Diese Website verwendet Cookies, um Ihnen ein besseres Nutzungserlebnis bieten zu können. OK

In wenigen Tagen wird es auf der CES in Las Vegas wahrscheinlich, abgesehen von einem 7“ Android Tablet und eventuell weiteren Android Devices von Dell auch den Nachfolger des Dell Streak zu sehen geben. Allerhöchste Zeit also unsere Review des „alten“ Streak zu veröffentlichen, wobei das Gerät meiner Meinung nach so schnell nicht „zum alten Eisen“ gehören wird.

In den letzten Wochen haben „Streaky“ und ich uns gut angefreundet und so langsam kommt etwas Wehmut ins Spiel, denn unsere Wege werden sich in Kürze trennen. Zwar bin ich auf die neuen Android Geräte von Dell auch sehr gespannt, aber das Streak hat, was mich angeht, einiges zu bieten, auch wenn es für mich kein Smartphone, sondern ein „Mini-Tablet“ ist.

Technische Daten

(Quelle: Dell)

Hardware  

Dell steht ja in dem Ruf qualitativ hochwertige Produkte zu verkaufen und das trifft definitiv auch auf das Streak zu. Von meiner Seite gibt es nicht den kleinsten Kritikpunkt, was die Verarbeitung angeht, auch nicht in Bezug auf den Akkudeckel, den Lars ja „nicht so doll“ (ich glaube der O-Ton war „murks“ ;-) fand. Dieser verfügt über sechs Metall Haken, die sich in sechs Ösen im Gehäuse setzen. Durch Schieben des Deckels in Richtung der Kameralinse wird dieser verriegelt. Ich hatte weder mit dem Öffnen noch dem Schließen des Deckels Probleme.

Hält man das Gerät im „Landscape-Modus“, befinden sich auf der Oberseite des Streaks:

Ein Kopfhörereingang
Die Lautstärketaste
Der Ein-/Ausschalter
Die Kamerataste


Der microSD Slot verbirgt sich unter dem Akkudeckel. Theoretisch könnte man die Karte wechseln, ohne das Gerät ausschalten zu müssen, jedoch schaltet sich das Streak automatisch aus, wenn man den Deckel entfernt.

Am rechten Rand des Gerätes befinden sich drei haptische Tasten für „Home“, „Menü“ und „Zurück“. Ich bin wohl nicht der einzige, dem hier die „Such“-Taste fehlt. Diese nutze ich normalerweise relativ häufig, nicht zuletzt, weil man diese ja mit mehreren Optionen/Funktionen belegen kann.

Auf der linken Seite oben befindet sich eine Front Kamera für Videotelefonie, auf der Unterseite der proprietäre Anschluss, über den man das Streak auch mit dem PC verbinden kann. Hierzu kann man das Kabel des Netzteils benutzen, welches auch über einen USB-Anschluss verfügt.

Auf der Rückseite findet sich dann noch die Linse der 5 Megapixel-Kamera.

Gerade im „Landscape-Modus“ liegt das Streak, bedingt durch die abgerundeten kurzen Seiten, sehr gut in der Hand. Aber auch im „Porträt-Modus“ lässt sich das Gerät, entspannt mit einer Hand, komfortabel halten und mit der anderen Hand bedienen.

Wem ein 5“ Display genügt, dem steht mit dem Streak ein sehr gut verarbeitetes, handliches Gerät zur Verfügung.


Software  

Mit Android 2.2 scheint Dell seine Philosophie bezüglich des UIs überdacht zu haben. Unter Android 1.6 gab es noch größere Änderungen/Anpassungen innerhalb des Systems. Das neue Stage UI beschränkt sich eigentlich nur auf ein paar Widgets, die „mit an Bord“ des Streak sind. Diese sind optisch durchaus nett anzuschauen, wirklichen Mehrwert haben diese, mir zumindest, nicht zu bieten.

Dass Dell mit dem Android 2.2 Update nicht mehr so tief ins System eingreift, könnte damit zu tun haben, dass es zukünftig schneller gehen soll, Updates für das Streak anzupassen und zu veröffentlichen. Was mich angeht definitiv ein positiver Punkt. So schön, aber eventuell auch nützlich, manches angepasste UI auch sein mag, ist mir ein Stock Android, das auch schneller Updates bekommt, immer noch am liebsten.

Da es sich beim Dell Streak ja „auch“ um ein Tablet handelt, soll hier auch noch erwähnt werden, dass alle Google Apps an Bord sind, was ja momentan bei Android Tablets kein „Standard“ ist.

