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Zwei Gründe, warum Amazon noch immer nicht mit Drohnen liefert

Im Dezember 2013 versprach Amazon-Chef und Milliardär Jeff Bezos, wir würden "binnen der nächsten fünf Jahre" unsere Päckchen von Drohnen zugestellt bekommen. Daraus wurde nun offensichtlich nichts. Die Hürden sind zahlreich: Der Gesetzgeber kommt mit der Regulierung nicht hinterher und die Akku-Entwicklung stagniert. Noch immer scheitert es am grünen Licht durch die Behörden und an der viel zu kurzen Akkulaufzeit der geflügelten Paket-Bot-en. Doch Lösungen wären umsetzbar.

In einem CBS-Fernsehinterview vor ziemlich genau fünf Jahren nahm der Milliardär Jeff Bezos den Mund offenbar zu voll, als er landesweite Drohnen-Lieferung binnen der kommenden fünf Jahre versprach. Jene Deadline hat der Amazon-Boss nun gerissen. Doch woran genau hat es gelegen, dass aus dem Traum der "Lieferung in 30 Minuten oder weniger" nichts wurde?

Es würden viele Profitieren

Bezos' Vision erstreckt sich auch über sein digitales Konsum-Imperium hinaus. Wenn Apotheken und Krankenhäuser die Technologie nutzen, um Medikamente, Blutkonserven oder gar Spender-Organe in Windes Eile in entlegene Gebiete oder an eine Unfallstelle zu schaffen, wird aus einem Konsumtraum schnell eine Hilfe für die gesamte Bevölkerung.

Auch bei den Waldbränden in Kalifornien im Herbst 2018 hat die Feuerwehr unter anderem in Los Angeles Drohnen eingesetzt, um sich ein Bild von den Schäden zu machen und neue Brandherde zu identifizieren. Ein ausführlicher Bericht schildert auch die Datenschutzbedenken, die mit dieser möglicherweise lebensrettenden Aktion einher gingen. Der Drohneneinsatz gegen die Waldbrände gilt gemeinhin als Präzedenzfall bei der Rechtssprechung zu Drohnen, doch die Diskussion geht weiter.

Die Regulierung macht Lieferung per Drohne unpraktikabel

Die derzeit 110.000 in den USA zugelassenen kommerziellen Drohnen unterliegen massiven rechtlichen Regulierungen. Ihre Einsatzgebiete sind laut APnews-Bericht mehrheitlich ländliche Gebiete, Bergbau, Agrikultur, Inspektion von Hochspannungsleitungen und Pipelines, oder Erkundungen. Ihre Zahl werde sich voraussichtlich bis zum Jahr 2022 auf 450.000 erhöhen, heißt es weiter.

Doch unterliegen jene Flüge harten Auflagen. So darf die maximale Flughöhe 120 Meter nicht übersteigen, dürfen die Drohnen nicht über öffentliche Gebäude fliegen und müssen acht Kilometer Abstand zum nächsten Flughafen einhalten. Auch nachts dürfen Drohnen nicht aufsteigen. Und als KO-Regulierung gilt derzeit, dass sich die Drohne stets in Sichtweite der Person mit der Fernsteuerung befinden muss.

Die Technologie wäre schon da – mit einer Ausnahme

Amazon investiert trotz der legalen Hürden ungehemmt weiter. Neben den USA forscht es auch in, Österreich, Frankreich, Israel und in Großbritannien an Drohnen. Doch selbst wenn sich die rechtliche Lage entspannen sollte, sehen sich die Drohnen schon mit der nächsten Hürde konfrontiert.

AndroidPIT parrot drone air land 2
Parrot hat kleine unterhaltsame Drohnen im Programm. / © ANDROIDPIT

Die Akkulaufzeit der Drohnen ist noch immer bedenklich niedrig. Spätestens nach zwei Stunden müssen Lastendrohnen wieder geladen werden. Dies reduziert entweder ihren Einsatzradius oder schafft neue logistische Aufgaben, bei denen Päckchen zuverlässig von Drohne zu Drohne weitergereicht werden.

Deutsche-Post-CEO Frank Appel wird zitiert, dass Drohnen “in den kommenden Jahren” ein Nischenprodukt bleiben werden. Auch er sieht die größten Bedenken bei der Akkulaufzeit. Und selbst wenn man in der Lage wäre, das Problem durch eine gut orchestrierte Masse an Drohnen zu beheben, bemängelt Appel: Wie würde die Drohne beim Empfänger Klingeln und ihm das Päckchen überreichen?

Große Teile der Vision sind noch lückenhaft

Während der Gesetzgeber sich also noch Gedanken über unsere Sicherheit und Privatsphäre macht, und die Ingenieure noch die Reichweite neuer Drohnen optimieren, bleiben Fragen zur Machbarkeit der Lieferung per Drohne ungeklärt. Wo geht das Päckchen hin, wenn es ankommt? Oder wird es bald DHL-Packstationen mit Drohnen-Landestation und -Ladesäule geben?

