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TikTok: In der Video-Suchtspirale auf der Suche nach Aufmerksamkeit
Apps Kommentar 5 Min Lesezeit 16 Kommentare

TikTok: In der Video-Suchtspirale auf der Suche nach Aufmerksamkeit

Alle reden darüber: Blogs verschiedenster Art, Freunde, Arbeitskollegen, auf Facebook ... TikTok ist in der Tat nichts Neues, aber die Popularität der Plattform wächst jeden Tag weiter, und deshalb habe ich mich vor ein paar Monaten entschieden, es auf meinem Smartphone zu installieren - und ich wünschte, ich hätte es nicht gemacht.

Was ist TikTok?

Wenn Ihr noch nichts von TikTok gehört habt, gibt es nur zwei Möglichkeiten: Ihr seid Einsiedler und habt Euch entschieden, für eine Weile "den Stecker zu ziehen" und seid ohne PC und Smartphone durchs Niemandsland gewandert oder Ihr seid einfach zu alt. Nicht übel nehmen, bitte! Das gilt nur für die Welt von TikTok. Die TikTok-App war 2018 eine der am häufigsten heruntergeladenen Anwendungen der Welt und wird weiterhin heiß diskutiert. Aber was ist das überhaupt, TikTok?

Es ist eine Plattform, auf der Benutzer kurze Musikvideos mit Tanzbewegungen, Playback oder anderen lustigen Gimmicks teilen. Es ist eine App, in der Ihr durch unzählige Videos scrollen könnt, in der Nutzer Ihre Kreativität und Leidenschaften auf oft genug peinliche Weise zur Unterhaltung anderer ausleben. Seid Ihr sicher, dass Ihr diese sehr kurzen Videos noch nicht gesehen habt? Sie bevölkern mittlerweile auch Facebook-Timelines und Instagram Stories.

Einzigartige und einfach zusammenstellbare Videos

Die Kurzvideos von TikTok sind einzigartig. Ihr werdet keine ähnlichen Videos auf YouTube oder anderen sozialen Plattformen finden. Denn nur hier (zumindest vorerst) treten erst in China (erinnert Ihr Euch an Musical.ly?, das 2017 von Bytedance gekauft und später mit TikTok kombiniert wurde) und mittlerweile in den USA und Europa die Nutzer gegeneinander an, um sich mit ihren Auftritten gegenseitig zu übertrumpfen.

Es gibt diejenigen, die ihr verborgenes Talent zeigen, diejenigen, die ihre Fähigkeiten in Sport, Gesang oder Tanz präsentieren und dann noch solche, die einfach nur "dumme" Witze mit Freunden machen oder diejenigen, die mit einer Überraschung verblüffen. Und obwohl sich nicht in all diesen 15- bis 60-Sekunden-Videos Talente verbergen, ist es einfach, nach dem Start des ersten Videos das Smartphone wieder weg zu legen. Glaubt mir, ob Ihr wollt oder nicht, sobald Ihr die App startet, werdet Ihr begeistert sein.

Eine der Qualitäten der App ist die Benutzerfreundlichkeit. Das Erstellen und Bearbeiten von Videos mit Spezialeffekten, trendigen Soundtracks, Beautymodi und dergleichen ist auch für diejenigen denkbar einfach, die mit dem Bearbeiten von Videos nicht vertraut sind.

Nur eine Teenager-App? Mehr oder weniger

Auf TikTok muss man kreativ, lustig und schamlos sein. Ihr müsst kein Influencer sein und braucht keine speziellen Tools oder Szenarien: Neben einem Smartphone und bizarren Ideen müsst Ihr nur Euer Gesicht in die Kamera halten! Auf TikTok gibt es für jeden einen Platz, der bereit ist, zu performen - das ist das Schöne an der App.

Aber scrollt doch einfach durch ein paar Videos und Ihr werdet sehen, dass es sich um eine Plattform handelt, die hauptsächlich von Jugendlichen genutzt wird. Es gibt nur wenige Erwachsene und die meisten von ihnen zeigen eher weniger "spektakuläre" Gesangseinlagen. Peinliche Videos hochzuladen, um die Leute zum Lachen zu bringen und lächerlich zu machen, bis sie viral gehen: Das ist wahrscheinlich nichts, das die meisten von Euch oder uns wirklich interessiert. Das scheint die Bedingung, aber die Situation könnte sich auch bald ändern.

