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WiFi oder 5G: Streit um die bessere Technik für das Auto der Zukunft

WiFi oder 5G: Streit um die bessere Technik für das Auto der Zukunft

Qualcomm, BMW und Deutsche Telekom stehen Automobilherstellern wie Volkswagen, Renault und Volvo gegenüber. Es geht darum, wie Connected Cars in der Zukunft miteinander und mit der Außenwelt kommunizieren.

Es gibt Streit über die Regeln für vernetzte und autonome Autos in Europa, wenn es darum geht, wie Informationen zwischen Fahrzeugen und Infrastruktur übertragen werden. Zum Beispiel: Wie man ein Fahrzeug auf andere Fahrzeuge in der Nähe oder auf der Straße aufmerksam macht sowie wie man Ampelsignale an das Auto sendet, etc.

Am heutigen Mittwoch, den 17. April, wird das Europäische Parlament über den von der Europäischen Kommission, dem Exekutivorgan der EU, ausgearbeiteten Verordnungsentwurf abstimmen. In dem wird der Einsatz von WiFi-basierten Technologien unterstützt, die von VW, General Motors und der Volvo-Gruppe angetrieben werden.

Als Reaktion auf diesen Prozess haben BMW und andere Automobil- und Telekommunikationsunternehmen die Gesetzgeber der Europäischen Union aufgefordert, die Verordnung abzulehnen. Sie argumentiert, dass das Gesetz zusätzliche Investitionen in eine Technologie erzwingen würde, die bald redundant werden dürfte, da 5G die bessere Alternative darstellt.

"Wir sind sicher, dass die Gesetzgebung zur WiFi-Technologie zu erheblichen Verzögerungen bei der Einführung von Kommunikationssystemen in Europa führen wird, sowohl bei der Kommunikation vom Auto zum Auto als auch vom Auto zur Infrastruktur", sagten BMW-Chef Harald Krüger und Telekom-Chef Timotheus Hoettges in einem gemeinsamen Brief an Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer.

bmw autonomous drivingBMW will keine Zeit mit WiFi-Technologien verschwenden. / © AndroidPIT

Mit einer am Montag veröffentlichten Erklärung reihen sich auch Computer- und Automobilverbände einschließlich 5GAA, zu denen Qualcomm, Ford und Daimler gehören, mit ein. Die Kommission fordert das Europäische Parlament und die Mitgliedstaaten auf, die Verordnung abzulehnen und erklärte, dass die Regelung "die Erhöhung der Sicherheit behindern und sich negativ auf die Wettbewerbsfähigkeit des Automobilsektors und die Entwicklung der 5G-Technologie in Europa auswirken wird".

Volkswagen, Renault und Volvo sind für WiFi

Unternehmen, die den Einsatz der WiFi-Technologie unterstützen, wozu unter anderem Volkswagen, Renault, MAN und NXP Semiconductors NV gehören, argumentieren in die andere Richtung. Sie sagen, dass die Industrie eine klare Vorstellung davon haben muss, welche Systeme so schnell wie möglich eingesetzt werden können, wobei die WiFi-Technologie die Einzige derzeit verfügbare ist. Der zweitgrößte Hersteller von LKWs, die Volvo-Gruppe in Schweden, hat erklärt, dass der Verordnungsentwurf mehr Raum für die baldige Einführung der 5G-Technologie lässt.

Und was passiert jetzt? Nun, wenn das Europäische Parlament beschließt, den Verordnungsentwurf abzulehnen, geht es von vorne los, sodass ein neuer Entwurf erstellt werden muss. Wenn der Entwurf dagegen hingegen wird, könnten die Mitgliedstaaten dennoch beschließen, ein Veto einzulegen.

Die Ankunft autonomer Autos scheint unmittelbar bevorzustehen, aber der Ausbau der 5G-Technologie steht noch aus. Und diese Lücke könnte mehr als ein Problem, sowohl im öffentlichen als auch im privaten Sektor, verursachen. Im öffentlichen Bereich, aufgrund des möglichen legislativen Chaos, das sich wie in diesem Fall zu verbreiten droht. Und im privaten Bereich, aufgrund der Unsicherheit der Unternehmen, wenn es um Investitionen in die eine oder andere Technologie geht, sowie wegen des fehlenden branchenübergreifenden Konsenses.

