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Wozu brauche ich Android Wear? Ein persönlicher Bericht

Spätestens seit der Entwicklerkonferenz Google I/O im Juli ist klar: Smartwatches sind heiß, heiß, heiß. Google hat das Thema zur Chef-Sache erklärt und ein neues quasi-Betriebssystem (Android Wear) und zwei damit bestückte Prototyp-Uhren in die Manege geschickt. Hier ein persönlicher Erfahrungbericht zum Thema Android Wear, der hoffentlich das Thema etwas durchleuchtet.

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lg g watch whatsapp teaser
© AndroidPIT

Eine Sache vorweg: Ich bin davon überzeugt, dass der Paradigmenwechsel, der schon vor Android Wear in Gang war, gerade gehörig an Fahrt aufgenommen hat. Die Welt hat mit Smartwatches eine neue, sinnvolle Geräte-Klasse.

Wir beginnen mit einem Schnelldurchlauf für Nachzügler: Android Wear läuft auf Smartwatches, die per Bluetooth mit einem Android-Handy verbunden sind. Nur gepaart ist die Smartwatch wirklich sinnvoll (obwohl sie unabhängig auch eingeschränkt funktioniert). Es lassen sich keine eigenen Apps auf der Smartwatch installieren, stattdessen zeigt sie Inhalte vom Smartphone an. Alle Handy-Benachrichtigungen werden auf der Smartwatch angezeigt, somit ist jede App, die Benachrichtigungen schickt, auch rudimentär fit für Android Wear. Eine tiefere Integration ist auch möglich, muss aber vom App-Entwickler umgesetzt werden. Die Smartwatch macht keine Geräusche, sondern vibriert. Kurz gefasst ist die Smartwatch ein zweites Display für das Smartphone.

lg g watch arm caspar
Immer dabei: Die G Watch am Handgelenk. / © AndroidPIT

Mein Einstieg in die Android-Wear-Welt sollte mit einer LG G Watch geschehen: ein schlichter, eckiger Klotz, der aber einigermaßen bequem zu tragen war. Die Einrichtung ging schnell und schmerzlos: Man installiert die Android-Wear-App, die einen dann durch den kurzen Paarungs- und Einrichtungsprozess führt.

Android Wear – Smartwatch Install on Google Play

Der erste Moment, in dem mein neuer Begleiter zum Einsatz kam, war auf dem Weg zum WM-Spiel-Schauen, als ich mit meinem Fahrrad an der Ampel stand. Mir fiel wieder etwas ein, was ich vergessen hatte, und wollte es schnell in der Cloud speichern. Die Zeit wäre nicht da gewesen, mein Handy rauszukramen, den Lockscreen zu entsperren, die App aufzurufen, und so weiter, aber für die Smartwatch reichte es. Ich tippte auf das Display und sprach zum ersten Mal in meinem Leben mit einer Uhr: “OK Google, erinnere mich dran, dass ich heute Abend noch soundso machen muss”. Es gab eine Quittierung seitens der Uhr, und das war’s. Ich konnte weiterfahren.

Als ich beim Fußballspiel saß, kam plötzlich die Frage auf: “Wie groß ist eigentlich Philipp Lahm?”. Ich leitete sie elegant an meine Uhr weiter und schwupps kam die Antwort! “1,70 m” stand deutlich zu lesen auf meinem Display, hinterlegt von einem Bild des Fußballers. Meine Freunde waren begeistert. Kann die noch mehr? Klar sagte ich: “OK Google, wie lang war die Titanic?”. Die Antwort hatte Google sofort parat. 

“Weiß die Uhr, was du morgen machst?”, wollte ein Freund wissen. “OK Google, was mache ich morgen?”. Die Uhr zeigte mir einen scrollbaren Terminplan an. Später sagte ich der Uhr: “OK Google, bring mich nach Hause”. Die Navigation startete, wusste aber nicht, dass ich auf dem Fahrrad unterwegs war. 

lg g watch arm caspar sprachsuche
Sprechen mit der Uhr: Ein wenig ungewohnt. / © AndroidPIT

Im Laufe der nächsten Tage zeigte mir die Uhr alle neuen E-Mails und anstehende Termin an. Bei Mails kann man ein paar rudimentäre Aktionen ausführen (z.B. archivieren), über die Spracherkennung zu antworten habe ich mich nicht getraut. WhatsApp schickte zu viele Benachrichtigungen (das ist ja auch auf dem Handy ein Problem), aber die kann man für die Uhr abschalten.

