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Cloud Gaming: Endlich Zocken immer und überall?

Cloud Gaming: Endlich Zocken immer und überall?

Dieses Jahr soll es endlich beginnen, die Ära von Cloud Gaming. Mit Google Stadia und Microsoft xCloud zeigen uns zwei potente Schwergewichte der IT-Industrie, wie man sich das Spielen von hochwertigen Games, losgelöst von spezieller Hardware und mit Netflix-ähnlichem Abo, zocken kann. Aber lohnt es sich tatsächlich schon jetzt auf den Zug aufzuspringen?

Im Unterhaltungsbereich, wenn wir jetzt nur von Musik und Videos sprechen, hat Streaming nahezu alle physischen Medien verdrängt. Netflix, Amazon Prime Video und künftig auch Disney+ und Apple TV+ versorgen uns alle mit gestreamten TV Serien und Filmen, während Apple Music, YouTube Music und Spotify und Co und mit gestreamter Musik immer und überall verfügbar sind. Beides wird komplett geräte- und plattformunabhängig gelöst, so das für uns als Kunden ein nahtloser Genuss gewährleistet ist. 

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Cloud Gaming: Zocken immer und überall. / © AndroidPIT

Cloud Gaming - Die ersten Versuche gescheitert

Wer glaubt, dass Google und Microsoft nun mit Ihren Cloud Gaming Diensten Pioniere sind, der irrt. Schon 2010 gab es mit OnLive eine erste Cloud Gaming Plattform, welcher 2011 mit Gaikai einen Konkurrenten bekam. Beide Plattformen scheiterten hauptsächlich an einem grundlegendem Problem bei Cloud Gaming: Die Anbieter standen vor der Aufgabe, ein weltweit umspannendes Netzwerk an Servern aufzubauen oder einen Partner an Land zuziehen, der über solch ein Servernetzwerk schon verfügt und die Kapazitäten freigeben könnte. 

Auch sind die Ansprüche an Hardware und Anbindung der Server wesentlich höher, als z.B. einem Server, der Musik oder Videos für On-Demand-Services bereitstellt, da Cloud Gaming halt auch einen Rückkanal für die Eingaben der Spieler benötigt. An diesen und sicherlich auch an der mächtigen Games-Industrie rund um Sony, Microsoft, Nintendo und den Publishern, scheiterten Gaikai und OnLive. Interessanterweise übernahm Sony Playstation sowohl Gaikai als auch OnLive.

Cloud Gaming 2020 bereit für die Masse? - Nvidia, Microsoft und Google

Zwischen dem Untergang von Gaikai und OnLive gab es zwar weitere Versuche Spiele zu streamen, aber die meisten “Streams” basierten darauf, dass man auf einem heimischen PC die Spiele ausführte und die grafische Ausgabe an ein anderes Endgerät, z.B. Fernseher, Tablet oder Smartphone streamte. Einzig Nvidia bot mit dessen GeForce Now Plattform wirkliches Cloud Gaming an. Leider befindet sich GeForce Now auch nach vier Jahren weiterhin im Beta-Stadium und ist somit nicht frei zugänglich. Großer Vorteil von GeForce Now ist und wird es sein, dass Nvidia nicht wie Google Stadia eine Art Games-Abo und Onlinekauf von Games einen andrehen will. Stattdessen bietet Nvidia mit GeForce Now einen Dienst an, mit dessen Hilfe Ihr Eure z.B. über Steam erworbenen Spiele vom PC loslöst und auf einem Nvidia Server virtualisiert laufen lasst und auf einem Smartphone, Mac, PC oder auf einem Nvidia Shield zocken könnt. Wann GeForce Now aus der Beta in die finale Version geht, ist leider noch unbekannt, genauso wie die Preise und die Unterschiede der Pakete.  

Neben Nvidia ist Microsoft, ebenfalls ein Schwergewicht in der Games Branche, mit Project xCloud ebenfalls am Thema Cloud Gaming dran. Leider muss man sich für die Beta zunächst noch bewerben und man benötigt einen Xbox Wireless Controller mit Bluetooth der neueren Generation um Project xCloud überhaupt nutzen zu können. Microsoft hat aber gegenüber Nividia signifikante Vorteile durch seine Konzernstruktur: Zum einen besitzt Microsoft mit Azure eine Serverinfrastuktur, die auf Augenhöhe mit Google und Amazon agiert. Außerdem produziert Microsoft Hardware wie die Surface-Produkte und natürlich auch die Xbox - außerdem ist man sehr aktiv in der App-Welt für iOS und Android unterwegs. Gerade die Spielekonsolen-Sparte bringt die Nähe zu den Publishern und Games Entwicklern, so dass Microsoft schnell das Portfolio an Spielen für xCloud erhöhen kann. Zudem ist Microsoft selbst als Publisher und Entwickler aktiv und kann entsprechend exklusive Spiele für xCloud entwickeln.