Performance  

Die Tatsache, dass das Streak im Quadrant Benchmark „nur“ knapp 800 Punkte erreicht, hat dazu geführt, dass ich einen Blogeintrag über den Sinn und Nutzen von dieser Benchmark-App geschrieben habe. Tatsache ist nämlich, dass die Performance absolut „Top“ ist, von meiner Seite aus mindestens gefühlte 1500 Punkte im Quadrant.

Wie man in folgender Liste sieht, schneidet das Streak im Smartbench beispielsweise auch um einiges besser ab, als im Quadrant. Benchmarks sind halt nicht immer wirklich aussagekräftig.

Anspruchsvollere Games sind für „Streaky“ kein Problem. Ob Asphalt HD oder Angry Birds, „Zocken“ auf 5“ mit der Performance des Streak macht Laune.

Die Akkulaufzeit des Streak ist „nicht übel“. Ich komme bei starker Nutzung locker über einen Tag, was mir (außer mit dem Archos 70) bisher mit keinem Gerät (G1, Nexus One, Milestone 1 & 2, Flipout, X10 Mini Pro), das ich schon in den Fingern hatte, gelang. Hier sollte vielleicht noch erwähnt werden, dass ich "Hardcore User" bin.

Display

Das kapazitive 5“ TFT-LCD mit einer Auflösung von 800 x 480 Pixeln lässt sich sehr gut bedienen. Auf 5“ lässt sich natürlich alles, was man sonst auf seinem (in der regel unter 4“) Smartphone tut und nutzt, komfortabler erledigen.

„Screen Rotation“ funktioniert in drei Richtungen, nur auf den Kopf gestellt funktioniert dies nicht.

Hier spielt natürlich auch die Frage „Wie groß muss ein Tablet sein?“ mit hinein, wobei das Streak ja sowohl Smartphone als auch Tablet ist. Mir ist es jedoch nicht gelungen, das Streak als Smartphone „anzuerkennen“, für mich ist es ein „Mini“-Tablet, das durchaus einiges zu bieten hat. Während der Testphase hat es mein Archos 70 (mit 7“) vorübergehend in Rente geschickt, was natürlich auch mit der Performance zu tun haben dürfte, da diese beim Streak halt doch „ein anderes Kaliber“ ist. Allerdings ist ja auch die Auflösung beider Geräte die gleiche. Abgesehen davon, dass das (physische) Display des Streak kleiner ist, werden auf dem Bildschirm also dieselben Inhalte dargestellt.

Mir gefällt am Streak einfach gut, dass es ein sehr kompaktes Gerät ist, aber viel komfortableres Surfen, Lesen (eBooks oder RSS), Videos schauen usw., als beispielsweise mein Nexus One ermöglicht. Wer das Gerät dann noch als Handy „akzeptieren“ kann, hat eine sehr gute „All in one“-Lösung in Bezug auf Smartphone/Tablet.


Tastatur  

Die vorinstallierte Swype Tastatur lässt eigentlich keine Wünsche offen. Sowohl im Landscape- als auch im Portrait-Mode lässt es sich gut „swypen“, aber auch als „normales“ T9 Keyboard kann man das Keyboard nutzen (Worterkennung in den Optionen einschalten). Hier kam während der Testphase weder Ultra Keyboard, noch die HTC IME (meine „Favorite“-Keyboards) zum Einsatz. Swype auf dem Streak funktioniert einfach prima.


Browser

Was das „Surfen“ angeht, kann man natürlich den Browser seiner Wahl auf dem Streak installieren. „An Bord“ ist der Android Standard Browser.

Flash im Browser läuft flüssig, wobei es mir nicht gelang, eine höhere Auflösung als 360p einzustellen. Dies lag daran, dass sich das Popup Fenster (innerhalb Dolphin Browser HD), um z.B. 720p auszuwählen, nicht öffnen lies, bzw. einfach nicht geöffnet blieb, sodass ich dort nichts auswählen konnte.

Kamera

Die 5 Megapixel Kamera des Streak macht qualitativ gute Bilder. Bei der Software handelt es sich um die Standard Android Kamera-App. Hier finden sich die üblichen Einstellmöglichkeiten. Innerhalb der Kamera App kann man zwischen der „normalen“ und der Front-Kamera umschalten. Für die Qualität der Videos gibt es diverse Einstellmöglichkeiten, bis hin zu 720p. Die mit 720p aufgenommenen Videos laufen ruckelfrei, aber auch die Audioqualität der Videos ist passabel.


Die Front-Kamera für Videotelefonie zu nutzen, ist mir nicht gelungen. Fring nutzt die Kamera auf der Rückseite, dies konnte ich auch nirgends umstellen.