Unabhängig vom Alter kann es leicht passieren, in die TikTok-Schleife zu geraten, bei der man sich ein Video nach dem anderen reinzieht. Selbst, wenn Ihr die App mit einer gewissen Skepsis öffnet und bislang der Meinung wart, dass sie nichts für Euch ist: Am Ende werdet Ihr Eure Meinung ändern und dann TikTok vor Freunden vielleicht weiter als doofe Plattform abtun, Euch aber weiter heimlich Hunde beim Playback oder Kinder beim akrobatischen umherspringen anschauen. Und Ihr werdet darüber lachen, da bin ich mir sicher.

Am Ende werdet Ihr auch erkennen, dass sich dort junge Talente verbergen. Meiner Meinung nach gibt es nur eines, woran sich "ältere" Menschen gewöhnen müssen: den schnellen Übergang von einem Video zum anderen, sonst fühlt man sich bei diesem Video-Marathon vielleicht etwas überfordert.

Eine App, die man ernst nehmen sollte

Videos- und die Generation Z: eine Kombination, die erfolgreich sein könnte. Es ist einfacher, mit Bildern zu kommunizieren, und sowohl YouTube als auch Instagram, wenn auch auf andere Weise, sind der Beweis dafür. Aber TikTok macht es besser: Es zeigt sofort eine Reihe von Videos an, ohne dass der Benutzer etwas tun muss. Bingo! Scrollt einfach über den Bildschirm, um eine Show ohne Ende zu starten, die von der künstlichen Intelligenz nach Euren Vorlieben angepasst wird.

Bytedance ist sich des Potenzials der App bewusst und hat sich vor einigen Monaten entschieden, Kurz-Werbung in der App zu testen. Angesichts des Publikums und des Formats von TikTok dürfte die Ankündigung nicht überraschen. Die Plattform könnte der Boost für all jene Marken sein, die die Jüngsten unter uns auf direktem Weg und in wenigen Sekunden erreichen wollen.

Aber es gibt noch einen weiteren wichtigen Faktor zu beachten: die Nutzung der App durch Kinder unter 13 Jahren. TikTok kostete die Erhebung personenbezogener Daten von Kindern unter 13 Jahren ohne die vorherige Zustimmung der Eltern zuletzt rund 5,7 Millionen US-Dollar. Die Geldbuße wurde von der Federal Trade Commission wegen des Verstoßes gegen das Children's Online Privacy Protecton Act (COPPA) eingereicht und ist die bisher teuerste Zivilklage zum Schutz der Privatsphäre von Kindern.

"Diese rekordverdächtige Strafe sollte eine Erinnerung für alle Online-Dienste und Websites sein, die sich an Kinder richten: Wir nehmen die Durchsetzung der COPPA sehr ernst und werden keine Unternehmen dulden, die das Gesetz eklatant ignorieren", sagte FTC-Präsident Joe Simons.

Kurz gesagt, TikTok zielt darauf ab junge Menschen aus aller Welt auf eine fast ansteckende Weise süchtig nach Aufmerksamkeit zu machen. Die Eltern der Jüngsten müssen die Augen offen halten, und andere Unternehmen sollten die Plattform, die die Social Media Regeln bald ändern könnte, nicht unterschätzen, ob sie es wollen oder nicht.

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16 Kommentare

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  • Ich hatte die Anwendung auch mal installiert und war kurzer Hand direkt genervt. Nicht zuletzt durch die permanente Aufforderung mal reinzuschauen, weil wieder so ein Trottel irgendwas gaaanz tolles hochgeladen hatte. Kurzum war die App schneller wieder unten als gedacht und meinerseits auch nicht als Anwendung sondern eher als Verschwendung von sinnvoller zu nutzender Zeit angesehen. Wo kann man denen fünf Minus-Sterne oder ein dutzend Dislikes geben?


  • H.E. vor 2 Monaten Link zum Kommentar

    "Genau was die Welt der Selbstdarsteller und Poser braucht. Wie kann ich mich am besten zum Trottel machen so das alle von mir reden."

    Ich persönlich frage mich bei solchen Dingen immer wieder, wie krank ist doch die Menschheit geworden?


  • Andreas V.
    • Mod
    vor 2 Monaten Link zum Kommentar

    Was mir bei der Sichtung und der Nutzung durch meinen Teenager-Sohn aufgefallen ist: Jede menge teils extrem knapp bekleidete Minderjährige. Ich denke den Pädophilen wird die App gefallen ...


