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YotaPhone ausprobiert: Die Kraft der zwei Displays

Heute wurde das YotaPhone in Moskau vorgestellt, und ich hatte die Gelegenheit, es bereits kurz zu testen. Warum das zweite Display auf der Rückseite weit mehr ist als nur ein nettes Gadget und was man damit alles machen kann, erkläre ich Euch hier. Soviel aber vorweg: Mich hat es überzeugt.

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Das YotaPhone - vielleicht die Innovation des Jahres. / © Yota

Design

Yota versucht mit dem YotaPhone, ein cooles Image aufzubauen, und ich finde, das ist ihnen gelungen. Die einfache klare Formensprache, das kantige Gehäuse und der leicht gekrümmte Rücken sind sicher Geschmackssache, das Gehäuse ist mit 9,9 Millimeter nicht gerade flach, und das matte Finish mag nicht jeden ansprechen. Doch im Ganzen wirkt das YotaPhone stilvoll und elegant, Haptik und Verarbeitungsqualität sind vorbildlich. Und, ganz nebenbei bemerkt: Es ist das erste Smartphone mit gekrümmten Display auf dem europäischen Markt.

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Das YotaPhone folgt einem einfachen Prinzip: Simpel und innovativ zugleich. / © Yota - AndroidPIT

Die Heckscheibe: Das E-Ink-Display

Der interessanteste Teil des YotaPhones ist aber seine Rückseite, denn mit dem E-Ink-Display liefert Yota eine überzeugende Antwort auf ein altbekanntes Problem: Wie viele andere Smartphone-User erwische ich mich ständig dabei, wie ich nach neuen Facebook-Nachrichten, E-Mails oder SMS schaue. Klar, dafür gibt es die Benachrichtigungs-LED, aber meistens schalte ich trotzdem den Bildschirm an, egal in welcher Farbe das Lämpchen blinkt und auch dann, wenn es überhaupt nicht blinkt.  

Der zweite Bildschirm des YotaPhones aber zeigt neue Benachrichtigungen direkt an, ohne dass man den Bildschirm anschalten oder das Smartphone auch nur in die Hand nehmen muss. Und wenn sie einmal auf dem E-Ink-Bildschirm aufgetaucht sind, bleiben sie dort, bis man sie gelesen hat. Außerdem kann das Display so programmiert werden, dass es zu bestimmten Zeiten auch andere Informationen wie das Wetter oder aktuelle Nachrichten anzeigt.

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Immer auf dem Laufenden: Die Rückseite zeigt neue Informationen, ohne das Display anzuschalten. / © Yota - AndroidPIT

Das schöne an der E-Ink-Bildschirmtechnologie ist dabei: Sie verbraucht nur dann Strom, wenn die Anzeige mit neuen Inhalten gefüttert wird. Das macht dieses “elektronische Papier” auch zu einem praktischen Tool für die Anzeige von Stadtplänen, QR-Codes, Adressen oder Telefonnummern - selbst dann, wenn der Akku bereits leer ist.

Die möglichen Einsatzbereiche sind also zahlreich, Vlad Martynow, der Chef von Yota, sprach im Rahmen der Präsentation von “60 neuen Anwendungsmöglichkeiten für Smartphones”. Ich habe zwar nicht mitgezählt, aber allein die Tatsache, dass ich eine Menge Akku spare, weil ich nicht mehr ständig mein Display an- und ausschalten muss, ist schon eine gute Nachricht.

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Ein Herz für Akkus - das E-Ink-Display des YotaPhone. / © Yota - AndroidPIT

Ein besserer eBook-Reader mit Zusatzfunktionen

Neben der extrem akkufreundlichen Anzeige sind E-Ink-Displays auch zum Lesen besser geeignet als LCDs, da sie wie bedrucktes Papier wirken und die Augen beim Lesen nicht so schnell ermüden. Yota gibt die Lesezeit mit 50 bis 85 Stunden an, genug also, um selbst dicke Schmöker durchzuwälzen.

Die Software des YotaPhones basiert auf Android 4.2.2, mehrere spezielle Apps erlauben zusätzlich die Interaktion zwischen beiden Bildschirmen. Die Lese-App Bookmate bietet Optionen, die man so ähnlich auch von anderen eBook-Readern wie dem Amazon Kindle kennt, die Sprachenlern-App TeachMe hilft beim Vokabeln pauken, mit Wallpaper, Organize und InternetHub lassen sich präzise jene Inhalte auswählen, die auf dem hinterem Bildschirm angezeigt werden. 

