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Kommentar 5 Min Lesezeit 68 Kommentare

Wie viel Datenvolumen brauche ich wirklich?

Einer der erfreulicheren Trends 2017 war, dass die Preise für mobiles Datenvolumen ein wenig sanken. Vor Weihnachten werden beim Smartphone-Kauf wieder viele neue Verträge abgeschlossen, die Kunden dann zwei Jahre an sich binden. Damit Ihr Euch in zwei Jahren nicht ärgert, dass das Datenvolumen nie ausreicht, machen wir hier eine Hochrechnung, wie viel Gigabyte High-Speed-Volumen Euer neuer Vertrag mindestens haben sollte.

"500 MByte pro Monat reichen mir völlig aus" oder "2 GByte Datenvolumen sind genug für mich" sind Sätze, die man heute öfters hört; entweder von Bekannten oder vom Berater im Handyladen. Was heute stimmen kann, kann schon in wenigen Monaten zum Ärgernis werden. Denn nur wenige Tarife lassen sich nachträglich preiswert anpassen. Und zusätzliche Datenpakete à la Vodafone SpeedGo, O2 Datenautomatik oder Telekom SpeedOn sind dermaßen teuer, dass viele Kunden verzweifelt versuchen, diese oft automatischen Volumenerweiterungen abzuschalten.

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Mobilfunk so weit das Auge reicht: Der LTE-Ausbau läuft im Schneckentempo, aber immerhin purzeln die Datenpreise. / © O2

Doch wie viel Datenvolumen ist in zwei Jahren noch genug? Und warum sollte der Bedarf überhaupt steigen? Nun ja, im Laufe der Zeit werdet Ihr mit dem neuen Smartphone mehr machen, also auch mehr Daten verbrauchen. Gleichzeitig sinken die Preise für mobile Daten; sprich Tarife haben mehr Inklusivvolumen bei gleichbleibenden monatlichen Grundpreisen. App- und Web-Entwickler gehen darauf ein, indem sie in ihre Diensten mehr Datenverkehr zulassen. Kompression oder Offline-Funktionalität wird zurückgeschraubt; latenzarme Live-Daten rücken in den Vordergrund. Mobiles Streaming wird normal.

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Die Menge verbrauchter mobiler Daten wächst stetig. / © Verband der Anbieter von Telekommunikations- und Mehrwertdiensten e.V.

Jedes Jahr 50 Prozent mehr Daten

Die Deutschen verbrauchen jedes Jahr zwischen 40 und 50 Prozent mehr mobile Daten, sowohl laut der Erhebung des Verbandes der Anbieter von Telekommunikations- und Mehrwertdiensten (VATM) als auch laut der Analyse von O2. Das Wachstum ist beide Male ähnlich, nur die absoluten Zahlen weichen zumindest bei O2 deutlich vom Branchen-Durchschnitt ab.

Ende 2017 sollen O2-Kunden je rund 2,4 GByte mobile Daten pro Monat verbraucht haben. Ende 2016 waren das noch rund 1,7 GByte, also rund 41 Prozent weniger. Beide absoluten Werte sind zwar deutlich höher als der Branchendurchschnitt von letztendlich 850 MByte aus der obigen VATM-Erhebung, jedoch aufgrund der oft erheblich günstigeren Verträge bei O2 auch nachvollziehbar.

Vor allem im Jahr 2017 hat O2 viel Druck auf die Konkurrenz ausgeübt, indem es zum Markenjubiläum satte 15 GByte Volumen für rund 30 Euro Grundgebühr anbot. Zum Vergleich: Für 30 Euro bekommt man bei der Telekom gerade mal 2 GByte, genau so bei Vodafone. Bei O2 wird zwar nicht mehr Jubiläum gefeiert, der 30-Euro-Tarif spendiert Euch aber nach wie vor fünfmal so viel Datenvolumen wie bei der Konkurrenz. Leider ist der Netzausbau nachweislich nicht so gut wie bei der Konkurrenz.

Ja, cool. Aber wieviel Datenvolumen brauche ich?