Da die Rechtslage sich auch in Deutschland nicht entspannt, sehen wir auch hierzulande vorerst keine Päckchen durch die Lüfte sausen. Seid Ihr deswegen eher beruhigt, oder könntet Ihr Euch eine breit angelegte, zivile Nutzung von Drohnen gut vorstellen?

Via: APnews

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17 Kommentare

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  • In Deutschland muss man für JEDES Bundesland eine eigene Erlaubnis einholen, die idR. nach einem Jahren abläuft.
    Dabei fährt fast jedes Bundesland eine eigene
    meist sehr komplizierte Schiene mit Kostenschwankungen von 50 bis über 300 € pro Pilot!

    Hinzu kommen die ganzen Verbotszonen, die nur nach kurzfristig eingeholter Genehmigung durchflogen werden dürfen.

    Ganz zu schweigen von der "Sicht"-Regelung zur Drohne. Da ist es rechtlich bereits mit einem großen Hexacopter SEHR bedenklich die 1000m Grenze zu überschreiten!

    Da kann man auch mal schnell zu Fuß zum Abhollager gehen, wenn's sein muss!


  • Eric, jeder andere deiner Artikel ist super aber der ist wirklich nur voll ein Schwachsinn 🙄....Lieferung per Drohne. Wer ist nur auf die Idee gekommen....


  • mMn wäre bei sowas auch nicht unwichtig, dass die Drohnen leise sein müssen. Man hört diese Dinger teilweise schon in hunderten Metern Entfernung deutlich summen...

    Für das eine oder andere Szenario kann das schon praktisch sein, jedoch ist mMn keine Amazon-Lieferung so wichtig, dass sie unbedingt mit einer Drohne geliefert werden müsste...


  • Also ich bin froh, dass es das noch nicht gibt. Die rumfliegenden Drohnen würde ich als störend empfinden und als Sicherheitsrisiko und nebenbei würden die Drohnen dann sicher auch keine weiteren Daten sammeln..... Ne, ich will das nicht und dabei ist mir egal, ob das anderen gefällt oder nicht.


  • Wäre mal auf den Aufschrei aus der hiesigen Bevölkerung gespannt, falls das Ganze irgendwann tatsächlich betriebsfähig werden sollte.
    Man denke in dem Zusammenhang nur an die endlosen Berichte über Streitfälle, weil irgendwelche Spielzeugdrohnen über Nachbars Garten geflogen sind oder (auch wenn es ein anderes Thema ist), die Reaktionen auf die Aufnahmen der StreetView Fahrzeuge.
    Ich schätze selbst für den utopischen Fall das die zuständigen deutschen Behörden und Gremien dafür eine Regelung finden würden, wäre das Thema der Akzeptanz in der Bevölkerung noch ein ganz spezielles.


  • Wird bestimmt mal so sein wie im Film "Ready Player One" und die Pakete kommen dann schneller an.

    Bis dahin wohnt auch ein Teil der Bevölkerung in einer Orbitale Raumstation 👾🚀

    Ich wäre schon froh, wenn die Pakete wieder mit DHL geliefert werden...

    Neuerdings kommen mir unbekannte Amazon Subunternehmer die oft gegen 20 Uhr liefern 😑😶

    Die armen Postboten dort bekommen dann bestimmt nochmals weniger Gehalt als bei DPD und Hermes...


    • ''Neuerdings kommen mir unbekannte Amazon Subunternehmer die oft gegen 20 Uhr liefern''

      *seufz* same here.. teilweilse sogar erst 21 Uhr..


    • Ich persönlich finde die Lieferung per Amazon Logistics auch nervtötend. Seitdem hier in der Nähe ein Amazon - eigenes Verteilzentrum eröffent wurde, sind die Pakete zwar immer geliefert worden, aber teils leider sehr spät. Eine Tagesplanung ist nicht mehr möglich, wenn die Lieferzeitspanne 10 Uhr morgens bis 20 Uhr abends beträgt. Auch eine Verlegung des Liefertages ist nicht möglich .Mit DHL dagegen war ich immer sehr zufrieden.


    • DHL liefert allerdings überwiegend zu einer Tageszeit, zu der ich mich auf der Arbeit befinde. Und von wegen "Wunschort": Es ist nicht möglich, ein Paket noch zu einer Packstation umzuleiten, wenn man zum angekündigten Liefertermin nicht zuhause sein wird.

      Stattdessen gehen Pakete, die nicht zugestellt werden konnten (z.B. auch, wenn die Packstation jetzt in der Vorweihnachtszeit ständig voll ist) zu einem Schreibwarengeschäft mit Postschalter, welches auch schon um 18 Uhr schließt.