    • Das ist leider ein weit größeres "Phänomen", an dem nicht nur Pädophile Schuld sind.
      Gucken Sie mal auf Youtube, wieviele (100tausende!) Klick "seltsamerweise" speziell junge Mädels bei den banalsten Aktivitäten bekommen, sobald sie einigermaßen "leichtbekleidet" im Video sind. Erschreckend finde ich allerdings nicht die Pädophilen (das ist schlimm, aber nicht überraschend?), sondern dass viele es normal finden, vor der Kamera wie privat anzuziehen. Elterliches Versagen hoch3!


  • Uta vor 2 Monaten Link zum Kommentar

    Ich kann mit dem Dienst nichts anfangen. Aber vermutlich bin ich auch nicht die Zielgrupee. Aus verschiedenen Quellen hört man ja, dass die Vermarktung bei TikTok gerade im Aufschwung ist. Einige Firmen konzentrieren sich nur noch auf TikTok...


  • Hab es mal probiert und teile die Ansicht einiger :

    TikTok sucht den Supertrottel👍


  • Ganz ehrlich, das ist eine sehr gefährliche App, die leichtsinnig von Minderjährigen benutzt wird. Eigentlich gehört so was verboten! Genau wie Instagram, Facebook usw..


    • Wir können nicht alles einfach deswegen einstampfen. Es gibt genügend Möglichkeiten Nutzergruppen auch nach Alter zu trennen und, bei solchen Anwendungen vielleicht noch viel wichtiger, auseinanderzuhalten. Was der Einzelne dann macht und z.B. jemanden als "Freund" hinzufügt, ist wiederum dem Individuum als solches selbst zuzumuten und zu -trauen, denke ich mal.


  • Ne App um sich zum Deppen der Nation zu küren 😵 aber lasst Haustiere verschont. Die können nichts dafür, wenn der Halter sich lächerlich macht. Ich brauche den Mist nicht. Reicht schon Youtube wo viele sich zum Deppen machen nur um berühmt zu werden. (nicht alle aber viele privat).


  • Aries vor 2 Monaten Link zum Kommentar

    Enthaltene Tracking-Module:
    - AppsFlyer
    - Facebook Login
    - Facebook Ads
    - Facebook Analytis
    - Facebook Share
    - Facebook AccountKit
    - Google Ads
    - Google DoubleClick
    - Google CrashLytics
    - Google Analytics
    - Google Firebase Analytics
    - Umeng Analytics
    (Quelle: Exodus Privacy, zu finden im Play Store)

    Die Strafe scheint ja gewirkt zu haben...

    Von mir aus kann sich zur Schau stellen und zum Affen machen, wer will, nur weiß kaum jemand, dass er sich damit noch anders als sichtbar zur Schau stellt. Nicht einmal (oder gerade) die digital Natives haben eine Vorstellung davon.

    Alles in allem, eine weitere App, um sich vor der Welt ohne Wissen nackig zu machen und damit meine ich nicht die Videos, die man erstellt! Wenn ich mir überlege, dass Eltern es wohlmöglich noch witzig und kreativ finden, was ihre Kinder damit anstellen, ohne auch nur zu ahnen, was neben den Videos an wen in der ganzen Welt verschickt wird...


  • "Alle reden darüber"
    Der Name ist mir zwar hier und da schon über den Weg gelaufen, weil ich regelmäßig Technik/IT-Medien konsumiere.
    Aber ich kann nicht behaupten, dass ich irgendjemanden schon mal habe darüber reden hören. Weder im Bekanntenkreis noch unter Arbeitskollegen (und da sind 'ne Menge (Post-)Adoleszente dabei).


  • Also auch nur eine weitere Plattform auf der sich ein jeder Niemand, oder der der sich selbst für einen Niemand hält, profilieren kann. Aber was hat man davon? Ich bin weder zu alt, noch habe ich was verpasst. Ich brauche weder solche Plattformen, noch solche TV-Sendungen im selben Format wie diese Plattformen.


  • Tja, wer sich heute nicht irgendwie im Netz präsentiert und darstellt, existiert halt nicht. Mir erschließt sich der Reiz nicht, anderen Menschen oder noch schlimmer Haustieren bei irgendwelchen banalen Tätigkeiten, Kunststücken oder Missgeschicken zuzusehen. Das ist ähnlich stumpfsinnig und unterkomplex wie DSDS, Gute Zeiten, schlechte Zeiten oder andere dröge Fernsehformate.


  • Ich habe mir die App neulich mal heruntergeladen. Und ich habe gemerkt, das ich bis jetzt rein gar nichts verpasst habe.


  • Ich bin zu alt. ✌️