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3 Min Lesezeit 94 Kommentare

Zukunft von HTC: Exodus oder Exitus?

Von Außen betrachtet scheint bei HTC aktuell die Hütte zu brennen: Die jüngsten Entlassungen waren nur das bislang letzte Glied in einer Kette von Hiobs-Botschaften. Jetzt also der Auftritt von HTC mit dem Chief Crypto Officer Phil Chen und dem Blockchain-Smartphone HTC Exodus. Wie will HTC die eigene Zukunft sicherstellen?

Die jüngsten Entlassungen erfolgten vor allem im Fertigungsbereich. Unschwer ist zu erraten: Smartphones werden bei HTC künftig nicht mehr hoch im Kurs stehen. Wie auch? Künftig auf Auftragsproduzenten setzen? Das bringt zwar mehr Flexibilität, bringt aber vielleicht Qualitätsprobleme mit sich. Überhaupt dürfte die geschrumpfte Crew kaum mehr in der Lage sein, immer neue Smartphone-Modelle zu entwickeln und später zu unterstützen.

Ich rechne deswegen eher damit, dass HTC über kurz oder lang das Smartphone-Geschäft weitgehend verlassen wird. Offen bleibt nur: Was macht HTC dann?

HTC Exodus
Mehr gibt es vom Exodus nicht zu sehen. / © HTC

Kurios: Das Smartphone HTC Exodus könnte dafür schon ein Vorbote sein. Exodus - übersetzt Auszug - steht ja für einen Neuanfang. Die Bibelreferenz im Namen zielt auf den Auszug der Israeliten aus der Sklaverei in Ägypten.

Der Name ist daher vielleicht ganz gut gewählt: Es geht HTC hier sicher nicht darum, das Smartphone in Massen zu verkaufen. Vielmehr soll das Exodus ein Türöffner in ein neues Geschäftsfeld werden. Es ist letztlich eine Wette: Geht Blockchain durch die Decke, dann hat HTC alle Trümpfe in der Hand.

Spannend am Exodus ist ja, dass HTC hier versucht, Treiber einer neuen Content-Plattform zu werden: dApps. Dahinter verbirgt sich eine Art Content-Store, der auf Blockchain-Technologie setzt, um Käufe abzusichern. Sollte sich diese Form der App- und Inhalte-Distribution durchsetzen, hat HTC alles richtig gemacht. Natürlich ist der Sieg der Blockchain nicht ausgemacht. Ein Scheitern fällt aber angesichts der Google-Milliarden im Augenblick für HTC noch nicht zu sehr ins Gewicht.

HTC sucht neue Betätigungen

Auf Keynotes betont HTC schon lange die Bedeutung von VR und AR, auch AI und 5G spielen eine wichtige Rolle. Da steckt überall ein bisschen Smartphone drin, überzeugender aber wird es ganz ohne Smartphone. Sichtbar zum Beispiel beim Thema VR: Die Vive Focus ist als komplett autarkes VR-System ausgelegt, fummelige Smartphone-Steckereien entfallen.

AI-Assistenz und Augmented Reality wiederum werden ebenfalls zusammenfinden. AR gilt geradezu als perfekte Visualisierung für AI. Ein Smartphone kann dazu passen, kreativere und überzeugendere Lösungen leben aber gerade vom fehlenden Smartphone.

HTC will wieder Pionierarbeit leisten

HTC, Blockchain-Pionier. Vielleicht lesen wir diese Wortkombi in einigen Jahren. Gesichert ist damit die Zukunft von HTC allerdings nicht. Dass Smartphones nicht mehr das zugkräftigste Geschäftsfeld sind, ist den meisten wohl klar. Daher muss HTC mehrere Wetten eingehen, um die eigene Existenz zu sichern. Blockchain und Exodus ist die eine. VR mit Vive (Focus) und der Inhalteplattform Viveport ist die andere.

Im Hintergrund gibt es sicher noch das eine oder andere Projekt. Im Zentrum steht dabei bestimmt nicht nur die Hardware: HTC geht es darum, Inhalteplattformen aufzusetzen und darüber laufend Umsätze zu erzielen.

Wie seht Ihr die Zukunft von HTC? Weiterhin im Smartphone-Bereich? Oder doch eher als Blockchain-Pionier?

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94 Kommentare

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  • So 😁 meine HTC Geschichte: Desire, Desire HD, One X, One M7, M9, 10, U11, U12+.

    Das Samsung Pendant hatte ich zusätzlich immer von der Firma. Bis auf das M9 und S6 Edge fände ich HTC immer besser 😂 bin immer froh wenn ich mein Firmen Handy weg legen kann :)


  • Wie wir hier verfolgen können, kommen zu diesem aktuellen Artikel ein paar "fast nostalgische" Kommentare. Die Stimmung unter euch ist wirklich sehr angenehm und das wollten wir einfach mal loswerden.


    • Wenn man zurückblickt zu den "guten alten Zeiten", schwelgt man ja auch in positiven Erinnerungen.

      Deshalb empfinden es gerade diejenigen, die noch die Anfänge von Android mitgemacht haben und die aktiv miterlebt haben, wie HTC damals performt hat, als a) traurig, dass es heute um dieses Unternehmen im Segment "Smartphones" so ausschaut und/oder sind b) vielleicht sogar nachvollziehbar sauer, mitleidlos oder teilweise auch emotionslos ob des "Niedergangs" weil gerade in den letzten 2-3 Jahren mit Sicherheit ein hohes Maß an Selbstverschulden zu dieser Situation geführt hat, in der sich das Unternehmen nun befindet.

      Alleine den Mitarbeitern, die bei einer solchen Lage immer die Leidtragenden sind, kann man nur wünschen, dass es irgendwie wieder weiter und hoffentlich auch mal wieder aufwärts geht.


      • Hallo Michael, Du denkst also auch an die Anfänge zurück ? Wenn man zurückblickt ist Einiges in den letzten Jahren passiert - aber es war nicht alles schlecht, oder?

        Zum Thema Mitarbeiter ist an dieser Stelle zu kurz erwähnen, dass alle Mitarbeiter, die von der Umstellung betroffen sind, von HTC in jeglicher Hinsicht unterstützt werden.


    • Das bringt euch aber jetzt in der Gegenwart auch nichts mehr. ;)
      HMD Global/Nokia z.B. ist viel besser. ;-)


      • Hi Nik M., kann man die Gegenwart wirklich vorhersagen? HTC sieht als Unternehmen positiv in die Zukunft und könnte den ein oder anderen bestimmt noch überraschen. Oder meinst du nicht?


      • Nein, meine ich nicht. ;)


      • Dennoch kann man nicht bestreiten, dass mit der Einführung des weltweit ersten echten Blockchain-Smartphones - dem Exodus - eine bisherige Vision nun Realität werden wird. :)

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