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Huawei Mate Xs im zweiten ersten Hands-on-Test

Huawei Mate Xs im zweiten ersten Hands-on-Test

Im vergangenem Jahr stahl Huawei mit dem Mate X, einem Faltsmartphone, dessen Display außen um das Smartphone gefaltet wurde, allen anderen Herstellern auf dem Mobile World Congress die Show. Nur wurde das Huawei Mate X in China verkauft. Jetzt soll mit der zweiten Generation, dem Huawei Mate Xs, auch die internationalen Märkte bedient werden. Ob das Huawei Mate Xs trotz fehlender Google Dienste die faltbare Konkurrenz in die Tasche stecken kann, finden wir für euch in diesem ersten Test heraus.

Huawei Mate Xs: Preis und Verfügbarkeit

Gleich die große Überraschung vorweg, bevor wir zum eigentlichen Hands-on des Mate Xs kommen. Huawei wird das Faltsmartphone noch im März in den deutschen Handel bringen. Beim Preis langt Huawei aber richtig zu, denn mit 2.499 Euro ist das Mate Xs sogar 200 Euro teurer als noch das Mate X aus dem vergangenem Jahr. In Großen Stückzahlen werden wir das Mate Xs also nicht in der freien Wildbahn sehen.

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Das Huawei Mate Xs weist im geschlossenem Zustand keine Lücke auf. / © AndroidPIT

Altes Design, neues Scharnier

Optisch hat Huawei kaum etwas verändert und wenn, dann haben die Änderungen auch einen praktischen Grund. Das Gelenk zum Beispiel hat Huawei laut eigener Aussage überarbeitet und verbessert. Da das „Falcon Wing“-Scharnier aus mehr als einhundert ineinandergreifende Teile über die gesamte Länge des Wölbung geht, und Huawei sich dafür entscheiden hat, das Display nach außen zu legen, ist keine Pfalz wie beim Samsung Galaxy Fold zu sehen.

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Das Scharnier macht einen sehr robusten Eindruck. / © AndroidPIT

Dafür braucht man aber schon eine längere Eingewöhnungsphase um die umgekehrte Buchfaltung zu verinnerlichen. In den wenigen Minuten, die wir mit dem Huawei Mate Xs verbringen konnten, musste ich mich immer wieder überwinden das Display nach hinten umzuklappen. Irgendwie hatte ich immer ein ungutes Gefühl dabei gehabt.

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Auch zugeklappt ist das Display sehr ansprechend. / © AndroidPIT

Auch das Aufklappen erfordert eine Eingewöhnungsphase, denn das Display wird durch ein Arretierung im Zusammengefalteten Zustand festgehalten. Um das Smartphone aufzuklappen, muss man eine Taste drücken, die man blind ertasten muss. Hat man die Taste gefunden und gedrückt, springt das Mate Xs auf und man kann das Display nun mit etwas Nachdruck umbiegen.

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Fingerabdrucksensor und Lautstärketasten an der Seite des Huawei Mate Xs. / © AndroidPIT

Huawei Mate Xs: Display

Ist das Huawei Mate Xs eingeschaltet und das Display aktiviert, dann ist es selbstverständlich der Star. Schon im zusammengeklappten Zustand ist das 6.6 Zoll messende AMOLED-Panel mit schmalen Displayrändern ein Hingucker. Aber den wirklichen WOW-Effekt löst es selbstverständlich erst aus, wenn es zu vollen 8 Zoll auseinander gefaltet wurde. Wie schon zuvor angemerkt, hat Huawei durch das nach außen legen des Display keinen Problem mit einer Pfalz. Beim täglichen wischen über das Display fährt man also nicht in eine Mulde, oder wenn das Licht ungünstig fällt, sieht man auch keine Lichtkante im Display.

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Viel Platz auf dem 8 Zoll großem Display, der von der mobilen Ansicht nicht ausgenutzt wird. Noch nicht. / © AndroidPIT

Fraglich ist nur wie robust das Display ist, denn schließlich befindet sich auch auf dem großen Huawei Mate Xs Display nur eine relativ weiche und empfindliche Plastikschicht. Man sollte also sehr darauf achten wo und wie man das Mate Xs im Alltag transportiert. 

