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Brexit kurios: iPhone-Nutzer müssen raus, Visum nur mit Android

Brexit kurios: iPhone-Nutzer müssen raus, Visum nur mit Android

Die offizielle App der britischen Regierung, die es EU-Bürgern mit Wohnsitz in Großbritannien ermöglicht, Dokumente zu scannen, um ihren Antrag, nach Brexit im Vereinigten Königreich zu bleiben, zu unterstützen, ist weiterhin nur für Android verfügbar. Die derzeit im Vereinigten Königreich lebenden Europäer werden immer frustrierter über die technischen Probleme, die das britische EU-Regelungssystem erschweren.

Von den 3,6 Millionen anspruchsberechtigten Einwohnern haben nur rund eine Million bereits einen Antrag auf einen neuen Aufenthaltstitel gestellt. Der Bewerbungsprozess erfordert einen Identitätsnachweis, der über das Scannen von Dokumenten wie z.B. einem Reisepass in der entsprechenden App erfolgen kann - wenn man kein iPhone besitzt, denn dafür gibt es die App noch immer nicht. Der Rat des Innenministeriums, wie er auf der offiziellen gov.uk-Website steht, lautet: "Benutzen Sie das Android-Handy einer anderen Person, um Ihre Identität zu beweisen, oder besuchen Sie persönlich ein Regierungszentrum."

Das Vereinigte Königreich wird die Europäische Union am 31. Oktober verlassen. Zu dieser Frist hat sich der neue Premierminister Boris Johnson verpflichtet, ohne Wenn und Aber. Johnson, der sich vehement dafür einsetzte, dass der Brexit in etwas mehr als zwei Monaten durchgezogen werden muss, soll dies vergangene Woche gegenüber den EU-Führungskräften bekräftigt haben. Die britische Regierung hat zudem angekündigt, dass sie die Freizügigkeit zu diesem Termin beenden wird. Die 2,6 Millionen EU-Bürger, die noch keinen Antrag auf Erteilung des endgültigen Status stellen konnten, bleiben in einem unbequemen Schwebezustand.

Knackpunkt NFC am iPhone

Das britische Innenministerium sagte der Tageszeitung Financial Times, dass es daran arbeite, die App "später in diesem Jahr" auf das iPhone zu bringen, aber die Zeit drängt. Der Knackpunkt ist, dass die App den biometrischen Chip in europäischen Reisepässen mit NFC scannt. Apples NFC-Funktionalität unterstützte nur das NDEF-Datenformat, und die in Pässen kodierten Daten entsprechen nicht diesem Standard. Apple hat jedoch im April mit der britischen Regierung einen Vertrag über die Öffnung von NFC auf dem iPhones abgeschlossen, damit es mit der Brexit-App arbeiten kann. Trotzdem ist die App noch nicht fertig.

brexit app
EU Exit: ID Document Check App ist nur auf Android verfügbar, nicht auf dem iPhone. / © Gov.uk

Die Unsicherheit ist erschreckend

Für die 3,6 Millionen EU-Bürger im Vereinigten Königreich und die schätzungsweise 1,5 Millionen britischen Mitmenschen, die in der Europäischen Union leben, ist das Warten unerträglich. Ich weiß das, weil ich einer von ihnen bin. In Deutschland haben wir ein weiteres Geduldspiel zu überstehen. Statt einer App gibt es hier aber ein Online-Formular für das Ausländeramt Berlin. Du fügst deine Daten hinzu und wartest dann. Und dann heißt es noch ein wenig warten.

Wenn ich in der umgekehrten Situation wäre, würde ich die EU Exit: ID Document Check App begrüßen. Das ist etwas, das den Prozess beschleunigen kann. Aber die Tatsache, dass sie auf dem iPhone noch immer nicht verfügbar ist, ist ein Witz. Sicher, es gab anfangs einige Hürden, aber was bitte hat das Innenministerium seit April gemacht? Man sollte meinen, dass sie einige Top-Entwickler rund um die Uhr daran arbeiten lassen. Den Menschen zu sagen, dass sie sich ein Android-Handy von jemandem ausleihen sollen, ist lächerlich, vor allem, wenn man versucht, die EU-Führer davon zu überzeugen, dass man das hartgesottene Problem in Irland "mit neuen Technologien" lösen könne.

Die Brexit-Gegner haben die Idee, die Freizügigkeit am 31. Oktober zu beenden, als gefährlich bezeichnet. Der Oppositionsführer Jeremy Corbyn vergleicht es mit dem Windrush-Skandal, nur viel schlimmer. Wenn die britische Regierung nicht einmal eine App dazu bringen kann, in drei Monaten mit iOS auf dem iPhone zu arbeiten, wie wird sie dann die Technologie nutzen, um die Anträge von 2,6 Millionen EU-Bürger in noch kürzerer Zeit zu bearbeiten? Im Moment geht das Warten weiter.

Quelle: Engadget

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Top-Kommentare der Community

  • K. Lauer vor 2 Monaten

    Was soll diese schwachsinnige und falsche Überschrift?