Was denkt Ihr? Ist es richtig jetzt noch in die WiFi-Technologien zu investieren oder sollte man sich bei selbstfahrenden Autos besser für 5G fit machen?

Quelle: Bloomberg

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10 Kommentare

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  • Es geht um Kosten. Ein funktionsfähiges 5G Netz aufzubauen ist teuer bis sehr sehr teuer. Wenn es nach Schnelligkeit gehen soll - dann ist WLAN die beste Option momentan, denn es gibt schon ein 802.11P Standard welcher speziell fürs autonomes Fahren entwickeln wurde.
    Wenn es aber zukunftssicher sein sollte - kommen wir um ein 5G Netz nicht drum rum.
    Das einzige und das größte Problem bei den WLAN Netzen ist immer noch die Reichtweite, die Latenzzeit und wenn mehr als 50 Autos über verschiedene oder auch gleiche Kanäle kommunizieren, dann beträgt die Latenzzeit halt nicht 1ms sondern gleich 50ms oder gar eine Sekunde. Das ist bei Tempo 120kmh schon fast tödlich.
    Meine Meinung - Europa muss zukunftsicherer denken, das 5G Netz ist die einzige Zukunft.


  •   71
    Gelöschter Account vor 6 Monaten Link zum Kommentar

    WiFi oder 5G....gute Frage. WiFi wird schon einige Jahre in Autos verbaut.
    WiFi hat gute Vorteile :WLAN - im Gegensatz zu mobilen Daten - "kostenlos". Die Nutzung des WLANs wird über den entsprechenden Internetvertrag abgerechnet. WLAN verursacht also keine zusätzlichen Kosten. WLAN wird überall gern kostenlos angeboten und genutzt.

    Aber auch Nachteile :Ungünstig ist z. B. die Übertragungsgeschwindigkeit, die geringer als mit einem Kabel ist. Weiterhin kann es zu Unterbrechungen des Signals kommen, wenn Sie zu weit von der Quelle entfernt sind. Zuletzt ist die erzeugte WLAN-Strahlung in Kritik, ähnlich wie die Handystrahlung.


  • Definitiv kein Interesse an einer umfassenden Vernetzung meines Autos. Wird eh schon genug spioniert.


  • Wi-Fi gibt es bereits, Thema gegessen ... Später kann man immer noch "um- oder aufrüsten"

    JensGelöschter Account


  • Das die Telcos gegen WiFi sind ist ja klar (da braucht man keine SIM Karte -> keine Talers für die Telcos)
    Bei den Herstellern wird der eigentliche Grund der sein, das man per WiFi nicht so einfach Fahrzeugdaten sammeln kann, die dann monetarisiert werden können.

    Wer wird bei der 5G Variante eigentlich die Telcos bezahlen?
    Die Hersteller eher nicht, oder?
    Also ein automatischer Zwangsvertrag bei der Telecom beim Kauf eines Autos?

    ...und wie steht es mit der Konnektivität?
    Per WiFi von Auto zu Auto eher kein Problem, aber wenn man sieht, das die Telcos in DE nicht mal mit 3G/4G eine zuverlässige Abdeckung hinbekommen, was trägt die Vermutung, mit 5G wird das besser werden?
    Wenn es aber nicht besser wird, woher kommt dann die automatische Bremswarnung bei nem Unfall um die nächste Ecke, wenn da "rein zufällig" gerade ein Funkloch ist?