Huawei Mate Xs: Software

In Sachen Software muss man das Huawei Smartphone aus zwei Blickwinkeln betrachten. Das Betriebssystem Android an sich ist Open Source. Huawei darf es weiterhin nutzen und verstößt dabei nicht gegen das US-Handelsembargo. Was Huawei ausgleichen, oder wenn man das mit Huaweis Worten umschreiben will, eine Alternative schaffen muss, sind die Google Dienste und eine App-Ökosystem. Hier setzt Huawei auf HMS, Huaweis Mobile Services, und der eignen AppGallery. Beides muss Huawei nicht neu erfinden, sondern muss das System, was im eigenen Heimatland über Jahre erprobt wurde, internationalisiert werden. Selbstverständlich werden hier verstärkt auf lokale Teams gesetzt, die in direktem Kontakt mit App-Entwicklern stehen und diesen bei der Portierung zur Seite stehen.

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Es gibt Wege und Mittel um beliebte Apps doch noch zu installieren :). / © AndroidPIT

Huawei ist aber selbstverständlich auch bewusst, dass es ohne einige App und Dienste-Giganten nicht geht, Stichwort Facebook und WhatsApp. Vorläufig gibt es hierzu noch den Umweg über einen APK Download der jeweiligen Herstellerseiten, aber man hatte uns im Rahmen des Hands-on-Events in Berlin darauf hingewiesen dass Huawei hier mit Hochdruck daraufhin arbeitet, diesen Umweg bis zum P40-Launch am 26. März in Paris abzuschaffen. Wenn das gelingt, dann sind tatsächlich Huawei Mobile Services inklusive AppGallery als Alternative zu Googles Diensten anzusehen. 

Huawei Mate Xs: Performance

Das größte Update gegenüber dem Huawei Mate X aus 2019 hat das Mate Xs im Inneren erhalten. Huawei hat hier alles auf den aktuellsten Stand der hauseigenen Chiptechnologie aufgebohrt. Statt der zwei Chip Kombination aus Kirin 980 und Ballon 5000 Modem gibt es im Huawei Mate Xs nun den Kirin 990 mit intergiertem 5G Modem. Dem Kirin 990 stehen dann noch 8 GByte RAM und 256 GByte an internen Speicher zur Verfügung, der sich aber mit Hilfe von Huawei NM-Speicherkarten noch erweitern lässt.

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Genug Power um echtes Multitasking zu betreiben. / © AndroidPIT

Dieses Update auf den Kirin 990 soll nicht nur die reine Rechnenleistung des Huawei Mate Xs erhöhen, sondern auf die Effizienz in Sachen Energieverbrauch verbessern. 

Huawei Mate Xs: Kamera

Während beim SoC Huawei noch dem Mate Xs ein großes Update verpasst hat, besteht bei der Kamera-Hardware weiterhin das alte Setup vom Huawei Mate X aus 2019. Das Kamera-Setup besteht aus folgenden Komponenten: 

  • 40 MP, f/1.8, 27mm Weitwinkel-Kamera mit PDAF
  • 8 MP, f/2.4, 52mm Telefotokamera
  • 16 MP, f/2.2, 17mm Ultraweitwinkel-kamera
  • ToF Sensor für 3D-Tiefeninformationen
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Fotografieren mit dem Huawei Mate Xs: Aufgeklappt und mit beiden Händen ...  / © AndroidPIT

Praktisch beim Mate Xs und auch schon beim Mate X, ist der Umstand, dass man kein Selfie-Kamera benötigt, denn man dreht das Smartphone für Selfies um und nutzt den umgeklappten Displayteil als Sucher. Qualitativ erhält man somit die gleiche Foto und Videoqualität wie bei normaler Aufnahmeweise.

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... zugeklappt und einhändig ... / © AndroidPIT

Wie gut die Kamera des Mate Xs tatsächlich ist, dass müssen wir noch in einem finalen Test für Euch herausfinden, wenn wir tatsächlich ein Testmuster erhalten.

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... oder doch ein Selfie? / © AndroidPIT

Huawei Mate Xs: Akku

Auch beim Akku hat Huawei gegenüber dem Mate X aus 2019 nichts geändert. Weiterhin bleibt es bei den 4.500 mAh Akku, der mit Hilfe der eigenen 55 Watt Schnellladetechnologie innerhalb von 30 Minuten von null auf 85 Prozent laden kann. Trotzdem sollte das Mate Xs ein bessere Akkulaufzeit aufweisen können, als sein Vorgänger. Der energieeffizientere Hardware sei dank. 

