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2 Min Lesezeit 60 Kommentare

Wie Dein Fitness-Tracker erkennen kann, ob Du krank wirst

Schritte, Schlaf, Ruhepuls & Co.: Smartwatches und Fitness-Tracker messen alle möglichen Aspekte unseres Körpers. Doch die aufgezeichneten Daten können auch bei der Früherkennung von ernsthaften Krankheiten helfen – lange, bevor erste Symptome auftreten. Garmin hatte auf dem MWC hier Interessantes zu berichten.

Wir haben bereits vergangene Woche einen Artikel mit einer provokanten These veröffentlicht: Wearables werden für die Gesundheit wie der Sicherheitsgurt im Auto – nämlich völlig selbstverständlich. Nachdem es da durchaus eine spannende Diskussion mit vielen unterschiedlichen Meinungen gab, möchten wir noch einmal mit einem konkreteren Fall nachlegen.

Wie uns Garmin auf dem MWC in Barcelona erzählt hat, soll sich nur anhand der im Schlaf generierten Daten mit 95-prozentiger Wahrscheinlichkeit ermitteln lassen, ob jemand in den nächsten zwei Jahren an Diabetes erkranken wird. Und gerade bei Diabetes kann ein frühzeitiges Gegenlenken den Verlauf der Krankheit deutlich verbessern. Und anstatt zigtausend Euro jährlich in die Behandlung der Krankheit zu investieren, könnten gefährdete Personen frühzeitig an Therapien teilnehmen.

Wir haben auf dem MWC mit Jörn Watzke gesprochen, der bei Garmin Director Global für B2B Sales ist – und auch ein kurzes Videointerview für Euch aufgenommen.

Spannend finde ich an dem Thema, dass wir hier noch ganz am Anfang der Möglichkeiten stehen. Während heutzutage bei der Analyse derartiger Daten Menschen noch eine wichtige Rolle spielen, dürfte sich das bald ändern. Mit Hilfe des sogenannten „unsupervised learning“ können Computer nämlich eigenständig in einer gigantischen Masse von Daten Muster finden – wie eben die zuvor genannte Korrelation zwischen dem Schlafverhalten und dem Risiko, demnächst an Diabetes zu erkranken. 

Würdet Ihr Eure Daten preisgeben, um gegebenenfalls schwere Krankheiten frühzeitig erkennen zu können – oder glaubt Ihr, dass damit ein Verlust der persönlichen Freiheit einhergeht? Ich freue mich auf Eure Kommentare!

60 Kommentare

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  • ... es gibt immer "Schlaumeier", die sich der Weiterbildung widersetzen und dann entsprechende Kommentare schreiben. Wenn dem nicht so wäre, würden sie diesen Beitrag kennen und die Ausübung dieser Funktion in unzähligen Geräten im Kranken- und Sanitätsbereich schon gesehen haben:

    PATENT-Veröffentlichungsnummer
    DE112014002005 T5
    Publikationstyp
    Anmeldung
    Anmeldenummer
    DE201411002005
    PCT-Nummer
    PCT/US2014/033615
    Veröffentlichungsdatum
    21. Jan. 2016
    Eingetragen
    10. Apr. 2014
    Prioritätsdatum
    19. Apr. 2013


    Photo Pulse Plethysmography (PPG)

    Ein Nachweissystem für periphere arterielle Flussobstruktion zum Bereitstellen einer prädiktiven Diagnose, die mit der Diagnose von peripherer arterieller Verschlusskrankheit korreliert. Das System umfasst einen Leitrechner und einen Sensor, der zum Nachweisen und Messen eines physiologischen Signals von einem Finger oder Zeh eines Subjekts verwendet wird, wie z. B. die Messung eines Signals unter Verwendung von Photoplethysmographie unter Verwendung eines PPG-Sensors. Sensordaten werden verarbeitet und gefiltert, bevor sie zum Berechnen mehrerer Rechengrößen im Zeitbereich und Frequenzbereich verwendet werden, die der Signal-Wellenform entsprechen. Die Berechnungen werden bei einem prädiktiven Modell verwendet, das einen vielseitigen Algorithmus verwendet, um eine prädiktive Diagnose zu erhalten, die auf einem Anzeigeelement, wie z. B. einem Monitor, angezeigt wird.