Wie auch Nvidias GeForce Now, befindet sich Microsofts Project xCloud noch in Beta-Testphase. Wann diese Testphase abgeschlossen sein wird und welches Preismodell Microsoft dann endgültig anbieten wird, müssen wir leider auch hier noch warten. Aber auf dem Papier hat Microsoft die notwendigen Assets und Zielgruppe um im Cloud Gaming ganz weit vorne mitzuspielen. 

Auf den ersten Blick sieht es danach aus, dass Google mit Stadia der Konkurrenz von Nvidia und Microsoft einen Schritt voraus ist. Warum? Ganz einfach: Google wird schon am 19. November in 14 Ländern, darunter USA, UK und auch Deutschland sein Cloud Gaming Dienst starten. Vom Start weg soll es dann immerhin 31 Spiele von 21 Publishern in Stadia geben. Diese kann man in der Standardversion einzeln kaufen und dann mit Hilfe eines Chromecast Ultra und dem Stadia Controller auf einem Fernseher spielen, auf Pixel (ab Pixel 3 aufwärts) oder aber einem Tablet mit Android M aufwärts und Geräten mit Chrome OS. Später soll es die Stadia App auch für iOS ab Version 11 geben. 

In den vollen Genuß von Stadia kommt man aber nur, wenn man Stadia Pro für monatlich 9,99 Euro bucht. Dann darf man alle Spiele, die Google anbietet auch spielen und auch in 4K mit maximal 60 FPS geniessen. Letztere Beiden selbstverständlich nur wenn die entsprechende Bandbreite gegeben ist und das Endgerät es auch unterstützt. 

Alternativen von Apple, Shadow und vielleicht Amazon

Neben Google, Microsoft und Nvidia gibt es auch noch Alternativen um Spiele auf verschiedensten Geräten zu Spielen. Apple bietet mit Apple Arcade quasi ein Abo an, bei dem man aus dem Spiele-Katalog alle Spiele spielen darf. Diese werden aber auf die jeweiligen Endgeräte heruntergeladen und lokal gespielt. Die kleine Firma Blade bietet mit Shadow quasi Gaming-PCs an, die in Serverfarmern stehen und auf denen Ihr Eure schon gekauften Spiele installieren und aus der Cloud auf diversen Endgeräten spielen könnt - ähnlich zu dem Angebot von Nvidia.

Was ist eigentlich mit Amazon? Der Onlineshop-Gigant hat schließlich mit AWS eine mächtige Serverinfrastruktur und besitzt eine eigene Entwicklerstudio für Spiele. Die passende Gamer-Zielgruppe spricht man schon mit Twitch an und könnte hier sicher schnell und zielsicher die Nutzer für ein Amazon Cloud Gaming Angebot aktivieren. Als Gamer, auch wenn schon etwas in die Jahre gekommen und ergraut, glaube ich, dass wir vor einer bunten neuen Cloud Gaming Welt stehen. Dabei haben die Plattformen von Microsoft, Google und vielleicht dann auch Amazon die besten Vorraussetzungen sich langfristig durchzusetzen. Hoffentlich hält die mobile Datenverbindung nur mit der Cloud Gaming Entwicklung Schritt, denn ohne schnelle, und mit kurzen Latenzzeiten versehenden Datenverbindungen würde das Spielen unterwegs keinen Spaß machen.

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21 Kommentare

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  • Ich bin ein Zocker der alten Schule und habe gerne was physisches inder Hand, aber die Zukunft heißt nun mal streaming, bzw cloud gaming. Mir gefällt die Shadow-Variante gut, weil man da seine gekauften Games einfach auf dem virtuellen Rechner installiert und dann dessen hardwarepower nutzt, ob am heimischen PC, Smartphone oder Tablet. Den monatlichen Betrag von 13 Euro für die Basisvariante finde ich ok. Das reicht in der Regel für Full HD in den höchsten Einstellungen. Ab Februar 2020 geht's los.


  • Ein Gaming-Rechner der 4K und 60fps mit hoher Grafikeinstellung darstellen kann ist immer noch teurer als 5 Jahre lang Stadia zu abonnieren 🤔


  •   16
    Gelöschter Account vor 3 Wochen Link zum Kommentar

    Ich bin mal gespannt wie das in der Realität so funktioniert, wo dich jeder weiß das die Netzabdeckung mit schnellen Bandbreiten in Deutschland immer noch auf Entwicklungsland Niveau ist.