    Keiner "muss raus" wenn er kein Android hat! Und ihr schreibts doch auch selbst im Artikel. Also warum? Clickbait?
    Wenn man ernst genommen werden will, sollte man nicht mit Postillion Headlines daher kommen.
    Und an den Kommentaren bestätigt sich leider auch noch, dass ein Teil der User Artikel gar nicht liest, bevor kommentiert oder geteilt wird.

  • Frank A. vor 2 Monaten

    Wäre ja schon 'lustig', wenn es tatsächlich so wäre wie in der Überschrift beschrieben.
    Leider aber nur Clickbait :(

  • Johanna S.
    • Staff
    vor 2 Monaten

    Ich verstehe Dich leider nicht...bin ich in Deinen Augen inkompetent, weil ich mich im Apple Umfeld wohl fühle?

  • Tim vor 2 Monaten

    Ich sehe hier nur einen Fanboy und das ist keiner von Apple... ^^
    Warum müssen Viele (auch Android-Nutzer) immer sofort persönlich oder gar beleidigend werden. Hat man euch was getan oder ist da bitte schief gelaufen?

  • Frank A. vor 2 Monaten

    Wenn das für dich Gejammer ist, hast du es wohl nicht so mit lesen.

44 Kommentare

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  • Die Überschrift ist schon lustig.
    Alle Applenutzer ohne britischen Pass werden von der Insel geworfen.
    Man sollte sich nicht wundern, immerhin haben die einen Boris Johnson. Es gab nur wenige Staatslenker die dämlicher wie der aktuelle Potus waren.
    Für den Fall der Fälle kann die Queen ja in den Keller gehen und das Richtschwert von Heinrich den VIII rauskramen. Die hätte ihre Freude.


  • Oha. Da hat jemand zu doll an der Shisha gezogen oder was? Als wenn das Visaverfahren von Apps abhängig ist....

    Oh man McCourt was soll das?


  • Oh man einen Android Telefon mit NFC kostet ab ca. 70€ also zur Not wäre das ja wohl kein Problem oder. Ich glaube das Problem gibt es nur bei Menschen ohne Freunde


  • Komisch ist das auf der Zeichnung aber ein iPhone ist. Weil so einen Runden Button hatte ja nur das iPhone oder?


    • Das iPhone ist nun mal das Sinnbild des Smartphones schlechthin. Was soll es sonst sein, ein Pixel etwa? ;)


  • Ich kann die Aufregung über die Überschrift hier nicht nachvollziehen. Ich seh darin auch kein Clickbait, sondern reinen Gonzo-Journalismus, wie es ihn seit den Siebzigern gibt. Ok, ich gebe zu, ich bin großer Fan von Hunter S. Thompson und seinem Gonzostil, vor allem in den politischen Texten.
    Ein bisschen Polemik und Sarkasmus haben doch noch nie geschadet. Ich würde mir hier noch viel frechere Autoren wünschen, die sich nicht immer nur an Daten und Fakten halten. Die sollte jeder halbwegs in Medienkompetenz geübte Leser doch selbst herausfinden und unterscheiden können. Traut euch ruhig mehr, Apit!

    (Wer mit Gonzostil nicht vertraut ist, siehe Wikipedia)


    • Th K vor 2 Monaten Link zum Kommentar

      "Ein bisschen Polemik und Sarkasmus haben doch noch nie geschadet."

      Das auf Androidpit zu schreiben zeigt deinen großen Spürsinn für Ironie, Chapeau :D


  • Ui, da hat sich der Schreiber aber keinen Gefallen getan. und hier und da wirkt das sprachlich leicht verwirrend, sind wohl die Emotionen wegen des Themas, das ist verständlich, das abseits vom eigentlich Thema erstmal. Ansonsten, ja, es ist nicht schön, aber es gibt doch Lösungen und wenn die App fürs iphone in Arbeit ist, dann ist das ja nur eine Frage der Zeit .... und ob dieser Termin Ende Oktober dann Wirklichkeit wird, davon bin ich nicht überzeugt und es wird zumindest eine Übergangsregelung geben. Dieser Boris ist auch nur ein Hitzkopf soweit ich das wahrnehme.


  • Gibt's da nichts von Ratiopharm? 🤡


  • Wahrscheinlich sind die polnischen Programmierer schon abgewandert.


  • Was soll diese schwachsinnige und falsche Überschrift?

    Keiner "muss raus" wenn er kein Android hat! Und ihr schreibts doch auch selbst im Artikel. Also warum? Clickbait?
    Wenn man ernst genommen werden will, sollte man nicht mit Postillion Headlines daher kommen.
    Und an den Kommentaren bestätigt sich leider auch noch, dass ein Teil der User Artikel gar nicht liest, bevor kommentiert oder geteilt wird.


    • Fabien Roehlinger
      • Admin
      • Staff
      vor 2 Monaten Link zum Kommentar

      Wieso ist denn immer alles gleich clickbait, nur wenn man mal anderer Meinung ist als der Redakteur??! Was machst Du denn beispielsweise, wenn du kein Android-Handy zur Verfügung hast? Die Überschrift mag provokant sein und macht neugierig. Sie ist aber KEIN Clickbait! Mich mach das langsam echt sauer, dass es keine differenzierte Kritik gibt.

