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YouTube floriert, wo mobile Daten billig sind
3 Min Lesezeit 28 Kommentare

YouTube floriert, wo mobile Daten billig sind

Stellt Euch vor, ein Vertrag mit 50 GByte Highspeed-Datenvolumen würde nur rund sieben Euro pro Monat kosten. In Indien ist das gang und gäbe. Und deswegen, so hieß es auf einem YouTube-Event in Mumbai, ist Indien inzwischen der größte Markt geworden für Alphabets Video-Plattform. Dies zeigt, welche Chancen sich Europa mit überteuerten Datennetzen entgehen lässt.

YouTube hielt ein Event im indischen Mumbai ab und gab neue Zahlen bekannt.

  • Mit über 265 Millionen monatlich aktiven Nutzern hat Indien erstmals mehr YouTube-User als die USA und löst sie als größten Markt ab.
  • Bis 2020 könnte YouTube in Indien auf 500 Millionen aktive Nutzer anwachsen.
  • Der Traffic sei im Vergleich zum Vorjahr um 85 Prozent gewachsen.
  • 1.200 indische Kanäle haben über eine Million Abonnenten; im Jahr 2014 waren es 15.
  • 95 Prozent der Videos werden in regionalen Sprachen geschaut.

Die Times of India kann sich den Boom nur dadurch erklären, dass die Preise für mobile Daten auf dem Subkontinent schon seit Jahren im Sinkflug sind. So kostet dort ein GByte Highspeed-LTE nur zehn Rupien; umgerechnet in Euro also nur rund 13 Cent. Ein 50-GByte-Tarif würde so sieben Euro monatlich kosten. In Europa sieht man so billige LTE-Tarife allenfalls in Italien.

Die Studie von Rewheel stellt regelmäßig die Frage, wie viel mobiles Datenvolumen man in für 30 Euro bekommt. Während immer mehr Länder inzwischen unlimitierte Tarife für diesen noch immer erschwinglichen Preis anbieten, hinken die Deutschen abgeschlagen hinterher; immerhin gibt es bei Telefónica dafür 30 GByte.

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Hoffentlich wird der 5G-Wettbewerb die Mobilfunkpreise nach unten korrigieren. / © AndroidPIT

Angeblich sollen die Preise dank mehr Wettbewerb im kommenden 5G-Zeitalter etwas weiter purzeln. Denn statt wie bisher nur drei echter Netzbetreiber streiten sich fortan vier um Kunden. Und diese kann man nur mit einem vernünftigen Preis-Leistungs-Verhältnis von sich überzeugen.

Der Leistungs-Aspekt sollte dabei nicht zu kurz kommen, schließlich ist auch unlimitiertes Highspeed-Volumen im Funkloch nutzlos.

Das Volumen ist ein Nadelöhr für den Online-Markt

Anhand von dem Erfolg von YouTube in Indien zeigt sich, dass in einem guten Mobilfunk-Ausbau und erschwinglichen Tarifen großes Potenzial steckt. Auf dem Vortrag in Mumbai hieß es, in den Videos gehe es um E-Learning, Musik, Gesundheit und Kochen. Wichtige Alltagsprobleme werden also auf der Video-Plattform aufgegriffen.

Bislang kann vor allem Video als Medium der Informationsverbreitung im Mobile-Bereich bei uns wenig fruchten, eben weil die Nutzer durch ihr knappes Datenvolumen zurückgehalten werden. Es bleibt also zu hoffen, dass außer Italien noch mehr europäische Provider dem indischen Vorbild folgen.

Rechnet es aus: Was bezahlt Ihr für ein GByte Highspeed-Volumen in Eurem Tarif?

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28 Kommentare

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  • Wie sieht denn die alternative in Indien aus? Ich grabe mal Tief in der Schublade mit Vorurteilen und behaupte mal ohne es genau zu wissen:

    In Indien hat auch fast jeder ein Smartphone aber es gibt höchstens ein TV Gerät pro Familie.
    Wer hat schon Lust mit Mutti auf der Couch zu sitzen und sich die Indische Version von Wer Wird Millionär anzuschauen, wenn Omi im Schaukelstuhl daneben sitzt und ständig dazwischen redet. Dann lieber doch mit dem Handy irgendwas auf YT schauen.

    Die meisten werden wohl das Geld ausgeben für ein Smartphone und einen Datentarif, aber für Bezahldienste wird es dann wohl nicht mehr reichen.

    In Deutschland würde das nicht anders aus sehen, wenn ein Dienst nicht erreichbar ist verlagert sich das auf andere.


    • Die meisten dürften nicht das Geld für einen zusätzlichen Fernseher haben, und wenn man wählen muss, nimmt man das Smartphone da man das auch mobil nutzen kann. Daher wohl auch der Trend zu immer größeren Displays.


