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Ski Jump VR im Test: Dabei sein ist alles!

Das Bergpanorama ist überwältigend. Ein Heißluftballon steht in der Luft und ich frage mich, ob ich in dessen Korb wohl Höhenangst bekommen würde. Ich lasse meinen Blick schweifen und stelle fest, dass ich gar nicht auf festem Boden stehe, vielmehr habe ich Skier an und sitze auf einem Balken: Vor mir eine Spur im Schnee, die in die Unendlichkeit führt. Diese Augenweide sehen also Skispringer, bevor sie sich ins Tal stürzen. Ich stoße mich vom Balken ab. Ahhhhhhhhhhhh…

Virtual-Reality-Spiele lassen uns Situationen erleben, in die wir möglicherweise sonst nie geraten würden. Ski Jump VR versetzt uns in die Lage, Skispringer zu werden. Rechtzeitig zum Start der olympischen Winterspiele habe ich ausprobiert, wie sich Skispringen wohl anfühlt.

Ski Jump VR verlangt vom Spieler in der realistischen Steuerung das ganze Bewegungsprogramm: In der Hocke geht es die Anlaufspur hinunter, rechtzeitiges Abspringen von der Schanze ist notwendig, um vernünftige Weiten zu erreichen. Mit Händen und Armen vergrößert man im Flug die Segelfläche und der obligatorische Telemark zur Landung will auch gesetzt sein.

Ski Jump VR fordert also den ganzen Körper - zumindest ein bisschen. Das ist ganz generell das Tolle an VR-Spielen: Es ist geradezu ein Bewegungssport, wenngleich natürlich nicht unbedingt hochanstrengend. Ohne Körpereinsatz ist kaum ein VR-Spiel wirklich zu beherrschen.

Für VR-Anfänger ist Ski Jump VR übrigens nicht geeignet. Denn wegen der simulierten Bewegung kommt der Gleichgewichtssinn durcheinander. Besonders prickelnd ist, dass das Sprunggefühl trotzdem rüber kommt. Allerdings ist die VR-Übelkeit hier kaum zu vermeiden und mehrfach sorgte die Bewegung dafür, dass ich mich abfangen und ausbalancieren wollte. Auf echte Absprünge habe ich aus Sicherheitsgründen verzichtet.

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Nach jedem Sprung gibt es Statistiken zu studieren. / © Screenshot: AndroidPIT

Überraschend ist, wie schnell der Geschwindigkeitsrausch eines Sprungs vorbei ist: Ein Sprung dauert nur wenige Sekunden, aber die haben es in sich - das hier eingebundene Video gibt den Eindruck nur eingeschränkt wieder. Nach einigen Versuchen klappt der Absprung präziser, bald auch die Landung. Absprungfehler verzeiht das Spiel nicht, wenigstens begibt man sich in solchen Fällen nicht körperlich in Gefahr. Ski Jump VR reagiert schnell und präzise auf alle Bewegungen und mit der Hand lässt sich der virtuelle Luftstrom geradezu fühlen.

Im Spiel gibt es unterschiedliche Schanzen. Eine K60-Schanze macht den Anfang. Diese Angabe markiert den Kalkulationspunkt einer Schanze, und gibt einen ungefähren Richtwert über die zu erwartende Sprungweite an. Auf weiteren Schanzen geht es auf K90, K120, K130 und K170 hoch. Auf letzterer Schanze sind 190 Meter durchaus zu schaffen. Der Adrenalinkick wird mit jeder Schanze stärker.

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Ski Jump VR: Hier geht es runter von einer K170-SChanze... / © Screenshot: AndroidPIT

Sogar erfahrene Skispringer können von Ski Jump VR ein ganz besonderes Erlebnis mitnehmen. Denn es gibt als Zugabe eine Schanze auf dem Mond. Wer sich von dem lahmen Anlauf täuschen lässt, erlebt kurz darauf sein blaues Wunder: Auf keiner anderen Schanze geht es so hoch und weit wie auf dem Mond. Der Absprung hinein in einen Mondkrater ist ein spektakulärer Sprung ins Nichts: Mein erster Mondsprung war einfach nur ein langgezogenes Ahhhhh.

Ski Jump VR: Toll ist das Erlebnis, nicht die Grafik

Grafisch ist Ski Jump sicher keine sonderliche Augenweide - das geht heute besser. Überwältigend detailliert ist die Landschaft nicht, der Immersion tut das aber keinen Abbruch. Jeder Sprung fühlt sich real und atemberaubend an. Ruckler gab es nicht zu verzeichnen. Auf unserer Testplattform mit einer Geforce 1080 Ti ist das aber auch nicht anders zu erwarten. Dank der leistungsstarken Hardware konnten wir die gerenderte Auflösung erhöhen, was Supersampling genannt wird. Der PC rendert die Szene in unserem Fall mit der anderthalbfachen Auflösung, die später auf die Auflösung der Oculus Rift heruntergerechnet wird. Das sorgt bei feinen Details für eine bessere Darstellung.

Ski Jump VR ist auf Steam erhältlich und kostet dort 4,99 Euro. Dort fordert es entweder eine Oculus Rift oder eine Vive, sowie einen VR-fähigen PC. Immerhin: Wer gerade keinen VR-fähigen PC mit VR-Brille zur Hand hat, kann Ski Jump VR auch im Desktopmodus mit Gamepad spielen. Eine angepasste Version gibt es sogar für Android-Smartphones mit Cardboard-VR-Brille.

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Fazit 

Skispringen wäre sicher nicht mein Sport. Das Erlebnis aber einmal aus der Sicht eines Springers zu erleben und selber den Sprung steuern zu können, ist beeindruckend. Lange Spielessessions schaffe ich aber nicht, dafür ist die externe Bewegung auf Dauer zu intensiv - etwas VR-Erfahrung sollte man also mitbringen, um Ski Jump VR mehr als einen Sprung auszuhalten. Das Spiel ist kurzweilig und aufregend, nach einer guten Stunde hat man es aber auch einigermaßen durchgespielt. Für kurze Skisprung-Sessions bleibt Ski Jump VR bei mir jedenfalls auf der Festplatte.

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