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Im App-Drawer gibt es neben dem Reiter für "Apps" und "Widgets" noch einen dritten für die "YP Apps". / © Yota - AndroidPIT

Außerdem gibt es einen sogenannten “Emotions”-Modus, der bei neuen Nachrichten Bilder anzeigen soll, die zum Inhalt passen. Am besten gefällt mir aber die Kamera: Bevor man ein Foto aufnimmt, verwandelt sich das E-Ink-Display in eine Retro-Kamera inklusive Aufforderung zum Lächeln, direkt nach dem Schnappschuss wird das Bild auf dem E-Ink-Display in Graustufen angezeigt.

Das YotaPhone vereint quasi das beste aus beiden Welten, den Lese-Komfort eines E-Ink-Displays und die Features eines Smartphones. Zugegeben, die Handhabung des zweiten Screens ist etwas gewöhnungsbedürftig, da sie sich doch sehr von der gewohnten Touchscreen-Bedienung unterscheidet. Doch mit etwas Einarbeitungszeit dürfte der Wechsel zwischen Front-Display und Rückseite nicht mehr schwer fallen.

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Bitte lächeln: Das YotaPhone hilft beim Fotografieren. / © Yota - AndroidPIT

Technische Daten und Preis

Die technischen Daten sind dagegen nicht besonders aufregend und bewegen sich im Bereich der guten Mittelklasse. Das Frontdisplay bietet keine besonders hohe Auflösung, für ein 4,3-Zoll-Display ist sie aber ausreichend. Die Akkukapazität ist mit 1.800 Milliamperestunden nicht besonders gut, der Dual-Core-Prozessor könnte zudem abschreckend auf jene wirken, die längst an Quad-Core-CPUs gewöhnt sind. Meiner Meinung nach ist Skepsis hier aber unbegründet, da die technischen Daten für die allermeisten alltäglichen Anwendungen völlig ausreichen. 

Technische Daten  

  YotaPhone
System Android 4.2.2 Jelly Bean
Display Front: LCD, 4,3 Zoll, HD (720 x 1.080 Pixel); Rückseite: E-Ink, EPD, 4,3 Zoll, 360 x 640 Pixel
Prozessor Krait Dual-Core, 1,7 GHz
Arbeitsspeicher 2 GB
Interner Speicher 32 GB
Kamera 13 MP, LED-Blitz; 1 MP Frontkamera
Konnektivität LTE, UMTS, GSM, WLAN 802.11 a/b/g/n, Bluetooth 4.0, GPS
SIM Micro-SIM
Akku 1.800 mAh
Abmessungen 133,6 x 67 x 9,99 mm
Gewicht 146 g
Sonstiges FM-Radio
Farben  Schwarz/Weiß

Problematisch ist eher der Preis: 499 Euro sind nicht gerade wenig, für den gleichen Preis bekommt man fast alle aktuellen Oberklasse-Android-Smartphones. Ob sich die europäische Kundschaft davon abschrecken lässt oder ob das YotaPhone gar ein Verkaufsschlager wird, werden wir bald erfahren, noch im Dezember soll das russische Smartphone nach Deutschland, Österreich, Frankreich und Spanien kommen.

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Top-Kommentare der Community

  • Pascal F. 04.12.2013

    Würde das Ding von Samsung gebaut, würden jetzt die wogen der Begeisterung dermaßen hoch schlagen..........
    Nur weil das Teil von einem bis dato relativ unbekannten hersteller aus Russland stammt, ist es noch lange nicht schlecht, im Gegenteil! Das nenne ich mal Innovation! Richtig geile Idee!

34 Kommentare

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  • ansich ist die idee nicht so verkehrt, jedoch als starre anzeige ohne touchinput, sehe ich für mich zu wenig anwendungspotential.
    nur dafür würde ich kein neues phone kaufen, sowas sollte einfach auch durch ein case machbar sein.

  • das braucht KEINER....zumindest genausowenig wie Facebook

  • Was mich nur gerade bei diesem Wetter interessiert, wie sieht es aus mit dem Betriebstemperaturen?
    Durch zwei verschiedene displays gibt es zwei unterschiedliche mindest Temperaturen.
    Mein derzeitiges S2 muss ich nur nur draußen raus holen und es entstehen durch Xaver schon Kälte streifen und Touchscreen Probleme.
    Muss ich also für draußen eine Schutzhülle besorgen?

  • Zumindest wird hier eine Fläche benutzt die sonst brach liegen wûrde....wenn LG2 mal außen vor gelassen wird.Ich sehe hier auf jedenfall einen Mehrwert ...in der Anwendung und in Bezug der Akkulaufzeit.Hat aber auch seine Nachteile.Mir zb.reicht eine anfällige Seite vollkommen aus.Akku wechselbar hat sich damit auch erledigt.Wahrscheinlich werden wir von diesen System noch viel sehen,hat potential.Sehe eher ab 7Zoll Vorteile .

