihr machen, sondern der Anbieter. Bis zu 30 Mitarbeiter sind für Coup rund um die Uhr in Berlin unterwegs, um leere oder fast leere Akkus gegen volle auszutauschen.

Geladen wird zentral im Keller eines Bürogebäudes in der Nähe des Checkpoint Charlie. Hier stehen eine Reihe von Stationen, die jeweils 22 Akkus aufnehmen können. Kommen zwei leere Akkus rein, schiebt die Maschine zwei volle wieder raus. Coup hat in Berlin sieben solcher Ladestationen in der Zentrale, die einen leeren Akku dank Starkstrom in zwei Stunden wieder auf 100 Prozent bringen. Insgesamt sind in Berlin 2.500 Coup-Akkus vorhanden, die alle an diesem zentralen Ort geladen werden.

Übrigens: In Taiwan, der Heimat von Gogoro, funktioniert das Geschäft ein bisschen anders. Hier werden die Roller ganz normal verkauft und nur die Akkus im Sharing-Modell geteilt. Wenn der Strom zur Neige gehen, fährt man an eine von rund 300 Ladestationen - genau die gleichen wie im Berliner Lade-Keller -, steckt die leeren Akkus rein, holt sich zwei neue und ist wieder unterwegs.

Die Transporter fahren mit Diesel

So ganz elektrisch ist das System von Coup in Berlin noch nicht. Die Akkus werden mit normalen Transportern mit Diesel-Antrieb durch die Stadt gefahren. Coup sucht noch nach einem Partner oder besser geeigneten elektrischen Fahrzeugen, die rentabel sind und vor allem genügend Reichweite haben. In Madrid klappt das schon, in Berlin noch nicht.

Die Preise, die Coup verlangt, sind ziemlich günstig. Die Anmeldung ist kostenlos, eine Fahrt kostet 3 Euro für die erste halbe Stunde, danach 1 Euro pro zehn Minuten. Wer den ganzen Tag unterwegs ist, zahlt nicht mehr als den Höchstbetrag von 20 Euro. Coup ist damit eine echte Alternative zu den Öffentlichen Verkehrsmitteln, zum Auto und Fahrrad sowieso. Nicht viel für den elektrischen Fahrspaß, der sich ziemlich cool und modern anfühlt.

Coup hat momentan nur einen Konkurrenten, und zwar Emmy. Deren roten Roller sind neben Berlin auch in Hamburg, München, Düsseldorf und Stuttgart verfügbar und kosten 19 Cent pro Minute. Bei ganz kurzen Fahrten seid Ihr damit also ein bisschen günstiger unterwegs, ab einer Viertelstunde Fahrtzeit liegt Coup preislich vorn.

Habt Ihr die Roller von Coup schon einmal benutzt? Was haltet Ihr von dem Modell?

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Top-Kommentare der Community

  • Jörg W. vor 2 Wochen

    Die Leute sollten sich mal besser informieren die meißten meinen ein elektrisch betriebenes Fahrzeug wäre sowas von Umweltfreundlich , weil es ja keine Schadstoffe ausstößt . Ein E Auto ist aber erst ab 100000 km bei der Gesamtbilanz besser( Herstellung ,recycling ,Entsorgung und weil in Deutschland immer noch der Strom zu 50 %aus fossilen Brennstoffen erzielt wird . Wenn das irgendwann mal zu 100% aus Ökostrom bezogen wird lohnt sich das ab 30000 km . Also sollte man nicht immer alles loben wenn jemand irgendein E Fahrzeug auf den Markt wirft sondern das Große und Ganze muß berücksichtigt werden .

  • Sophia Neun
    • Admin
    • Staff
    vor 2 Wochen

    Umweltschonende Fortbewegungsmittel müssten mal so wie die Flugpreise subventioniert werden...

    Bei diesen wird so stark subventioniert, dass sich eine Bahnfahrt oftmals gar nicht lohnt. Die Entscheidung, ob man 10 Stunden für 400€ mit dem Zug nach London fährt oder innerhalb von 2 Stunden für 30€ mit dem Flugzeug stellen sich viele gar nicht, was auch verständlich ist.

18 Kommentare

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  • Für alle die neu sind: Mit folgendem Code gibts ne Freifahrt: REF-R84Q-5GND Einfach nach der Anmeldung in der App eingeben.


  • A. K.
    • Mod
    vor 2 Wochen Link zum Kommentar

    Car-/Scootersharing ist ein super Modell, vor Allem für die Stadt. Ich benutze es auch als Alternative für ein vollwertiges Auto (meine Fzg haben Saisonkennzeichen und hauptsächlich fahre ich Fahrrad).

    Aber viele (junge) Leute, die das Sharing Konzept nutzen, sind sich anscheinend dessen nicht bewusst, dass auch für sie die STVZO gilt.


    • Sophia Neun
      • Admin
      • Staff
      vor 2 Wochen Link zum Kommentar

      Es sind natürlich nur die jüngeren Menschen, die sich im Straßenverkehr daneben benehmen!einself!


      • A. K.
        • Mod
        vor 2 Wochen Link zum Kommentar

        Das wolltest du anscheinend raus lesen.


