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Kommentar 5 Min Lesezeit 42 Kommentare

Die 5G-Revolution kommt spät, aber gewaltig

Die 5G-Revolution beginnt erst ganz, ganz langsam, doch wenn sich der LTE-Nachfolger erstmal durchgesetzt hat, werden wir ihn nicht mehr missen wollen. Huawei ist eine der Firmen, die 5G mit entwickeln und am Durchbruch arbeiten. Im Gespräch in Berlin erklären Huawei-Experten, wo die Vorteile von 5G liegen und wann es endlich losgeht.

Immer nur schneller und schneller, das ist nicht der Ansatz von 5G. Der neue Mobilfunkstandard hat viele Teilbereiche, die sich unterschiedlich nutzen lassen, und ist so flexibler einsetzbar als bisherige Technologien. Für den Endverbraucher wie uns sind neben der natürlich steigenden Geschwindigkeit vor allem die um ein vielfaches geringen Reaktionszeiten, die sogenannten Latenz, wichtig, um mit dem Smartphone im 5G-Netzwerk noch ganz andere Dinge anstellen zu können als bisher.

Für Josef Eichinger, bei Huawei in München Head of 5G Wireless System Design, ist 5G vergleichbar mit der Erfindung des Mobiltelefons, nur in mehr Gebieten. "Früher konnte man nur zuhause telefonieren, mit dem Handy dann überall. Mit 5G wird das auch für viele andere Bereiche gelten", so Eichinger. Es soll also - den minimalen Latenzen und hohen Geschwindigkeiten sei Dank - keinen Unterschied mehr machen, ob Ihr zuhause im WLAN oder unterwegs per 5G VR- oder AR-Inhalte genießt, hochauflösende Livestreams nutzt oder Spiele spielt, die wie am PC oder an der Konsole aussehen.

5G macht die Cloud besser als je zuvor

Viele der Inhalte, die künftig auf Smartphones und anderen Geräten landen, werden in der Cloud berechnet. Das können Spiele sein, Grafikprogramme, Virtual-Reality-Inhalte und vieles mehr. Die geringen Ping-Zeiten und die Geschwindigkeit von 5G wird dafür sorgen, dass Ihr keinen Unterschied merkt zu lokal gespeicherten Inhalten. Und wenn 5G doch einmal weniger gut geeignet ist, weil es etwa zu viel Strom verbrauchen würde, greift man einfach auf das bewährte 4G zurück, wenn es schnell genug ist. In der Mischung liegt der Schlüssel zu einer echten Revolution.

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Der Kirin 980 kann mit einem 5G-Modem kombiniert werden. / © Huawei

Dafür müssen aber auch die Smartphone-Konstrukteure einiges leisten, denn 5G braucht viel mehr Antennen als 4G. Chiang Feikou ist bei der Huawei Consumer Business Group für diese Entwicklung zuständig, und er beklagt die Schwierigkeiten, in den ohnehin vollgestopften Smartphones noch mehr Hardware für den Netzempfang unterbringen zu müssen. Denn die Vorgabe ist klar: Die Geräte dürfen nicht merklich dicker, schwerer oder unhandlicher werden als bisher. Viel zu tun also für die Ingenieure bei den Herstellern.

Mindestens genauso wichtig wie für den Endverbraucher ist 5G für die Industrie. Große Unternehmen können so smarte Anlagen vernetzen, Roboter-Gehirne in die Cloud auslagern und ihre - irgendwann selbstfahrende - Flotte aus der Ferne betreuen. Dafür kommen auch kleine, lokale 5G-Netze in Frage, die nur auf dem Firmengelände hochgezogen werden und Frequenzbereiche nutzen, die extra für solche Zwecke freigehalten werden.

Die 5G-Frequenzen sind noch nicht versteigert

Apropos Frequenzen: Die müssen zunächst noch verteilt werden, und das wird in Deutschland spätestens Anfang 2019 geschehen. Im Bereich von 700 MHz gibt es je zwei Frequenzblöcke pro Provider, in den restlichen Bändern ist keine Begrenzung vorgesehen. Das könnte wie früher in einem teuren Wettbieten ausarten.

Der Ausbau des Netzes hat in einigen deutschen Großstädten bereits begonnen. Die 5G-Antennen sind rechteckige, flache Kästen, die an den bestehenden Funkmasten befestigt werden. Das wird aber für den gesamten Ausbau des Netzes nicht ausreichen. Wenn 5G tatsächlich so flächendeckend ausgebaut werden soll wie 3G und LTE - und dafür gibt es gute Gründe - , dann müssen auch neue Standorte für Antennen her. Das liegt je nach Frequenzband an der Reichweite, die deutlich unter der von UMTS und LTE liegen kann, wie Michael Lemke von Huawei im Pressegespräch in Berlin betont.