      Desweiteren liefern die Anbieter vom Amazon-Marketplace nicht an die Packstation, von Firmen im Ausland ganz zu schweigen. Ideal fände ich dagegen, wenn meine Amazonpakete so zwischen 18 und 20 Uhr nach Hause geliefert würden.


    • ''Neuerdings kommen mir unbekannte Amazon Subunternehmer die oft gegen 20 Uhr liefern''
      Das ist nicht das einzige was mir bei denen Sauer aufstößt. Bei mir klingeln die nur Kurz und lassen es dann ohne abzuwarten ob ich auch auf mache einfach vor der Tür stehen. Was wenn ich nicht da bin? was wenn ich gerade unter der Dusche bin oder auf der Toilette? Zum Glück war das noch nicht der Fall, aber die Situation gefällt mir nicht.


    • Habe mal vor Jahren bei DHL gearbeitet. Eine ganze Reihe Leute hat sich beschwert, daß wir nicht abends kommen, wenn sie zuhause sind. Tja.
      Apropos Hermes: Da kam mir auf meiner Tour oft ein Hermesbote über den Weg gerannt. Abgehetzt, als wenn der Leibhaftige ihm dicht auf den Fersen wäre. O Mann!!


  • Eine Paket Lieferung per Quadcopter könnte ich mirr schon vorstellen. Aber wie im Artikel erwähnt verhindern diverse Auflagen, Sicherheitsbestimmungen etc. sogar schon den Testbetrieb...


    • Wie soll das praktisch funktionieren? Da weder 'Google Maps' noch 'Here' alle Hausnummern korrekt darstellen und folglich wohl nicht haben, müßte der Kunde erstmal seine genauen Positionsdaten angeben. Auch müßte er zu Hause sein und an seinem Fenster eine genormte und markierte Lande- bzw. Abschmeißfläche anbringen. Denn tief fliegen, klingeln und beim Summer die Tür aufstoßen, das wird wohl nicht gehen.
      Aus meiner DHL Erfahrung kann ich sagen, daß selbst Menschen, die Klinken drücken, Treppen steigen, gucken und sprechen können, auf fast allen Touren hier und da immer auf irgendwelche Hindernisse stoßen, wenn sie neu auf der Tour sind: Eingang von anderer Straße, Keine Namen, Keine Briefkästen, ein Straßenname für ein ganzes Wohngebiet, lange Landstraßen-bei denen du erst merkst, daß du den Waldweg hättest reinfahren müssen, wenn du 1km zu weit bist.... Da hilft nur, sich auszukennen.

      Wenn das allgemein klappen soll, brauchen Hausdächer in Zukunft alle Körbe. Mit Transponder. Jeder, der ein Paket kriegt, bekommt einen Code und muß diesen in den Transponder eingeben.... Bis da alle Eigentümer mitmachen und das auch umsetzen, wird bzw. würde es ewig dauern.

      Andere Frage wäre das Gewicht. Bei derzeit bis zu 31,5 Kg ist das Spielzeugteil, das eine GoPro etc. tragen kann und das wir aus den Läden kennen, überfordert. Die mindest nötige Rotorgröße schätze ich auf mindestens 4x50cm - das geht nicht mehr durch's Fenster. Das muß Sicherheitsabstand halten und das muß gegen Absturzgefahr gesichert werden. Redundante Systeme und Antriebe und Batterien. Das heißt noch schwerer und größer und muß erst recht reguliert und beauflagt werden.


  • Wieso klingeln ? Wenn ich weiss, dass sowas zu mir unterwegs ist, dann reicht auch ne SMS wenn sie da ist :D


    • Und Du bist sicher, dass Du Zuhause bist, bevor das Paket mit vielleicht wertvollem Inhalt gestolen wurde?
      Zumindest im Sommer und in höheren Stockwerken könnten Drohnen allerdings auch durch ein offenes Fenster liefern. Das würden viele in Abwesenheit auch nicht gerne offen stehen lassen, es müsste sicher gestellt sein, dass die Drohne selber nicht klauen kann, und der Lieferant könnte nicht nachweisen, dass er tatsächlich geliefert hat.


      • Ja, ich bin mir sicher. Ich bin ja jetzt auch daheim wenn ich nen Paket erwarte.
        Ausserdem liesse sich das mit der Anwesenheit auch ueber ne Bestaetigung der SMS regeln. Keine Bestaetigung - keine Auslieferung.


      • Das größte Problem überhaupt bei der Zustellung ist die Abwesenheit der Empfänger. Die allermeisten sind nämlich nicht zu Hause. Zustellung bedeutet für den Boten in der Regel die Nachbarn rausklingeln und/oder letztlich das Paket in der Filiale zu hinterlassen.

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