      Im Übrigen: Mein Kollege David ist britischer Staatsbürger. Er ist das Recht nah dran.


      • Wie in dem Artikel steht:
        "Benutzen Sie das Android-Handy einer anderen Person, um Ihre Identität zu beweisen, oder besuchen Sie persönlich ein Regierungszentrum."

        Also gibt es doch die Möglichkeit persönlich irgendwo vorstellig zu werden und den nötigen Papierkram zu erledigen.

        Daher macht die Überschrift eine völlig falsche Aussage, denn sie suggeriert dass man nur in GB bleiben kann wenn man ein Android Phone besitzt.


      • Fabien Roehlinger
        • Admin
        • Staff
        vor 2 Monaten Link zum Kommentar

        Ich bin mir nicht sicher, wie Du Dich fühlen würdest, sollte man Dir so etwas sagen. Vor allem dann, wenn Du irgendwo auf dem Land wohnst und das nächste Zentrum über 100 Kilometer weg ist.

        Natürlich gibt es auch für iPhone-User irgendeine Möglichkeit- das war doch hoffentlich jedem klar, bevor er auf den Artikel gegangen ist. Ein Autor hat 80 Zeichen für eine Überschrift. Da muss alles Wesentliche rein. Ich finde, sie ist in diesem Falle gut gelungen.

        Und wer mich kennt, weiss, dass ich auch sonst durchaus selbstkritisch sein kann...

        Nochmal: dieses reflexartige Geschreie, etwas sei Clickbait, kann ich nicht mehr hören.


      • Lefty vor 2 Monaten Link zum Kommentar

        Ach komm! Du kannst doch nicht abstreiten, das die Überschrift die sich der gleichen Methodik bedient, wie es bei der Bildzeitung ständig der Fall ist. "IPhone Nutzer müssen raus, Visum nur mit Android" klingt doch erstmal nach ner festgestellten Tatsache. (was es nicht ist) Und der große Teil der Leser wird es auch ersteinmal so wahrnehmen. Also liest man weiter und trifft auf einen gut geschriebenen Artikel, der so eine reißerische Überschrift gar nicht nötig hat. "Weiterhin Probleme mit der Visumapp für das Iphone.", würde z. B.dem Artikelinhalt viel gerechter werden. Und wäre dadurch auch seriöser.
        Clickbait hin oder her, aber ihr würdet euch damit, meiner Meinung nach, einen Gefallen tun, euch bei dieser Methode Überschriften zu gestalten mal kritisch zu hinterfragen.


      • Fabien Roehlinger
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        vor 2 Monaten Link zum Kommentar

        Das liest sich schon sehr viel sachlicher. Danke dafür.

        Das Problem an Überschriften ist, dass wir wirklich nur 80 Zeichen mit hartem Anschlag zur Verfügung. Wie genau hätte man jetzt eine interessante Überschrift in diesem Falle wählen können?


      • 1. Ich habe nicht behauptet, dass es Clickbait ist. Ich habe gefragt, wieso eine so falsche und irreführende Überschrift gewählt wird und clikbait als mögliche Option mit Fragezeichen genannt. Mit "anderer Meinung sein" hat das nichts zu tun. Der Herr Redakteur widerspricht sich ja selbst. Und eine bewußte Falschaussage in der Überschrift, lässt durchaus den Verdacht des Clickbait zu.
        2. Die Überschrift ist nicht provokant, sondern schlicht falsch und hat nichts mit dem tatsächlichen Sachverhalt zu tun. Natürlich bekommt man auch als iPhonenutzer ein Visum. Ist im Artikel auch entsprechend ausgeführt.
        3. Es ist seit langem bekannt, dass die Mehrheit der Internetnutzer nur die Überschrift und im besten Fall noch den ersten Absatz liest. Das wird von Boulevardmedien gezielt eingesetzt. Ist es das wo Euer Weg hinführen soll? Eine Stufe mit Gala, Bunte und Bild?
        4. Diese Form der boulevardesken Skandalisierung auch noch zu verteidigen und sich selbst in die Opferrolle zu stellen, ist wirklich traurig ... keine dIfferenzierte Kritik? Wie differenziert soll sie denn sein, deiner Meinung nach. Die Überschrift ist eine klare, bewußt gewählte, skandalisierende Falschaussage, mehr gibts da nicht zu differenzieren.


      • "Ein Autor hat 80 Zeichen für eine Überschrift. Da muss alles Wesentliche rein. Ich finde, sie ist in diesem Falle gut gelungen."

        Bei allem Respekt! Aber Nope. Dem ist nicht so.


      • Fabien Roehlinger
        • Admin
        • Staff
        vor 2 Monaten Link zum Kommentar

        Das ist leider so, glaube mir. Sonst brauchst Du etwas erst gar nicht online zu schreiben. Es würde nicht gelesen.


  • Johanna S.
    • Staff
    vor 2 Monaten Link zum Kommentar

    WTF? 😬

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