Falls Ihr Euren aktuellen Verbrauch mobiler Daten kennt, und einen Laufzeitvertrag abschließen wollt, solltet Ihr zwei Jahre vorausrechnen. Da der Verbrauch statistisch pro Jahr um 50 Prozent steigt, heißt es also Verbrauch x 1,5 x 1,5. In der Tabelle wären das dann:

Verbrauch-Prognose für häufige Datenvolumina

Verbrauch aktuell Verbrauch voraussichtlich Ende 2019
300 MByte 675 MByte
500 MByte 1,13 GByte
850 MByte (Volksdurchschnitt, VATM) 1,91 GByte
1 GByte 2,25 GByte
2 GByte 4,5 GByte
3 GByte 6,75 GByte
5 GByte 11,25 GByte

Die 10-GByte Tarife von O2 erscheinen plötzlich nur noch gerade ausreichend, wenn man am Ende ihrer Laufzeit noch uneingeschränkt mobil Surfen will. Telekom und Vodafone sind aktuell jedoch in Begriff, diese Statistiken zu verzerren. Denn nicht alle mobil übertragenen Daten zählen dort gegen Eure knappe Quota.

Streaming-Flatrates und WLAN-Hotspots sind ein schlechter Ersatz für ausreichende Daten-Quota

Mit den Angeboten Telekom StreamON und Vodafone Pass könnt Ihr bestimmte Streaming-Angebote nutzen, ohne Euer Datenvolumen zu verbrauchen. Diese würden theoretisch in die VATM-Statistik einfließen, da die Datenübertragung trotzdem stattfindet. Ihr könnt dann aber Netflix, Spotify und andere Datenvolumen-intensive Anwendungen maßlos verwenden, ohne die teuren 2 GByte Eures Telekom- oder Vodafone-Tarifs anzutasten.

Dass die Bundesnetzagentur diese Masche auf dem Kieker hat, versteht sich von alleine. Schließlich sind Streaming-Anbieter außerhalb des Portfolios der Netzbetreiber klar im Nachteil; die Netzneutralität liegt trotzdem auf dem Verhandlungstisch. Warum? Die Nutzer werden sich auf die vorgegebenen Online-Dienste beschränken, wenn sie ihr knappes Datenvolumen nicht verbrauchen wollen. Das schränkt die Freiheit der Nutzer ein und schafft einen Nachteil für Dienstbetreiber, wenn sie nicht Teil des StreamOn- oder Pass-Portfolios sind.

Abseits der Streaming-Flatrates bieten die beiden teureren Anbieter Zugang zu jeweils einem Netz aus WLAN-Hotspots, die ebenfalls quotenfrei genutzt werden können. Da diese WLAN-Inseln jedoch schwer zu finden sind und Eure Bewegungsfreiheit einschränken, gelten auch sie nicht als zuverlässiger Ersatz für ausrechendes Datenvolumen.

Fazit

Legt Euch nicht blind auf einen Tarif mit knappem Datenvolumen fest. Anhand Eures aktuellen Datenverbrauchs könnt Ihr schon jetzt vorausrechnen, was in den kommende zwei Jahren auf Euch zukommt. Setzt lieber auf Tarife mit viel neutralem Volumen als auf selektive Streaming-Pakete und WLAN-Inseln.

Falls Ihr ihn noch nicht kennt, solltet Ihr Euren Bedarf zunächst herausfinden. Das gelingt Euch am klügsten, indem Ihr zunächst einen Vertrag mit kurzer Laufzeit abschließt oder eine Prepaid-Karte verwendet. Diese binden Euch nicht langfristig und machen schnell sichtbar, wie hoch Euer echter Bedarf ist.

Nur so könnt Ihr den Frust vieler Nutzer vermeiden, die immer wieder vor Monatsende entweder gedrosselt werden, oder mehrfach für mehr Datenvolumen Nachzahlen, um danach trotzdem gedrosselt zu werden. Mobile Daten in Deutschland sind zwar teuer, doch mit etwas Vorausplanung bezahlbar.

Werdet Ihr oft gedrosselt? Nutzt Ihr die Datenautomatik oder könnt Ihr sie erfolgreich vermeiden? Und wie ist Eure Strategie, um mit dem Datenvolumen auszukommen? Hinterlasst gerne Kommentare und diskutiert mit uns.

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Top-Kommentare der Community

  • Jan Lippe vor 5 Monaten

    Um ehrlich zu sein stößt das Konzept eines begrenzten Volumens bei mir auf Unverständnis.

    Einerseits wollen wir ein Industrieland darstellen, andererseits bewegen wir uns bezüglich Internet auf dem Level eines Entwicklungslandes.

    In Bezug auf ein "begrenztes Volumen" benötige ich 10GB mindestens pro Monat, derzeit. Grund dafür ist, dass ich auch unterwegs Mal eine 2 Stunden Doku, High Resolution Audio Streaming o.ä. nutzen möchte ohne befürchten zu müssen, dass mein Handy für die nächsten 20 Tage maximal als Nachrichten Sende Gerät fungiert.