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Es sind auch komplett neue Antennenstandorte nötig, um 5G auszubauen. / © Telekom

Eines ist klar und wird von Lemke und seinen Kollegen noch einmal bestätigt: 5G und 4G werden auf absehbare Zeit parallel betrieben, es gibt weder Pläne noch gute Gründe, zugunsten von 5G auf die Beibehaltung und den weiteren Ausbau der LTE-Netze zu verzichten. Das wird sich sogar mit 6G nicht ändern, so zumindest die Meinung der Huawei-Experten.

Erste Ideen für 6G werden schon gesammelt

Bis zum 5G-Nachfolger wird es zwar noch viele Jahre dauern. Bereits jetzt sammelt die EU-Kommission aber Ideen und Konzepte von Fachleuten, wie der übernächste Schritt beim Mobilfunk aussehen könnte. Entscheidend für 6G sind jedoch die Bedürfnisse und Anwendungsszenarien, die Industrie und Anbieter zusammen mit den Kunden definieren und schaffen müssen. Mohamed Madkour, VP Global Wireless Networks Marketing & Solutions bei Huawei, stellt heraus, dass 6G überhaupt erst konzipiert und entwickelt werden kann, wenn klar ist, wofür der 5G-Nachfolger benutzt werden soll.

Bis dahin wird aber noch viel Wasser die Spree herunter fließen, und auch der Start von 5G ist noch ein ganzes Stück entfernt. Zwar werden im kommenden Jahr die ersten Pilotprojekte in Aktion zu erleben sein, und 2020 soll es dann so richtig losgehen. Doch die Provider rechnen nicht damit, das 5G auf dem Smartphone, für den normalen Endverbraucher, vor dem Jahr 2022 eine Hauptrolle spielen wird. Das sind noch vier Jahre, und deshalb braucht Ihr jetzt noch nicht unbedingt zugreifen, wenn Euch Hersteller die ersten 5G-Smartphones für teures Geld versprechen. Doch in ein paar Jahren wird sie da sein, die 5G-Revolution, und wir werden sie auf keinen Fall mehr missen wollen.

Seid Ihr auch schon so gespannt auf 5G wie ich?

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Top-Kommentare der Community

  • Tim vor 2 Monaten

    Bei den in Deutschland nach wie vor aufgerufenen Preisen sollte man die Drosselung eher generell abschaffen...

  • Savero Fa vor 2 Monaten

    Die Geschichte wiederholt sich.
    Ich freue mich jetzt schon darauf für 1GB 39 Euro zu zahlen.
    Vor Jahren wurden die UMTS Lizenzen für mehrere Milliarden DM versteigert.

  • Woolf vor 2 Monaten

    Der steigende Elektrosmog bei dem gewaltigen Ausbau von zusätzlichen Antennen für 5G gibt einem schon zu denken.

  • Gianluca Di Maggio vor 2 Monaten

    Was bringt 5G, wenn man es nichtmal schafft 4G vernünftig auszubauen? Soll 4G jetzt einfach ignoriert werden oder was ist der Plan? Entweder man baut 4G fertig aus, hängt dann aber noch weiter im 5G-Rennen hinterher oder man baut 5G aus, hat aber dafür weiterhin nur ein bedingt brauchbares 5G-Netz. Beides nicht wirklich zufriedenstellend.

42 Kommentare

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  • Hier in A ist diesbezüglich schon einiges im Gange beim Thema 5G > siehe u.a. Link . Und bei den Mobilfink-Datentarifen sind wir Kunden in A, so weit ich weiß, schon einige Zeit im Vorteil gegenüber D.

    Link zum A1-Portal:
    https://newsroom.a1.net/news-mehr-als-500-mbits-im-livenetz-a1-praesentiert-pre-5g-mobilfunktechnologie?id=59734&menueid=13051


  • 2G, 3G, 4G, 5G, 6G, ... lasst uns doch einfach auf Satelitten-Telefone umsteigen, dann brauchen wir uns hier auf Erden wegen Antennenausbau und E-Smokbelastung keine Gedanken machen.
    Okay, die Geräte werden wieder was globiger, aber dann hat Man(n) oder Frau auch mal wieder was in der Hand.


  • Immer wieder 🙄 dieses Thema über den G Punkt...


  • Hier wird immer wieder problematisiert, dass 4G ja immer noch nicht voll ausgebaut sei. Problem ist aber auch, dass 4G auch immer noch nicht in allen Mobilfunktarifen inklusive ist. Als Prepaid-Kunde bekommt man im D1-Netz nur dann LTE, wenn man bei der Telekom direkt Kunde ist. Bei den Drittanbietern, sogar Congstar, läuft es nur über AllNet-Verträge für mindestens 20€. Bei der Konkurrenz sieht es genauso aus. Für Leute die einen flexiblen Prepaid-Tarif nutzen wollen mit dem sie telefonisch einfach nur erreichbar sind, aber ohne Inklusivminuten, weil sie meist eh nur online kommunizieren, wird es bei der Preispolitik noch viel länger dauern, bis sie 5G nutzen können. Oder es findet eine verstärkte Konzentration wieder nur auf die drei Großen statt.