    Also - hat nix mit "Glauben" zu tun!

    Im Blut befindliches Cholesterin verändert das Gerinnungsbild, was wiederum mit der PPG festgestellt werden kann. Dadurch ist auch eine beginnende Diabetes zu erkennen. Dann nämlich, wenn Echtzeit-Daten über einen längeren Zeitraum erfasst und ausgewertet werden.
    Das Ganze ist mit fast jedem Handy, über die Kamera und dem Blitz problemlos zu kontrollieren. Ungenauigkeiten sind durch Mehrfachmessungen und Vergleich mit geeichten Geräten, beim Doktor oder auch im Sanitätsgeschäft, möglich.


    • Kann sein, aber Patentanmeldung ist noch kein Funktionsnachweis für solch ein Verfahren.


      • Wer sagt das es nur eine Anmeldung war? Wenn ein Patent veröffentlicht wurde, ist es auch erteilt!
        Schaut mal in die Säuglings-Stationen ... dort wird das Messverfahren auch eingesetzt! Warum wohl?
        Bei vielen älteren Menschen kommt es auch zum Tragen. Sehr wohl kann man über dieses Meßsystem den Blutzuckergehalt feststellen und die Kurve auslesen wie der Zucker über Nacht abgebaut wird. Zweifelsfrei ist dann auch festgehalten ob der Cholesterin-Wert zu hoch - normal - oder keiner vorliegt.


      • Dann hat Garmin also nichts neues erfunden. Sondern lediglich de Versuch gestartet diese Technik in "Alltagsgeräte" zu verbauen!?


      • .... so sieht es aus. Es ist nur neu, das es halt nu bei Garmin verarbeitet wird.
        Bereits 2012 habe ich schon "Geräte" bei Rettungsdiensten in Marokko und Spanien geseh'n, die zur Kreislauf und Blutkontrolle an einem Finger, eingesetzt wurden.
        Außerdem gibt es eine App, die unter Mitwirkung der Uniklinik in Hongkong, entwickelt wurde. Diese funktioniert ebenfalls, sogar auf meinem alten S4, sofern man sie versteht und einstellen kann! Die Info-Flut ist allerdings "gewöhnungsbedürftig und nicht jedermanns Sache. Doch wenn man darauf angewiesen ist - LERNT man schnell!


  • C. F.
    • Blogger
    08.03.2017 Link zum Kommentar

    Aus der Geschichte heraus wissen wir, daß man mit dem Glauben (und der Dummheit) der Menschen sehr viel Geld verdienen kann.


  • Diabetes früh erkennen. Wie soll das gehen ohne den Zuckerwert zu ermitteln. Dazu braucht es immer noch Blut.


  • prinzipiell schon ne coole Sache, allerdings fällt es mir als medizinischer Laie doch schwer zu glauben, dass von meinem Schlafverhalten auf Diabetes geschlossen werden kann. das klingt für mich wie wenn man mir vorhersagt dass ich demnächst nen Autounfall habe weil im Kühlschrank Milch fehlt.


    •   23
      Gelöschter Account 08.03.2017 Link zum Kommentar

      früher hat mann/frau im kaffeesatz oder irgend welchen gedärmen gelesen , heute ist es ne uhr . das nennt sich fortschritt


  • Ein Hersteller, der ansonsten mit mittelmäßigen Navigationssystemen und ständigen Umzügen in Steueroasen auffällt, will meine Gesundheitsdaten? Schlechter Witz.

    Und was passiert dann mit den Daten, außer, dass diese verkauft werden? Erwartet Garmin ernsthaft große Kooperationen mit Ärzten und Krankenkassen?