    Ein Smartphone ist schließlich nur Smart, wenn eine schnelle und konstante Verbindung vorhanden ist.

    Das Drosseln auf eine Verbindungsgeschwindigkeit die so langsam ist, dass man nicht einmal eine Internetseite öffnen kann ist darüber hinaus eine absolute Frechheit.

  • Björn N. vor 5 Monaten

    Das Internet ist eine begrenzte Ressource. Ihr solltet euch alle schämen diesen kostbaren Rohstoff so leichtfertig für Katzen Videos und Essens Bilder zu vergäuden :(

    In diesem Sinne kann ein Handyvertrag nicht teuer genug sein, damit dieses sinnlose verschwenderische verhalten in den Griff bekommen wird ☝️

68 Kommentare

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  • Ich habe 14 GB und Videostreaming (Netflix, Prime, Sky) wird nicht auf mein Volumen angerechnet. Oder Musik, oder Whatsapp, dass kann ich monatlich wechseln.
    Ich verbrauche dieses Volumen nie, bin aber froh es zu haben. Brauche mir nie Gedanken darum machen, ob ich dies und das jetzt noch machen kann.
    Bei Bedarf kann ich auch noch nachbuchen, was ich aber bisher nie musste.


  • Ich habe euch zu verdanken, dass ich den O2 Free 15GB erhalten könnte (siehe euer Artikel). Noch am selben Tag habe ich das in die Wege geleitet und bin kurz danach auf diesen Tarif umgestellt worden.

    Vom Volumen her bin ich echt zufrieden. Denn nun kann ich auch unterwegs mal Videos schauen ohne Angst zu haben. Ich denke bei der Frage wie viel man an Volumen braucht geht es auch darum was möglich ist. Mit den Möglichkeiten kommt der Bedarf. Heute ist mein Smartphone mehr Smartphone als vor 3 Jahren. Früher reichten 300MB. Wir waren alle in diese Richtung erzogen auf unser Ausgabeverhalten zu achten. Sicher, für viele ist dieses Thema noch aktuell. Es ist aber glücklicherweise nicht mehr die Regel.


  • Benny vor 4 Monaten Link zum Kommentar

    2016 waren es rund 29 v. H. weniger als 2017, wenn Ihre Zahlen stimmen, Herr Herrmann.


  • Ich hab 2,5 GB wovon ich selten mehr als 200 MB verbrauche. Entweder hab ich WLAN zur Verfügung oder ich sitze im Auto wo ich es eh nicht nutzen kann/darf.
    Allerdings beschränkt sich mit mobiles Internet-Verhalten auch auf Messenger und bisschen Webseiten angucken. Ich hab unterwegs noch nie ein Video geguckt oder Stremingdienste genutzt. Ich wüsste auch nicht warum man das unterwegs, außer in Bus und Bahn, überhaupt machen sollte. Wenn ich im Sommer im Biergarten bzw. einfach draußen sitze, hole ich das Handy manchmal stundenlang gar nicht erst aus der Tasche. Man muss sich schon arg wundern wie "wichtig" die Leute alle sind ;)

    Ich kann immer nur appellieren die Kisten einfach mal zu ignorieren. Wenn es wirklich wichtig ist, ruft die Person schon an. Und das Internet löscht sich auch nicht nach ein paar Minuten von selbst :D


  • für mich kämmte nur noch das note8 oder das mate10 pro in frage. warte aber lieber aufs s9/plus


  • ich mach alles mit dem s8 und bim voll zufrieden. ich brauch für alles ca.30 bis 40gb und da das bei meinem abo für 52.90chf dabei ist alles palletti! samsung rulez!


  • icewind vor 5 Monaten Link zum Kommentar

    Im Oktober hatte ich knapp 14gb drauf, diesen Monat sind es jetzt schon fast 14GB :) Also komme ich wohl so auf 15-16GB im November? In Finnland gibt es keine datenlimits :) Zahle 24,90 Eur Handyrechnung im Monat. Incl. endloss daten, sms, telefonie ;)


  • Also ich habe 1,2 GB bei Aldi drin nutzen tue ich aber gerade mal so 200 mb im Monat.