    • Das höre ich immer wieder, unsere Leitungen wären zu langsam. Und wenn ich bei Freunden bin und dann da eine 1&1 Box usw. sehe, dann wundert mich nichts. Ich hab unitymedia (gehört jetzt leider zu Vodafone) nie Probleme, hab nur "150MBit." gebucht, da das für alles reicht wenn wir zu zweit zocken. Hab mir extra ne Fritzbox gekauft, damit nichts die Leitung bremst. Und mit 35€ auch nicht wirklich teuer. Und hier verstehe ich das Problem nicht, auch meine Eltern auf dem Dorf haben bei unitymedia ne 150MBit Leitung.


      •   16
        Gelöschter Account vor 3 Wochen Link zum Kommentar

        @CrsprDNA
        Dir ist aber schon bewusst das es weder Uniymedia, Vodafone, Telekom und sonstige nicht flächendeckend mit höher Bandbreite gibt, oder?
        Es existiert auch eine Welt außerhalb von Ballungsgebieten und da herrscht oft noch Internetsteinzeit.


      • die Latenz ist auch nicht außer Acht zu lassen


  • Tim vor 3 Wochen Link zum Kommentar

    Gerade Stadia hat mMn keinerlei Chancen, sich langfristig (oder auch nur kurzfristig) durchzusetzen, solange sie dieses echt dämliche Konzept beibehalten. Ein Abo und zusätzlich muss man auch noch die Spiele zum Vollpreis kaufen. Das wird nicht gut gehen und Google-typisch wird's dann wieder von heute auf morgen eingestellt und die paar, die wirklich darin "investiert" haben, stehen dann mit GAR NICHTS da, weil man sowohl die Hard- als auch die Software ausschließlich geliehen/gemietet hat.

    Dass Google das Streamen auf Smartphones dann auch noch auf die Pixel-Geräte beschränkt, macht die Geschichte auch nicht intelligenter.


    • Einfach noch bis nächstes Jahr warten, dann kannst du Stadia auch mit Uplay+ kombinieren und hast dann damit die Leih-Variante die du dir wünscht für 25€ im Monat.

      Alternativ, wenn es nicht 4k sein muss, Stadia Base mit Uplay+ für 15€ im Monat.

      Und falls dann noch andere Publisher mit ihren "Flatrates" nachziehen ist auch was für den "Ich mag Ubisoft nicht"-Spieler dabei.

      So ganz abschreiben würde ich daher Stadia noch nicht. Gerade mittel- oder langfristig könnte das interessant werden.


      • @Florian: Ich weis nicht, man kann derzeit nicht sagen ob Stadia ein Erfolg wird oder nciht. Aber Tim hat schon recht. Auch Google Daydream startete vielversprechend. Ein VR-HEadset für Smartphones mit eioner Fernsteuerung welches auf den ersten Blick angenehemer war wie diese Papkartons "Cardboard". Es blieb aber lange auf die Pixel-Geräte und dann später auf wenige Premium-Geräte weiterer Hersteller beschränkt. Und mit dem Pixel 4 unterstützt nichmal mehr das aktuelle Google-Flagschiff diese Platform.
        Bei Gameing-Streaming, dass auf der einen Seite auf ein ABo-Modell setzt, man auf der anderen Seite aber die einzelnen Spiele trotzdem noch kazfen muss tue ich mir, trotz unterstütztem Smartphone (Pixel 3a) schwer keine ANgst vor einer Abschaltung des Services zu haben. Was ist mit meinen gekauften Inhalten? Die Spiele sind verloren. Bei meiner Nintendo Switch dagegen: solange die Konsole als Hardware besteht habe ich die downgeloadeten Speiel immer noch darauf gespecihert, auch wenn Nintendo in einigen Jahren den Store abschaltet. Wäre es ein reines Abo-Modell, vergleichbar mit Netflix, wäre ein wegfall des Services zwar ärgerlich, aber ich hätte ja kein Eigentum erworben.


      • Ich versteh das schon, ich bin auch kein Freund der Abo Modelle. Und auch ich würde mir wahrscheinlich niemals ein Spiel zum Vollpreis kaufen, wenn es mir danach nicht gehört. Aber der Markt entwickelt sich einfach in die Richtung.