    • 5G für Fahrzeugvernetzung kennt einen funktionalen Modus, der die direkte Vernetzung der Fahrzeuge untereinander auch erlaubt, wenn keine 5G-Infrastruktur verfügbar ist, wäre zumindest diesbezüglich also mit WiFi ebenbürtig.
      Beim Rest stimme ich Dir aber zu. Die Vorstellung eine monatliche Gebühr für die Nutzung der Vernetzung zu zahlen lässt mir die WiFi-Lösung ebenfalls sympathischer erscheinen.
      WiFi für Fahrzeugvernetzung wurde speziell in einem eigenen, relativ neuen Standard spezifiziert, was daran veraltet sein soll, ist für mich nicht nachvollziehbar.
      Einen gewissen, durchaus längeren Zeitraum wird die C2C aber auch die C2X Vernetzung ohnehin einen sehr eingeschränkten Wert haben. Nicht nur Funklöcher oder funktechnisch schwierige Umfelder schränken diesen ein. Auch der ganze Fahrzeugaltbestand, der nicht nachgerüstet wird, trägt dazu bei.
      Was nützt mir eine Warnung vor einem Stauende, wenn sie nur in einem von zwanzig Fällen kommt, entweder weil die fehlende Funkverbindung sie verhindert, oder weil die Fahrzeuge im Umfeld nicht vernetzt sind?
      Von einem direkten Eingriff in die Fahrzeugsteuerung kann man da noch mehr warnen. Zwar ist jeder verhinderte Unfall positiv zu sehen, aber wenn die Unfallzahl steigt, weil sich die Fahrer auf die Reissleinenfunktion des Fahrzeugs verlassen, die tatsächlich nur selten greift, kann das die Unfallzahl sogar steigen lassen, und selbst wenn die Fahrzeugelektronik oft eine autonome Notbremsung veranlasst und der Fahrer sich darauf verlässt, in einigen Fällen sie das aber nicht kann, obwohl sie es müsste, macht das die Sache auch nicht besser.
      Anders als bei ABS und ESP, die eigentlich auch nur Fahrerfehler korrigieren sollen, kann das bei der Fahrzeugvernetzung systembedingt nicht zuverlässig erfolgen, was ihren Wert auf absehbare Zeit sehr relativiert.
      Eine auf die Windschutzscheibe projezierte Warnung vor einer roten Ampel durch die Infrastruktur ist auch nicht sonderlich hilfreich, wenn sie nur bei jeder 30 Ampel erfolgt, weil die anderen 29 noch nicht vernetzt sind.
      Das Problem der besseren Funktechnologie halte ich für gering gegenüber diesem Legacy-Problem, aber o.k., darüber wird auch nicht abgestimmt.


      • "5G für Fahrzeugvernetzung kennt einen funktionalen Modus, der die direkte Vernetzung der Fahrzeuge untereinander auch erlaubt, wenn keine 5G-Infrastruktur verfügbar ist, wäre zumindest diesbezüglich also mit WiFi ebenbürtig."

        Das stimmt - aus Sicht des Fahrzeughalters, der das schwächste Glied unter den Beteiligten ist :)

        Die Hersteller wollen aber Daten sammeln, Profile erstellen und damit Geld machen, und die Telcos sehen in diesem "neuen Markt" natürlich ebenfalls eine Goldgrube - entweder der Fahrzeughalter muss für 5G zahlen, oder eben der Fahrzeughersteller, der gerne deine Daten hätte.
        Da wird dann schnell wieder argumentiert werden, das der Staat den Ausbau (mit-)finanzieren soll, damit an jeder Straße "Empfang" ist, und der zahlt das wovon? Genau: deine Steuern.

        ...und das Sinnhaftigkeit bei dieserlei Entscheidungen keine Rolle spielt, konnte man ja gerade erst wieder sehr schön am LSR sehen - das zweite mal (erst lokal in DE, war ein völliger Reinfall, jetzt nochmal in schlimmer per EU)


      • "5G für Fahrzeugvernetzung kennt einen funktionalen Modus, der die direkte Vernetzung der Fahrzeuge untereinander auch erlaubt, wenn keine 5G-Infrastruktur verfügbar ist, wäre zumindest diesbezüglich also mit WiFi ebenbürtig."

        Das war meinerseits nur auf die technische Möglichkeit bezogen, die Fahrzeuge ohne Infrastruktur zu vernetzen, was mir selber auch noch nicht lange bekannt ist.
        Ansonsten widerspreche ich nicht.


      • Hatte ich auch nicht so verstanden, sorry wenn das falsch rüberkam.


  • Wieso nicht beides

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