  • Karsten vor 5 Monaten Link zum Kommentar

    Wenn ein Handyvertrag dann o2 free... Ich habe den o2 free 1 Gigabyte LTE und mehr brauche ich auch nicht. Auf was ich mehr Wert lege ist dass die Drosselung nicht so in den Keller geht wie bei einem Prepaid Tarif. Bei o2 free geht die Drosselung trotzdem mit 1 MBit weiter und das reicht allemal aus um noch für surfen und Videos anzugucken


  • Also beneiden tu ich euch nicht. Ich hab hier in Österreich für 13,50€ unlimitiert Min und SMS und 17GB LTE (50down und 30up) und könnte dass auch alles in der EU nutzen. Bei 3 dem Meiner Meinung nach günstigsten "großen" Handynetzbetreiber mit eigenem Netz!


  • Also irgendetwas passt an der Prognose nicht. Wenn ich heuer nur 5 GB im Monat verbrauche kann ich in 2019 nicht plötzlich 11,25 GByte verbrauchen. Ich ändere mein Surf-Verhalten nicht. Ich werde auch in zwei Jahren nur die Seiten nutzen die ich heuer nutze.

    Für mein Surface habe ich den "Data Go L" mit 18GB für 27,49 Euro im Monat. Das reicht für mein Surfverhalten locker.

    Beim Mobiltelefon (Telekom) kommt es schon mal vor dass gedrosselt wird. Aber nicht jeden Monat. Das kommt dann vor wenn ich meinen Surfstick vergesse und dadurch das Mobiltelefon als Hotspot nutzen "muss".

    Was O2 betrifft. Was nützt ein gutes Angebot wenn die Netzabdeckung miserabel ist?


    • Peter vor 5 Monaten Link zum Kommentar

      Das kann ich bei mir absolut nicht bestätigen. Mein Surfverhalten hat sich in den letzten Jahren drastisch geändert. Kam ich 2011 noch mit 1 GB im Monat aus, so sind es jetzt 2017 20GB, die oft knapp werden. Das liegt zum einen weil ich jetzt statt früher fast alles am Smartphone mache, wo früher auch noch öfter der Laptop in Gebrauch war. Und es kommen auch immer neue oder andere Apps dazu, was natürlich auch einen anderen Verbrauch der Daten nach sich zieht. Snapchat (der König unter den Apps was Datenvolumen und Akkuverbrauch angeht), instagram und YouTube gehen ganz schön an die GB's.


      • So unterschiedlich sind die Menschen. ;-) Ich nutze den Surfstick überwiegend dienstlich auf Arbeit. Sollte ich mal nicht mehr im Betriebsdienst sein wird der Surfstick abgeschafft (dann werde ich keine Zeit und keinen Grund mehr haben den nutzen zu können/müssen).


  • Claudia H.
    • Admin
    • Staff
    vor 5 Monaten Link zum Kommentar

    Ich habe das Glück, mich ständig im WLAN aufzuhalten, da ich entweder zuhause oder im Büro bin. Ich habe ein 2GB-Paket und nehme regelmäßig über die Hälfte davon mit in den nächsten Monat (Vodafone GigaDepot). Mir ist bewusst, dass ich extrem wenig mobile Daten nutze. Aber z.B. mit 10GB nicht auszukommen, ist schon schwer vorstellbar für mich :)


    • Peter vor 5 Monaten Link zum Kommentar

      Gerade mobile Daten machen das Smartphone recht unabhängig. Bei WLAN muss man ständig irgendwo örtlich gebunden sein, oder gar im Gebäude sich aufhalten. Mobile Daten will ich egal wann und wo unabhängig nutzen, und da ist ein dickes Polster mit mehr als 10 GB schon recht praktisch. Und auch hier gilt wie bei der Akkulaufzeit : wer es viel nutzt, der braucht auch mehr Datenvolumen.


  • Um ehrlich zu sein stößt das Konzept eines begrenzten Volumens bei mir auf Unverständnis.

    Einerseits wollen wir ein Industrieland darstellen, andererseits bewegen wir uns bezüglich Internet auf dem Level eines Entwicklungslandes.

    In Bezug auf ein "begrenztes Volumen" benötige ich 10GB mindestens pro Monat, derzeit. Grund dafür ist, dass ich auch unterwegs Mal eine 2 Stunden Doku, High Resolution Audio Streaming o.ä. nutzen möchte ohne befürchten zu müssen, dass mein Handy für die nächsten 20 Tage maximal als Nachrichten Sende Gerät fungiert.

    Ein Smartphone ist schließlich nur Smart, wenn eine schnelle und konstante Verbindung vorhanden ist.

    Das Drosseln auf eine Verbindungsgeschwindigkeit die so langsam ist, dass man nicht einmal eine Internetseite öffnen kann ist darüber hinaus eine absolute Frechheit.

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