Huawei Mate Xs: Technische Daten

Akkukapazität: 4500 mAh
Display-Größe: 8 Zoll
Kamera hinten: 40 Megapixel
Android-Version: 10 - Q
Benutzeroberfläche: Huawei EMUI
RAM: 8 GB
Interner Speicher: 512 GB
Chipsatz: HiSilicon Kirin 990
Anzahl Kerne: 8
Max. Taktung: 2,86 GHz
Konnektivität: HSPA, LTE, Bluetooth 5.0

Eine Frage des Geschmacks und des Geldbeutels

Das Huawei Mate Xs ist, wie auch schon sein Vorgänger, ein beeindruckendes Falt-Smartphone, das aber auch seinen Preis hat. Mit 2.499 Euro ist es sogar noch mal 200 Euro teurer geworden und ist somit sicherlich nicht für Jedermann erschwinglich. Für den Kaufpreis eines Mate Xs bekommt Ihr ein gut ausgestattetes MacBook Pro 13 Zoll, oder Ihr könnt Euch das MateBook X Pro in der Top-Ausführung holen und noch dazu ein Huawei P30 Pro.

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Das beeindruckende und auch teurer Mate Xs kauft man nicht mit dem Verstand. / © AndroidPIT

Mit dem Verstand wird sich keiner das Huawei Mate Xs, aber auch die anderen Falt-Smartphones vom Schlage eines Samsung Galaxy Fold, Galaxy Z Flip oder das Motorola Razr kaufen. Bei diesen Smartphones mit Faltdisplay wird man mehr mit dem Bauch und von den Emotionen getrieben kaufen. 

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9 Kommentare

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  • Zu teuer aber im Gegensatz zu den anderen meiner Meinung nach immer noch die gelungenste Variante.


  • Das Design würde mich nicht ansprechen. Noch dazu sieht es viel zu unhandlich aus.


    • Ganz im Gegenteil - das Handy dürfte mit Sicherheit sehr handlich sein. Wenn du mal einen Kindle Oasis in den Händen hast weißt du wieso.


  • Finde das Teil super interessant. Aber halt viel zu teuer.


  • "Viel Platz auf dem 8 Zoll großem Display, der von der mobilen Ansicht nicht ausgenutzt wird. Noch nicht."
    Es ist und bleibt Android, das "noch nicht" könnt ihr also streichen...

    Ich bleibe dabei, das Ding sieht von den ganzen Foldable-Konzepten am besten aus, praktisch gesehen ist es aber wohl das mit Abstand schlechteste, da der (sehr anfällige) Plastik-Screen immer außen liegt und wenn man das Gerät irgendwo hinlegt, muss man es immer auf das Display legen.


    •   35
      Gelöschter Account vor 1 Monat Link zum Kommentar

      Das mit den Kratzern auf dem Display stört nur denjenigen, der das Telefon aus Fashion-Gründen gerne unberührt bei sich trägt. Wer es als Werkzeug ansieht, braucht sich darüber keine Gedanken zu machen. Meine Handys hatten zwei Jahrzehnte lang unzerbrechliche Kunststoffdisplays, die mehr oder weniger zerkratzten. Der Nutzbarkeit oder Lesbarkeit hat das nicht im Weg gestanden.


  • Der Preisanstieg wundert mich nicht, das ist eine Entwicklung die ich befürchtet hatte. Bin gespannt wie die Preisentwicklung bei Faltphones weiter geht. Aber wenn die Preise weiter so krass hoch bleiben und ich meine Damit so deutlich über den ebenfalls schon überteuerten Flachschiffen, dass diese Geräteklasse unabhängig von ihrer Nützlichkeit eine Todgeburt ist.


    • Wenn's nach den Herstellerb geht, würden diese Dinger wohl nie unter 2000€ landen, schließlich hat man dan diesem Konzept immer ein 1000€ Smartphone und ein 1000€ Tablet dabei. Oder so 🤷🏻‍♂️


  • Schlicht zu teuer. Ich finde es zwar mega schick und es scheint auch wesentlich ausgereifter als die anderen Modelle von Huawei, Samsung und LG (wenngleich letzteres dazu ja eigentlich nicht zählen darf), aber 2.500 Euro schrecken dann doch schon ordentlich ab. Und HMS... naja, was soll ich sagen. Ich nutze das Mate 30 Pro seit Mitte Dezember und stelle im Alltag keine großartigen Probleme fest. Das fehlende GPay nervt, aber sonst habe ich nichts auszusetzen. Huaweis Eco System entwickelt sich spürbar, allerdings wird es noch einige Zeit brauchen, bis es GMS weltweit Paroli bieten kann. Google hat da schlicht einen strukturellen Vorsprung.

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