Diese Website verwendet Cookies, um Ihnen ein besseres Nutzungserlebnis bieten zu können. OK
6 Min Lesezeit 87 mal geteilt 12 Kommentare

WLAN verstärken: Tipps zur Optimierung und günstige Repeater

Wenn an Eurem Android-Smartphone der WLAN-Empfang schlecht ist oder Ihr sogar WLAN-Abbrüche habt, müsst Ihr nicht verzweifeln oder gleich teures Zubehör kaufen. Oftmals reicht eine kleine Optimierung. Wir zeigen Euch, wie Ihr in wenigen Schritten Euer WLAN-Signal verstärken könnt und geben Kauftipps für günstige WLAN-Repeater.

WLAN optimieren ohne Investition

Wenn Ihr bei Eurem Provider den Internetanschluss bestlelt, habt Ihr zu Beginn oft nur genau einen Router. Dieser kümmert sich logischerweise um das komplette WLAN-Signal in Eurem Haus. Sein Signal reicht zwar einige Meter weit aus, wird jedoch mit größer werdendem Abstand und mit der Zahl, der Dicke und dem Material der Hindernisse schwächer. Irgendwann reißt die Verbindung ab und Euer Smartphone schaltet um auf die teuren mobilen Daten.

Standort des WLAN-Routers verbessern

Die besten Tipps zum optimalen Aufstellen des Routers komen logischerweise von den Router-Herstellern selbst. Fritzbox-Hersteller AVM etwa rät Euch Folgendes:

Stellen Sie die FRITZ!Box so auf, dass sie nicht durch andere Gegenstände abgedeckt ist und sich möglichst wenige Hindernisse zwischen ihr und den anderen WLAN-Geräten befinden. Gegenstände aus Metall und wasserhaltige Materialien behindern die Ausbreitung von Funkwellen besonders stark – ebenso Fensterscheiben mit Wärmeschutzverglasung.

Zubehör-Hersteller Devolo ergänzt:

Versteckt innerhalb eines Schranks, in Raumecken auf dem Boden oder im untersten Kellergeschoss sind keine guten Standorte. Stellen Sie den Router zentral und frei auf, so dass die Abstände zu den verschiedenen Geräten gering bleiben. Optimal ist eine etwas erhöhte Position. Wände, Möbel, Metallgegenstände oder Elektrogeräte in unmittelbarer Nähe sind zu vermeiden.

Der Kanal der Wahl: anderen WLANs aus dem Weg gehen

Auch Devolo hilft beim Verbessern des WLANs und nennt eine weitere Ursache für langsame Verbindungen:

Da der nutzbare Frequenzbereich recht schmal ist, stören auch andere WLAN Router in der näheren Umgebung. Denn oft nutzen Sie den gleichen Funkkanal und beeinflussen sich somit gegenseitig.

Bei der Wahl des besten WLAN-Kanals hilft Euch die kostenlose App Wifi Analyzer:

WiFiAnalyzer (open-source) Install on Google Play

Es handelt sich hierbei um den Erben dieser gleichnamigen App. Die neue Version erfordert Android 6.0 Marhsmallow oder neuer. Die alte ist zwar mit älteren Android-Versionen kompatiel, lief aber auf dreien unserer Testgeräte nur fehlerhaft und konnte keine brauchbare Kanal-Empfehlung ausgeben.

wifi optimizer open source de
Logisch: Der überbelegte Kanal 6 und seine Nachbarn haben ein schlechtes Rating. / © AndroidPIT

Manche Router wie die Fritzbox 7490 machen diesen Scan selbst. Die Störquelle für den Empfang im Schlafzimmer ist für den Router aber nicht sichtbar, wenn dieser sich im Wohnzimmer befindet. Der WiFi-Analyzer kann Euch also helfen, um in unterschiedlichen Bereichen Eures Hauses Scans zu machen. So findet Ihr den einen Kanal, der für alle Zimmer der beste ist.

fritzbox 7490 autokanal
Spannenderweise kommt die Fritzbox auf ein komplett anderes Ergebnis. / © AndroidPIT

WLAN umbenennen

Mit etwas Pech heißt das WLAN Eures Nachbarn genau so wie Eures. Dann "kann es passieren, dass WLAN-Geräte automatisch versuchen, eine Verbindung zum falschen Funknetz herzustellen", heißt es in der Hilfe von AVM. Der Name des WLANs wird als SSID bezeichnet und kann in der Konfigurationsseite Eures Routers geändert werden.

Sendeleistung anpassen

Moderne Router wie etwa die Fritzbox 7490 geben nicht immer volle Leistung auf die Antennen. In den Kanaleinstellunge lässt sich dann oft ein Menü aufklappen, in dem Ihr die maximale Sendeleistung auf den höchsten Wert anheben könnt. Dies könnte die WLAN-Reichweite zwar erhöhen, erzeugt jedoch für noch größere Störsignale bei den Nachbarn. Falls diese Methode bei Euch nicht hilft, seid Ihr also auf eine physische Verstärkung Eures WLAN-Netzes angewiesen. Anschließend solltet Ihr die Sendeleistung wieder auf den Wert absenken, der für Euch ausreicht.