Telefon


Bei der Telefon-App handelt es sich um eine von Dell modifizierte Applikation, aber leider ohne T9 Funktion. Kontakte lassen sich also nicht durch eintippen eines Namens auf dem Ziffernblock finden.

Die Sprachqualität, wenn man sich das Streak wie ein Smartphone ans Ohr hält, ist zufriedenstellen, wenn der Klang auch etwas metallisch ist. Wenn man das Streak regelmäßig als Handy nutzt, bietet sich natürlich ein Bluetooth Headset an, wobei dieses dann natürlich auch die Klangqualität beeinflusst.


Bilder

Für Bilder ist die Standard Android 3D Galerie zuständig. Diese läuft absolut flüssig (inklusive Pinch to zoom), gefühlt noch besser und schneller, als auf dem Nexus One. Hier kann man natürlich auch andere Apps für den Zweck des Bilder Betrachtens installieren.


Video  

Was das Abspielen von Videos angeht, gibt es von meiner Seite aus hier die einzige größere Kritik, was das Dell Streak betrifft. Zuerst einmal gibt es keinen "echten" Video Player. In der Galerie werden nicht alle Videos von der SD Karte angezeigt, können also auch nicht ausgewählt werden. Hier bietet es sich an den  RockPlayer, den eventuell besten Video Player für Android zu installieren.

Bis 720p werden Videos flüssig abgespielt, allerdings nicht alle Dateitypen. Von meinen Sample Files wurden alle DivX und Xvid Files Problemlos abgespielt (wie gesagt bis 720p), WMV jedoch sehr ruckelig, wobei der Ton auch nur als ein einziges Kratzen wiedergegeben wurde. Auch mit mp4 und flv Files hat das Streak seine Probleme gehabt (diese liefen nur sehr ruckelig), mkv Dateien wurden gar nicht abgespielt.

Dass das Streak Xvid und Divx bis 720p flüssig abspielt, kann hier natürlich positiv angerechnet werden, da das wohl die häufigsten Formate sind, jedoch hat  z. B. das Archos 70, trotz schwächerer Gesamtperformance, mit so gut wie keinem Format Probleme, spielt selbst DivXPlusHD (mkv) problemlos ab. Da sieht das Streak dann durchaus etwas alt aus.

YouTube Videos innerhalb der YouTube App laufen hingegen flüssig und ohne Probleme.

Musik

Für Audiodateien ist der Standard Music Player zuständig. Dieser spielt MP3 und Ogg problemlos ab, WMA Dateien kennt das Streak zwar nicht, diese lassen sich aber (z. B. über Astro, „öffnen als Audio“) auch problemlos abspielen. FLAC Dateien wollte das Streak hingegen nicht abspielen.

Die internen Lautsprecher des Streak bieten eine „ordentliche“ Lautstärke, jedoch fehlt hier (was nicht verwundert) der Bassanteil. Zum Musikhören bieten sich gute Kopfhörer an.


eBooks/RSS/Magazine

Als eBook Reader macht das Dell Streak eine sehr gute Figur. Auch das „Schmökern“ in beispielsweise der Stern App, aber auch das Durchschauen der aktuellen News in der offiziellen Google Reader App, ist natürlich eine andere Sache, als auf dem 3.7“ Display meines Nexus One.




 



Gerätespezifische Features/ Besonderheiten

Das Dell Streak bietet außer einer „Backup & Restore“ Lösung auch eine Synchronisierungs-App, den „Dell Sync“ von Nero. Mit dieser App (auf dem PC muss die entsprechende Software auch installiert werden) lassen sich alle Mediendateien zwischen dem Streak und dem PC synchronisieren. Dies geht über USB Verbindung, aber auch über WLAN.

Definitiv eine nützliche Sache, die Dell hier mit auf das Streak gepackt hat, im Vergleich zu z. B. dem Zinio Reader (einer Reader App, die kostenpflichtigen Content bietet, jedoch sehr wenig (deutsche) Auswahl) oder der Dell VideoStage, wohl einer Art Online Videothek, für die man aber eine Kreditkarte benötigt, aber im Vorfeld nicht sehen kann, ob es überhaupt guten Content gibt, den man dann leihen oder erwerben kann.