  • kommt den Leuten, die sich über Ihre Gesundheit in diversen Foren Hilfe suchen, ja genau recht


  • Mal abgesehen von den Daten, die irgendwo hin gesendet werden, finde ich es eher zweifelhaft, meinen Gesundheitszustand von einem Fitnesstracker beurteilen zu lassen. Lassen wir mal die technischen Voraussetzungen, die meiner Meinung nach noch nicht ausgereift genug sind, außen vor, können diese Geräte keine vernünftige Vorsorgeuntersuchung ersetzen.
    Da macht es wohl mehr Sinn, wenn man ab einem bestimmten Alter auf die Möglichkeiten altersspezifischer Untersuchungen und vorbeugender Maßnahmen erinnert wird (durch Eingabe von Alter, Geschlecht und Gewicht). Genau diese Möglichkeit gibt es mit Sicherheit schon in einigen Apps, viel mehr benötigt man allerdings auch nicht.
    Ich denke es genügt, wenn mir so ein Gerät, mehr schlecht als recht, sagen kann wie hoch mein Puls ist. Alles andere sollte man Ärzten überlassen und denen die davon Ahnung haben.


  •   40
    Gelöschter Account 07.03.2017 Link zum Kommentar

    Was Garmin da behauptet, darf man getrost als Scharlatanerie bezeichnen und AP unterstützt so einen Mist auch noch. Schlimm.

    Früherkennung von Diabetes durch einen Fitnesstracker ... Selbst das Lesen des Kaffeesatzes ist da zuverlässiger!
    Das Schlafverhalten und Schlafstörungen können unheimlich viele körperliche, neurologische, psychische und äußere Einflüsse haben. Dabei müssen es nicht mal immer negative Ursachen sein. Sogar positive Veränderungen im Leben eines Menschen können den Schlaf über einen längeren Zeitraum beeinflussen bzw. verändern.
    Vor allem gibt es aber keine einzige Krankheit, die allein anhand eines gewissen Musters des Schlafverhaltens erkannt oder vorhergesagt werden könnte. Wer behauptet, das mit ein bisschen 08/15-Technik am Handgelenk erkennen zu können, muss unbeschreiblich dumm oder besonders dreist sein.

    Garmin möchte also umfangreiche ärztliche Untersuchungen wie z.B. Blutanalysen, Herzuntersuchungen, neurologische Untersuchungen, aufwendige Untersuchungen im Schlaflabor etc. pp. mit seinen schrottigen Geräten fürs Handgelenk quasi überflüssig machen? Ich weiß nicht, was schlimmer ist - dass Garmin es wagt, so einen Schwachsinn zu behaupten, oder dass hier wirklich darüber berichtet wird.


    • Du zerlegst - zu Recht - die Aussage von Garmin. Was nicht gesagt wird oder wurde, ist das eigentliche Ziel, wer den ganzen Spaß finanziert und welche Motive dahinter stecken. Bei vielen Unternehmen und Apps bekommt man transparent dargelegt, was mit den gesammelten Daten geschieht (personalisierte Werbung usw.). Bei den Daten, die durch solche Geräte wie Tracker gesammelt werden, sind die Angaben zum Datenschutz oft nebulös. Wenn solch geartete Daten im Rahmen von medizinischen Studien gesammelt werden sollen (z. B. durch renommierte Forschungsinstitute), ist ein erheblich hoher bürokratischer Aufwand nötig - zu Recht. Diese Bürokratie brauchen sich Garmin, Fitbit und co. nicht antun.


  • Ja, es wäre gut, all diese Daten zu sammeln und neue Erkenntnisse daraus gewinnen.

    Doch zuvor muss der strenger Datenschutz Verfassungsstatus erhalten inklusive extremer Strafen beim Verletzen dieser. Zudem muss durch eindeutige unumkehrbare Gesetze sichergestellt sein, das keiner aufgrund seiner Daten, deren Verwendung er zustimmt, nicht benachteiligt wird. Doch leider ist bei beiden Punkten immer mehr das Gegenteil der Fall.