In diesen paar unspektakulären Beispielen ist das ungeheure Potenzial von Android Wear erkennbar. Die Smartuhr ist sozial verträglicher als ein Handy, weil die Interaktion schneller und dezenter ist. Das ist genau das, was dem Smartphone fehlt: schneller und dezenter. Google Glass ist hier das perfekte Gegenbeispiel: Deutlich schneller ist es nicht, und es ist ungefähr so sozialverträglich wie ein abgesägter Pferdekopf.

Es gibt natürlich auch ein paar Wermutstropfen, in erster Linie betrifft es die Hardware. Die Uhr ist zu groß und zu eckig, um sie wirklich jeden Tag zu tragen. Sie muss jeden Tag geladen werden. An dieser Stelle die Frage an LG, warum es möglich ist, das Ding verkehrt herum in die Ladeschale zu legen (sodass es nicht lädt): Hier war der Designer des USB-Steckers offensichtlich am Werk. Außerdem ist die Uhr zu schwer und bei direkter Sonneneinstrahlung kaum lesbar.

lg g watch arm swipe
Auch die Navigation mittels Wischgesten ist möglich. / © AndroidPIT

Wir können aber zuversichtlich sein, dass die Hard- und Software rapide an Brauchbarkeit gewinnen werden. Der Grundstein ist da und ist als Fundament gut genug, um darauf langfristig zu bauen.

Eine gute Technologie sollte unsichtbar im Hintergrund schweben, erscheinen wenn sie gebraucht wird, schnell und zuverlässig ihre Arbeit verrichten und dann wieder geräuschlos verschwinden. Genau das kann Android Wear. Mir gefällt’s!

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Top-Kommentare der Community

  • Thomas Stern 13.07.2014

    Genial, endlich gibt es eine Fernbedienung für das Smartphone.
    Und mein Smartphone muss abends nicht mehr so alleine und einsam auf dem Schreibtisch geladen werden.

  • Timmy D. 13.07.2014

    Welcher Depp gibt denn die ganze Zeit einen Daumen runter? :D

  • Simeon S. 13.07.2014

    Toller Bericht. Gefällt mir! Ich will mir auch irgendwann mal eine Smartwatch zulegen, aber momentan hab ich kein Geld dafür und die Moto 360 gibt es eh noch nicht.

  • memasu 13.07.2014

    Warum gibts für so einen Kommentar so viele Daumen runter? Manche Leute ne...

  • Julian 13.07.2014

    Ich werde mir mit großer Wahrscheinlichkeit die Moto 360 zulegen.
    Nur diese Smartwatch würde nämlich für mich momentan in Frage kommen, wegen folgenden beiden, wichtigsten Punkten:
    1. Sie ist rund und das sollte, meiner Meinung nach, eine Uhr sein.
    2. Das Schmuckstück sind unglaublich edel aus (zumindest in den bisher gezeigten Ausführungen).
    3. Sie wird, meines Wissens nach, auch mit dem Moto Maker konfigurierbar sein. Ein auf die die persönlichen Bedürfnisse angepasster Kranz mit dem richtigen (Leder) Armband wird möglich sein.

55 Kommentare

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  • Finde auch interessant, welche Konzepte nun für Smartwatches entwickelt werden, z.B. zum Tippen auf einer Tastatur. Wer kennt Minuum? Eine Kostprobe:
    https://www.youtube.com/watch?v=lA6ey1SzHdM

  • Schön, eigentlich ganz praktisch so eine Uhr

  • Verstehe einfach nicht warum die SmartWatch von Sony nie erwähnt wird, habe die SmartWatch 2 und bin total zufrieden macht das Gleiche wie die Anderen SmartWatch's (Leider auch zu Klotzig) und die Batterie hält eine Woche obendrauf auch noch Wasserdicht ich bin Total begeistert von dieser Uhr.