      • Sophia Neun
        • Admin
        • Staff
        vor 2 Wochen Link zum Kommentar

        War eher ein Kommentar der sich auf die allgemeine Stimmung bei dem Thema bezieht und nicht wirklich ernst gemeint. :D


      • A. K.
        • Mod
        vor 2 Wochen Link zum Kommentar

        Dann bin ich wohl zu überarbeitet, um die Anspielung zu erkennen ;)

        Ich habe es mal in "viele (junge) Leute" geändert... ist halt meine Erfahrung nach ca. 2000km / Woche auf Deutschlands Straßen.


  • Ich habe es ausprobiert und bin auf den Geschmack gekommen, Roller zu fahren, und habe mir dann natürlich einen Beziner gekauft (kostet die Hälfte) Tanken dauert 5 Minuten und kostet 6 Euro. Fertig 😎


  • Ich fahre gern Schwalbe...aber zum Thema E-Roller. Max.40 km Reichweite bei 80 Kg.Mehr darf der Fahrer ja nicht wiegen.Viele sind schwerer.Kommt noch einer drauf sind wir über 120 kg, das verringert die Reichweite.Das aufladen vom Akku dauert gut 8 Stunden außer man hat einen 2. Akku bei.Die Anschaffungskosten für so ein Roller ab 2000€ aufwärts.Fazit: kauft euch lieber einen Benziner.Eroller sind nur was für die Stadt aber nicht fürs Land.Ausleihen ja, selber kaufen nein.Aber lieber fahr ich Rad da kann ich auch die Sbahn sowie Straßenbahn nutzen und hab keine Parkplatzprobleme.Und ist der Akku leer in der Stadt kannst du schieben.Beim Benziner fahr ich schnell an die nächste Tanke.Einen Benziner kann ich tunen,einen Elektro eben nicht. Und es fehlt der Sound bei Eroller.Da kann ich mir lieber ein EBike holen da komm ich besser weg.Umweltfreundlicher ist der Eroller auch nicht weil die Kiste braucht Strom und der kommt ja auch nicht nur aus der Dose.Wenn das Ding mit Solar geladen werden würde sehe es besser aus aber dem ist nicht so.Ich Kauf mir erst einen Eroller wenn das Ding mit Atomenergie fährt.


  • Schon wieder etwas bei dem man seine Daten einer App anvertrauen muss bei der keiner weiss wer noch alles den Daten partizipiert.


  • Die Leute sollten sich mal besser informieren die meißten meinen ein elektrisch betriebenes Fahrzeug wäre sowas von Umweltfreundlich , weil es ja keine Schadstoffe ausstößt . Ein E Auto ist aber erst ab 100000 km bei der Gesamtbilanz besser( Herstellung ,recycling ,Entsorgung und weil in Deutschland immer noch der Strom zu 50 %aus fossilen Brennstoffen erzielt wird . Wenn das irgendwann mal zu 100% aus Ökostrom bezogen wird lohnt sich das ab 30000 km . Also sollte man nicht immer alles loben wenn jemand irgendein E Fahrzeug auf den Markt wirft sondern das Große und Ganze muß berücksichtigt werden .


  • Das System von Fahrzeugsharing bzw Kurzzeitmieten ist nicht schlecht.
    Was mir aber auffällt ist dass die Nutzer von zb Car to Go, oder Leihroller und Räder oft fahren wie die Idioten. Damit will ich keinen beleidigen, aber meist ist es die Erfahrung, mit dem jeweiligen Gefährt, die fehlt oder die fahren mit der Einstellung "Pffft, ist ja eh versichert und nur gemietet." rum.

    Aber wie geschrieben, grundsätzlich nicht falsch.


    • Shu On Kwok
      • Staff
      vor 2 Wochen Link zum Kommentar

      Da stimme ich teilweise zu. Ich würde es abschwächen und sagen, dass ein kleiner Teil leider mit den Sharing Gegenständen wie Sau umgehen 😁 ... Viele halten sich aber an Straßenverkehrsordnung und wissen, dass die mit den Gegenständen gut umgehen sollten


    • A. K.
      • Mod
      vor 2 Wochen Link zum Kommentar

      Die Idee ist super, aber der von dir angesprochene Punkt ist wahr und nicht im Sinne vom Sharing.

      Ich denke, es könnten mindestens 20-30% Verbrauch eingespart werden, wenn die Leute mit dem Zeug umgehen würden, als wäre es ihr Eigentum (mit dem ja schon nicht vernünftig gefahren wird).

      Ich finde, das Thema muss tiefer in die Bildung verankert werden. Denn wenn den Kids nicht von klein auf die Einsicht ins Notwendige beigebracht wird, bringt das beste Konzept nichts.


  • 😱 schade ich darf nur tretroller fahren, hab keinen lappen.


  • Benutzt habe ich noch keinen der Roller, allerdings ist das Modell recht interessant für Leute die nur ab und an mobil sein wollen/müssen. Schön ist dass man überall abstellen kann und die Akkus vom Anbieter Plug und Play ausgetauscht werden. In meinen Augen ist das die einzige sinnvolle Nutzungs des reinen Elektroantriebs in Fahrzeugen

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