Fazit:

Für mich ist das Dell Streak ein kompaktes Tablet, das eine sehr komfortable Nutzung von all dem, was man halt auf einem Smartphone, oder auch einem größeren Tablet, so tut, bietet. Der Vorteil des Streak gegenüber einem 7“, oder einem 10“ Tablet ist meiner Meinung nach in erster Linie die Tatsache, dass man das Gerät eher auch „am Mann hat“, wenn man aus dem Haus geht. Ich hatte das Streak zumindest viel häufiger dabei, wenn ich unterwegs war, als mein Archos 70. Auch denke ich, dass es nicht nur an der Performance lag, dass das Streak während der Testphase das Archos 70 in Rente geschickt hat. Vielleicht kommt es ja wirklich nicht (immer) nur auf die Größe an? ;-)



Das Dell Streak ist definitiv ein sehr gutes Stück Hardware, dass vielleicht wie kein anderes Gerät einerseits auf Unverständnis stößt („5“? Wer braucht den sowas?“), andererseits von denjenigen, die das Gerät besitzen (eventuell dann auch wirklich als ihr Handy nutzen), in den Himmel gelobt wird („Das Teil rockt jeden Tag mehr!“). Ich tendiere definitiv zu zweiterem und werde „Streaky“ wohl wirklich vermissen.

12 Kommentare

Neuen Kommentar schreiben:
  • Moin,

    guter Review, der eigentlich alle Stärken und die wenigen Schwächen gut rüberbringt.
    Meinen Streak habe ich seit August - und immer mal wieder ist das Ding einfach von alleine ausgegangen. Seit ich Android 2.2 installiert habe kein einziges mal mehr. Für mich war das ein Software- und kein Hardwareproblem.
    Mit Android 2.2 ist der Streak richtig geil.

  • Ja so schön können Reviews immer sein. Viele Bilder, viele Fakten und ein paar Subjektive Eindrücke. Klasse gemacht Michael.

  • In einem Video sagte mal jemand das Streak ist der Humvee unter den Smartphones oder der Mini Cooper unter den Tablets. :-)

  • verdammt langer und verdammt guter review.
    sehr schön!

  • Die wiederholte Bezeichnung des Streak als Tablet halte ich auch für unangebracht - das hat nix mit einem Tablet zu tun.
    Angenehmer zu bedienen als ein 3,x-Smartphone klar, aber Tablet ? - Bitte......

    Es ist einfach ein Gerät der Gattung "RiesenSmartphone" welches am Ohr merkwürdig ausschaut. :)

    Aber ansonsten schön zu lesender Blogeintrag...

  • Super Review, danke!

    Ich persönlich würde das Streak aber eher als sehr großes Smartphone sehen. Habe selbst ein Galaxy Tab und finde die Größe (7") perfekt. 5" wären mir aber zu wenig, um das Streak wirklich als "echtes" Tablet zu sehen :)

    PS: Der Lapute eBook Reader ist klasse!

  • also der bericht ist echt super. Ich warte aber lieber dich auf den Nachfolger mit 7"

    P.S: Wann kommt denn endlich der Test zu dungeon defenders? Da es geteilte Meinungen dazu gibt währ endlich eine guter Test dazu toll.

  • Was hat das Streak eigentlich für einen Hanuta-Faktor ? ;-)

  • Klasse Review mit sehr gut nachvollziehbaren Eindruecken, auch was die Groesse
    im Vergleich zu anderen Geraeten (Phones / Tablets) angeht.

    Vielen Dank und noch nen schoenen Sonntag Abend.

    Gruesse aus dem Schwarzwald, Achim.

  •   9

    Das stimmt... sehr umfangreich, aber nicht langatmig!
    Hatte das Gerät schonmal in einem Elektro-Markt unseres Sonnensystems in der Hand... zuerst dachte ich "boah, ein Tablet?". Nach ein bißchen rumspielen und dem mehrfachen Abwehren von Verkäufern, stellte sich Interesse ein.
    Da ich allerdings ein handlicheres Milestone gewöhnt bin, müßte ich mir nochmal Gedanken machen, einen solchen "Brocken" im Alltag zu nutzen.
    Zumindest die Telefon-Funktion, würde ich nicht mehr ohne Heasset nutzen ;-)
    Ich glaube, das wäre wirklich zuviel des Guten...
    Im Gesamtpaket, aber ein reizvolles Gerät!!

    Danke für diese Review!!

  •   33

    Was noch erwähnenswert wäre: das "murks" des Batteriedeckels hat zwei Gründe:
    1. ich fands frickelig
    2. bei manchen Geräten gabs Fehler, der Kontakt auf der Rückseite wurde nicht genügend berührt und das Gerät fährt einfach mal herunter (hatte ich, kann verdammt ärgerlich sein!)

    ansonsten tolles Gerät ;) ich denk ich hol mir den Nachfolger, wo Kinderkrankheiten hoffentlich Geschichte sind!

  • Wow, sehr gute Review!

Diese Website verwendet Cookies, um Ihnen ein besseres Nutzungserlebnis bieten zu können. Mehr dazu

Alles klar!