  • Es gab schon mal jemanden, der mit seiner Uhr gesprochen hat. "schalte auf Überwachung, Kit" :D.... Für mich einfach nur eine Spielerei und nicht notwendig.

  • Inwieweit sich der Gebrauch einer Smartwatch auf den Akku des Handys auswirkt sollte die Redaktion auch mal testen. Neben der Bluetooth Verbindung muss ja auch das GPS um Handy aktiv sein um die Smartwatch sinnvoll zu nutzen oder habe ich das falsch verstanden?

    • Positiv. Bluetooth verbraucht bei 24 Stunden Laufzeit am Tag so wenig Akku, dass es in der Verbrauchs-Übersicht nicht einmal gelistet ist. Zusammen damit, dass ich nun viel seltener das Handy anschalte, um Notifications zu checken, hält der Smartphone Akku länger als vorher. Nutze noch immer mein gutes altes Galaxy Nexus, dass noch kein stromsparendes Bluetooth LE hat, somit brauchst dir bei neueren Geräten ebenfalls keine Sorgen machen.

    • Positiv. Bluetooth verbraucht bei 24 Stunden Laufzeit am Tag so wenig Akku, dass es in der Verbrauchs-Übersicht nicht einmal gelistet ist. Zusammen damit, dass ich nun viel seltener das Handy anschalte, um Notifications zu checken, hält der Smartphone Akku länger als vorher. Nutze noch immer mein gutes altes Galaxy Nexus, dass noch kein stromsparendes Bluetooth LE hat, somit brauchst dir bei neueren Geräten ebenfalls keine Sorgen machen.

  • Bluetooth, ein Akkufresser mehr! Nein Danke!!!

    • Bluetooth sieht nicht so viel Akku wie z.b ein WLAN Hotspot. Und so viel fressen tut es auch nicht.

    • Habe ich auch gedacht. Jetzt läuft Bluetooth an meinem alten Galaxy Nexus 24 Stunden am Tag und es wird in der Akkuverbrauch-Übersicht nicht einmal aufgelistet, weil er so gering ist. Tatsache ist, da ich das Smartphone nun wesentlich seltener anschalte, hält dessen Akku sogar länger durch als vorher.

  • Deutlich alltagstauglicher wäre so eine "Uhr" mit E-Ink Carta Display wie z.b. beim Kindle Paperwhite!
    Vorteile: Deutlich besserer Kontrast, ablesbar auch in voller Sonne, Akku-Laufzeit bis 2 Monate.
    Für so ein Gerät, wo es nur mal um schnelle Infos unterwegs geht, sind Farbbildchen echt nicht nötig. Ist die wenigstens Wasserdicht, oder muss man sie bei jedem Regen und Hände waschen abnehmen?
    Trotzdem, der Trend ist nix für mich, denn unterwegs interessieren mich andere Dinge und die Umweld. Zum unterwegs mal nötig telefonieren oder SMS schreiben, nehme ich das Handy. Da ich diese Uhr bisher noch nie vermisst habe, brauche ich sie auch nicht!
    Liegt sicher auch daran, das ich mich nicht wichtiger nehme als ich bin...

  • kann mir kaum vorstellen wer sich so einen hässlichen klotz ans handgelenk schnallen soll ^^---
    und selbst wenn sich die moto als ansehnlicher ( in echt ) herausstellen sollte werde ich sicherlich bei diesem trend nicht mit machen.
    ich frage mich echt ob alle so eine uhr auch wirklich kaufen die hier grosse töne spucken...
    dann ist ab 2015 auf den strassen keine normale uhr mehr zu sehen...

  • Bin kein Uhrenträger aber bei der moto 360 werd ich wohl schwach sieht super aus
    und hat auch noch einen praktischen Sinn also wieso nicht

  • @caspar
    Hoffe, der erste Screenshot ist nicht echt. (bezüglich der "Unterhaltung")

  •   25

    Ich für meinen Teil gehe davon aus, dass Smart Watches in Zukunft neben Smartphones und Tablets die prägenden Geräte sein werden.
    Google Glass bspw steht da meiner Meinung nach durchaus schlechter dar.

  • Hier ist wohl ein Dislike bot :D

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