  • Ein Glück hab ich Stream On ;) Natürlich nicht für 7 Euro :p


  • Die Deutschen und das ewige Gejammere um teure Tarife! :-D
    Habe bei 3Österreich 30 GB LTE Datenvolumen für 20,03€/Monat (=1,4977€/GB) und brauche dzt. ca. 60% dieser 30GB pro Monat (Hauptanteil: Instagram). YT verwende ich am Smartphone nicht.


  • Ich brauche unterwegs kein Youtube, so schön mehr Volumen auch wäre, ich brauche meine 2 GB nicht mal ansatzweise auf.

    Sarah


    • Gibt ja nicht nur Youtube, unterwegs nutze ich auch kein Youtube. Ich bin aber Beruflich viel unterwegs und da ist es ab und zu mal nötig (manches mal auch einfach bequemer) große bis größere Daten über den Hotspot vom Handy zu schieben.
      TeamViewer oder andere Remote verbindungen
      Updates für Software die man braucht, oder weil man eine Software generell nicht hat, da kommen schnell mal ein zwei GB zusammen. Dazu noch Bedienungsanleitung als PDF, die auch mal schnell 8 bis 12MB haben, erstmal nicht wenig aber wenn man auf anhieb nicht die richtige findet dann summiert sich das eben.
      Abends dann die Datensicherung auf dem Server ablegen, je nach Projekt 5 bis 25MB.
      Und Google Maps als Navi ist mehr als Praktisch, vor allem wenn die Autovermieter 10€ pro Tag für ein Navi haben wollen.


      • Updates laufen bei mir nur am WLAN, Maps hat sehr geringen Datenverbrauch außer man navigiert immer mit Satellitenansicht. Ich mache auch etliches über den Tag mobil, aber ich komme problemlos zurecht.


  • für 75 bekomme ich aktuell unlimitiert im Dach Verband Lichtenstein italien und Frankreich Internet Telefonie und SMS. Was viele noch vergessen in das p/l Verhältnis zu berücksichtigen sind Subventionen für's Handy. bei meinem letzten Vodafone Vertrag habe ich für 16 gb glaube ich pro Monat unbegrenzt Telefonie und SMS inkl damals Markt neuem s8 insgesamt für den Vertrag knapp unter 200 Euro gezahlt. so günstig komme ich nirgendwo anders weg. :D und ich hätte nochmal 100 Euro sparen können aber ich wollte nicht so assi sein Vodafone gegenüber und habe mir schon gedacht bei dem Preis ist das immer noch geschenkt. :D


    • Wo sind denn 200€ pro Monat geschenkt?
      Damit kommst du nach 2 Jahren auf 2400€ kosten, wenn keine Anschlussgebühr berechnet wurde. Wenn du das Gerät damals neu gekauft hättest und einen unlimitierten Vertrag für 30€ abgeschlossen hättest, wärst du bei 799€ + 24 * 30€ = 1519€ gelandet. Das entspricht einer Ersparnis von 881€. Viel Geld in meinen Augen.


      • Ich bitte um Entschuldigung ich habe mich sehr missverständlich ausgedrückt. ich meinte die 16 gb pro Monat die 200 Euro sind die gesamt kosten. dies wiederum ist sehe günstig ^^ hoffe das ich mich jetzt klar Ausdrücke. das ist ein peinlicher Fehler meiner Seite. beste Grüsse :)


  • Die Anbieter werden für die gleiche Leistung nie in allen Ländern den gleichen Preis verlangen. In Deutschland sind die Mobilfunkpreise höher als in manchen Nachbarstaaten. Das hat mehrere Gründe. Kein Anbieter wird mit Verweis auf andere Länder einfach die Preise senken


  • Leider kann man bei YouTube keine Auflösung voreinstellen. Demzufolge müssen ich jedesmal die von YouTube gewählte Auflösung kontrollieren.
    Bei 720p60 sind meine 5,5gb schnell verbracht.