  • In Österreich gibt es schon 5G und auch die ersten Geräten.zwar nur eine kleine Fläche aber der Mobilfunkanbieter"3" will Ende 2020 ganz Österreich mit 5G versorgen


  • Bla Bla Bla....! Erstmal ein vernünftiges LTE Netz aufbauen und dann sehen wir weiter. Um Deutschland herum hat jedes Land ein besseres Netz. Allerdings muss man auch sagen, dass diese vom der Politik gut unterstützt wird. Wird in Deutschland nie passieren, da wir erstmal anderen Geld in den Hals werfen.


  • Ben vor 2 Monaten Link zum Kommentar

    5G wird bei uns wohl eine Totgeburt, sofern das genauso Miserabel ausgebaut wird wie die aktuellen. Davon kann man ausgehen da die Lizensen wohl noch Astronomischere Preise erreichen werden als die der Vorgänger. Tolle Mobilfunkaussichten...

    Aktuell bin ich zb in Cz unterwegs und mache ständig Speedtest da nämlich so gut wie immer "4G" in der Statusleiste angezeigt wird. Download/Uploadspeed nie unter 13 mb/s, in Städten nicht unter 30mb/s.
    In Karlsruhe kam ich mal auf satte 4mb/s, in Stg auch nicht mehr. Dazu kann ich ab der Grenze durch Cz durch auf der Ab ohne Unterbrechung des 4G Netzes bis nach Olomouz durchfahren.

    Wie lange geht das bei uns? Keine 50Km. Scheissladen halt. Digitale Dingsbums oder was wird da ständig versprochen?

    Ah klar, unsere Totalversager haben ja keine Ahnung von der Materie. Klarer Fall :)


  • GNote vor 2 Monaten Link zum Kommentar

    Alles schön und gut aber Ich will nicht wissen was wir dann zahlen dürfen... Wir sind in Sachen Preis/Leistung eh hinten dran :(


  • 5G interessiert aktuell aufm Smartphone eh nicht.
    Selbst H reicht fürs Streaming vollkommen aus.


  • Naja man braucht für 5g 3mal mehr türme als jetzt für LTE um die gleiche abdeckung zu bekommen. Ein Deutschland weites Netzt ist das dann aber auch nicht dazu braucht man auch viel mehr. Deutschland ist nicht überall ein Flachland. Denke für ein Netz was überall erreichbar ist bräuchte man heute schon doppelt so viele Türme und vielleicht sollten man mal überlegen ob man nicht alle Anbieter zu einem Netz macht. Ansonsten ist das nicht zu schaffen. 5G an sich wird noch etwas dauern wenn ich mir schon anschaue wie groß derzeitige 5g Antennen sind für die Handys frage ich mich wie man da 3Stk von in ein Smartphone bekommen will und das 5g Modul ist auch nicht besonders klein.


  • Sollen die Anbieter erstmal sämtliche Drosselungen auf mindestens 1 MBit erhöhen sodass man nicht ständig nach zahlen muss per Vertrag.


  • Also ich muss sagen, ich habe im Telekom Netz sehr selten kein LTE. Ich bin in ganz Süddeutschland unterwegs, auch in Ländlichen Gegenden und der Ausbau ist meiner Meinung nach sehr gut.
    Die einzigen Probleme macht das IPhone.
    Wenn ich dort kein Netz habe, habe ich an meinem P10 noch vollen empfang


  • Was bringt 5G, wenn man es nichtmal schafft 4G vernünftig auszubauen? Soll 4G jetzt einfach ignoriert werden oder was ist der Plan? Entweder man baut 4G fertig aus, hängt dann aber noch weiter im 5G-Rennen hinterher oder man baut 5G aus, hat aber dafür weiterhin nur ein bedingt brauchbares 5G-Netz. Beides nicht wirklich zufriedenstellend.


  • Dass wir in Deutschland bei dem jetzigen Netzausbau teilweise weit hinterher hinken, hat zum großen Teil in frühen Jahren mit der Verweigerung der Bevölkerung zu tun, Masten in (zumeist) dicht besiedelten Wohngebieten zu errichten.

    Das wird mit der neuen Technologie, die noch dichter verbaut werden muss, nicht anders sein.


    • Da, wo Funklöcher sind bzw. unzureichende Mobilfunkversorgung nach neuesten Standards ist, ist dünn besiedeltes Gebiet - da protestiert keiner.
      Das ist nur ein Scheinargument von Mobilfunkbetreibern, um sich aus der Verantwortung zu stehlen.

      Außerdem müsste für einen wie auch immer gearteten neuen Mobilfunkstandard keine neuen Masten errichtet werden, sondern vorhandene ausgebaut werden - das bekommt kein besorgter Bürger mit.

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