  • Samsung ist aber nun mal nicht der Ideenpionier für das zweite Display. Ist doch auch schei...egal welche Firma draufsteht, oder ? Und wenn viele sich so eins zulegen lohnt sich die Weiterentwicklung. In naher Zukunft werden viele Skeptiker stolz ihr neues Highendgerät Marke Yodaphone prahlend vorzeigen. . . Oder ist hier jemand der Meinung , dass Samsung schon immer Spitzenlieferant von Telefonen war. . .

  • so ein blödsin, wenn Samsung es baut , hat es zuerstmal 6zoll display und bessere hardware, dann wäre es eine überlegung wert.

  • Hat das HOX/+ kein gekrümmtes Display ?

  • Einen aktuellen Test findest Du hier: https://www.youtube.com/watch?v=JRQR1OQ9uzY&feature=youtube_gdata_player
    Ich weiß nicht, ob icb Fremdlinks einfügen darf, falls nicht, bitte wieder entfernen.

  • Froyo das ist schon der Test. Wurde ja nur übersetzt. Ich glaube das ist der Test von dem portugiesischen AndroidPIT Team

  • Gute Idee falsche Marke um den Markt zu bewegen aber samsung wird es sicher neu erfinden

  • Ich finde die Idee sehr gut!! und würde es mir sogar zulegen.

    Androidpit-Team, wann gibt es ein Test von euch, über das Phone?

  • Mit mehr Power, etwas mehr Akku wäre das genau mein Ding!
    Vorallem lass das mal richtig entwickelt sein. Was man dann alles machen kann mit Front und Back Display...

  • Ich finde das Konzept durchaus interessant und innovativ. Sicher, die Leistung lässt zu Wünschen übrig, zumindest für jene, die bereits ein HighEnd Gerät gewohnt sind. Jene werden sich kein Jota-Phone anlachen, zumindest nicht in der derzeitigen Form. Für Quereinsteiger oder Personen, die ein Uralt-Smartphone haben und sich nun ein neues Gerät kaufen wollen, die werden das Jota sicher in Betracht ziehen. Und wenn das Jota später mit den HighEnd Geräten mithalten kann, wer würde dann nicht mit dem Gedanken spielen? Ich persönlich würde dann sogar das etwas klobige nicht störend finden.

  • innovativ ist es aber, es ist sicher anfällig für kratzer und anderes, zudem hat es einen dualcore mit 2 gb arbeitsspeicher. der arbeitsspeicher ist zu hoch und unnötig. die pixeldichte niedrig. wäre es 300 euro würde es sicher besser ankommen

    •   17

      Pixeldichte niedrig? Du meinst wohl "nicht unnötig hoch". Mit 345ppi ist es schon über dem wahrnehmbaren Bereich bei der Mindestbrennweite des Auges. Die Auflösung des menschlichen Auges beträgt 0.5-1 Bogenminute, unabhängig von der Entfernung. Auf 25cm bezogen würde man maximal Ca. 320dpi brauchen, und bei 441dpi (entspricht glaube ich FullHD bei 5") müsste man das Handy in ungesunden 19cm Abstand halten, um anzufangen, Pixel bei einem guten Auge zu erkennen.
      Wenn du das E-Ink Dosplay als niedrig auflösend bezeichnest, bist du nicht mehr zu retten.
      Also ich finde das Handy klasse, der Akku könnte aber größer sein. Das wäre auch der einzige Kritikpunkt solange es nicht ausführlich getestet wurde. Wünsche mir das gleiche Handy von Sony mit der Cam, Akku und CPU des Z1 sowie dem Aussehen des Z :)

  • Der Preisist zu hoch gepokert
    Ansonsten eine sehr gute revolutionäre Idee

  • Find ich knorke! Bin immer begeistert, wenn findige Geeks ein eigenes Produkt auf die Beine stellen!

  • so richtig dran glauben kann ich noch nicht,denn diverse Yota gerüchte geistern schon seit jahren durch die gegend

  • immer diese Aussagen, dass es niemand braucht. habt ihr die weltweite Statistik der kaufbereitschaft potentieller Kunden und nicht-kunden? ihr klingt wie meine Großeltern. mit dieser Mentalität wäre der Mensch technologisch nicht da, wo er heute ist. "Innovation, ich weiß nicht was es ist, aber ich brauche es nicht." echt der falsche Blog dafür...

    zum device: überaus interessant. ich bin mal gespannt, was die mainstream-Hersteller aus der Idee machen, wwenn dieses hier einigermaßen Akzeptanz bekommt. zumindest ich sehe da so einige sinnvolle aspekte

  • @Pascal F wäre es von samsung würden 90% wieder sagen scheiße oder geklaut oder kack samsung oda so..

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