        Ich denke Stadia hat genau in zwei Varianten eine Chance Erfolg zu haben:

        1. In Kombination mit Abo-Diensten der großen Publisher (Uplay+, EA Access, etc.). Denn da hat man zwar kein Eigentum, aber dafür eine große Auswahl.

        2. Als Stadia Base mit dem tatsächlichen Spiele-Kauf. Dort weiß man zwar nicht, wie lange man das Spiel tatsächlich sein eigen nennen darf, jedoch braucht man keine große Hardware um das Spiel zu spielen und hat nur den Einkaufspreis des Spiels als Ausgabe.


  • Ich freue mich auf Cloud Gaming. Es gibt mir die Möglichkeit ohne teure Gaming Hardware Spiele auf Tablet, Smartphone & Co. zu zocken. Eine entsprechende Internetverbindung vorausgesetzt. Natürlich wird es spannend welche Spiele dauerhaft angeboten werden und wie zuverlässig dieser Dienst läuft. Viele Gamer möchten Spiele besitzen. Wenn die Spiele zum Kauf angeboten werden wird sich das durchsetzen. Ob Microsoft und Sony ihre Konsolen und die Entwickler sowie Publisher noch Ihre Spiele selbst an den Mann oder Frau bringen können, steht auf einem anderen Blatt


  • Die Rechtschreibung ist wieder on point heute...


  • Die Nintendo switch ist ja auch ein gutes Beispiel dafür alte Spiele zu zocken mit einer Mitgliedschaft für nur 20€/Jahr.Man hat eine riesengroße Auswahl. Schön ist es natürlich auch wenn man die Spiele runterladen könnte. 20€ ist für mich die Schmerzgrenze.Dieses Cloudgaming ist für mich aber momentan nichts mit aktuellen Spielen.Wenn ich ein Spiel spielen möchte, dann möchte ich es mir kaufen und auch besitzen und nicht noch zig 100 € in einer sinnlosen Mitgliedschaft im Jahr bezahlen nur um das Spiel spielen zu können.Das ist genau so eine abzocke wie In-Appkäufe.


    • Tim vor 3 Wochen Link zum Kommentar

      Die Spiele sind aber fast alle Mist ^^ wenn man mit der Nostalgie nichts anfangen kann, ist das Angebot von Nintendo schlicht einfach nur schlecht... und selbst mit Nostalgie sind nur 2-3 davon "ganz nett"

      GAMEBOYGelöschter AccountGelöschter Account


      • NES und SNES,N64,Wii hatte viele Perlen zu bieten.Bist du mit den Konsolen auch groß geworden und dann mal in Kontakt getreten?

        Gelöschter AccountGoldjunge


      • Tim vor 3 Wochen Link zum Kommentar

        Ich bin mit dem Gameboy groß geworden (später gefolgt von DS und Wii). Mit N64, NES und SNES habe ich absolut nie was zu tun gehabt, deshalb ist das für mich nur altes Zeug, mit dem ich nichts anfangen kann. Und wie ich das mitbekommen habe, ging es bei den NES-Games den meisten so. Erst mit der letzten Ankündigung der N64-Spiele sind wieder einige drauf angesprungen.


      • Das Problem dabei ist, dass es N64 Spiele Stand heute auf der switch noch nicht gibt und Wii Spiele werden ganz sicher nicht kommen. Und wenn wir ehrlich sind, dann haben bestimmt 70% der interessierten die Perlen der NES- und SNES-Ära längst doppelt und dreifach gespielt. Das Angebot von Nintendo ist leider traurig.


      • Wenn es denn wenigstens die Perlen gäbe. Aber leider sind nur wenige gute Spiele als Anreiz dabei und ansonsten sehr viel Füllmaterial. Ich hab noch ein SNES und ein N64 hier rumstehen und dafür jede Menge geniale Spiele, die Nintendo aber nicht rausrückt.
        Klar ist die Idee super, alte Klassiker auf der Switch zu spielen, aber bei dem Angebot derzeit lohnt sich das kaum.


      • Der C64 war prägend für die weitere Generationen.Was die Programmierer aus dem 1 MHz rausgeholt haben ist schon Wahnsinn. Der C 64 den ich 1992 zu Weihnachten bekommen habe mit Diskettenwerk und Datasette steht bei mir heut noch und läuft.Seit knapp über zehn Jahren programmiere ich auch selbst Spiele für mich selber.


      • ich bin mit der Dreamcast groß geworden 😬 wenn ich Nostalgie will, gibt es auf Steam genug Games im Retro-Design die Story- und Gameplay-technisch oft überlegen sind als das Zeug von früher

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