  • Wie Aries schon geschrieben hat, sind die Volumentarife für indische Einkommenverhältnisse eher teuer. Auch frage ich mich, welche Chance einem Land dadurch entgeht, dass seine Bewohner weniger von YouTube Gebrauch machen, zumal der Artikel nur die mobile YouTube-Nutzung beschreibt. In Deutschland gibt es schon für unter 20 € pro Monat Festnetz-Internettarife mit (beworbenem) unbegrenztem Datenvolumen (und Telefonieflat), also könnte die YouTube-Nutzung hierzulande sogar (pro Bewohner) ausgeprägter als in Indien sein. In Ländern wie Indien ist nicht selten das Mobilfunknetz besser ausgebaut als das Festnetz, und demzufolge Mobilgeräte für viele der einzige Internetzugang - kein Wunder also, wenn mobile Internetzugänge intensiver genutzt werden.
    Von 5G, wenn es denn mal einigermaßen ausgebaut ist, erhoffe ich mir allerdings auch sinkende Volumenpreise. Zwar werden die Provider, und vor allem die Netzbetreiber, zunächst mal ihre riesigen Investitionen refinanzieren wollen, was gegen geringere Volumenpreise spricht. Aber mit der Übertragungsgeschwindigkeit steigt natürlich auch die Kapazität des Netzes, und die nutzt niemanden etwas, wenn sie brach liegt.
    So vermute ich, dass dann großvolumige Datenpakete mit kleineren Preis pro Gigabyte, aber insgesamt höherem Preis über 5G angeboten werden, während Wenignutzer auf die älteren Netze, insbesondere LTE verwiesen werden dürften.
    Andere Anwendungen wie IoT oder Verkehrstelemetrie benötigen nach heutigem Stand eher geringe Datenraten und eine stärkere Auslastung des Netzes ist zumindest in näherer Zukunft dadurch nicht zu erwarten, was sich auch daran zeigt, dass Alternativnetze wie LoRa oder Sigfox ohnehin nur sehr bescheidene Übertragungsraten vorsehen, was für typische Sensordaten in den meisten Fällen dennoch reicht.

    Sarah


  • Die Preise in Indien mit denen in Deutschland zu vergleichen, geht nicht auf. Die Einkommen in Deutschland sind (über den Daumen) 30 mal höher als in Indien. Also wären hierzulande 50 GB im Monat für 210 Euro vergleichbar, wenn man nur die EInkommen zugrunde legt.


    • 30 Mal höher als der Durchschnitt oder der Median?
      Betrachtet man noch die niedrigeren Lebenshaltungskosten (außer vielleicht in den Metropolregionen), sind die 7 EUR zwar nicht geschenkt, aber dort gibt es auch Tarife mit wenigen GB für umgerechnet ein paar Euro-Cent.


      • Weder Mittelwert, noch Median, Ober- Untermedian oder gruppiert oder was es auch immer noch für statistische Methoden gibt. Einfach ein Durchschnitt Pi mal Daumen mal Fensterkreuz aufgrund kurzer Internetrecherche. Das sollte zur Untermauerung meiner Aussage ausreichen.


      • Danke für dein interessantes Feedback. Wie würdest du die italienischen oder französischen Preise dann bewerten?


      • Was mich wundert, Aries, ist, dass du eine Statistik über den Daumen gepeilt angibst, was nicht so deine Art ist.
        Lassen wir einmal die Zahlen sprechen.
        Das BIP (anhand der Kaufkraftparität (KKP) – Purchasing Power Parity (PPP)) pro Kopf lag 2017 in Deutschland 50.425 USD und in Indien (2016) bei 6.616 USD. Der Faktor liegt also bei etwa 7,6 und erreicht nicht einmal annähernd 30. Das fand ich auf die Schnelle bei Wikipedia.
        Laut https://www.laenderdaten.info/lebenshaltungskosten.php , die ihre Quellen angeben mit u. a. Eurostat, OECD, IMF und Numbeo liegt der Kaufkraft-Index in Indien bei 12,2 , wenn man Deutschland mit 100 als Referenz nimmt. Auch hier ist der Faktor bei weitem nicht 30, sondern ca. 8,2 . Auch der Faktor zum Durchschnittseinkommen liegt unter 30, also bei etwa 24. Der Wert sagt aber trotzdem wenig über die Kaufkraft aus - deshalb verwendete ich den Kaufkraft-Index als Messlatte.
        Selbst beim Faktor 10 würde der Tarif in EUR in Deutschland rund 70 EUR betragen, was hier niemand für den Preis anbietet.
        Und vom reinen BIP her ist Indien mit Deutschland ungefähr auf Augenhöhe.
        .
        Was aber wahr ist, dass es in Indien sehr viele sehr arme Menschen gibt, die sich womöglich nicht einmal ein Smartphone für solch einen Tarif leisten können, während es andere gibt, für die die umgerechnet 7 EUR Peanuts sind. Da ich selbst letztes Jahr in Indien war, weiß ich, dass es kleinere Tarife mit wenigen Gigabyte für einen Appel und ein Ei gibt.

        DadoM


      • @Frank: Auch ich überschlage manchmal. Es ist egal, ob der Faktor 30, 20 oder 10 ist. Indien ist mit Deutschland nicht vergleichbar. Darum geht es mir.

        Genausowenig kann man das BIP vergleichen. In Indien gibt es 1,4 Mrd. Menschen, in Deutschland 82 Mio. Das gleiche BIP wird bei uns im Vergleich zu Indien also von wesentlich weniger Leuten erwirtschaftet.

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