AndroidPIT wifi repeater 2426
Brücken und Repeater sorgen für echte Verstärkung. / © AndroidPIT

WLAN verstärken mit Repeatern

Die zuverlässige und saubere Variante, ein WLAN-Netz zu optimieren, geht über zusätzliche Antennen. Repeater kamen schon vor vielen Jahren in DECT-Telefon-Anlagen zum Einsatz und in großen WLANs funktionieren sie Analog. Sie vergrößern den WLAN-Bereich, in dem Ihr Euch ohne Verbindungsabbrücke frei bewegen könnt. Außerdem halfen Sie dabei, vom Router entfernte Zimmer zu erreichen.

AndroidPIT wifi repeater 2413
Die Brücken von AVM und Devolo bringen WLAN in entlegene Räume. / © AndroidPIT

Technisch gibt es bei ihnen zwei Typen zu unterscheiden:

Die Powerline-Brücke

Die Powerline-Brücke nutzt Euer Stromnetzes, um zwei entfernte Zimmer miteinander zu vernetzen. Sie besteht aus zwei Adaptern, die beliebig weit entfernt sein dürfen, solange sie sich einen Sicherungskreis teilen. Der eine Adapter wird per LAN-Kabel mit dem Router verbunden und gibt ein verschlüsseltes LAN-Signal in Euer Stromnetz ab. Der andere empfängt dieses Signal und wandelt es in ein wiederum verschlüsseltes WLAN um.

AndroidPIT wifi repeater 2419
Die Devolo-Brücken leiten den Strom an ihre Steckdosen weiter. / © AndroidPIT

Das am Ziel-Gerät emittierte WLAN hat im übrigen eine andere SSID und ein anderes Passwort, sodass Geräte nicht nahtlos von der einen WLAN-Verbindung zur nächsten springen können. Üblicherweise sind die Adapter jedoch so weit voneinander entfernt, dass es ohnehin zum Verbindungsabriss kommen würde. Natürlich ist es auch möglich die SSID anzugleichen, dazu raten wir aber nicht. Diese Brücken gibt es neu für unter 100 Euro.

Die WLAN-Repeater

Reine Repeater hingegen können ein WLAN tatsächlich verstärken. In den Randbereichen, in denen es schwach wird, frischen sie das Signal wieder auf und vergrößern so die abgedeckte Fläche Eures WLAN-Netzes. Dabei halbiert sich die maximale Bandbreite aber, da der Repeater sowohl mit den Endgeräten als auch mit dem Router kommuniziert. In unserem Schnelltest wäre eine DSL-Leitung mit 16-Mbit/s jedoch nicht beeinträchtigt.

Um herauszufinden, wo wir unseren Repeater optimal platzieren, haben wir die App von Devolo verwendet:

devolo WLAN Hilfe Install on Google Play
devolo repeater positioning
Wo platziert man den Repeater optimalerweise? / © AndroidPIT

Habt Ihr die richtige Position gefunden, braucht Ihr bloß noch das passende Gerät. Das sollte technisch auf der Höhe Eures Routers liegen, also zumindest denselben WLAN-Standard beherrschen. Hat Euer Router 802.11ac, Eurer Repeater aber nur 11n, wird der Verstärker zum Bremser. In unserem Schnellvergleich hatten wir mit einem AVM-Repeater, der kein 11ac beherrscht hat, schlechtere Werte erzielt als mit einem 11ac-fähigen Devolo-Gerät im selben System und Aufbau.

wifi repeater router vs devolo vs avm repeater
Fritzbox vs. Devolo WLAN Repeater ac vs. Fritz Powerline 546E als WLAN-Brücke vs. Fritz WLAN Repeater 1750E. / © AndroidPIT

Im Schnellvergleich haben wir das Fritz Powerline 546E WLAN Set in den WLAN-Brücken-Modus versetzt und mit einem Devolo-Repeater verglichen. Als Referenzwert haben wir eine Messung direkt neben der Fritzbox gemacht. In beiden fällen sinkt der Durchsatz drastisch, während die Antwortzeit (Ping) erfreulich niedrig bleibt.

AndroidPIT wifi repeater 2423
Der Devolo-Repeater hat zusätzlich eine LAN-Buchse für Geräte ohne WLAN. / © AndroidPIT

Das später eingetroffene Testgerät Fritz WLAN Repeater 1750E hat in diesem Vergleich gesiegt. Der 11ac-fähige Repeater konnte dreimal höhere Werte erzielen als das Devolo-Produkt.

Durch die Standardisierung ist zwar der Mischbetrieb mit Geräten unterschiedlicher Hersteller möglich. Jedoch können manche spezifische Optimierungen für Aussetzer sorgen, die wir auch mit einem WLAN-Speedtest wie im oberen Bild nicht sichtbar machen können.