    Heutzutage wird zwar oft versprochen, das die Daten anonymisiert werden. Doch in größten Teil ist diese "Anonymisierung" wieder umkehrbar, obwohl es auch anders möglich ist.


  • Die Frage ist doch am Ende, wer von den gesammelten Daten profitiert. Ich gehe zu 100% davon aus, dass die Aufzeichnungen, die der Tracker macht, nicht allein im Tracker oder bei dem Endgerät des Betroffenen gespeichert werden, sondern irgendwo in der Welt analysiert werden und das Ergebnis an den Tracker-Träger zurückgespielt wird. Daten rund ums Thema Gesundheit sind extrem heikel, deswegen gibt es u. a. die ärztliche Schweigepflicht, besondere Maßnahmen bei Krankenhaus-IT und Langzeitarchivierung solcher Daten. Dies wird durch solche Tracker und deren Apps ausgehebelt. Klingt drastisch, ist aber so.
    Ich kann mir vorstellen, dass Krankenkassen extremes Interesse an den Daten haben, um so ggf. Tarife oder das Gesundheitsförderprogramm "anzupassen". Wer dann z. B. nachgewiesen aktiv ist, bekommt dann eine bessere Versorgung als jemand, der (laut Tracker) faul ist. Denkbar wäre dem Aktiven dann im Alter eine neue, fällige Prothese zu genehmigen, während der Faule dann einen drittklassigen Rollator bekommt.
    Mein persönliches Fazit lautet: auf diese Weise, nein danke. Wenn der Tracker selbst so bemessen wäre, Daten über längere Zeiträume zu speichern und zu analysieren und nicht mit Dritten interagieren würde, könnte ich dem Ganzen etwas abgewinnen.


    • Du würdest also auf Früherkennung von Krankheiten, was ja nicht auf Diabetes beschränkt bleiben muss, und dadurch ggf. auf ein Verhindern einer Krankheit verzichten, weil du Bedenken um deine Daten hast. Kann einerseits nachvollziehen, dass der Datenschutz wichtig ist, aber andererseits könnte das im Worst case Scenario bedeuten, dass du früher sterben wirst, an etwas, dass vermeidbar wäre. Mal polemisch gesagt, 'wenn du tot bist, bringt dir der Schutz deiner Daten auch nix'.


      • Mal polemisch gesagt können im Worst case Scenario auch deine Daten in den falschen Händen tödlich sein.

        H G


      • Wenn sich die Firmen, die solche Geräte anbieten, dem Medizinrecht (insbesondere dem Patientenrecht) unterwerfen würden, könnte ich mein Wohlwollen erteilen. Nun darfst du (Christian Tietz-Latza) mal raten, warum sie das nicht tun. Ich vermute stark, dass der schnöde Mammon ein Motiv ist. Und ich lehne es ab, mir eine Scheinsicherheit in Bezug auf gesundheitliche Aspekte auf Kosten meiner wertvollen Daten zu leisten. Da gehe ich lieber zu regelmäßigen Check-Ups beim Arzt und nehme das Risiko in Kauf, nicht ewig leben zu können. Das ganze Leben ist risikobehaftet.


      • Was machst Du, wenn Dich Dein Wearable laufend vor einer drohenden Erkrankung warnt, Dir dazu Ärzte und Medikamente sowie Fitness-kurse anbietet, Dein Hausarzt aber sagt, "Alles in Ordnung!"?

        Ich sehe neben der unkontrollierten Verbreitung sehr persönlicher Daten auch das Risiko, dass die Anzahl der Hypochonder zunimmt und man dem technischen Gerät mehr traut, als dem ausgebildeten Mediziner.

        Ich denke, ein Lebewesen ist zu komplex, als dass man die Diagnose einem Algorithmus überlassen sollte und die Bewertung von komplexen Vitaldaten sollte den Fachleuten überlassen werden.

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