12 Kommentare

Neuen Kommentar schreiben:
  • Ich kann für mehrstöckige Gebäude mit dickem Stahlbeton eher die 2x Router Lösung ans Herz legen.

    1x teuren Router im Geschoss der meisten Elektronik und 1x günstiger Router als Media Bridge für das andere Geschoss.

    WiFi Repeater sind oft teurer als günstige gute Router und können auch kein Multi MiMo oder laufen nur Monate gut, bis die dann gar nicht mehr richtig laufen.

    Ist nur meine persönliche Erfahrung und Empfehlung 😏😝

  • die Z. vor 4 Wochen Link zum Kommentar

    Nachdem wir viele Probleme mir der Wlan Verbindung hatten, habe ich folgendes Produkt am Router angeschlossen und seit einem halben Jahr habe ich "Ruhe"....
    UbiQuiti UniFi AP, AC LITE (UAP-AC-LITE)

  • Wenn man sich einen Kanal manuell wählt sollte man aber auch beachten, dass immer der Kanal davor und dahinter auch frei und nicht genutzt werden. Sonst ist das nämlich für alle ärgerlich, da es das ganze mehr blockiert und erheblich verlangsamt als es nutzt. In Ballungsräumen sehr schwierig.

    Bei Repeatern fehlt mir häufig der MAC Filter aber bin auch ohne Zusatzgerät mit meiner FB sehr zufrieden und habe keine nennenswerten WLAN Schwächen. Würde mir für zu Hause nichts anderes holen.

  • Ich bin mit Draytek mehr als zufrieden. Nur um mal ne Alternative zu nennen.

    • Dürfte den meisten aber zu teuer sein.

      In DE schwärmt man, aus mir unerfindlichen Gründen, immer von AVM/Fritzboxen. Aber m.E.n. haben die Kisten mindestens im ersten Jahr nach Markterscheinen bis dato immer just mit WLAN erhebliche Probleme.

  • Wichtig ist, daß die beiden Frequenzbänder (2,4 GHZ und 5GHz) eine unterschiedliche SSID bekommen. Bei der Fritz!Box sind diese von Werk aus gleich benannt, z.B. FRITZ!Box 7490. Smartphones können da Probleme haben, sich z.B. in das bessere 5GHZ Frequenzband einzuloggen und hängen ständig auf den 2,4GHz. Dieses also z.B. in FRITZ!Box 7490 5GHz umbenennen, und schon läuft alles bestens. Zudem sollte die Sendeleistung auf 100% gestellt sein. Bei Laptops empfielt es sich auch, die WLAN-Karte gegen eine mit beiden Bändern auszutauschen, sollte noch eine alte ABG-Karte verbaut sein. Die bekommt man schon für unter 20€.

    • Dieser Tipp ist mehr als veraltet. Vorallem bei dem genannten Gerät FB7490.
      Die 7490 unterstützt Band Steering, was auch die meisten aktuellen Geräte unterstützen. Damit passt die FB das WLAN Band automatisch an die Begebenheiten im Netzwerk an. Ist das 5GHz Band zum Beispiel stark ausgelastet werden andere Geräte auf 2,4 GHz umgeleitet. In meinem Netzwerk funktioniert das sehr gut.
      Außerdem ist es NIEMALS empfehlenswert den Namen des Routers in die SSID zu schreiben. Immer was neutrales wählen

      • Auch wenn der Tipp veraltet ist, steht er nicht im Artikel. Und wer ihn nicht kennt, kann ihn auch nicht umsetzen. Und das mit dem SSID-Namen war ein Beispiel. Erkennt man an den Buchstaben "z.B."Was jeder da rein schreibt ist ihm selbst überlassen. Auch wenn die 7490 Bandsteering unterstützt hat selbige aus eigener Erfahrung heraus Probleme, wenn beide Bänder gleich benannt sind.

      • Kann ich nicht bestätigen. Das Band Steering funktioniert einwandfrei. Vorausgesetzt das Gerät unterstützt das auch

  • Wir wohnen in einem Reihenmittelhaus. Der Router steht auf der einen Seite... auf der anderen Seite (ca 12 Meter entfernt) habe einen Repeater aufgestellt, der das Signal die Treppe hoch bringt. Trotzdem habe ich im Büro im 1. OG noch Devolo dLAN (Duo) angeschlossen, da die Rechner leider nur per LAN verbunden werden. So habe ich im gesamten Haus ein gutes WLAn. Sobald ich im Carport einparke, verbindet sich mein Handy damit und die Updates gehen los ;-)

  • Sophia Neun
    • Admin
    • Staff
    vor 1 Monat Link zum Kommentar

    Der Wifi Analyzer ist wirklich klasse und ich nutze ihn schon sehr lange. :) Wobei ein Austausch des Routers dann letztlich am meisten gebracht hat. Danach wusste ich, warum alle so von ihrer Fritzbox schwärmen. ;)

Diese Website verwendet Cookies, um Ihnen ein besseres Nutzungserlebnis bieten zu können. Mehr dazu

Alles klar!